WiMAX = WirmachenMAXimal Kohle

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WiMAX = WirmachenMAXimal Kohle

Beitragvon vauwe » 03.07.2006 15:21

Ich bin entsetzt, aber irgendwie am Ende doch eigentlich nicht überrascht.

Die BNetzA hat nun das Versteigerungsverfahren für WiMAX Lizenzen angeordnet. In einem 80seitigen Papier http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/6704.pdf wird gelabert und gelabert und alles hübsch erklärt.

Das Versteigerungsverfahren ist (angeblich) notwendig, um die wirtschaftliche Nutzung dieser Lizenzen und den Wettbewerb zu fördern.

Die Mindestegebote wurden so festgelegt, daß Spaßbieter, private Initiativen und kleine bis mittlere Unternehmen gleich von vornherein die Lust an dieser Technologie verlieren: Das geringste Mindestgebot liegt bei 720k EUR für ein 4 * 7 MHz Paket in Mecklenburg-Vorpommern. Das höchste Mindestgebot muß für die Region Bayern - Süd mit läppischen 2,645 Mio EUR für 4 * 7 MHz abgegeben werden.

Um dies klarzumachen: Die genannten Preise sind _Mindestgebote_ für eine der zur Verfügung stehenden 16 Regionen. Die am Ende erzielten Preise werden wohl um ein Vielfaches höher liegen. Böse, wer jetzt denkt, daß der Staat nur wieder Kohle machen will... nein nein... das ist eine wettbewerbsfördernde Maßnahme!

Nach Ansicht der BNetzA waren die ursprünglichen Pakete mit 2 * 7 MHz nicht ausreichend, da damit weniger als die von ETSI für Breitbandanbindungen geforderten 2 MBit/s möglich gewesen wären. Es werden nun also Pakete mit mindestens 3 * 7 MHz und höchstens 4 * 7 MHz angeboten. Daraus können wir schlußfolgern, daß der Traum vieler von bis zu 50 MBit/s mit WiMax wohl eher geplatzt sein dürfte und die traurige WiMax-Realität bei kläglichen 2 bis 3 MBit/s liegen wird.

Ich könnte mich jetzt noch stundenlang auslassen, aber leider bin ich durch die 80 Seiten Anordnung der BNetzA auch noch nicht vollständig durch. Mehr Infos werden folgen, sobald ich Zeit und Muße habe a) weiterzulesen und b) hier einen neuen Roman zu schreiben.
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Beitragvon governet » 03.07.2006 15:28

Nicht wir machen Maximal Kohle, sondern wir behindern den Wettbewerb! Mir ist schon klar, wer diese Lizenzen kaufen wird, fängt mit T an und hört mit om auf. Ausbauvorgaben soll es wohl auch geben, aber die sind eher "lächerlich".

Bis 2009 ist dabei eine Versorgung von 15 Prozent und bis 2011 von 25 Prozent der Gemeinden einer Region Vorgabe. Diese Regelung soll zusätzlich dazu beitragen, die Verbreitung von Breitbandanschlüssen, besonders in bisher nicht versorgten Gebieten, zu fördern.

http://www.onlinekosten.de/news/artikel/21771


Ich empfinde es als echte Frechheit. Vor allem hier in Mecklenburg mit dem Flächenmäßig wenigsten Ausbau (vermute ich mal) würde der Wimax-Ausbau schon sehr helfen. Aber wenn die T die Lizenzen hier einkauft, dann wird es wohl schlecht aussehen. Vor allem hätten kleine Unternehmen hier aufbauen können und auch noch Arbeitsplätze geschaffen.

Gruß Governet
Zuletzt geändert von governet am 03.07.2006 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon mabe » 03.07.2006 15:32

Das wird so enden wie mit UMTS. Da hat man sich auch milliarden von Mark von den Anbietern geholt. Einige sind darauf nach kurzer Zeit schon verschwunden und haben ihre Lizensen wieder zurück gegeben. Beispiel Quam.

Ich verstehe auch nichr warum man für Frequenzen und nach Region zahlen muss. Vielleicht sind die hohen Frequenzen in Bayern besonders gut :D . Naja mal Scherz beiseite, wer darf es am Ende zahlen, richtig der Kunde.

Wenn das so abläuft wie bei UMTS wird das so sein, dass wieder zuerst die Großstädte mit der neuen Technik ausgestattet werden, klar hier lauern die meisten Kunden! Wie das mit UMTS aussieht sieht man ja leider heutzutage, Stadt erschlossen, Land bleibt aussenvor...

Hier (Großraum Ruhrgebiet) fingen die an ihre Antennen kurz nach der Ersteigerung aufzubauen. Die Nachbarstädte hatten einfach pech gehabt und wurden viel später ausgebaut. Übrigens damals gab es für die Endkunden noch gar keine Geräte, hauptsache die Antennen stehen schon...

Mit UTMS sind die jetzt hier weiter, die Nachbarstädte die nicht zum Ruhrgebiet gehören sind mitlerweile von allen Anbietern erschlossen. Allerdings nicht so flächendecked wie wir hier... mit GSM übrigens das selbe., dort geht noch das D1 Romaing mit o2.
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Beitragvon essig » 03.07.2006 21:42

bei allem übel aber einen vorteil hat das ganze: wir könnten das thema wimax hoffnungsschimmer (so gut wie) abschließen. aus magenta sicht läuft also alles wie "geschmiert"...
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Beitragvon vauwe » 04.07.2006 00:31

So, ich nehme mir mal den Moment Zeit, um den Nachfolgeroman zum Thema zu schreiben.

Es stehen 2 Bänder à 84 MHz zur Verfügung. Beide Bänder werden in Blöcke à 7 MHz unterteilt und dann wiederum zu Frequenzbändern (Lizenz-Pakete) gebündelt. Somit stehen 2 * 3 Frequenzpakete zur Verfügung, die (4 Pakete) 21 MHz (3 * 7 MHz) bzw. (2 Paket) 28 MHz (4 * 7 MHz) umfassen. Es geht also um insgesamt nur 6 Lizenzen, die zur Verfügung stehen, aber je nach Region verhökert werden. Die 21 MHz Pakete stehen überall zur Verfügung, die 28 MHz Pakete haben teilweise Überlappungen mit alten WLL-Lizenzen (die weiterhin Bestand haben) und stehen deshalb in einigen Regionen nicht zur Verfügung.

Das gesamte Land wird in 16 Regionen unterteilt. Die Zahl könnte zwar suggerieren, daß je Bundesland versteigert wird, aber dem ist nicht so. Für folgende Regionen können Lizenzen ersteigert werden:

1. Schleswig-Holstein / Hamburg
2. Bremen / Niedersachsen
3. Mecklenburg-Vorpommern
4. Nordrhein-Westfalen (West)
5. Nordrhein-Westfalen (Ost)
6. Hannover / Braunschweig
7. Sachsen-Anhalt
8. Berlin-Brandenburg
9. Saarland / Pfalz
10. Hessen / Rhein-Main
11. Thüringen
12. Sachsen
13. Baden-Würtemberg (Nord)
14. Bayern (Nord)
15. Baden-Würtemberg (Süd)
16. Bayern (Süd)

Wer auf (egal welche Frequenzpakete) mitbieten will, muß für jede Region, für die er ein Gebot platzieren will, vor der Auktion eine Kaution auf ein Treuhandkonto bei der BNetzA hinterlegen. Die Höhe der Kaution pro Region liegt zwischen 1,8 Mio EUR und 4,6 Mio EUR.

Will also ein Unternehmen auf Bayern (Süd) und Bayern (Nord) bieten, so muß zuerst eine Kaution von 8,2 Mio EUR hinterlegt werden. Die gesamte Republik ist für rund 42 Mio EUR zu haben (das ist natürlich nur die Höhe der Kaution, die vor der Auktion hinterlegt werden muß und noch nicht der Preis, der später für die Lizenzen selbst gezahlt werden muß). Die Kautionen entsprechen dem Doppelten des für die jeweilige Region erforderlichen Mindestgebots.

Die Hinterlegung der Kaution dient dem Zweck, die Ernsthaftigkeit des Teilnahmewillens an der Versteigerung nachzuweisen.

Böse ist, wer denkt, der Staat sackt das Geld einfach so ein und streicht die Zinsgewinne aus diesen Kautionszahlungen für sich ein... tse!

Das Versteigerungsverfahren ist bis ins Kleinste festgelegt und es hier zu erklären, erspare ich mir.

Ersteigert nun ein Unternehmen ein Frequenzpaket, so muß er 15% der Gemeinden bis 2009 und 25% der Gemeinden bis 2011 versorgt haben. Versorgung heißt, es muß dort eine Basisstation stehen, in deren Umkreis von 3 km eine Gemeinde liegt oder innerhalb von 3 km eine Grenze einer Gemeinde liegt. Sobald auch nur eine Gemeindegrenze 3 km dicht an die Basisstation reicht, gilt die Gemeinde als erschlossen (ob das Signal nun in der Gemeinde ankommt oder nicht ist dabei unerheblich - sie gilt dann als "erschlossene" Gemeinde - welcher Verwaltungsbeamte sich so eine Merkwürdigkeit ausgedacht hat...).

Versorung im Sinne der Frequenzvergabe muß übrigens auch nicht heißen, daß dort irgendein Anwender sitzen muß. Sobald eine Basisstation steht, gilt die Versorgung gegeben. Wenn das Unternehmen dann nun dort keinen Anwender haben will, interessiert es die BNetzA nicht, da sie davon ausgeht, daß der freie Wettbewerb das schon richten wird.

Wäre ich ein TK-Unternehmen, das die Frequenzen einfach nur für die Konkurrenz blockieren möchte, so würde ich hergehen, mir ein paar Lizenzen kaufen, irgendwo eine Basisstation in die Pampa stellen, in deren Umkreis von 3 km so viele Gemeindegrenzen wie nur möglich liegen und schon hätte ich 1) meine Versorgungspflicht erfüllt und 2) die böse Konkurrenz aus dieser Technologie ferngehalten. So schützt man seine Investitionen in kabelgebundene Netze und das aktuelle Vergabeverfahren macht diesen "Marktschutz" IMHO recht leicht.

BTW, die Frequenzen werden für "breitbandinge, drahtlose Netzwerke" vergeben. Aufgrund einer von der BNetzA festgestellten Vermischung der Technologien können die Frequenzen auch für andere Netze als nach WiMax-Standard genutzt werden. Da keine spezifische Technologie als Verwendungszweck für die Frequenzen vorgegeben wird, wäre es jetzt sogar theoretisch möglich, daß z.B. UMTS oder ähnliche "breitbandige drahtlose Netzzugänge" darüber gefahren werden. Das Stichwort hier ist ausdrücklich "Technologieneutralität".

Die Frequenzen werden befristet bis zum 31.12.2021 vergeben. Die Versteigerung wird am xx.xx.2006 eröffnet (da hat entweder jemand vergessen, ein Datum in die Veröffentlichung einzutragen oder das Datum wird erst später festgelegt).


Soweit eine kürzestmögliche Zusammenfassung der Fakten aus dem Vergabeverfahren. Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck, daß
1) das gesamte Lizenzvergabeverfahren solange verschleppt wurde, bis sich die Technologie in der Fläche schon erledigt hat
2) die Einstiegsbedingungen soweit (so hoch) festgelegt wurden, damit sich nur einige wenige Unternehmen an diesem Kuchen bedienen und keine "echte Konkurrenz" durch flexible, kleinere Unternehmen aufkommt
3) die zur Verfügung gestellten Frequenzblöcke so klein gemacht wurden, daß die zu erwartenden WiMax Bandbreiten so gering sein werden, daß diese Technologie schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird
4) die zu erwartenden Lizenzkosten so hoch sein werden, daß diese Technologie nicht zu einer attraktiven Preisgestaltung am Markt angeboten werden kann.

Ich bin bitter, bitter enttäuscht von diesem ganzen Verfahren und es zeigt genau, was ich lange Zeit schon befürchtet hatte: Es wird alles getan, daß diese Technologie bei uns im Land keinen Fuß fassen wird.
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Beitragvon governet » 04.07.2006 09:13

Dann hoffe ich mal, die EU würgt das noch ab und gibt ein Vergabeverfahren vor, denn Wettbewerbsfördernd ist es allemal nicht.

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Beitragvon mabe » 04.07.2006 09:27

vauwe hat geschrieben:Das gesamte Land wird in 16 Regionen unterteilt. Die Zahl könnte zwar suggerieren, daß je Bundesland versteigert wird, aber dem ist nicht so. Für folgende Regionen können Lizenzen ersteigert werden:

Das wäre ja auch zu einfach gewesen wenn es nach Bundesland geht :wink:
4. Nordrhein-Westfalen (West)
5. Nordrhein-Westfalen (Ost)

Aja, das ist doch mal eine super Einteilung :o - Die Region West sollte das Ruhrgebiet und den Großraum Düsseldorf - Köln Bonn abdecken und den Niederrhein den ich jetzt aber mal aussen vor lasse.Die Region Ost sollte das Münderland, und Ostwest Westfalen Abdecken.

Na wo sind denn die Großstädte anzutreffen. Richtig in der Region West. Mit dem Ruhrgebiet und dem Raum Düsseldorf und Köln Bonn hat man schon mal mehr als die hälfte der Region versorgt und kann eine gute Versorgungsrate vorlegen :D

Ein Teil des Niederrheins (Kreis Wesel und Kleve) ist nur in diese Region reingerutscht. Da hier viel Land anzutreffen ist wird es wieder nicht wirtschaftlich sein dieses Gebiet zu erschließen und sollte es eine mindesversorgung geben so ist diese Bereits durch die Großstäste abgedeckt.

Die Spaltung kenne ich hier bereits. Je nach Technik ist der Radius Ruhrgbiet mal größer und mal kleiner. Beispiele kann ich genug nennen. DSL, UMTS, DVB-T, Hotspot u.s.w.

Mal als vergleich was kostet eigentlich die Region NRW West gegen NRW Ost. Ich denke West wird um einiges teurer sein oder?
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Beitragvon essig » 04.07.2006 10:01

danke für die zusammenfassung. wirklich super überblick.

das mit NRW ist tatsächlich ein gutes beispiel um deutlich zu machen was passieren wird. nrw hat 18 millionen einwohner welche auf 431 gemeinden verteilt sind. diese 431 gemeinden bestehen fast immer aus einer stadt und entsprechenden daran angegliederten dörfern/gemeindeteilen. nun sollen in 5 jahren 25% dieser 431 gemeinden versorgt sein und ich gehe auch davon aus, dass dies geschafft wird nur gilt eine gemeinde als versorgt (glaube ich) wenn auch nur ein haus erreicht wird. es wird also so sein, dass zwar 108 aus mehreren teilen bestehende gemeinden erreicht werden aber eben nur teile dieser tatsächlich versorgt werden. in nrw wird es also realtiv einfach die auflage zu erfüllen. saarland/pfalz mit 2232 meist sehr kleinen einzelgemeinden hat es entsprechend schwieriger jemanden zu finden der ernsthaft 560 "dörfer" versorgen will.

man hätte natürlich auch formulieren können, dass 25% der haushalte versorgt werden müssen (was immernoch niemanden helfen würde) aber hat man eben nicht.

ist der versorgungsauftrag mit den 25% dann erfüllt oder gibt es für die folgejahre bereits weitere auflagen oder zumindest eine option auf neue auflagen?

schließe mich an: riesen enttäuschung aber keine überraschung. es läuft eben wie geschmiert :lol:

@mabe: die mindesgebote für nrw-west liegen bei 1.270.000 / 1.214.000 / 1.448.000 und die für nrw-ost bei 909.000 / 909.000 / 892.000
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Beitragvon governet » 04.07.2006 10:06

Theoretisch könnten wir als zukünftige Nutzer ja dazu Stellung nehmen, diese würde dann auch veröffentlicht werden. Nein ich erkläre mich diesmal nicht dazu bereit ;)

Ist es eigentlich bei Wimax schlimm, wenn es zu einer Frequenzüberlappung kommt? Stören sich dann zwei Sender? Wenn nicht, dann könnte die BNetzAG doch auch mehrere Frequenzen verteilen, wenn es nachweislich für Wimax genutzt werden soll.

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Beitragvon governet » 04.07.2006 10:58

vauwe hat geschrieben:Versorung im Sinne der Frequenzvergabe muß übrigens auch nicht heißen, daß dort irgendein Anwender sitzen muß. Sobald eine Basisstation steht, gilt die Versorgung gegeben. Wenn das Unternehmen dann nun dort keinen Anwender haben will, interessiert es die BNetzA nicht, da sie davon ausgeht, daß der freie Wettbewerb das schon richten wird.

Wäre ich ein TK-Unternehmen, das die Frequenzen einfach nur für die Konkurrenz blockieren möchte, so würde ich hergehen, mir ein paar Lizenzen kaufen, irgendwo eine Basisstation in die Pampa stellen, in deren Umkreis von 3 km so viele Gemeindegrenzen wie nur möglich liegen und schon hätte ich 1) meine Versorgungspflicht erfüllt und 2) die böse Konkurrenz aus dieser Technologie ferngehalten. So schützt man seine Investitionen in kabelgebundene Netze und das aktuelle Vergabeverfahren macht diesen "Marktschutz" IMHO recht leicht.


Hab auch mal ein bischen gelesen ;)

Eine Gemeinde gilt als versorgt, wenn mindestens eine Zentralstation zur Anbindung von Teilnehmern in Betrieb ist. Bei Gemeinden mit einer Fläche von bis zu 30 km² reicht es aus, wenn die Entfernung von der Gemeindegrenze bis zur nächsten in Betrieb befindlichen Zentralstation zur Anbindung von Teilnehmern kleiner als 3 km ist.

Quelle: Seite 18

Also ich würde sagen, dass Teilnehmer (Mehrzahl) immer erreicht werden müssen. Gut man kann so wahrscheinlich nicht alle erreichen, dass müsste in der Frequenzvergabe schon geändert werden, und z. B. mindestens 50 % einer Gemeinde vorschreibt.

Auch hätte man Städte aus dem Mindestversorgungsstand ausschließen müssen.

Die Auferlegung einer solchen Verpflichtung soll einerseits sicherstellen, dass mit dem Aufbau der Netze zügig begonnen wird und andererseits der Netzaufbau kontinuierlich fortgesetzt wird. Hiermit soll erreicht werden, dass die zugeteilten Frequenzen schnellsmöglich effizient eingesetzt und genutzt werden. Zudem soll der Netzausbau in der Fläche gefördert werden.
Seite 18.

Irgentwie passt das aber nicht so ganz, wenn man einen 15 %igen bzw. 25%igen Ausbau der Gemeinden fordert. Denn das kann man auch erreichen, wenn man nur die Städte ausbaut und auch noch ihren Speckgürtel erreicht. Das kann man auch schön am UMTS Ausbau sehen, hier waren 75% der Bevölkerung vorgegeben, und erreicht hat man dies mit dem Ausbau der Städte.

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Beitragvon mabe » 04.07.2006 11:00

25% müssen nur versorgt werden, dann ist es ja ähnlich UMTS. Danke für die Info.

Na dann brauche ich ja nur 4 Jahre zurück zu denken und weis wie das ausgeht. Wir stellen Antennen im Raum Ruhrgebiet auf und die 25% sind erreicht. Naja dabei sollte man aber bedenken das hier die Kundenrate nicht besonders groß sein wird!

Warum die Kundenrate nicht besonders groß ist ist eigentlich auch schnell beantwortet, sollte der Service im Ruhrgebiet angeboten werden und zum selben Preis wie DSL oder teurer dann wird es keiner nutzen.

Im gesamten Ruhrgebiet gibt es mein ich immer mindestens einen altanativ Anbieter zu T-Com der günstige DSL Preise hat.Beispiel DSL 16.000 für 18 Euro (6000 für 15, und < 6000 für 10 Euro) bei Arcor.

Also müßte der Preis mit Flatrate unter 10 Euro liegen wenn nicht mehr als 3 Mbit/s erreicht werden können damit jemand das kauft oder aber derjenige ist schlechter versorgt als DSL 3000.

Welche Kunden diese Variante bevorzugen sollten Geschätsleute und mobile Personen sein. Ein Anschluss der überall verfügbar ist in der Region ohne was zu ändern ist schon praktisch. Allerdings muss der Preis stimmen (siehe oben).

Man halte also fest, wenn wirklich erst die Großstädte versorgt werden, kann das gabz schön nach hinten losgehen.
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Beitragvon governet » 04.07.2006 11:05

Die 15% bzw. 25% waren auf die Gemeinden und nicht auf die Einwohner bezogen, aber das erreicht man ja in aller Regel schon mit der Erschließung der Städte und ihrer Speckgürtel.

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Beitragvon vauwe » 04.07.2006 13:21

governet hat geschrieben:Hab auch mal ein bischen gelesen ;)

Eine Gemeinde gilt als versorgt, wenn mindestens eine Zentralstation zur Anbindung von Teilnehmern in Betrieb ist. Bei Gemeinden mit einer Fläche von bis zu 30 km² reicht es aus, wenn die Entfernung von der Gemeindegrenze bis zur nächsten in Betrieb befindlichen Zentralstation zur Anbindung von Teilnehmern kleiner als 3 km ist.

Quelle: Seite 18

Also ich würde sagen, dass Teilnehmer (Mehrzahl) immer erreicht werden müssen. Gut man kann so wahrscheinlich nicht alle erreichen, dass müsste in der Frequenzvergabe schon geändert werden, und z. B. mindestens 50 % einer Gemeinde vorschreibt.

Die von Dir angeführte Formulierung sagt folgendes:

Es muß eine Basisstation errichtet und in Betrieb genommen werden, an der Teilnehmer angebunden werden können. Die Formulierung muß weder heißen, daß dort auch tatsächlich Teilnehmer angebunden werden (im Dokument ist von _können_ die Rede) und auch nicht, daß dort auch tatsächlich Anwender sitzen müssen.

Mit dieser Formulierung wird nur ausgeschlossen, daß mit den Frequenzen ein Netz aufgebaut wird, das nur z.B. der Vermittlung oder Signalisierung zur Verfügung steht. Theoretisch könnte das Netz ja auch als Backbone (Netz ohne angeschaltete Teilnehmer) genutzt werden und die Formulierung schließt eine solche Nutzung erstmal aus (und das obwohl schwachsinnigerweise an anderer Stelle im Dokument gerade auch die Nutzung als Backbone als mögliche Variante einer Nutzung angeführt wird).

Mit der Formulierung der "Teilnehmer" mag zwar suggeriert werden, daß dort tatsächlich jemand angebunden werden soll, aber nach den Buchstaben des Papieres muß dies nicht zwangsläufig so sein.

Also nochmal: Die Versorgung muß nicht zwangsläufig heißen, daß dort auch Teilnehmer sitzen oder gar angebunden werden. Da im Dokument sogar von einer Versorgung in der Fläche ausgegangen wird, könnte man sogar einen Mast in die Heide, auf den Brocken oder in einen Naturschutzpark stellen und es wäre im Sinne der Buchstaben der Vergaberichtlinien versorgt.

Verfügt eigentlich jemand über Erfahrungswerte, welche Datenraten die bisherigen WiMax-Installationen (auf Basis von WLL-Lizenzen) derzeit erreichen?
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Beitragvon essig » 04.07.2006 13:54

Theoretisch könnten wir als zukünftige Nutzer ja dazu Stellung nehmen, diese würde dann auch veröffentlicht werden. Nein ich erkläre mich diesmal nicht dazu bereit


vauwe du hast zwar vermutlich wenig zeit aber du wärst sicher der geeignetste für das wimax thema. nen paar zeilen als geteilt.de stellungnahme und diese dann als pressemitteilung verschickt wäre mal wieder was ;)
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Beitragvon vauwe » 04.07.2006 14:00

essig hat geschrieben:
Theoretisch könnten wir als zukünftige Nutzer ja dazu Stellung nehmen, diese würde dann auch veröffentlicht werden. Nein ich erkläre mich diesmal nicht dazu bereit


vauwe du hast zwar vermutlich wenig zeit aber du wärst sicher der geeignetste für das wimax thema. nen paar zeilen als geteilt.de stellungnahme und diese dann als pressemitteilung verschickt wäre mal wieder was ;)

Hab ich auch schon überlegt. Vielleicht nutze ich die Server-Downtime sinnvoll :)
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