Klarstellung: Keine Mobilfunkstörung – Beschwerde wegen systematischer Kapazitätsengpässe bei Telekom-Festnetzanschluss
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider beruht Ihre Antwort auf einem Missverständnis, das ich gerne klarstellen möchte.
In meiner Beschwerde geht es nicht um eine klassische Mobilfunkstörung und auch nicht um eine örtlich begrenzte Netzverfügbarkeit oder einen Funkzellenengpass. Ebenso liegt keine kurzfristige Störung im Sinne einer Entstörung nach § 58 TKG vor.
Gegenstand meiner Beschwerde ist vielmehr ein eingeschränktes Leistungsniveau bei bestimmten Internetdiensten (u. a. Steam und Cloudflare) über meinen Telekom-DSL-Hybrid-Festnetzanschluss. Der Anschluss erreicht bei allgemeinen Speedtests (z. B. speedtest.net) regelmäßig 200–300 Mbit/s, was belegt, dass die physische Anbindung und die DSL-/LTE-Kombination grundsätzlich funktionieren.
Es handelt sich somit nicht um eine Störung im klassischen Sinne, sondern um strukturelle Kapazitäts- bzw. Anbindungsengpässe im Netz der Telekom, insbesondere im Bereich Peering bzw. Transit zu bestimmten internationalen Netzen. Diese Problematik ist seit Jahren bekannt und wird unter anderem auf
https://netzbremse.de von vielen Betroffenen dokumentiert.
Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage zur Behandlung solcher Fälle:
Für die Messung der Geschwindigkeit eines Internetanschlusses stellt die Bundesnetzagentur mit der Breitbandmessung ein anerkanntes Instrument zur Verfügung. Wie beabsichtigt die Bundesnetzagentur jedoch, systematische Peering- oder Anbindungsprobleme zu erkennen und zu bewerten, bei denen einzelne Dienste oder Netze dauerhaft deutlich langsamer erreichbar sind, obwohl der Anschluss technisch hohe Bandbreiten liefert?
Und welche Maßnahmen sind vorgesehen, um zu verhindern, dass bestimmte Internetdienste strukturell benachteiligt werden, ohne dass dies durch klassische Speedtests eindeutig abgebildet wird?
Wichtig ist mir zudem festzuhalten:
Ich habe einen normalen Internetzugang gebucht – keinen regional Anschluss. Als Endkunde erwarte ich, dass mein Anschluss nicht faktisch zu einem „Deutschland-LAN“ wird, bei dem nur große, zahlende Inhalteanbieter oder rein nationale Ziele zuverlässig mit hoher Geschwindigkeit erreichbar sind, während andere gängige Internetdienste dauerhaft benachteiligt werden.
Meine Bitte an die Bundesnetzagentur richtet sich daher nicht auf eine individuelle Entstörung, sondern auf eine Prüfung, ob:
* der Internetzugang im Sinne der Netzneutralität gleichwertig nutzbar ist und
* strukturelle Engpässe zu Lasten von Endkunden hingenommen werden.
Ich bitte Sie daher, meine Beschwerde entsprechend neu einzuordnen und nicht als reine Mobilfunk- oder Störungsmeldung zu behandeln.
Vielen Dank für Ihre erneute Prüfung.