MdB Josef Philip Winkler (GRÜNE) WK Koblenz

MdB Josef Philip Winkler (GRÜNE) WK Koblenz

Beitragvon Viro » 19.11.2007 15:01

Betreff: Initiative gegen digitale Spaltung | Breitbandinternet

Sehr geehrter Herr Josef Winkler,

in großen Teilen der Gesellschaft hat das Internet sich als Alltagsmedium inzwischen fest etabliert. Es spielt eine immer größer werdende Rolle im privaten, schulischen und beruflichen Bereich. Auch nimmt das Internet inzwischen einen festen Platz im Tagesgeschäft von Unternehmen ein.

Voraussetzung für eine akzeptable Nutzung des Medium Internet sind breitbandige Anschlüsse. Nachdem im Jahr 1999 durch die Deutsche Telekom AG ( hier kurz DTAG ) T-DSL eingeführt wurde, stehen wir im Jahr 2007 immer noch vor dem Problem, dass ganze Regionen keine Möglichkeit erhalten das Internet über einen Breitbandanschluss zu nutzen. Geht man nach den Aussagen der DTAG, welche propagiert, dass ein Ausbau dieser Regionen nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen kann, werden diese Regionen nie einen Breitbandinternetanschluss erhalten.

Der von vielen Politikern oftmals zitierte und vielgepriesene Wettbewerb findet in der Form, gerade im ländlichen Bereich, nicht statt. Alternative Technologien bzw. Anbieter scheuen hohe Investitionen im Hinblick auf deren Wirtschaftlichkeit. Somit entscheiden die Anbieter dieser Technologien u.a. indirekt über strukturelle Entwicklungen in den einzelnen Regionen Deutschlands.

Die digitale Spaltung wird in Deutschland immer größer. Auf der einen Seite werden Milliarden investiert, um insbesondere DSL-Anschlüsse immer schneller zu machen und auf der anderen Seite haben wir in Deutschland keine Grundversorgung bzw. Grundrecht auf breitbandige Internet-Anschlüsse. Dies finden wir höchst bedenklich.

Wir sind der Meinung, dass hier eine Entwicklung regelrecht verschlafen wird. Das Internet passt sich immer mehr an breitbandige Anbindungen an. Dabei wird niemand Rücksicht auf Deutschland und dessen Entwicklung nehmen. Je später man diesen Fehler erkennt, desto größer wird der finanzielle Aufwand sein, um Schritt halten zu können. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf unsere Schweizer Nachbarn verweisen. Nach einem Beschluss des Schweizer Bundesrates vom vergangenen Herbst werden Breitbandanschlüsse ab dem 1. Januar 2008 zur Grundversorgung gehören. Die Bereitstellung von mindestens 600/100 kbit/s im Down- bzw. Uplink gilt dann als Universaldienstleistung, die der Ex-Monopolist Swisscom für alle Haushalte erbringen muss. Des Weiteren kann man Skandinavien als Beispiel nennen. Dort werden im ländlichen Bereich Internetanschlüsse zur Verfügung gestellt, an die in Deutschland nicht zu denken ist.

Aus den vorgenannten Gründen hatten wir, die Initiative gegen digitale Spaltung http://www.geteilt.de, bereits im vergangenen Jahr eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Diese wurde leider negativ abgeschlossen. Den Inhalt unserer Petition können Sie gerne unter http://www.geteilt.de/phpBB2/viewtopic.php?t=620 nachlesen. Auch möchten wir Sie auf unsere laufende Petition an das Europäische Parlament unter http://www.geteilt.de/phpBB2/viewtopic.php?t=3339 aufmerksam machen.

Sie als unsere Volksvertreter haben es in der Hand. Tragen Sie dafür Sorge, das breitbandiges Internet in Zukunft zur Grundversorgung, wie heute bereits funktionale Telefonanschlüsse, gehört.

Für weitergehende Recherchen empfehlen wir Ihnen unsere Internet-Seiten. Wir sind die bundesweit größte, private, nichtkommerzielle Initiative gegen digitale Spaltung. In unserem Foren finden sich täglich Schilderungen von Betroffenen.

Wir haben vorgesehen, Ihr Antwortschreiben auf den Internetseiten von geteilt.de zu veröffentlichen. Sollten Sie hiermit nicht einverstanden sein, so bitten wir um einen kurzen Hinweis.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative gegen digitale Spaltung geteilt.de

i.A. ***
Zuletzt geändert von Viro am 18.12.2007 19:46, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt schon genug Spaltung!
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Beitragvon Viro » 18.12.2007 16:26

Antwortschreiben vom 18.12.2007:

Sehr geehrter Herr ***,

der von Ihnen vorgetragene Mißstand ist auch uns bekannt. Wir
beschäftigen uns schon länger intensiv mit der Problematik der
Verfügbarkeit von Breitband-Internet wie beispielsweise DSL. Ich bin der
Meinung, daß in der aufkommenden Wissensgesellschaft die Teilhabe am
Breitband-Internet ein ebenso wichtiges Grundversorgungselement wie ein
Telefonanschluß ist. Nur so kann in der Zukunft eine vollständige
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle möglich sein. Entsprechend
müssen Maßnahmen verfolgt werden, um auch in ländlichen Räumen - wie bei
Ihnen - eine breite Verfügbarkeit zu ermöglichen. Ich wünsche Ihrem
Anliegen viel Erfolg.


Josef Winkler


Erfreulich. Sollten wir Antworten?
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Beitragvon dachscher » 18.12.2007 17:17

Ich denke mal ja.
Er wünscht uns Erfolg? Vielleicht sollten wir ihm auch Erfolg wünschen? :lol:
Beschäftigen alleine reicht ja auch nicht aus, man muss auch handeln. Er schreibt ja selbst, das Breitband ein wichtiges Grundversorgungselement sein muss.
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Re: MdB Josef Philip Winkler (GRÜNE) WK Koblenz

Beitragvon essig » 16.09.2008 11:22

Zur Vervollständigung hier die zum Wahlkreis 201 Koblenz gehörenden Städte und Gemeinden:

Kreis Mayen-Koblenz
Alken, Bassenheim, Bendorf, Brey, Brodenbach, Burgen, Dieblich, Hatzenport, Kaltenengers, Kettig, Kobern-Gondorf, Lehmen, Löf, Macken, Mülheim-Kärlich, Niederfell, Niederwerth, Nörtershausen, Oberfell, Rhens, Sankt Sebastian, Spay, Urbar, Urmitz, Vallendar, Waldesch, Weitersburg, Weißenthurm, Winningen, Wolken

Kreis Rhein-Lahn-Kreis
Arzbach, Auel, Bad Ems, Becheln, Bornich, Braubach, Dachsenhausen, Dahlheim, Dausenau, Dörscheid, Fachbach, Filsen, Frücht, Kamp-Bornhofen, Kaub, Kemmenau, Kestert, Lahnstein, Lierschied, Lykershausen, Miellen, Nievern, Nochern, Osterspai, Patersberg, Prath, Reichenberg, Reitzenhain, Sankt Goarshausen, Sauerthal, Weisel, Weyer

Stadt Koblenz

Sofern Du aus dem Wahlkreis kommst, kannst Du hier sehr gerne in die Diskussion einsteigen.
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