TLZ: Gedrosselt auf Datenautobahn

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TLZ: Gedrosselt auf Datenautobahn

Beitragvon Presse » 04.04.2008 15:08

Datum: 03.04.2008
Quelle: Thüringer Landeszeitung (TLZ)
Titel: Gedrosselt auf Datenautobahn

LANDKREIS. Das Internet durchdringt zunehmend alle Lebensbereiche, ist in manchen Dingen bereits Standard - nicht nur zur Unterhaltung,
sondern als Wirtschaftsfaktor. Doch um mithalten zu können, braucht es eine Infrastruktur, die vor allem im ländlichen Bereich lückenhaft ist.
Auch im Unstrut-Hainich-Kreis. Thomas Kirschner wohnt seit September 2007 in Körner, lebte zuvor in Brandenburg, dann in Leipzig. Ein
Rückschritt war der Umzug in den kleinen Ort - nicht etwa wegen der Landschaft oder des kulturellen Angebots. Ihn macht unzufrieden, dass
er DSL, zu Deutsch so viel wie Digitaler Teilnehmeranschluss, hier nur in einer Light-Variante nutzen kann. Und das auch erst seit Dezember.
Denn bis dahin gab es diese Technik zur Bereitstellung von Breitband und damit sehr leistungsfähigen, schnellen Internetzugängen in Körner
gar nicht.
Dabei ist der CNC-Fräser auf das weltweite Netz angewiesen, nutzt es privat, vor allem aber zur beruflichen Weiterbildung. "Das Internet nimmt
ständig an Bedeutung zu. Die eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten sind Wettbewerbsnachteile für Unternehmen", davon ist er überzeugt.
Mit dieser Meinung steht er ebenso wenig allein wie mit der Unzufriedenheit über die Situation. Auskunft darüber gibt der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.
Demnach ist bei rund 155 700 Thüringer Haushalten, das entspricht 13,6 Prozent der Bevölkerung, DSL nicht verfügbar. Genauere Angaben für
den Unstrut-Hainich-Kreis liefert der Atlas (im Internet unter http://www.zukunftbreitband.de), indem man Ort oder Postleitzahl eingibt. Allerdings mit
Stand 31. Mai 2007. Geordnet nach Technologien, werden Anbieter aufgelistet, und es erscheinen eingefärbte Karten.
Hier das Ergebnis der Recherche: Im grünen Bereich, das bedeutet die Verfügbarkeit beträgt über 95 Prozent, liegen die Gemeinden Rodeberg,
Katharinenberg, die Vogtei und Tonna. Bei 75 bis 95 liegt der Wert rundum Mühlhausen, Bad Langensalza, Schlotheim, Menteroda, Großengottern inklusive Altengottern und Schönstedt, Kirchheilingen, in der Gemeinde Unstruttal und auch noch Lengefeld. 50 bis 75 sind es rund um Lengenfeld/Stein. Der Rest des Kreises ist in Pastellgelb getönt, was für eine DSL-Verfügbarkeit von unter zwei Prozent steht.
Das heißt zwar nicht gleich, dass es hier keine Chance auf DSL gibt. Zum einen ist die Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle entscheidend - bei maximal viereinhalb Kilometern ist Schluss, so dass es in einer Straße DSL, in einer andern schon wieder nicht mehr geben kann. Dann gibt es noch die geschilderten "Light-Varianten", das heißt weniger Leistungsfähigkeit und damit Geschwindigkeit beim Surfen. Und außerdem existieren eine Reihe weiterer Möglichkeiten, breitbandiges Internet zu nutzen. Doch das gibt es nicht überall, ist zum Teil noch nicht ausgereift, bietet technische Nachteile und vor allem - es ist teurer.
Zu den weißen Flecken gehört auch Seebach. Nicht damit abfinden wollte sich Dirk Michel. Er beteiligte sich an einer Unterschriftensammlung in der
Gemeinde Weinbergen, um Druck auf die Telekom als wichtigsten Anbieter der Technologie auszuüben. Zudem engagiert er sich bei der nichtkommerziellen "Initiative gegen digitale Spaltung" auf der Internetseite http://www.geteilt.de. Da all das aber bis heute nicht die erwünschte Wirkung zeigte, bemühte er sich selbst um eine Alternative. Die fand er auch, allerdings ist die teurer und komplizierter zu installieren - sprich: nichts für technisch Nichtversierte.
Besser erging es den Bewohnern von Kammerforst, Oppershausen und Flarchheim. Eineinhalb Jahre dauerte es, bis sie mit einer Unterschriftensammlung und dem Nachweis von 70 verbindlichen Interessenten im November 2007 DSL von der Telekom bekamen - allerdings auch nur "light". "Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und müssen entsprechend prüfen, ob sich eine Investition in die Technik lohnt", erklärt Telekom-Pressesprecher Jürgen Will, beteuert aber, dass das Unternehmen künftig die Versorgungsdichte weiter verbessern will - auch in ländlichen Gegenden. Anke KÜHN
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Re: TLZ: Gedrosselt auf Datenautobahn

Beitragvon dachscher » 04.04.2008 15:38

Na dann können wir Frau Kühn ja nur danken, dass Sie uns in dem Artikel erwähnt hat. U.a. hatte Sie Kontakt mit uns.
Das mit der Versorgung laut Breitbandatlas stimmt so ganz zwar nicht, weil der viele Gemeiden als versorgt zählen ( > 95 % ), obwohl dies tatsächlich nicht der Fall ist. Sie u.a. auch hier.
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