BITKOM fordert mehr Anstrengung beim Breitbandausbau

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BITKOM fordert mehr Anstrengung beim Breitbandausbau

Beitragvon News » 18.01.2015 11:10

Anlässlich eines Treffens der "Netzallianz" fordert der BITKOM mehr Anstrengungen beim Breitbandausbau, wie aus einer Pressemitteilung des Verbandes vom 14.01.2015 hervorgeht:

Weitere Anstrengungen beim Breitbandausbau erforderlich

■ 700-Megahertz-Frequenzen ermöglichen schnelles Internet auf dem Land
■ Verteigerung der Funkfrquenzen im ersten Halbjahr 2015 geplant
■ Treffen der Netzallianz Digitales Deutschland

Der Digitalverband BITKOM hat anlässlich eines Treffen der „Netzallianz Digitales Deutschland“ mit EU-Kommissar Günther Oettinger weitere Anstrengungen beim Breitbandausbau angekündigt. „Wir brauchen dazu u.a. die 700-Megahertz-Frequenzen, um die Internetgeschwindigkeit im Mobilfunk in den kommenden Jahren schrittweise erhöhen zu können“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf im Vorfeld des Treffens in Berlin. Das gelte insbesondere für den ländlichen Raum, wo die Abdeckung mit schnellen Internetzugängen im Festnetz deutlich schlechter ist als in den Städten. Bei der für das erste Halbjahr 2015 angekündigten Versteigerung von Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur sollte das 700-Megahertz-Band daher vollständig für den Mobilfunk zur Verfügung stehen. Mit der Vergabe der Frequenzen wird die Grundlage für den nächsten Schritt im Mobilfunk LTE-Advanced gelegt. Mit diesem Standard werden Übertragungsraten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde möglich. In wenigen Jahren würde dann der als 5G bezeichnete LTE-Nachfolgestandard diese Frequenzen ebenfalls nutzen können.

Aus Sicht des BITKOM wird der Mobilfunk einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines deutschen Glasfasernetzes leisten. „Die hohen Bandbreiten im Mobilfunk erfordern in den meisten Fällen die Anbindung der Funkzellen mit Glasfaser. Zusammen mit Vectoring-Technologien in den DSL-Netzen sowie der Aufrüstung der Kabelnetze bringen wir jetzt Superbreitband in die Fläche“, betonte Kempf. Parallel sollten neue Verlegetechniken für Glasfaser wie das so genannte Microtrenching stärker eingesetzt werden, um auch mehr Menschen mit Glasfaseranschlüssen bis in die Haushalte versorgen zu können. Voraussetzung ist, dass die Bauämter dafür die notwendigen Genehmigungen erteilen.
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Re: BITKOM fordert mehr Anstrengung beim Breitbandausbau

Beitragvon News » 18.01.2015 11:15

Und auch die Verbände BREKO und VATM melden sich zum Allianz-Treffen mit einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 15.01.2015 zu Wort:

BREKO und VATM: Die wahren Breitband-Champions operieren auf lokaler und regionaler Ebene

Deutschlands führende Telekommunikationsverbände BREKO und VATM haben sich am Mittwoch Nachmittag mit dem EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, in Berlin getroffen. Oettinger hatte an einer außerordentlichen Sitzung der Netzallianz Digitales Deutschland – der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ins Leben gerufenen Investitions- und Innovationsplattform der Bundesregierung – teilgenommen, um sich mit deren Teilnehmern insbesondere zum Thema Breitbandausbau auszutauschen.

Norbert Westfal, Präsident des BREKO, und Martin Witt, Präsident des VATM, riefen den neuen EU-Kommissar noch einmal eindringlich dazu auf, Vielfalt und Wettbewerb auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt nicht aufs Spiel zu setzen und damit künftig nicht vor allem auf starke und große „nationale Player“ zu setzen.

Eine Re-Monopolisierung des europäischen – und deutschen – Telekommunikationsmarktes zugunsten so genannter „nationaler Champions“ führe mitnichten zu einem schnelleren und effizienteren Breitbandausbau, betonten die beiden Verbandspräsidenten unisono. Vielmehr lasse sich eine flächendeckende Versorgung mit Highspeed-Glasfaser-Anschlüssen nur im Zusammenspiel und Miteinander großer Unternehmen sowie vieler lokaler und regionaler Netzbetreiber – einem so genannten dynamischen Investitionswettbewerb – realisieren. Schließlich, unterstrichen Westfal und Witt, hätten die vielen alternativen Netzbetreiber seit der Liberalisierung des deutschen TK-Marktes nachweislich den überwiegenden Teil der Investitionen in moderne Breitbandnetze geleistet.

„Ohne lokal und regional tätige alternative Netzbetreiber gäbe es vielerorts kein Highspeed-Internet, weil sich der Ausbau für Großkonzerne wie die Deutsche Telekom in ländlichen oder unterversorgten Regionen vielfach nicht rechnet“, sagt BREKO-Präsident Norbert Westfal. Und VATM-Präsident Martin Witt betont: „Herr Oettinger hat sich gestern klar für Wettbewerb und die Entwicklung einer Strategie mit allen Stakeholdern gemeinsam ausgesprochen – das begrüßen wir ausdrücklich. Eine Beschränkung der Zugangsregulierung würde hingegen die Investitionsmöglichkeiten und damit auch den Breitbandausbau behindern.“

Die beiden Verbandspräsidenten sind sich einig: „Wir dürfen das Erfolgsmodell Deutschland, um das uns die USA beneiden, nicht riskieren. Wettbewerb ist der Garant für Innovation und erschwingliche Verbraucherpreise.“ Westfal und Witt unterstrichen im Gespräch mit Günther Oettinger, dass der Zugang zur „letzten Meile“, der so genannten Teilnehmeranschlussleitung (TAL), auch weiterhin unverzichtbare Grundlage für intensiven Wettbewerb – und damit für eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Breitbandanschlüssen – bleibe. Dabei müsse sichergestellt sein, dass ein faires Preisniveau auf Vorleistungsebene herrsche.

Für eine hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmen sei es zudem sehr wichtig, dass diese auf eine verlässliche und berechenbare Regulierung setzen könnten. Ein Abbau der Regulierung würde die Ex-Monopolisten nicht auf Augenhöhe mit global operierenden Diensteanbietern, so genannten Over-the-top-Playern (OTTs), bringen. Hier brauche man vielmehr gleiche Bedingungen für alle, zum Beispiel im Bereich Datenschutz und Verbraucherschutz.

EU-Kommissar Günther Oettinger zeigte sich im Gespräch mit den Vertretern der alternativen deutschen Netzbetreiber sehr aufgeschlossen. Um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, lud er die Teilnehmer der Netzallianz Digitales Deutschland zu einem Arbeitstreffen nach Brüssel ein, das im Sommer stattfinden soll.

BREKO-Präsident Norbert Westfal und VATM-Präsident Martin Witt begrüßen die Gesprächsbereitschaft von Günther Oettinger. „Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit dem EU-Kommissar und der gesamten EU-Kommission. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Menschen und Unternehmen in Europa baldmöglichst schnelle und moderne Highspeed-Glasfaseranschlüsse zur Verfügung zu stellen. Die zahlreichen Netzbetreiber im BREKO und VATM sind bereit, hierzu einen entscheidenden Beitrag zu leisten, sofern die EU-Kommission die richtigen Rahmenbedingungen setzt.“

Die beiden Verbandspräsidenten werden Günther Oettinger bereits am morgigen Freitag erneut treffen – diesmal in Brüssel. Dann geht es vor allem um die Investitionen in Highspeed-Glasfasernetze und die Frage, wie die von der EU im Rahmen ihrer Digitalen Agenda gesetzten Breitbandziele (bis 2020 mindestens 30 MBit/s für alle EU-Bürger sowie mindestens 100 MBit/s für 50 Prozent aller EU-Bürger) erreicht werden können.
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Re: BITKOM fordert mehr Anstrengung beim Breitbandausbau

Beitragvon bru62 » 01.02.2015 15:39

Auch der BUGLAS hatte am 14.01.2015 zum Treffen eine Pressemitteilung veröffentlicht:

BUGLAS: Weichen für die Gigabit-Gesellschaft in Deutschland und Europa bereits heute richtig stellen
FttB/H-Rollout mit Fördervorrang und steuerlicher Absetzbarkeit schneller voranbringen - Glasfaserverband schlägt Netzallianz "Agenda Kursbuch 2.0" vor

Beim heutigen Treffen der von Bundesminister Alexander Dobrindt initiierten "Netzallianz Digitales Deutschland" stand Europa im Mittelpunkt der Diskussion – nicht ohne Grund war EU-Kommissar Günther Oettinger als Gast geladen. Jens Prautzsch, Präsident des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS) und Vorsitzender der M-net-Geschäftsführung, nutzte daher die Gelegenheit, um zu betonen, dass bereits heute in Brüssel und Berlin die Weichen für die Gigabit-Gesellschaft gestellt werden müssten: „Die aktuellen politischen Ziele einer flächendeckenden Bandbreitenversorgung in Europa von 30 Megabit pro Sekunde bis 2020 und in Deutschland von 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 geben nur die grundsätzliche Richtung vor, in die sich Bandbreitenbedarf und -nachfrage in den kommenden Jahren entwickeln werden.“

„Spätestens in der nächsten Dekade werden wir uns angesichts der technologischen Entwicklungen mit Machine-to-machine-communication, neuen Mobilitätsformen, weiterentwickelten Bewegtbild-Applikationen und vielem mehr ganz klar in Richtung Gigabit-Gesellschaft bewegen“, führte Prautzsch aus. „Die Gigabit-Gesellschaft ist auf eine flächendeckende Verfügbarkeit direkter Glasfaseranschlüsse – symmetrisch, ausfallsicher und energieeffizient – angewiesen. Dafür müssen wir so früh wie möglich die Grundlagen legen.“ Dabei sei zu beachten, dass das Gute, eine kurzfristige Verbesserung der Versorgung mit schnellerem Internet, das Bessere, eine nachhaltige flächendeckende Glasfaserversorgung, nicht behindern dürfe.

Aus den Reihen des deutschen Glasfaserverbands nahmen außerdem NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns und wilhelm.tel-Geschäftsführer Theo Weirich teil. Weirich, zugleich Vize-Präsident des BUGLAS, ergänzte: „Wenn wir bereits heute den Grundstein für die leistungsfähige Glasfaserversorgung der Gigabit-Gesellschaft legen wollen, ist ein viel stärkeres Augenmerk auf FttB/H-Anschlüsse notwendig. Nur die gewährleisten höchste Bandbreiten, größte Ausfallsicherheit und damit maximale Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.“ Angesichts der im Vergleich hohen Ausbaukosten ist nach Auffassung des BUGLAS für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Europa eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand unerlässlich. Deshalb muss bei öffentlichen Ausschreibungen und Förderprogrammen FttB/H-Projekten grundsätzlich zwingend ein Fördervorrang eingeräumt werden. Förderkriterien sollten künftig an erster Stelle die Zukunftsfähigkeit der Technologie bewerten und nicht wie bisher rein auf CAPEX oder die Größe des Unternehmens abstellen.

Um diese und weitere Maßnahmen zur Unterstützung des Ausbaus hochleistungsfähiger Glasfasernetze in Deutschland weiterzuverfolgen, hat der BUGLAS heute den Entwurf für eine „Agenda Kursbuch 2.0“ in die Sherparunde der Netzallianz eingebracht (s. Anlage). Darin wird gleichermaßen auf eine intensivierte Befassung bereits diskutierter Maßnahmen wie auch auf bislang ausgeblendete Themen abgestellt. So spricht sich der BUGLAS neben dem Fördervorrang für FttB/H für die Umsetzung seines Vorschlags der vollständigen steuerlichen Absetzbarkeit von Glasfaser-Hausanschlüssen aus. Nach Berechnungen des Verbands würde eine solche selbst bei einer Million zusätzlicher FttB/H-Anschlüsse gerade einmal Netto-Steuermindereinnahmen von etwa 0,1 % des gesamten Einkommensteueraufkommens ausmachen. Weitere Vorschläge des Glasfaserverbands sind Einspeiseentgelte für must-carry-Sender und eine Bundesrahmenregelung Fördermittel.
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