OTZ: Breitband auch auf dem Land

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OTZ: Breitband auch auf dem Land

Beitragvon Presse » 01.03.2010 18:05

Ostthüringer Zeitung 01.03.2010:

Breitband auch auf dem Land
Betroffene hinterfragen Strategie im unterversorgten Dittrichshütte

Von Roberto Burian

Dittrichshütte (OTZ). Wer im ländlichen Raum lebt, hat in Sachen Breitband verloren: DSL kennt man dort nur aus den Nachrichten. Das zu ändern haben sich der Saalfelder Alexander Zeuner und seine Mitstreiter von der Breitbandinitiative des Landkreises Saalfeld Rudolstadt auf die Fahnen geschrieben.

Die bundesweit tätige Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- veranstaltete am Sonnabend eine Konferenz unter dem Titel "Bürger für Breitband, Breitband für Bürger".

Als Versammlungsort wurde bewusst das völlig unversorgte Dittrichshütte ausgewählt. Den Initiatoren ist es wichtig, vorrangig die Stimme der Betroffenen hörbar zu machen.

"Wir wollen vor allem die Wirksamkeit der Regierungsstrategie kritisch hinterfragen und neue Lösungswege suchen", sagt Initiativensprecher Bernd Rudolph. Kritisch äußerte er sich über die Breitbandstrategie der Bundesregierung.

Auf der sich anschließenden Podiumsdiskussion standen MdL Thomas Jurk (SPD) aus Sachsen, MdL Carsten Meyer (Grüne), MdB Carola Stauche (CDU), MdB Sabine Zimmermann (Die Linke), Dr. Robert Henkel (BMWi) und Bernd Rudolph den zirka 130 Anwesenden Rede und Antwort. Es wurde von Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) sehr schnell deutlich gemacht, dass eine flächendeckende Breitbandanbindung von 50 Mbit/s auf dem Land nicht gewollt ist. Selbst auf Nachfrage von Bernd Rudolph beharrte Dr. Henkel auf seiner Meinung: "50 Mbit/s braucht niemand auf dem Land!"

Als er die Frage in den Raum stellte, welcher Haushalt freiwillig die 1000 Euro für einen Glasfaseranschluss zahlen würde, zeigte er sich überrascht, als die Hälfte der Anwesenden spontan aufstand. Bürger, welche die von ihm favorisierten SAT-Anbindungen für den gewerblichen und privaten Bereich bereits getestet hatten, widersprachen ihm vehement, weil es den heutigen Ansprüchen nicht gerecht werde.

Die Rohrbacherin Carola Stauche (CDU) sieht eine gesetzliche Lösung nicht für alle Bürger realisierbar, möchte sich jedoch eines Anliegens, welches eine betroffene Bürgerin sehr emotional vorbrachte, annehmen und persönlich für eine Lösung einsetzen.

Die Abgeordneten von Linken, SPD und Grünen hielten einen gesetzlichen Grundversorgungsanspruch für eine gute Möglicheit, eine flächendeckende Lösung anzustreben.

Zimmermann verwies auf die derzeitigen Bemühungen der Linken in Richtung Universaldienst auf der Bundesebene und nahm die neuen Anregungen der Initiative gerne auf.

"Die Konferenz war ein voller Erfolg, und wir werden jetzt die Politiker und Anbieter beim Wort nehmen", sagte Alexander Zeuner und verspricht: "Wir alle bleiben am Ball, bis wir am Ziel sind."

Kommentar: Wir bleiben am Ball, bis wir am Ziel sind.
Alexander Zeuner von -geteilt.de-
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