Auswertung Umfrage Jena

Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon rezzler » 15.02.2013 21:12

In Jena gibts grade ein nichtförmliches Interessenbekundesverfahren, in dem eine mMn interessantes PDF verlinkt ist:

http://www.tki-chemnitz.de/tl_files/tki ... t_Jena.pdf

Gibt nen kurzen Überblick über die technischen Möglichkeiten und insbesondere wie man die Fragebögen der Bürger ausgewertet hat. Und wie man mit der Mobilfunkabdeckung laut Anbieterkarte umgegangen ist...
Reinhard Schneider
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Re: Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon spokesman » 15.02.2013 23:42

super, danke dir.

Der erste Hinkucker für mich:
TKI hat geschrieben:Bezogen auf Bevölkerungskennzahlen bedeutet dies, dass ca. 75,6 % der Bevölkerung (Thüringen 71,7 %) regelmäßig das Internet nutzen. Dabei verwenden ca. 57,1 % einen breitbandigen Anschluss (43,2 % xDSL, 5,9 % Kabelanschluss, 2,9 % mobiler Zugang und 0,5 % Sonstiges). Ca. 15,9 % der Bevölkerung wählen sich über ISDN bzw. einen analogen Anschluss ins Internet ein [vgl. [INTN12, 8]].

15,9% per ISDN das ist doch mal ein Wert.

auch nicht schlecht ist nach meinem Empfinden der Rückläufer aus einem Ortsteil, welcher keiner ist.
TKI hat geschrieben:- wurden zwei Fragebögen aus dem Ortsteil Rabis, der kein Ortsteil der Stadt Jena ist, eingereicht


Weiter ist sicher zu erwähnen, dass von 550 Rückläufern der Bedarfsabfrage 148 einen unternehmerischen Bedarf gemeldet haben.

ich denke Reinhard spielt bei der Bewertung besonders auf die Auswertung bei der Bedarfsmeldung an:
TKI hat geschrieben:In mehreren Fällen wurde statt der Angabe einer Übertragungsrate ein Zusatz wie z. B. „gering“, „zu niedrig“, „wechselnd nicht stabil“, „schlecht!“, „unzureichend“, „langsam/schwankend“, „sehr langsam“, „nicht optimal !!!“, „variabel“, „fkt. nicht so richtig“ oder ähnliches angegeben.
daraus folgt nach TKI:
TKI hat geschrieben:In diesen Fällen wird davon ausgegangen dass das Breitbandangebot keine erschwinglichen
oder angemessenen Dienste (zu niedrige Bandbreite) zur Deckung des nachgewiesenen Bedarfs zur Verfügung stehen und als vorhandene Übertragungsrate 1,9 Mbit/s zur Auswertung angesetzt.


oder aber:
In mehreren Fällen wurden exakt 2 Mbit/s als aktuelle Übertragungsrate angegeben.
  • Dies wird nicht als Angabe einer Mindestübertragungsrate sondern einer maximal
    erreichbaren Übertragungsrate von 2 Mbit/s gewertet. Im Ergebnis erfolgt die Einstufung als
    mit ≤ 2 Mbit/s versorgt und damit als unterversorgt.

Falls es jemand nicht bekannt ist, erst bei einer Verfügbarkeit größer 2Mbit/s gilt ein Ort als quasi versorgt und kann somit keine Fördergelder erhalten.

ich finde die eben geschilderte Herangehensweise absolut nachvollziehbar, den nächsten interessanten Punkt der "Wunschbandbreite" hätte man jedoch auch breitbandfreundlicher auslegen können:
TKI hat geschrieben:Sehr oft wurden als Wunschbandbreiten (teilweise auch beim aktuellen Zugang) Zahlen von „2.000“,
  • „4.000“, „6.000“ etc. eingetragen.
    Es wird davon ausgegangen, dass keine 2.000 Mbit/s, 4.000 Mbit/s, 6.000 Mbit/s etc.
    gemeint sind und die Angaben werden zur weiteren Auswertung in 2 Mbit/s, 4 Mbit/s,
    6 Mbit/s, etc. geändert.


Wolke
Falls wir mal eine Wolke mit möglichen Forderungen bauen wollen ist dieser Part interessant:
TKI hat geschrieben:In vielen Fällen wurde keine Wunschbandbreite angegeben, dafür aber ein Zusatz eingetragen wie
z. B. „schneller und mehr!“, „schnell“, „mögl. Stand der Technik“, „bestmöglich“, „max.“,
„schnell/stabil“, „schnellstmöglich“, „wesentlich besser als jetzt“, „schneller“, „so schnell wie mgl.“.


Mobilfunk
Auf Seite 34/35 wird die LTE-Verfügbarkeit dargestellt, auf dem Land soll diese besser sein als in Jena, Seite 35 bestätigt diesen Ansatz zunächst mal. Aus meiner Sicht ist das aber nicht verwunderlich, interessieren würde mich der Maststandort und ob da zuvor schon Masten standen, zudem wäre eine Schummerungsfunktion nicht schlecht, damit man mal sieht wie sich die Hügellandschaft um Jena auswirkt. Wer mit Jena gar nichts anfangen kann der kann sich mal auf Seite 39 die Bundesstraße 88 von Süd nach Nord durch die Stadt anschauen, an dieser fließt grob gesagt auch die Saale, damit stellt dieses Gelände den geologischen Tiefpunkt der Region dar, als drum rum ist höher gelegen. Seite 40 Stellt die Mobilfunkmessung des Breitbandkompetzenzzentrums dar.

Zusammenfassung, wie geht es weiter
Mit Seite 80 wird dargestellt, dass es nach den "Ermittlungen" von TKI oftmals nur sehr wenige unterversorgte Regionen/Häuser pro Stadtteil gibt und mit den Mobilfunkalternativen, besonders mit dem zu erwartenden LTE eine Versorgung gibt. Die Förderung von Stadtteilen welche in dieser Situation sind müsste a) sehr differenziert geschehen, was einen größeren Erkundungsprozess hinter sich her ziehen würde oder b) komplett gefördert werden und hier hat man das Problem einer Förderung von bereits versorgten Gebieten. Man geht also auf c) und wartet eher auf LTE. Nach meiner Auffassung ist in Thüringen eine UMTS versorgte Region nach den aktuellen Richtlinien als nicht versorgt anzusehen oder hab ich hier etwas falsches im Kopf - dachte LTE gilt als versorgt, UMTS nicht..

Die letztendliche Förderrelevanz kann man auf Seite 82 einsehen, nur der Osten und Cosewitz hätten demnach einen Anspruch auf Förderung.

Markterkundungsverfahren ab Seite 83
plant ein Anbieter in den nächsten 3 Jahren ohne Fördermittel in Jena etwas auszubauen, dass ist hier die Gretchenfrage.
48 angeschrieben, 13 Antworten - naja läuft besser als bei der Bedarfsermittlung über das Amtsblatt. (ich sehe die Kommunikation steht)
Ergebnis bis auf die Telekom mit einem 20% Mobilfunkausbau in Maua baut keiner der antwortenden Anbieter in Jena innerhalb der nächsten 3 Jahre sein Netz aus. Wenn es nach mir geht wäre das der Stadtschuss für die Technischen- bzw. Stadtwerke Jena..

weitere Betrachtung und schlussendliche Förderfähigkeit
Da Vodafone vermehrt Werbung bzgl. eines LTE-Ausbaus geschalten hat wurde weiter gemessen und geprüft, dass Ergebnis ist, dass der Stadtteil Wenigenjena nicht mehr förderfähig ist und nur noch Closewitz, Jenaprießnitz / Wogau, Kunitz / Laasan sowie
Ziegenhain Förderanträge einreichen können. Am Ende des Dokuments werden mögliche technische Umsetzungsvarianten vorgestellt, FTTH gehört natürlich nicht dazu - von daher würde ich sagen nicht Neues im Osten - keine Überraschung, aus meiner Sicht - da nicht einmal auf die Stadtwerke der Stadt Jena eingegangen wird keine gute Arbeit..

Das Ding könnte doch eigentlich auch raus ins Öffentliche oder ist die Studie irgendwie mit einem Verschlussgrad eingestuft?
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Re: Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon rezzler » 16.02.2013 09:25

Mir gings ja eher darum, das die Karten der Anbieter genommen wurden um zu sagen "Ist mit Mobilfunk versorgt". Selbst wenns am Randbereich von LTE oder UMTS lag. Zumal eine Mobilfunklösung meiner/unserer Meinung nach eben keine Dauerlösung ist.

Ob das jetzt Verschlusssache ist oder nicht kann ich nicht sagen, ich hab den Link aus der Ausschreibung des Interessenbekundungsverfahrens.
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Re: Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon spokesman » 16.02.2013 10:10

ich schieb das dann mal is öffentliche.
Es werden ja nicht nur die Karten herangezogen, doch die Summe der Verfügbarkeitsdaten macht die Sache ned besser - das bkt prüft auch nur aus dem Auto heraus - und wenn umts verfügbar ist heißt es ja nicht, dass diese Technologie auch als Alternative angenommen wird.
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Re: Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon bru62 » 16.02.2013 13:26

spokesman hat geschrieben:ich schieb das dann mal is öffentliche.
Klar, die Studien werden schließlich mit Steuergeldern bezahlt und sind deshalb auch grundsätzlich öffentlich.

LTE entwickelt sich wirklich zum Förderhindernis. Deshalb sind unsere Forderungen, beim Breitband nicht nur auf die Downloadbandbreite, sondern auch auf andere Faktoren zu achten, so wichtig.

Gruß
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Re: Auswertung Umfrage Jena

Beitragvon spokesman » 16.02.2013 15:21

bru62 hat geschrieben:Klar, die Studien werden schließlich mit Steuergeldern bezahlt und sind deshalb auch grundsätzlich öffentlich.

ja sicherlich hast du Recht, eigentlich schon blöde überhaupt darüber nachzudenken..

auch mit der LTE-Entwicklung bezogen auf die Förderrichtlinien triffst du ins Schwarze - es entwickelt sich einfach das nächste Zweiklassen-Internet.. und dabei wird auch die quasi "erste" digitale Spaltung bestehen bleiben, vllt. in einem geringerem Maße aber sie bleibt bestehen und bei den hier dargestellten über 15 % ISDN Zugangstechniken kann man eigentlich gar nicht von geringem Maße sprechen..
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