Stellungnahme der Telekom zur Flächendeckung DSL

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Stellungnahme der Telekom zur Flächendeckung DSL

Beitragvon catbert » 04.04.2006 15:17

Vom Bundestags-Pressedienst gibt es unter http://www.bundestag.de/bic/hib/2006/2006_106/05.html eine interessante Meldung zum DSL-Ausbau in Deutschland.
Interessant sind die angegebenen Zahlen:
...war im Frühjahr 2005 für 91 Prozent aller deutschen Haushalte ein Breitbandanschluss verfügbar ...
;)

Kein Wunder, dass die Politik keinen Handlungsbedarf sieht.

(Leider stehen die Referenzdokumente noch nicht zur Verfügung. Kommt wohl noch.)
Zuletzt geändert von catbert am 04.04.2006 16:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon DiveMaster » 04.04.2006 16:29

Netter Hinweis ... je nachdem, was in dem Stück Papier steht, sollten wir eigentlich mal angemessen reagieren und antworten ;)
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Re: Stellungnahme der Telekom zur Flächendeckung DSL

Beitragvon barty » 04.04.2006 16:53

Und genau darin liegt der Hund begraben:

Der Bericht sagt nicht Zitat "Wie es in der Antwort weiter heißt, war im Frühjahr 2005 für 91 Prozent aller deutschen Haushalte ein DSL-Anschluss verfügbar."

sondern:

"....Wie es in der Antwort weiter heißt, war im Frühjahr 2005 für 91 Prozent aller deutschen Haushalte ein Breitbandanschluss verfügbar."

Mit dieser bewusst/unbewusst herbeigeführten Gleichsetzung "DSL=Breitband" versucht man die Bevölkerung seit Jahren hinters Licht führen und andererseits die schlechte Ausbausituation zu beschönigen. Nur wenige Berichterstatter differenzieren diesen "kleinen" Unterschied.
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Beitragvon barty » 04.04.2006 16:55

by the way....in obigen Bericht wird auf auf dieses interessante Dokument verwiesen...
http://dip.bundestag.de/btd/16/009/1600902.pdf

Genau jene Fragen, die wir uns unter anderem auch stellen....
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Beitragvon DiveMaster » 04.04.2006 17:06

barty hat geschrieben:by the way....in obigen Bericht wird auf auf dieses interessante Dokument verwiesen...
http://dip.bundestag.de/btd/16/009/1600902.pdf

Genau jene Fragen, die wir uns unter anderem auch stellen....


DAS ist doch mal ein Interessantes Dokument ;) Merci ... werde ich heute Abend mal unserem Gemeinderat vor die Nase halten ...
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Beitragvon vauwe » 04.04.2006 23:02

Wir haben hier schon viel darüber diskutiert, wie diese Zahl von 91 % schongerechnet wurde.

Die Wahrheit der Breitbandversorgung in Deutschland dürfte nach unseren Schätzungen zwischen 70 und 75 % liegen. Der ECO-Verband hat vor kurzem einen Versorgungsgrad von 75% errechnet und den halte ich für realistisch.

Der WDR hat aus dem Breitbandatlas einen Versorgungsgrad in der Fläche von 45 % errechnet, während sich die oben genannten Zahlen auf die Haushalte beziehen.

Es ist immer die Frage, wie man rechnet. Realistisch ist sicher eher eine Berechnung auf die Haushalte, denn niemand braucht in einem Nationalpark einen Breitbandanschluß. Die Berechnung auf die Fläche bezogen, produziert zwar eine hübsche Zahl, sinnvoller ist jedoch die Berechnung auf die Haushalte bezogen.

Hier gehen wir also eher von ca. 75% aus. Jetzt müßte man die vom Bundesministerium für Wahrheit genannte Zahl von 91% irgendwie als Propaganda entlarven können, wenn man deren Datenmaterial analysieren könnte.

Die genannte Zahl von 91% kursiert auch schon zulange, als daß sie wahr sein könnte. Das würde sonst im Umkehrschluß heißen, daß der Ausbau der Versorgung seit 1,5 Jahren nahezu vollständig gestoppt ist, was definitiv nicht der Fall ist und ich beziehe mich nicht nur auf DSL.
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Beitragvon catbert » 05.04.2006 09:14

Es gibt doch seit 1. Januar 2006 das Informationsfreiheitsgesetz, nachdem Behörden jedem Bürger Akteneinsicht gewähren müssen. Da könnte man doch beim Wirtschaftsministerium nach den Unterlagen fragen, wie sie zu diesen Zahlen kommen.
Wäre das eine Möglichkeit? Zumindest könnte man erfahren wie die Zahlen wirklich berechnet wurden.
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Beitragvon catbert » 12.04.2006 09:17

Mittlerweile liegt die Antwort der Bundesregierung (Dr. 16/1076) vor. (Link siehe oben)
Im Wesentlichen wird auf das Konzept für mittelfristig flächendeckendes Breitbandinternet der Bundesregierung verwiesen.
Aus meiner Sicht ist die Kernaussage: Durch ständige Innovationen in der Technik und durch den weiterhin steigenden Wettbewerb im TK-Bereich, ist von einer Versorgung von 98% bis Ende 2008 auszugehen. Der Rest findet sich dann auch noch.
Außer durch die Förderung des Wettbewerbs (das läuft aber schon alles) besteht kein Handlungsbedarf aus Sicht der Bundesregierung... :(
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Beitragvon bru62 » 12.04.2006 11:18

Hallo,

ich wollte mich als "Auftraggeber" :wink: der kleinen Anfrage mal in die Diskussion einbringen.

1.
Genau jene Fragen, die wir uns unter anderem auch stellen....

Na klar, wir Möchtegern-DSLer haben doch alle die gleichen Fragen. Wir sollten sie auch immer wieder an allen möglichen Orten stellen.

2.
Die Antwort war - wenngleich erwartet - ernüchternd. Die Bundesregierung kann (besser wäre: will) nichts tun, um uns mit DSL zu versorgen. Das der Wettbewerb gar nicht funktionieren kann, ist ihr offenbar entgangen. Denn, wäre der Ausbau wirtschaftlich möglich, wäre er ja längst erfolgt. Ist er aber für die DTAG nicht wirtschaftlich, wird er es erst recht nicht für kleine Mitbewerber sein. Auch hier in diesem Forum hat sich die Erkenntnis längst durchgesetzt: Das Ende der "digitalen Wüsten" kann nur durch politische Maßnahmen realisiert werden.

3.
Ich werde in der Angelegenheit mit Jörn Wunderlich (sowie anderen Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises) in Kontakt bleiben und weiter auf eine politische Lösung drängen.

mit den besten Grüßen
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Beitragvon essig » 12.04.2006 11:47

genau so sehe ich das auch. blöd ist nur, dass die meisten bundestagsabgeordneten meinen man müsse nur "captain wettbewerb" schicken und jedes dorf wird versorgt. das einzige was tatsächlich passiert ist die überversorgung von ballungsgebieten und eine preisschlacht um die bereits bestehenden kunden dort.

an alle die nun wieder mit dem freien markt quatsch argumentieren wollen: es gibt in deutschland keine freie marktwirtschaft und in den meisten fällen ist das auch gut so. gäbe es diese dann hätten die meisten hier weder strom, wasser, telefon, wärme usw.

ich halte überhaupt nichts von dieser perversen überregulierung von kleinigekeiten unter deren last alles erstickt. anstatt 5 großen ziele regulierend vorzugeben (bundesweiter breitbandversorgungsauftrag usw) werden lieber 1000 kleinigkeiten reguliert...
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Beitragvon bru62 » 12.04.2006 14:11

Richtig:
Unter Marktbedingungen können öffentliche Dienstleistungen nicht flächendeckend angeboten werden.

Busse und Bahnen z.B., in denen abends nur wenige Fahrgäste sitzen, verursachen regelmäßig mehr Kosten als sie Einnahmen erwirtschaften. Trotzdem ist der ÖPNV notwendig.

Es bleibt dabei: Der Staat ist in der Pflicht, seinen Bürgern die erforderlichen Dienstleistungen bereit zu stellen. Ob er das selbst tut oder andere beauftragt, ist dabei egal.

Diese einfachen Dinge müssen wir den MdB immer wieder nahebringen. Schließlich sind nicht alle Fans vom "captain wettbewerb".

verhalten optimistisch
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Internet als Religion

Beitragvon MiWe » 19.04.2006 14:53

Hört sich sehr verrückt an, aber gem. Artikel 4 Satz 2
heist es:

Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Also, wer seinen Glauben nur im Internet praktizieren kann dem soll der Zugang nicht verwährt bleiben. Sprich ein moslem o. buddhist der in seiner ländlichen Region keine Moschee o. Tempel inkl. Vorbeter hat ist doch irgend wie auf das WWW angewiesen.

Weiter sagt Artikel 5 in Satz 1

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film (Internet gabs damals noch nicht) werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Keine Zensur? Aber Hallo, betreibt die T-Com nicht eine Zensur über die Verfügbarkeit und dem Preis. Sind heute nicht schon die Kinder der Hartz 4 empfänger zur Dummheit verdammt, weil ihre Eltern das bischen Geld lieber für die Lebenshaltung als für teures Internet via ISDN ausgeben.

Auch in Artikel 9 findet man, wie sollte es anders sein einen weiteren Punkt in dem die T-Com die Grundrechte jedes einzelnen einschränkt (natürlich nicht direkt sondern immer über das leidige Thema "Kosten")

Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

Betrift Foren und Chats

Fazit steht in Artikel 18 und 19

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte.

Die Grundrechte gelten auch für inländische juristische Personen (Firmen), soweit sie ihrem Wesen nach auf diese anwendbar sind.

Ich sehe hier nicht nur A3 GG sondern noch ein paar mehr Artikel in denen die Grundrechte, zwar nie direkt aber auf alle Fälle indirekt für einige deutsche Bürger beschnitten werden.

PS:
Gerade hat es geklingelt und mein Nachbar (Hartz4) stand an der Tür mit einem Schreiben von der AfA mit dem Satz "weitere Informationen finden Sie auf unseren Internetseiten unter ..."
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Re: Internet als Religion

Beitragvon vauwe » 19.04.2006 22:59

MiWe hat geschrieben:Gerade hat es geklingelt und mein Nachbar (Hartz4) stand an der Tür mit einem Schreiben von der AfA mit dem Satz "weitere Informationen finden Sie auf unseren Internetseiten unter ..."


Netter Spruch, aber AlG-II Empfänger sind ja auch hier klar im Vorteil, denn sie erhalten kostengünstige Internetzugänge bei einigen Providern...
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Beitragvon Frank_RE » 20.04.2006 12:42

Hi,

ja du bekommst mit Hartz IV günstig Zugang bei einigen Providern - wenn du DSL hast. Aber bei DSL brauchst den günstigen Zugang irgendwie nicht. Bei Freenet ist der Zugang kostenlos.

Gruß

Frank
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