FP: "Verfrühter Jubel über schnelles Internet"

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FP: "Verfrühter Jubel über schnelles Internet"

Beitragvon Presse » 13.05.2012 12:38

In einem Beitrag zur Breitbandversorgung in Sachsen und speziell im Erzgebirge bezieht sich die Chemnitzer Freie Presse (Lokalredaktion Aue-Schwarzenberg) am 11.05.2012 auch auf Aussagen von geteilt.de:

Verfrühter Jubel über schnelles Internet
Angeblich gelöste Breitband-Probleme bleiben im Erzgebirge bestehen


Aue-Schwarzenberg. Tino Günther sprach von einer guten Nachricht. Die Netzbetreiber hätten die Lücken in unterversorgten Gebieten jetzt geschlossen, so der FDP-Landtagsabgeordnete aus Seiffen. Sachsen weise eine flächendeckende und weitestgehende lückenlose Versorgung mit Breitbandinternet auf. Das widerspricht nicht nur den Erfahrungen Tausender Erzgebirger, sondern auch den Angaben, mit denen Fachleute operieren. Sind alle derzeit im Bau befindlichen Breitband-Projekte abgeschlossen, müsse noch immer ein Fünftel der Ortsteile im Erzgebirgskreis ohne akzeptable Internetverbindung auskommen, schätzte vor drei Wochen Uwe Hofmann von der Tele-Kabel-Ingenieursgesellschaft Chemnitz, die sich im Auftrag des Landkreises mit der Breitbandversorgung befasst.

FDP-Mann Günther bezog sich in seiner Jubel-Erklärung auf Angaben der Bundesnetzagentur. Doch die hatte lediglich mitgeteilt, dass die Mobilfunkunternehmen Telekom, Vodafone und Telefonica ihre Versorgungsverpflichtung im 800-MHz-Bereich erfüllt hätten. Das heißt, die drei Großen haben in etlichen Gemeinden LTE-Sender installiert. Das ist superschnelles Internet via Mobilfunk. Davon profitieren vorerst aber nur Orte, die von der Netzagentur die Prioritätsstufe 1 bekommen hatten. "Daran, dass es im Erzgebirgskreis eine Reihe unterversorgte Gebiete gibt, ändert das nicht viel", sagt Bernd Rudolph aus Seifersdorf, Sprecher der Bürgerinitiative gegen digitale Spaltung. Die angeblich lückenlose Versorgung mit schnellem Internet sei Augenwischerei.

Beispiel Grünhain-Beierfeld. Die Priorität 1 beim LTE-Ausbau wurde nur schlecht versorgten Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern eingeräumt. Grünhain-Beierfeld ist eine Stadt mit mehr als 6000 Bürgern und fiel deshalb heraus. Der Ortsteil Beierfeld ist mit Breitband-Internet tatsächlich gut versorgt, in Grünhain gibt es DSL 6000 - aber nicht überall. Ein Teil der Grünhainer hat nur Zugriff auf DSL 1000. In der Rechnung der Telekommunikationsunternehmen gilt auch das als Breitband. In Wirklichkeit sind diese Anschlüsse längst überholt.

Beispiel Wildenthal. Der Ortsteil von Eibenstock wartet seit Jahren auf irgendeine Form von schnellem Internet. Bisher scheiterten alle Bemühungen. Beim jetzt erfolgten LTE-Ausbau hatte Wildenthal erneut keine Chance. Es gehört zur Stadt Eibenstock, die als gut versorgt gilt. Mit seinen knapp 100 Haushalten taucht Wildenthal in keiner Prioritätenliste auf. Glück hatte der Eibenstocker Ortsteil Sosa. Als die Prioritätenliste erstellt wurde, war Sosa noch eine eigenständige Gemeinde und rutschte in die Priorität 1. Ab Sommer soll es in Sosa LTE geben.

"Die Mobilfunkunternehmen mögen ihre Quote erfüllt haben. Doch eine Quote ist nur ein Prozentsatz, und das heißt, etliche fallen raus", sagt Mike Bielagk, der den kürzlich gegründeten Arbeitskreis Breitbandversorgung der IHK-Regionalversammlung Erzgebirge leitet.
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