BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Haupti76 » 12.07.2011 19:30

Wie Onlinekosten heute berichtet, fordert der BREKO ein Ende der Diskussion eines Universaldienstes.

Onlinekosten hat geschrieben:

Einen Breitbanduniversaldienst lehnt der BREKO weiter strikt ab. Bereits im März hatten sich BREKO und VATM gegen einen Universaldienst ausgesprochen. In Berlin appellierte Albers nun noch einmal in Richtung der anwesenden Politiker, die weiter anhaltende Debatte um einen Universaldienst rasch zu beenden. Investoren sollten nicht weiter verunsichert werden. "Der Markt ist immer schneller, zielgenauer und innovativer als eine staatlich gelenkte Ausbauplanung", gab sich Albers überzeugt. Ein Breitbanduniversaldienst würde dagegen sowohl die Technologievielfalt als auch Open-Access-Modelle gefährden.



Auch Portel.de berichtet darüber.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon News » 12.07.2011 19:58

Hier die Pressemitteilung des BREKO vom 08.07.2011 im Wortlaut:

Bundesverband Breitbandkommunikation bündelt Kräfte zum Breitbandausbau in der Fläche

„Beim Ausbau einer hochleistungsfähigen Breitbandinfrastruktur dürfen die ländlichen Räume nicht abgekoppelt werden. Die Mitgliedsunternehmen des BREKO stehen traditionell für ein starkes Engagement gerade in der Fläche und werden diese Vorreiterrolle auch beim weiteren Infrastrukturausbau einnehmen“, versprach BREKO-Präsident Ralf Kleint vor rund 200 Gästen aus Politik, Presse, Telekommunikations- und Energiewirtschaft auf dem diesjährigen Sommerfest des Bundesverband Breitbandkommunikation im Berliner Technikmuseum. „Die BREKO-Unternehmen werden im Jahr 2011 erneut rund 1,5 Milliarden Euro in den Breitbandausbau investieren. Gut ein Drittel dieser Investitionen fließen in eine hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur ländlicher Räume,“ konkretisierte Kleint die umfangreichen Aktivitäten der BREKO-Mitglieder in der Fläche.

Mehrere aktuelle Umfragen z. B. der Industrie- und Handelskammern belegen, dass viele Unternehmen eine nachhaltige Breitbandversorgung inzwischen als wichtigsten Standortfaktor bewerten.
Der Weg zu flächendeckenden Highspeed-Netzen führt für den BREKO nur über Technologievielfalt und Open-Access-Konzepte. „Die unterschiedlichen Technologien wie die Glasfaserverlegung zum Kabelverzweiger oder Schaltverteiler (FTTC) oder bis in die Gebäude (FTTB), aber auch funk- oder satellitengestützte Lösungen ermöglichen es, für jede Region eine optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie zu entwickeln“, erläuterte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers, „Open-Access-Konzepte führen über eine sinnvolle Arbeits-teilung durch mehrere Unternehmen auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen zu einer Bündelung der Kräfte beim Breitbandausbau.“

Diese beiden entscheidenden Trümpfe würden mit der Einführung eines Breitbanduniversal-dienstes, wie er zurzeit im politischen Raum diskutiert wird, jedoch verspielt. „In der Welt des Universaldienstes gibt es weder eine zukunftsorientierte Technologievielfalt noch Open-Access-Geschäftsmodelle. Der Markt ist immer schneller, zielgenauer und innovativer als eine staatlich gelenkte Ausbauplanung“, unterstrich Albers gegenüber den auf dem BREKO-Sommerfest vertretenen politischen Entscheidungsträgern und forderte sie auf, die Debatte um einen Breitbanduniversaldienst rasch zu beenden, um die Investoren nicht weiter zu verunsichern.

Die Politik könne den Breitbandausbau in der Fläche vielmehr durch andere Maßnahmen unterstützen. Insbesondere der Zugang zu Fremdkapital müsse verbessert werden. „Daher sollte ein KfW-Förderprogramm für Breitbandinvestitionen aufgelegt und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Besicherung von Glasfasernetzen, ähnlich wie bei der Kreditsicherung durch Grundstücke oder Schiffe, geschaffen werden“, erläuterte BREKO-Präsident Ralf Kleint. „Auch eine obligatorische Mitverlegung von Leerohren im Zuge ohnehin anstehender Baumaßnahmen sowie ein verbesserter Informationsaustausch über geplante Tiefbauarbeiten werden den Infrastrukturausbau sicher beschleunigen.“

Am Nachmittag hatte der BREKO mit einem großen Mitglieder-Workshop zum Thema „Der Weg zum Glasfaseranschluss“ sein neues Büro im Zentrum der Hauptstadt offiziell eröffnet. Über 80 Vertreter von BREKO-Mitgliedsunternehmen diskutierten dabei über Best-Practise-Beispiele für einen schrittweisen Glasfaserausbau, die Erfolgsfaktoren für Open-Access-Modelle und Synergie-effekte mit der Energiewirtschaft durch die Breitbandnutzung für intelligente Stromnetze („Smart Grids“).
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon spokesman » 12.07.2011 21:08

Das Technikmuseum passt ja zu der Infrastruktur die von den BREKO Unternehmen in vielen ländlichen Gebeiten bereitgestellt wird. Das es hier viel mehr, als um Eröffnungsfeiern und Sommerfeste geht muss doch seit den letzten Anhörungen im Wirtschafts- und Technologieausschuss klar sein - es geht hier in erster Linie um ein Grundrecht und damit verbunden den Anspruch auf eine Grundversorgung mit Breitbandinternet, wie er schon längst von der Gesellschaft vorausgesetzt wird. Der BREKO bestätigt mit dieser Forderung um ein Weiteres seine Gabe zu Fehleinschätzung, er untermauert dies mit der Forderung nach einem satellitengestützten Ausbau, dies hätte eine weitere Steinzeit für die betroffenen Bürger und Unternehmen zur Folge.

Der Status Quo hat uns als Bürger und Unternehmer ohne ausreichenden Internetzugang seit der Einführung der Breitbandtechnik gekonnt ignoriert. Seitdem die Bürger aktiv werden hat uns der Status Quo nur Ausreden und falsche Versprechen eingebracht, der Ausweg kann nur eine Änderung am Status Quo beinhalten, der Universaldienst ist dafür das richtige Werkzeug.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon stanleys » 12.07.2011 21:13

Albers hat geschrieben:In der Welt des Universaldienstes gibt es weder eine zukunftsorientierte Technologievielfalt noch Open-Access-Geschäftsmodelle. Der Markt ist immer schneller, zielgenauer und innovativer als eine staatlich gelenkte Ausbauplanung
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rch ... .C3.A4hler und http://de.wikipedia.org/wiki/Wiederk%C3%A4uer
Albers hat geschrieben:und forderte sie auf, die Debatte um einen Breitbanduniversaldienst rasch zu beenden, um die Investoren nicht weiter zu verunsichern.

Genau, nicht mehr diskutieren sondern einführen. Dann wird auch keiner verunsichert.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon spokesman » 12.07.2011 21:20

Ja diese Links würden sicher eine passende Fußnote abgeben ;)
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon bkt » 12.07.2011 22:59

BREKO hat geschrieben:„Die unterschiedlichen Technologien wie die Glasfaserverlegung zum Kabelverzweiger oder Schaltverteiler (FTTC) oder bis in die Gebäude (FTTB), aber auch funk- oder satellitengestützte Lösungen ermöglichen es, für jede Region eine optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie zu entwickeln“, erläuterte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers, „Open-Access-Konzepte führen über eine sinnvolle Arbeitsteilung durch mehrere Unternehmen auf den verschiedenen Wertschöpfungsstufen zu einer Bündelung der Kräfte beim Breitbandausbau.“


Das stimmt grundsätzlich erstmal.

BREKO hat geschrieben:Diese beiden entscheidenden Trümpfe würden mit der Einführung eines Breitbanduniversaldienstes, wie er zurzeit im politischen Raum diskutiert wird, jedoch verspielt. „In der Welt des Universaldienstes gibt es weder eine zukunftsorientierte Technologievielfalt noch Open-Access-Geschäftsmodelle.

Das wiederum ist eine völlig aus der Luft gegriffene Schutzbehauptung.
"Die Welt des Universaldienstes" greift ja nur dort zu, wo der BREKO ohnehin nicht tätig werden will. Wozu also die Sorge?

Das kann ja nur daher rühren, dass es durchaus Lizenzmodelle gibt, die dem Universaldiensterbringer nicht nur die "Trockenen Randstücke" vom Kuchen zuweisen, sondern auch gleichzeitig Rosinen, inclusive Gebietsschutz.
Damit werden Minimonopole geschaffen, was den anderen den Markt beschneidet (bei einem solchen Modell).

Bei anderen Modellen müsten die nicht-UD-leistenden Firmen aus ihren Gewinnen in den Topf für den Universaldiensterbringer einzahlen, und das tut auch weh :lol:
BREKO hat geschrieben:Der Markt ist immer schneller, zielgenauer und innovativer als eine staatlich gelenkte Ausbauplanung“, unterstrich Albers gegenüber den auf dem BREKO-Sommerfest vertretenen politischen Entscheidungsträgern und forderte sie auf, die Debatte um einen Breitbanduniversaldienst rasch zu beenden, um die Investoren nicht weiter zu verunsichern.

Ein Universaldienst ist keine staatlich gelenkte Ausbauplanung sondern ein staatlich garantierter Ausbau durch private Unternehmen.
Eine staatlich gelenkte Ausbauplanung wäre z.B. Die Deutschalnd-Netz-AG, die ich immer noch favorisiere. Aber dann würde der BREKO erst recht das heulen kriegen. Dann müßte er nämlich sein Netz an diese AG abgeben und würde dafür Anteile an ihr erhalten.

Wenn noch jemand gesucht wird, der diese AG leitet und nachweist, dass staatlicher Ausbau nicht langsamer geht als privater, fragt mich mal ;-)
Das pauschale Geschäftsmodell dafür steht schon hier irgendwo im Forum. Hatte ich schon mal vorgeschlagen.
BREKO hat geschrieben:Die Politik könne den Breitbandausbau in der Fläche vielmehr durch andere Maßnahmen unterstützen. Insbesondere der Zugang zu Fremdkapital müsse verbessert werden. „Daher sollte ein KfW-Förderprogramm für Breitbandinvestitionen aufgelegt und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Besicherung von Glasfasernetzen, ähnlich wie bei der Kreditsicherung durch Grundstücke oder Schiffe, geschaffen werden“, erläuterte BREKO-Präsident Ralf Kleint. „Auch eine obligatorische Mitverlegung von Leerohren im Zuge ohnehin anstehender Baumaßnahmen sowie ein verbesserter Informationsaustausch über geplante Tiefbauarbeiten werden den Infrastrukturausbau sicher beschleunigen.“

Damit spricht er allerdings zwei wunde Punkte an, die derzeit wirklich ein Problem für jeden privaten (insbesondere kleineren) Investor darstellt.
Banken beleihen derzeit nur sehr ungern Glasfasernetze, da sie deren Werthaltigkeit mit ihren klassischen Instrumenten nicht einschätzen können (oder wollen).
Und das andere ist eine "Baustelle" an der wir auch schon seit langem am "Baggern" sind. Die Koordination der Baumaßnahmen und der LWL-Mitbau.
Das Denkbare diskutieren, das Machbare realisieren.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Meester Proper » 13.07.2011 01:14

bkt hat geschrieben:
BREKO hat geschrieben:Die Politik könne den Breitbandausbau in der Fläche vielmehr durch andere Maßnahmen unterstützen. Insbesondere der Zugang zu Fremdkapital müsse verbessert werden. „Daher sollte ein KfW-Förderprogramm für Breitbandinvestitionen aufgelegt und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Besicherung von Glasfasernetzen, ähnlich wie bei der Kreditsicherung durch Grundstücke oder Schiffe, geschaffen werden“, erläuterte BREKO-Präsident Ralf Kleint. „Auch eine obligatorische Mitverlegung von Leerohren im Zuge ohnehin anstehender Baumaßnahmen sowie ein verbesserter Informationsaustausch über geplante Tiefbauarbeiten werden den Infrastrukturausbau sicher beschleunigen.“

Damit spricht er allerdings zwei wunde Punkte an, die derzeit wirklich ein Problem für jeden privaten (insbesondere kleineren) Investor darstellt.
Banken beleihen derzeit nur sehr ungern Glasfasernetze, da sie deren Werthaltigkeit mit ihren klassischen Instrumenten nicht einschätzen können (oder wollen).
Obwohl sich beispielsweise die Deutsche Bank durchaus mit dem Thema beschäftigt, siehe hier. Beim erste Sacoin-Netz im unser-orstnetz.de Konzept musste beispielsweise mit Privatvermögen gehaftet werden. Mit Stadtwerken als Partner gibt es solche Probleme nicht, lediglich beim Joint-Venture zw. Gemeinden und Sacoin.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon spokesman » 13.07.2011 05:36

ja es gibt schon Banken die sich mit der Glasfaser befasst haben, sicher werden sie in ihre Kreditfreundlichkeit auch Faktoren wie den demografischen Wandel, Abwanderung und und und einbeziehen - da scheint der ländliche Raum wieder abgeschnitten. Die Deutschlandnetz AG wäre sicher nicht schlecht, besonders wenn sie an den UD gebunden ist, leider scheint der Vorschlag aber auch in den Reihen der SPD untergegangen zu sein -.-
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Nenunikat » 13.07.2011 15:14

bkt hat geschrieben:
BREKO hat geschrieben:
...aber auch ... satellitengestützte Lösungen ermöglichen es, für jede Region eine optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie zu entwickeln“, erläuterte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers,...“

Das stimmt grundsätzlich erstmal.

Bei dem, was ich vom Zitat übrig gelassen habe, fehlt mir aber schon das Verständnis, dass dies grundsätzlich stimmen sollte.
Wie man für ganze Regionen mit "... satellitengestützten Lösungen" angeblich eine "optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie ... entwickeln" will, bleibt mir rätselhaft. Ist es Zukunft, wenn ganze Regionen von Anwendungen ausgeschlossen werden, die mit den langen Signallaufzeiten der Sat-Technik nicht klar kommen?

Regelrecht frech ist aber Folgendes:
BREKO hat geschrieben:Die Mitgliedsunternehmen des BREKO stehen traditionell für ein starkes Engagement gerade in der Fläche und werden diese Vorreiterrolle auch beim weiteren Infrastrukturausbau einnehmen“, versprach BREKO-Präsident Ralf Kleint vor rund 200 Gästen aus Politik, Presse, Telekommunikations- und Energiewirtschaft auf dem diesjährigen Sommerfest des Bundesverband Breitbandkommunikation im Berliner Technikmuseum.

Wo wird denn noch ohne Subvention usw. im ländlichen Raum nennenswert ausgebaut?
Warum warten manche Kunden schon seit dem Beginn des DSL-Zeitalters darauf, dass sie mal mehr als nur Telefon über das Kabel geboten bekommen?
Wird "Vorreiterrolle" nicht eher mit "davonreiten" verwechselt, wenn es um viele immer noch schlecht/nicht versorgte, ländliche Regionen geht?
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Haupti76 » 13.07.2011 15:27

ich finde diese pressemitteilung mehr als frech. betroffene und politiker werden nach strich und faden verarscht, ums mal deutlich auszudrücken.
mit welchem recht fordern die eigentlich den maulkorb? die haben über zehn jahre es nicht geschafft wenigstens eine flächendeckende
grundversorgungversorgung herzustellen und werden es auch nicht schaffen. die solln mal die füße schön still halten.
und diesen rotz mit technologievielfalt kann ich auch nicht mehr hören. :evil:

so, jetzt gehts mir besser. :)
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon spokesman » 13.07.2011 21:02

sie haben es in 10 Jahren auch nicht geschaft die Versorgunglücken darzustellen.
naja die Politik will sich aber wohl weiter ver***chen lassen.. wer nur die Gründe des Status Quo befragt wird auch nur den Status Quo als Ausgabe bekommen.. Der BREKO ist hier das beste Beispiel.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon bkt » 13.07.2011 22:03

Nenunikat hat geschrieben:
bkt hat geschrieben:
BREKO hat geschrieben:
...aber auch ... satellitengestützte Lösungen ermöglichen es, für jede Region eine optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie zu entwickeln“, erläuterte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers,...“

Das stimmt grundsätzlich erstmal.

Bei dem, was ich vom Zitat übrig gelassen habe, fehlt mir aber schon das Verständnis, dass dies grundsätzlich stimmen sollte.

Diese Zitierform ist ja fast Politiker-reif ;-)
So macht die Aussage tatsächlich keinen Sinn mehr.
Man sollte (auch bei solchen Gegner) wenigstens so fair bleiben, nicht sinnentstellend zu zitieren :shock:
Das stärkt die eigene Glaubwürdigkeit.

Ich denke für Einsiedlerhöfe auf der Alm wird es auch in Zukunft keine andere Alternative geben (höchstens noch LTE, falls Sicht zur Antenne besteht).

Auch die Schweiz hat ja in ihrer UD-RL eine Öffnungsklausel, die es erlaubt, in besonders schwierigen (=unwirtschaftlichen Fällen) von der Normversorgung nach unten abzuweichen.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Meester Proper » 13.07.2011 23:00

bkt hat geschrieben:Ich denke für Einsiedlerhöfe auf der Alm wird es auch in Zukunft keine andere Alternative geben (höchstens noch LTE, falls Sicht zur Antenne besteht).
Das ist klar, aber es gibt genug Leute, die alleine durch die OPAL-Misere keinen vernünftigen Breitbandanschluss haben. Zitat aus einem Telekom Unterrichtsblatt des Jahres 1997: "Bis zum Ende des Jahres 1997 werden bundesweit etwa zehn Prozent der Beschaltungseinheiten (BE) über optische Zugangsnetze realisiert sein. Davon wird der größte Anteil in der Technik HYTAS 94/95, eingesetzt unter ISIS/OPAL, ausgeführt." Der Großteil der FTTC-Anschlüsse ist mittlerweile Breitband-fähig, aber wie viele FTTD und FTTB Anschlüsse sind immernoch limitiert auf 64 kbit/s? Das werden noch einige zehntausend Anschlüsse sein...
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Tristan72 » 14.07.2011 08:39

Warum wird dieser PM von einem Lobbyverband solche Beachtung geschenkt?

Irgendwie dreht sich die Diskussion seit Jahren (gefühlt Jahrzehnten) im Kreis.

Geredet wurde weiß Gott genug, jetzt ist Beschließen angesagt und fertig.
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Re: BREKO fordert Ende der Universaldienst-Debatte

Beitragvon Nenunikat » 14.07.2011 12:31

bkt hat geschrieben:
BREKO hat geschrieben:
...aber auch ... satellitengestützte Lösungen ermöglichen es, für jede Region eine optimale und mit Blick auf die Zukunft skalierbare Ausbaustrategie zu entwickeln“, erläuterte BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers,...“

Diese Zitierform ist ja fast Politiker-reif ;-)
So macht die Aussage tatsächlich keinen Sinn mehr.

Doch, es macht schon noch Sinn. So konzentriert es sich auf den problematischen Punkt.
Natürlich ist die Aussage im Zitat verkürzt (und somit etwas verfälscht), da die anderen Varianten im Originalzitat auch noch dazu gehören.
Der Grund für meine bewusste Verkürzung ist aber, das aus dem Originalzitat nicht hervorgeht, was welchen Anteil behalten bzw. bekommen soll.
Da kaum noch ohne Subvention außerhalb der Ballungsgebiete ausgebaut wird und man schon damit rechnen muss, dass der ländliche LTE-Ausbau auch nur soweit erfolgt, wie es die Festlegung bei der Versteigerung bestimmt haben, darf man sich im Rest jetzt schon auf Sat oder ISDN/analog als weiterhin verbleibende Wahlmöglichkeiten für viele Jahre freuen.
Es ist eben "Klasse", wenn man sich so "traditionell für ein starkes Engagement gerade in der Fläche" in dieser Weise "aktiv" zeigt - nicht nur bei Einsiedlerhöfen, Haligen usw. sondern beispielsweise auch bei Kunden am OPAL-Netz (HYTAS), die auch kein LTE bekommen.
bkt hat geschrieben:...
Man sollte (auch bei solchen Gegner) wenigstens so fair bleiben, nicht sinnentstellend zu zitieren :shock:
Das stärkt die eigene Glaubwürdigkeit.
...

Es war nicht sinnentstellend zitiert, allerdings merklich verkürzt.
Hätte ich nicht so verkürzt, würde das Problematische an der Aussage nicht klar erscheinen.

Es sollte auch nicht vergessen werden, dass das "Vermengen mit anderen Technologien in einer Aussage" auch Methode haben kann.
Das Abspeisen der verbliebenen Unversorgten und Unterversorgten mit satellitengestützte Lösungen wird auch als Zukunftlösung genannt (= Ziel erreicht) - und über das Ausmaß schweigt man sich bewußt aus (= der Versuch, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen).
bkt hat geschrieben:...
Ich denke für Einsiedlerhöfe auf der Alm wird es auch in Zukunft keine andere Alternative geben (höchstens noch LTE, falls Sicht zur Antenne besteht).
...

Ob LTE auch ohne Sicht zur Basisstation funktioniert, kann ich ggf. in ein paar Monaten berichten.
LTE wäre gerade für Einsiedlerhöfe (auch) auf der Alm / Haligen usw. eine gute Lösung - aber LTE wird ja auf den Frequenzen der Digitalen Dividende schon dafür verwendet, die Auswirkungen des über 10 Jahre lang unterlassenen Breitbandausbaus abzumildern.

Es gibt schon ein Anzeichen für "traditionell für ein starkes Engagement gerade in der Fläche":
Dieses Engagement besteht aber nur darin, denn Unversorgten und Unterversorgten für die längst unzureichenden Leistungen in Bezug auf den Internetzugang (ISDN und Analog-Anschlüsse) auch noch viel Geld bei etwas umfangreicherer Nutzung aus der Tasche zu ziehen.
bkt hat geschrieben:...
Auch die Schweiz hat ja in ihrer UD-RL eine Öffnungsklausel, die es erlaubt, in besonders schwierigen (=unwirtschaftlichen Fällen) von der Normversorgung nach unten abzuweichen.

Diese besonders schwierigen / unwirtschaftliche Fälle fangen in Deutschland ja scheinbar schon am Rand der Ballungsgebiete an...
... und selbst in Großstädten hat man nicht immer die Möglichkeit, kabelgebundene Breitbandanschlüsse zu nutzen.
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