DSL FAQ

Berichte, Anbieter, Erfahrungen und Fragen zu A-DSL, A-DSL2, S-DSL, V-DSL, xDSL

DSL FAQ

Beitragvon geteilt.de » 22.08.2006 14:15

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Thema von: rezzler
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1. Warum gibt es bei mir kein DSL?

Dafür kann es mehrere Gründe geben:
  1. Deine Vermittlungsstation (VST) ist nicht ausgebaut.
  2. Du hast eine zu lange Leitung zur VST und damit eine zu hohe Dämpfung.
  3. In deinem Gebiet wurde Glasfaser verlegt.
  4. Du hängst an einem Multiplexer.
  5. Die Ports für DSL sind alle belegt.


2. Warum bekommt mein Nachbar DSL und ich nicht?

Dafür kann es auch mehrere Gründe geben:
  1. Der Weg zur Vermittlungsstation ist zu weit weg, und dein Nachbar liegt gerade noch nahe genug dran, um DSL zu bekommen.
  2. Falls dein Nachbar schon DSL hat kann es sein, dass die Ports alle schon belegt sind.
  3. Deine Leitungsführung kann einen anderen Weg als die deines Nachbarn.
    1. Dadurch könnte es möglich sein, dass du einen längeren Leitungsweg hast und damit eine zu hohe Dämpfung.
    2. Du könntest dadurch an einem Multiplexer hängen.
    3. Du könntest dadurch an einem Kabelverzweiger angeschlossen sein, der an Glasfaser angeschlossen ist.


3. Wie erkenne ich ob ich an einem Multiplexer hänge?
    1. Irgendwo im Haus, meist in der Nähe des Telekom-Hausanschlusskastens, hängt eine kleine Box mit einer Beschriftung ähnlich "PCM2" oder "PCM4".

    2. Falls du noch mit Analog-Modem unterwegs bist, kannst du dies ganz leicht daran erkennen, dass du nur mit 33 kbit/s oder weniger surfst (also so um die 3 kbyte/s). Bei ISDN ist dies nicht möglich, da man immer die Bandbreite von 64 kbit/s zur Verfügung hat.

    3. Der Telekom DSL Check, gibt folgendes aus:
    Die Eignung Ihres Telefonanschlusses für T-DSL muss durch weitere, für Sie selbstverständlich kostenlose Tests geprüft werden. Um diese durchführen zu können, benötigen wir unbedingt Ihren Auftrag. Falls T-DSL für Sie verfügbar ist, wird Ihnen der Anschluss so bald wie möglich zur Verfügung gestellt. Details finden Sie in der schriftlichen Auftragsbestätigung Ihrer Kundenniederlassung. Sollte DSL für Ihren Telefonanschluss derzeit nicht verfügbar sein, werden Sie ebenfalls schriftlich von uns informiert.

    Kann jedoch auch ein Indiz für Glasfaserleitungen sein, gesetzt dem Fall, dass im Ort keiner DSL bekommen kann.

4. Wo erfahre ich meine Dämpfung, oder ob ich an einem Multiplexer oder an Glasfaser angeschlossen bin?


5. Wo erfahre ich, wo meine VST steht bzw. ob sie ausgebaut ist oder wird?
    Wo die Vermittlungsstation steht, kann man anhand des ArcOrakels ermitteln. Hierzu gibt man seine Vorwahl ins vorgesehene Feld ein und stellt "HVT Versorgung/Dichte" auf "fein".

    Ob die Vermittlungsstation ausgebaut ist, kann man prüfen indem man über http://www.klicktel.de nach Nummern des VST-Ortes (suche nach PLZ oder Ort reicht im Allgemeinen aus, um bei klicktel Ergebnisse zu erhalten) sucht und diese auf DSL Verfügbarkeit über einen DSL-Check der Telekom prüft.

6. Was ist ein Multiplexer?
    Multiplexer gibt es sowohl für Kupfer (Cu/Ku) als auch für Glasfaser(GF) Verbindungen und werden bei Cu immer dann eingesetzt, wenn es zu wenig phys. Leitungen gibt.
    I.d.R. werden sie zwischen VSt und Kabelverzweiger(KVz) an der Strassenecke eingesetzt. Wobei bei ISDN/Analog Verbindungen über GF eigentlich immer Muxer eingesetzt werden, um möglichst wenig GF verlegen zu müssen.
    Über eine GF-Leitung gehen z.B. 64 (60) analoge Anschlüsse zu je 64 kbit/s oder maximal 32 (30) ISDNBaAs zu je 144 kbit/s oder eine 2-Mbit/s-Festverbindung (bzw. Primärmuliplexanschluß).

    Übersicht Multiplexer-Arten.

    Siehe weiterführend hier.


7. Wie komme ich von einem Multiplexer runter?
    Zuerst versuche die manuelle Prüfung durchführen zu lassen.
    Falls das nichts bringt, dann versuche ISDN zu bestellen (beachte: ISDN hat jetzt 12 Monate Mindestvertragslaufzeit, für ISDN Call-Plus gilt dies jedoch nicht, hier gilt weiterhin die Kündigungsfrist von 6 Werktagen bis zum Monatsende). Sollte dir bekannt sein, dass Haushalte in deiner Umgebung mit ISDN auch diesen Text mit der manuellen Prüfung beim DSL-Check bekommen, kannst du diesen Schritt auslassen. Wenn du weißt, das bei dir Glasfaser liegt dann auch.
    Besorg dir Vitamin B (Beziehungen zur Telekom) oder kümmer dich mit anderen Betroffenen um Alternativen, denn das ist wahrscheinlich eher zu bewerkstelligen.

8. Was bedeutet DB bzw. was ist Leitungsdämpfung?
  1. dB steht für dezibel und ist nur die Maßeinheit für die Leitungsdämpfung.
  2. Da jedes Übertragungsmedium einen Eigenwiderstand besitzt, wird die stärke des Signal, welches über ein Medium geschickt wird, mit zunehmender Länge verringert. Dieses Phänomen bezeichnet man als Dämpfung.

    Weiteres kannst du hier nachlesen.


9. Bei Welcher Dämpfung kann ich welche DSL-Geschwindigkeit kriegen.
    Siehe dazu hier.
    Dabei sollte aber beachtet werden, dass Arcor die Dämpfung anders berechnet. Dabei entspricht eine Dämpfung bei Arcor von 55 db ungefähr die der T-Com von 50 db.

10.Habe ich mit ISDN eine andere Dämpfung als an einem Analogen Telefonanschluss? Und würde das umstellen was bewirken?
    Nein, dazu hier das Ergebnis an einem ISDN und Analoganschluss an der selben Adresse (Anschluss am selben Endverzweiger):
    Am ISDN Telefonanschluss: 28,71dB
    Am Analog Telefonanschluss: 28,71dB
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Beitragvon governet » 04.07.2007 21:46

Fragensammlung:

Was ist ein Outdoor-DSLAM?
Was ist Bistream?

Falls noch weitere Fragen sind, die häufig auftauchen, einfach reinschreiben. Falls sie auch schon beantwortet werden können, dann bitte ich darum ;-)
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Re: DSL FRAGEN

Beitragvon jrnussdorf » 03.02.2008 10:21

DSLAM:
Gegenstelle zum DSL-Modem.
Der DSLAM wird vom Zugangsanbieter (z.B. Telekom) betrieben und ist in der Vermittlungsstelle aufgestellt.
Outdoor-DSLAM:
Ein DSLAM, der irgendwo im Gelände, also Outdoor steht.
Wird zum einen für VDSL benötigt, damit können aber auch Ortschaften, die sonst kein oder höchstens DSL-Light bekommen würden, mit DSL versorgt werden.
Üblicherweise sitzt der Outdoor-DSLAM neben dem ersten TelefonVerteiler einer Ortschaft, so daß alle Telefonanschlüsse bei Notwendigkeit über den DSLAM geschleift werden können. Um den Outdoor-DSLAM mit der weiten Internet-Welt verbinden zu können, muß dieser an ein Glasfasernetz angeschlossen werden.
Wo und ob ein Outdoor-DSLAM gesetzt wird, ist letztlich eine Frage der Wirtschaflichkeit bzw. des Geldes. :roll:
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Re: DSL FRAGEN

Beitragvon ThoRo » 03.02.2008 11:02

Zum Outdoor DSLAM kann man auch gleich noch ergänzen, daß dieser auch direkt in Kundennähe (Reichweite max. 650 m) aufgestellt wird, um damit OPAL Glasfasergebiete mit DSL zu versorgen (Stichwort: S-BB-OPAL).

MfG

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Re: DSL FRAGEN

Beitragvon jrnussdorf » 03.02.2008 12:27

Hallo,
die Reichweite würde ich mal nicht dazuschreiben.
Bei uns lief mit ca. 1km Leitungslänge und mehreren Verteilern volles DSL 16K. Mit zunehmender Aufschaltung von DSL-Anschlüssen ist es derzeit ein bisserl weniger Geworden (ca. DSL 15K)
Der Outdoor-DSLAM wird m.e. so aufgestellt, daß möglichst viele Kunden (komplette Ortschaft) darüber versorgt werden können (KOSTEN!!!)

Folgende Nebenwirkungen können noch ergänzt werden.
Nur die T-* weiss von den Outdoor DSLAMS.
Andere Anbieter, die eigenes DSL & Telefonanschluss (mit Eigener Technik) schalten möchten, bekommen davon nix mit. Die Schalten dann DSL vom Hauptverteiler, was dann nicht funktioniert. Dann ist man als ahnungsloser Kunde mal ein paar Wochen telefonisch und internetmäßig nicht erreichbar. Die Rückportierung auf die T-* ist möglich, allerdings ist mit dem Verlust der Telefonnummer zu rechnen. Ist bei uns am Ort passiert....

Gruss Jochen
der am Outdoor-DSLAM hängt.
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Re: DSL FRAGEN

Beitragvon ThoRo » 03.02.2008 12:55

Die Reichweite bezieht sich auf Outdoor DSLAM für S-BB-OPAL (Siemens Breitband OPAL) und da sind tatsächlich 650 m die Obergrenze. Zusätzlich ist die dann verfügbare Bandbreite auf DSL 6.000 begrenzt, da es (vermutlich aus lizenzrechtlichen oder -finanziellen Gründen, genaueres konnte dazu noch nicht herausfinden) derzeit keine S-BB-OPAL Portkarten für höhere Bandbreiten gibt.

Bei Outdoor DSLAMs, die als Reichweitenproblemlösung aufgebaut wurden, gibt es die Begrenzung auf 650m natürlich nicht.

MfG

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Re: DSL FRAGEN

Beitragvon fruli » 07.02.2008 00:20

Hi,

nachdem QSC zunehmend immer mehr kleinstädtische Anschlussbereiche erschließt, sollte man für Reichweitenopfer die Alternative q-dsl-home@SDSL/SHDSL erwähnen.

So hat QSC etwa bei mir inzwischen 4 Nachbarortsnetze mit 8 Anschlussbereichen erschlossen, darunter Anschlussbereiche mit ca. 5000 Teilnehmern, in der näheren Umgebung 2 weitere Ortsnetze mit 5-6 Anschlussbereichen dieser Größe - eine klasse Leistung. (Bis die Kollokationsanbieter auch Ortsnetze/Anschlussbereiche mit 3000 Teilnehmern erschliessen, wobei 1000 am Outdoor-DSLAM hängen und damit als potentielle Kunden ausfallen wie bei mir, wird es wohl noch Jahre dauern, falls es überhaupt soweit kommt).

Da KabelBW ansonsten hier in der Umgebung auch alles weit und breit bis auf meinen Ort erschlossen hat, gibt es zwar schon verbreitet Alternativen, aber wer kein Kabelanschluss hat oder will und in den umliegenden Orten um die HVt. mit langer Anschlussleitung sitzt, so daß die Annex-B-ADSL-Anbieter überhaupt kein ADSL mehr schalten, für den ist q-dsl-home@SDSL auf jeden Fall eine gute Alternative.

So long.
fruli
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Re: DSL FAQ

Beitragvon doolittle » 03.02.2010 17:00

Wie kann es sein, dass ich mit 1und1 noch DSL 768 hatte, dann so doof wie mein Vater war, zu Telekom gewechselt ist und die mich auf DSL-Light runtergestuft haben? Habe schon paar E-Mails hingeschickt und angerufen... keinerlei Erfolg...
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Re: DSL FAQ

Beitragvon bru62 » 03.02.2010 17:18

doolittle hat geschrieben:Wie kann es sein, dass ich mit 1und1 noch DSL 768 hatte, dann so doof wie mein Vater war, zu Telekom gewechselt ist und die mich auf DSL-Light runtergestuft haben?

Das wurde hier schon oft diskutiert. Es liegt ganz einfach daran, dass die Telekom bis jetzt nur fixed-rate geschalten hat. D.h., es wird die Dämpfung zu deinem Anschluss errechnet und in eine Datenbank eingetragen. Anhand er dort vermerkten Daten wird DSL so geschalten, dass es zuverlässig läuft. Andere Anbieter (und seit diesen Tagen auch die Telekom) schalten ratenadaptiv. D.h., die Verbindungsgeschwindigkeit wird beim Synchronisieren zwischen Modem und DSLAM "ausgehandelt". Das Ergebnis ist meist eine höhere Datenrate als bei fixed-rate. Du kannst beim T-Shop die Umstellung deines Anschlusses auf RAM beantragen. Allerdings gibt es Hinweise (auch in diesem Forum), dass die Umstellung der Datenbanken und die Unterweisung der Mitarbeiter wohl noch nicht abgeschlossen ist.

Gruß
______________
bru62
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