Beschwerde bei der Bundesnetzagentur - Netzneutralität

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Beschwerde bei der Bundesnetzagentur - Netzneutralität

Beitragvon Dino75195 » 22.01.2026 19:06

Beschwerde über anhaltend eingeschränkte Internetgeschwindigkeit bei bestimmten Diensten über Telekom-Anschluss

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte hiermit eine Beschwerde über erhebliche und wiederkehrende Einschränkungen meiner Internetgeschwindigkeit bei meinem Telekom-Anschluss einreichen. Es handelt sich um einen DSL-Hybrid-Anschluss mit rund 70 Mbit/s über VDSL sowie zusätzlich ca. 130 Mbit/s über LTE. Der Downloadspeed liegt bei vielen Messungen bei 200–300 Mbit/s im Download (z. B. speedtest.net:
https://www.speedtest.net/result/18567579114.png
). Trotz dieser eigentlich guten technischen Voraussetzungen sind bestimmte Dienste dauerhaft stark verlangsamt.

Insbesondere bei Steam erreiche ich oft nur 30–70 Mbit/s, und bei Diensten, die über Cloudflare ausgeliefert werden, liegen die Downloadraten häufig bei lediglich etwa 30 Mbit/s. Diese Werte sind weit entfernt von der gebuchten Gesamtleistung und treten unabhängig [korrektur, das sollte abhängig] von der Tageszeit regelmäßig auf.

Auffällig ist außerdem der Vergleich mit einem Mobilfunkanschluss eines anderen Anbieters: Nutze ich mein Smartphone über Vodafone LTE, erreiche ich bei nominell ca. 100 Mbit/s deutlich höhere Downloadgeschwindigkeiten bei denselben Diensten – schneller als über meinen Telekom-Hybrid-Anschluss mit wesentlich höherer verfügbarer Bandbreite. Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Telekom bestimmte Verbindungen oder Kapazitäten nicht ausreichend ausbaut.

Ich möchte zusätzlich betonen, dass ich ausdrücklich einen normalen Internetanschluss gebucht habe – keinen „Deutschland-LAN“, bei dem hauptsächlich deutsche Server und zahlende Großkunden wie beispielsweise Amazon, Google oder Netflix mit hoher Priorität und voller Geschwindigkeit erreichbar sind. Als Privatkunde erwarte ich, dass mein Anschluss auch internationale Dienste ohne künstliche oder strukturelle Bremsen in angemessener Geschwindigkeit erreichen kann.

Die Problematik ist nicht neu und wird bereits von vielen Nutzern beobachtet und dokumentiert, unter anderem auch auf der Informationsseite https://netzbremse.de, die systematische Engpässe bei bestimmten Netzknoten aufzeigt.

Da der Anbieter eine vertraglich zugesicherte Bandbreite bewirbt, diese aber bei gängigen Diensten nicht annähernd erreichbar ist, bitte ich die Bundesnetzagentur um Prüfung des Sachverhalts und ggf. um regulatorische Maßnahmen, um die Einhaltung der Mindeststandards sicherzustellen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
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Re: Beschwerde bei der Bundesnetzagentur - Netzneutralität

Beitragvon Dino75195 » 23.01.2026 16:59

Die Antwort ist wie oft unbefriedigend.
Darum hab ich noch ein wenig nachgefragt. Gruß Robert

Klarstellung: Keine Mobilfunkstörung – Beschwerde wegen systematischer Kapazitätsengpässe bei Telekom-Festnetzanschluss

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider beruht Ihre Antwort auf einem Missverständnis, das ich gerne klarstellen möchte.

In meiner Beschwerde geht es nicht um eine klassische Mobilfunkstörung und auch nicht um eine örtlich begrenzte Netzverfügbarkeit oder einen Funkzellenengpass. Ebenso liegt keine kurzfristige Störung im Sinne einer Entstörung nach § 58 TKG vor.

Gegenstand meiner Beschwerde ist vielmehr ein eingeschränktes Leistungsniveau bei bestimmten Internetdiensten (u. a. Steam und Cloudflare) über meinen Telekom-DSL-Hybrid-Festnetzanschluss. Der Anschluss erreicht bei allgemeinen Speedtests (z. B. speedtest.net) regelmäßig 200–300 Mbit/s, was belegt, dass die physische Anbindung und die DSL-/LTE-Kombination grundsätzlich funktionieren.

Es handelt sich somit nicht um eine Störung im klassischen Sinne, sondern um strukturelle Kapazitäts- bzw. Anbindungsengpässe im Netz der Telekom, insbesondere im Bereich Peering bzw. Transit zu bestimmten internationalen Netzen. Diese Problematik ist seit Jahren bekannt und wird unter anderem auf https://netzbremse.de von vielen Betroffenen dokumentiert.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage zur Behandlung solcher Fälle:
Für die Messung der Geschwindigkeit eines Internetanschlusses stellt die Bundesnetzagentur mit der Breitbandmessung ein anerkanntes Instrument zur Verfügung. Wie beabsichtigt die Bundesnetzagentur jedoch, systematische Peering- oder Anbindungsprobleme zu erkennen und zu bewerten, bei denen einzelne Dienste oder Netze dauerhaft deutlich langsamer erreichbar sind, obwohl der Anschluss technisch hohe Bandbreiten liefert?
Und welche Maßnahmen sind vorgesehen, um zu verhindern, dass bestimmte Internetdienste strukturell benachteiligt werden, ohne dass dies durch klassische Speedtests eindeutig abgebildet wird?

Wichtig ist mir zudem festzuhalten:
Ich habe einen normalen Internetzugang gebucht – keinen regional Anschluss. Als Endkunde erwarte ich, dass mein Anschluss nicht faktisch zu einem „Deutschland-LAN“ wird, bei dem nur große, zahlende Inhalteanbieter oder rein nationale Ziele zuverlässig mit hoher Geschwindigkeit erreichbar sind, während andere gängige Internetdienste dauerhaft benachteiligt werden.

Meine Bitte an die Bundesnetzagentur richtet sich daher nicht auf eine individuelle Entstörung, sondern auf eine Prüfung, ob:

* der Internetzugang im Sinne der Netzneutralität gleichwertig nutzbar ist und
* strukturelle Engpässe zu Lasten von Endkunden hingenommen werden.

Ich bitte Sie daher, meine Beschwerde entsprechend neu einzuordnen und nicht als reine Mobilfunk- oder Störungsmeldung zu behandeln.

Vielen Dank für Ihre erneute Prüfung.
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Re: Beschwerde bei der Bundesnetzagentur - Netzneutralität

Beitragvon Dino75195 » 07.02.2026 12:27

Email an Bündnis reicht Beschwerde gegen Deutsche Telekom

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich auf diesem Wege ausdrücklich bei Ihnen allen für die Einreichung der Beschwerde gegen die Deutsche Telekom wegen möglicher Verletzungen der Netzneutralität bedanken.

Als betroffener Endkunde ist es von unschätzbarem Wert zu sehen, dass sich Organisationen der Zivilgesellschaft, Verbraucherschutzverbände sowie unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam diesem Thema annehmen. Für viele Kundinnen und Kunden sind die beschriebenen Probleme seit Jahren Realität, werden im Alltag jedoch häufig als individuelles Anschlussproblem oder bloße „Störung“ abgetan – obwohl sie struktureller Natur sind.

Gerade deshalb ist Ihr Engagement so wichtig:
Sie machen sichtbar, dass es hier nicht um Einzelfälle, sondern um grundsätzliche Fragen des offenen Internetzugangs, der Netzneutralität und der Rechte von Endnutzern geht. Ohne diese Arbeit fehlt Betroffenen oft sowohl die fachliche Einordnung als auch eine realistische Möglichkeit, ihre Anliegen wirksam vorzubringen.

Besonders hervorheben möchte ich die Bedeutung Ihrer Arbeit für die öffentliche und regulatorische Debatte. Die fundierte technische, rechtliche und empirische Aufarbeitung schafft eine Grundlage, auf der Aufsichtsbehörden überhaupt erst in die Lage versetzt werden, strukturelle Missstände zu erkennen und zu bewerten. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist dies die einzige Hoffnung, dass sich an der Situation langfristig etwas ändert.

Ein freier, gleichwertiger Zugang zu Inhalten, Anwendungen und Diensten ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Innovation und Meinungsfreiheit. Dass Sie sich hierfür einsetzen, verdient großen Respekt und Dank.

Ich hoffe sehr, dass Ihre Beschwerde die notwendige Aufmerksamkeit erhält und zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den beschriebenen Praktiken führt.

Mit freundlichen Grüßen

Dino75195 von geteilt.de
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