portel.de berichtet über Stellungnahme zum Routerzwang

Presseanfragen, Pressemeldungen und Medienberichte über und von der Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- e. V.

portel.de berichtet über Stellungnahme zum Routerzwang

Beitragvon Presse » 06.11.2013 06:32

portel.de greift am 06.11.2013 unsere Stellungnahme und die Pressemitteilung dazu auf und berichtet wie folgt:

BNetzA-Anhörung: Bundesverband -geteilt.de- gegen "Routerzwang"
Die ins Feld geführten Vorteile heben die Nachteile bei Weitem nicht auf

Zwickau, 05.11.13 - Der Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- e. V. lehnt einen „Routerzwang“ ab. Mit einer entsprechenden Stellungnahme hat er sich an der Anhörung der Bundesnetzagentur beteiligt. „Die von den Providern ins Feld geführten Vorteile heben die Nachteile bei Weitem nicht auf. Insbesondere sehen wir Verbraucherrechte und die Sicherheit persönlicher Daten gefährdet.“, sagt dazu Bernd Rudolph, 2. Vorsitzender des Bundesverbandes.

Durch den im Zuge der Liberalisierung der Telekommunikations-Märkte freigegebenen Wettbewerb wurde eine bis heute andauernde Innovation auf dem Endgerätesektor möglich. Jeder Verbraucher kann heute das für seine Zwecke sinnvollste Gerät einsetzen. Ein vom Provider vorgeschriebenes Leitungsabschlussgerät könnte diesem Wettbewerb ein Ende setzen. Verbraucher würden dadurch entmündigt. Der technische Fortschritt wird gehemmt. Rudolph: „Wir sehen die konkrete Gefahr einer Re-Monopolisierung. Das wäre ein Rückfall in Zeiten, als nur amtlich vorgeschriebene Modems der Bundespost erlaubt waren. Wer das noch kennt, wird die Sorgen der Verbraucher verstehen.“ Die von Providern vorgeschlagene Installation nutzereigener Geräte nach den von ihnen vorgeschriebenen ist allein aus ökonomischer Sicht unsinnig.

Doch auch die Netzneutralität und die Integrität persönlicher Daten sind in Gefahr. Provider können die Geräte konfigurieren, ohne auf Nutzerinteressen Rücksicht nehmen zu müssen. So können Dienste priorisiert oder gehemmt werden. Theoretisch verfügen Netzbetreiber sogar über den direkten Zugang zu den lokalen Netzen ihrer Kunden. „Vor dem Hintergrund der NSA-Affäre hat dies ein besonderes ‚Geschmäckle‘.“, findet Rudolph. Werden immer wieder auftretende Sicherheitslücken nicht schnell genug geschlossen, können unbefugte Personen Zugang zu den persönlichen Daten der Verbraucher erlangen. Rudolph: „Durch die Vielzahl gleicher Geräte im Netz der Provider würde sich diese Gefahr geradezu potenzieren!“

Der Bundesverband fordert von der Bundesnetzagentur eine klare Richtung. Rudolph: „Die im Anhörungsverfahren als Modell A benannte Lösung, wonach der Netzabschlusspunkt vor dem Leitungsabschlussgerät liegt, ist die aus Verbrauchersicht einzig akzeptable Lösung. Alle anderen Modelle sind abzulehnen.“ (jpp)
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Re: portel.de berichtet über Stellungnahme zum Routerzwang

Beitragvon Presse » 07.11.2013 08:29

Unser Statement fand in der Presse breites Interesse. So z. B. in der Welt, der Süddeutschen Zeitung, bei zdnet und auch bei onlinekosten.de.

Stellvertretend für alle Veröffentlichungen hier die ausführliche Behandlung bei teltarif.de am 06.11.2013 (Auszug):

Bundesverband "geteilt" e. V. reicht ebenfalls Stellungnahme ein

Auch der Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- e. V. hat diese Möglichkeit wahrgenommen. Er lehnt den Routerzwang ebenfalls ab. "Die von den Providern ins Feld geführten Vorteile heben die Nachteile bei Weitem nicht auf. Insbesondere sehen wir Verbraucherrechte und die Sicherheit persönlicher Daten gefährdet.", sagte der 2. Vorsitzender des Bundesverbandes, Bernd Rudolph.
Eingeschränkte Sicherheit durch Gerätvorgabe

Durch die bisherige Entwicklung auf den Telekommunikations-Märkten und dem damit verbundenen freien Wettbewerb konnten die Verbraucher selber bestimmen, welches Gerät sie als Router verwenden. Denn viele Nutzer wünschen sich ein Endgerät, welches unter anderem zusätzliche Sicherheit beim Surfen im Internet bietet und das Leistungsangebot des Internet nicht anbieterabhängig einschränkt, so der Verband.

Allerdings können die Provider ihre Geräte nach Konzernwünschen konfigurieren, ohne auf Nutzerinteressen Rücksicht nehmen zu müssen. So hätten sie theoretisch Zugriff auf die lokalen Netze ihrer Kunden. Besonders vor dem Hintergrund der NSA-Affäre sollte dieser Punkt besonders bedacht werden, findet Rudolph. Auch Dritte können sich durch eventuell zu langsam behobene Sicher­heits­lücken un­befugten Zugang zu den per­sön­lichen Daten der Ver­braucher verschaffen. "Durch die Vielzahl gleicher Geräte im Netz der Provider würde sich diese Gefahr geradezu potenzieren", erklärt Rudolph.
Monopolbildung wäre möglich

Nicht nur die Datensicherheit sieht der Verband gefährdet. Er befürchtet zudem, dass durch den Routerzwang eine Weiter­entwicklung zu­verlässiger und sicherer End­produkte gebremst wird, da die Inter­net­anbieter nur die Router anbieten, die für das Unternehmen am kostengünstigsten sind. Die Entwicklung eines Monopols wäre demnach möglich, weil die Internetanbieter nur Geräte von jeweils einem bestimmten Hersteller einsetzen würden. Dieses Argument lieferte ebenfalls die Allianz der Endgerätehersteller. "Wir sehen die konkrete Gefahr einer Re-Monopolisierung. Das wäre ein Rückfall in Zeiten, als nur amtlich vorgeschriebene Modems der Bundespost erlaubt waren. Wer das noch kennt, wird die Sorgen der Verbraucher verstehen", sagt Rudolph. Der von Providern vorgeschlagene Einsatz nutzereigener Router nach den von ihnen vorgeschriebenen sei allein aus ökonomischer Sicht unsinnig.
Auch Netzneutralität wird nicht gewährt

Ein zusätzlicher Punkt, den der Verband in seiner Stellungnahme bemängelt ist, dass der Routerzwang die Netzneutralität aushebeln könnte. So könne der Netzbetreiber das Leitungsabschlussgerät so konfigurieren, dass nur bestimmte Inhalte und Datenpakete freigegeben bzw. gegen eine Zusatzgebühr durchgelassen werden. Auch eine Sperrung für den Erhalt bestimmter Daten sieht der Verband für möglich an.

Providereigene Router ermöglichen es dem Netzbetreiber, nach eigenem Ermessen Konfigurationsänderungen vorzunehmen, die nicht immer im Kundeninteresse liegen müssen, heißt es in der Stellungnahme.
Absicht des Bundesverbandes

Mit seiner Stellungnahme will der Bundesverband die Bundesnetzagentur zu einer klaren Richtungsvorgabe bewegen. Diese ist nicht nur für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung.

Unter den verschiedenen Lösungsmodellen sieht der Verband das Modell A als akzeptable Lösung an. Bei diesem Vorschlag liegt der Netzabschlusspunkt vor dem Leitungsabschlussgerät. "Alle anderen Modelle sind abzulehnen", so Rudolph. Die anderen drei Modelle teilte die Bundesnetzagentur in einem entsprechenden Schreiben mit.
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Re: portel.de berichtet über Stellungnahme zum Routerzwang

Beitragvon Haupti76 » 08.11.2013 22:51

Ich finde das richtig klasse, dass Online-Portale wieder über uns berichten. Das ist auch sehr hilfreich für die Wahrnehmung in der Politik. Super! ;)
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