Netzneutralität als wichtiges Thema

Themen zur Netzneutralität

Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Nenunikat » 12.06.2013 13:02

grapevine hat geschrieben:...
Kundenfreundlich wäre auf jeden Fall, wenn man als Kunde direkt beeinflussen könnte, wie bestimmte Datenpakete vom und zum eigenen Anschluss behandelt werden, d.h. dass man selbst die Ungleichbehandlung festlegen kann. Technisch ist das machbar. Wirtschaftlich stellen sich dann zwei Fragen: Was ist diese Möglichkeit dem Kunden wert? Ist ein solches Produkt für den Massenmarkt geeignet?
...

Da ich nicht ausschließen kann, dass man QoS für so etwas wie beispielsweise Telefonie oder Fernsehen braucht, halte ich es für besser, wenn der Kunde nicht durch irgendwelche Preis- oder Vertragsgestaltungen zum Akzeptieren von eher dem Anbieter genehmen Festlegungen gezwungen werden kann.
Deswegen QoS auf Kundenwunsch. Ein Netz, das QoS nicht braucht, weil es leistungsfähig genug ist, ist natürlich besser. Solange dies aber noch nicht so ist, wird man auf die Art Ungleichbehandlung (also Abweichung von Best-Effort) nicht verzichten können, ohne mit Einschränkungen leben zu müssen.
Wie sich hier Angebot und Nachfrage entwickeln wird, ist - mir jedenfalls - unklar. Ob es für Privatkunden überhaupt so ein Angebot geben wird, ist schon fraglich. Angebote mit festen Festlegungen (auf beispielsweise den Telefonie- und den Fernseh-Dienst des Netzanbieters) sehe ich im Moment als wahrscheinlicher an. Dazu ggf. noch ein paar buchbare "Optionen" für ausgewählte Inhalteanbieter.
(Es bringt ja auch nichts, wenn schon innerhalb des NGN des eigenen Netzanbieters die Wirkung der gewählten QoS irgendwo auf der "Strecke" zwischen EInspeisung der Daten des Inhalteanbieters und Kunde aufhört. Dann führt ein "Stau" im restlichen Teil der "Strecke" dazu, trotzdem die Daten nicht ungehindert zwischen Inhalteanbieter und Kunde fließen.)
grapevine hat geschrieben:Zweifellos. Aber warum soll ein Netzbetreiber ohne eigenen Vorteil einen Dienst subventionieren, der auf wackeligen Beinen steht, aber trotzdem unbedingt etwas besseres als Best-Effort braucht?
...

Weil er hoffentlich mal gesetzlich dazu gezwungen werden kann, sich selbst keine Vorteile zu verschaffen. Aus eigenem Antrieb wird der Netzbetreiber natürlich nicht die Konkurrenz unterstützen.
grapevine hat geschrieben:...
Mit Blick auf eine NGN-Architektur droht allerdings gerade das nicht. Das Teure am Netz ist -- da besteht hoffentlich Einigkeit -- die Verfügbarkeit in der Fläche ("Access"). Wem ich in der Provinz keinen schnellen Internetanschluss liefern kann, dem kann ich erst recht keine Managed Services verkaufen. Wie ich schon gesagt habe, ist "Internet" nur ein kleiner Teil einer NGN-Infrastruktur.
...

Vereinfacht gesagt: NGN ist das ganze Netz und Internet ein Teil davon. Soweit ist das gut nachvollziehbar.
Aber hier gibt es sicherlich auch die Möglichkeit, den verschiedenen "Bereichen" im NGN unterscheidlich viele Resourcen zuzuweisen.
Auf diesem Weg kann man dann - wenn man will - auch den Teil "Internet" soweit einschränken, dass es - gegenüber anderen Teilen des NGN - nur noch "Feldweg"-Qualität bzw. -Quantität hat. Andere Teile verkaufen sich dann besser bzw. haben mehr Resourcen zur Verfügung.

Das Problem des unzureichenden Ausbaus in der Fläche haben wir natürlich auch weiterhin.
Das vorläufig zurückgestellte Pilotprojekt "Funk statt Festnetz" zeigt ja, dass später ggf. das NGN stellenweise - mehr oder weniger - ohne Festnetz-Infrastruktur funktionieren soll.
grapevine hat geschrieben:...
Ich will ja nicht unnötig hartnäckig sein, aber die Formulierung "im Netz" ist doch der Knackpunkt. Wenn "im Netz" das NGN-Netz des eigenen Anbieters betrifft, dann stimmt das heute meistens, und es ist in diesem Fall ein Verstoß gegen die Netzneutralität im Sinne des Kunden.
...

... und würde damit aus technischer Sicht auch funktionieren - da keine Unterbrechung bei der Wirkung des QoS auftritt, oder?
grapevine hat geschrieben:...
Wenn mit "Netz" aber das Internet gemeint ist, dann ist es so, dass man QoS über Netzgrenzen hinweg vergessen kann. Sobald man Netzgrenzen überschreitet, herrscht meistens Netzneutralität aus technischer Unzulänglichkeit.

Sprich zu wenig Resourcen, für den vorhandenen Traffik zu schwach angebunden, ...
Dann kann natürlich QoS diesen Engpass auch nicht wieder reparieren - der Stau ist ja schon passiert.
Liefert ein Inhalteanbieter sein Daten nur in ein Netz, welches nicht das Netz des eigenen Netzanbieters ist, dann kann es sein, dass man bei "Stau" bis zur Grenze des eigenen Netzanbieters gar keine Möglichkeiten hat, dies wieder auszugleichen. Dort hilft dann - wenn sich diese Staus nicht grundsätzlich durch bessere Anbindungen an den anderen Netzbetreiber bzw. entsprechende Regelungen untereinander verhindern lassen - nur noch die direkte Anbindung des Inhalteanbieters an den eigenen Netzbetreiber. Wie der Inhalteanbieter dies umsetzt und finanziert, ist dann seine Angelegenheit - also ein anderes Thema.
... - erleben was verhindert.
"Grenzen gabs gestern" - heute gibts Verhinderungen.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon grapevine » 12.06.2013 20:02

Neunikat hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:Zweifellos. Aber warum soll ein Netzbetreiber ohne eigenen Vorteil einen Dienst subventionieren, der auf wackeligen Beinen steht, aber trotzdem unbedingt etwas besseres als Best-Effort braucht?
...

Weil er hoffentlich mal gesetzlich dazu gezwungen werden kann, sich selbst keine Vorteile zu verschaffen. Aus eigenem Antrieb wird der Netzbetreiber natürlich nicht die Konkurrenz unterstützen.


Das sind aber jetzt falsche Vorzeichen. Zunächst einmal liegt der Vorteil beim Anbieter des Dienstes, wenn sein Dienst besser funktioniert, als Best-Effort. Es ist dann nicht verwerflich, wenn derjenige, der das Netz in diesem Sinne betreibt, auch etwas davon haben will. Das ist ja durchaus keine unangemessene Hürde: wenn man mitpinkeln möchte, sollte man das Bein schon auch hochbekommen.

Alles unter der Voraussetzung natürlich, dass das gewohnte Best-Effort-Netz nicht unlauter verschlechtert wird.

Neunikat hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:...
Mit Blick auf eine NGN-Architektur droht allerdings gerade das nicht. Das Teure am Netz ist -- da besteht hoffentlich Einigkeit -- die Verfügbarkeit in der Fläche ("Access"). Wem ich in der Provinz keinen schnellen Internetanschluss liefern kann, dem kann ich erst recht keine Managed Services verkaufen. Wie ich schon gesagt habe, ist "Internet" nur ein kleiner Teil einer NGN-Infrastruktur.
...

Vereinfacht gesagt: NGN ist das ganze Netz und Internet ein Teil davon. Soweit ist das gut nachvollziehbar.


Es gibt mehrere eigenständig betriebene NGN-Netze, die erstmal nichts miteinander zu tun haben. Dann gibt es das Internet, also die Wolke, die aus ca. 45.000 autonomen Netzwerken ("Autonome Systeme") gebildet wird, die (fast) alle auf irgendeine Weise zusammengeschaltet sind, z.B. am DE-CIX. Ein Teil dieser 45.000 Autonomen Systeme ist heute über NGN realisiert, aber bei weitem nicht alle. Es gibt Überschneidungen, aber keine Teilmengenbeziehung.

Neunikat hat geschrieben:Aber hier gibt es sicherlich auch die Möglichkeit, den verschiedenen "Bereichen" im NGN unterscheidlich viele Resourcen zuzuweisen.
Auf diesem Weg kann man dann - wenn man will - auch den Teil "Internet" soweit einschränken, dass es - gegenüber anderen Teilen des NGN - nur noch "Feldweg"-Qualität bzw. -Quantität hat. Andere Teile verkaufen sich dann besser bzw. haben mehr Resourcen zur Verfügung.


Das ist technisch möglich, ja. Künstliche Verknappung (ich meine nicht die Drosselung) wäre an dieser Stelle volkswirtschaftlich fatal, aber davon abgesehen ergibt das ja nur Sinn, wenn man mit den freigehaltenen Netzkapazitäten gleichzeitig etwas besseres tun kann.

Nenunikat hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:...
Wenn mit "Netz" aber das Internet gemeint ist, dann ist es so, dass man QoS über Netzgrenzen hinweg vergessen kann. Sobald man Netzgrenzen überschreitet, herrscht meistens Netzneutralität aus technischer Unzulänglichkeit.

Sprich zu wenig Resourcen, für den vorhandenen Traffik zu schwach angebunden, ...


Man kann QoS als "Verwaltung eines Mangels" verstehen, aber das ist nicht der einzige Grund. Best-Effort bedeutet: Statistisches Multiplexen (ggf. bei Wikipedia nachlesen) von verschiedenen Datenströmen. Netzneutralität bedeutet: Jedes Paket, egal aus welchem Datenstrom, wird gleich behandelt.

Dieses Verfahren gerät aber schon an seine Grenzen, bevor Leitungen dicht sind. Man stelle sich vor, man hätte eine Leitung mit 2 Mbit/s zwischen zwei Punkten A und B. Dann sind folgende Aspekte erwähnenswert:

a) Es ist wohl vielen nicht bewusst, dass so eine Leitung nicht "halb ausgelastet" sein kann. 2 Mbit/s bedeutet: Ich kann 2.000.000 Bit pro Sekunde in diese Leitung stecken. Wenn ich ein Paket mit 1.500 Byte (typisch z.B. für Dateitransfers) über diese Leitung schicke, ist die Leitung 6 Millisekunden lang voll belegt, und danach nicht mehr.

b) Ich kann nun 9 Datentransfers mit 200 kbit/s gleichzeitig laufen lassen. Bei Dateitransfers versucht man, die Paketgröße so groß zu machen, wie möglich, um möglichst wenig Verschnitt wegen Verwaltungsinformationen (Header usw.) zu haben. Im Mittel kommt jeder Datentransfer alle 9 Pakete zum Zuge und ich benötige dafür 1,8 Mbit/s. Über eine Sekunde gesehen ist die Leitung also noch nicht ausgelastet. Jeder Transfer erzeugt dabei 16-17 Pakete pro Sekunde.

c) Ich könnte nun auf die Idee kommen, die restliche Kapazität der Leitung für ein Telefongespräch zu nutzen. Auch dafür wird ein kontinuierlicher Datenstrom in Pakete zerteilt. Im Gegensatz zum Dateitransfer versucht man hier, die Pakete möglichst klein zu machen. Es ist nämlich so, dass ein Paket erst losgesendet werden kann, wenn es beim Sender vollständig vorliegt. Würde man also immer 300 Millisekunden warten, dann würde der Empfänger eine Verzögerung von mindestens 300 Millisekunden (plus Übertragungszeit) wahrnehmen. Üblich ist es beispielsweise, alle 20 Millisekunden ein Paket zu erzeugen, d.h. man erzeugt für ein Telefongespräch 50 Pakete pro Sekunde.

d) Codiert mit G.711 benötigt man inklusive Overhead für ein solches Gespräch ungefähr 80-90 kbit/s. Damit wäre ich bei knapp 1,9 Mbit/s und noch im grünen Bereich, was die Übertragungsrate anbetrifft. Pro Sekunde übertrage ich ca. 200 Pakete, davon 150 große für meine Dateien und 50 kleine für mein Gespräch, und ich habe sogar noch ein paar Augenblicke, in denen ich nichts übertrage.

Wenn ich den Tondatenstrom des Telefongesprächs sauber abspielen will, muss ich beim Empfänger alle 20 Millisekunden ein vollständiges Paket bekommen. Da ich statistisch und netzneutral multiplexe, ist im Mittel jedes vierte Paket ein Telefonpaket, d.h. aus dem anderen Ende fällt alle 18-19 Millisekunden ein Telefon-Paket raus. Alles gut?

Nein. Ein Sprachpaket kommt nämlich nur alle 20 Millisekunden. Wenn ich eines gesendet habe, kann ich 3 Dateipakete senden und benötige 18 Millisekunden. Da es bis zum nächsten Sprachpaket noch 2 Millisekunden dauert, sende ich also ein weiteres Dateipaket in weiteren 6 Millisekunden. Danach ist das nächste Sprachpaket fertig, aber leider habe ich damit eine Verzögerung von 24 Millisekunden zwischen zwei Sprachpaketen und werde ohne weiteres schon Qualitätseinbußen hinnehmen müssen.

Für manche Dienste braucht man also auch ohne Überlast schon QoS.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Nenunikat » 12.06.2013 20:48

grapevine hat geschrieben:...
Alles unter der Voraussetzung natürlich, dass das gewohnte Best-Effort-Netz nicht unlauter verschlechtert wird.
...

Genau das ist der Knackpunkt, um den es ja bei möglichen gesetzlichen Vorschriften geht.
Eine Art Übererfüllung (ohne Beeinrächtigung anderer vom Kunden gewünschter Inhalte/Dienste) soll ja gar nicht verboten werden.

Vielleicht hast Du mich auch falsch verstanden:
Mir geht es nicht darum, dass sich der Netzbetreiber darum kümmern muß, dass die Anbindung des Inhalteanbieters durch beispielsweise verschiedene lokale "Einspeisungen" zu verbessern ist. Dies ist Angelegenheit des Inhalteanbieters.
Es geht mir darum, dass der Anbieter gesetzlich gezwungen wird, seinen Dienst nicht dadurch pushen zu können, dass die Konkurrenz-Dienste künstlich ausgebremst werden bzw. die Internet-Netzanbindung vergleichsweise künstlich schlecht ist - und somit der Netzanbieter-eigene Dienst einen (zusätzlichen) Vorteil hat.
grapevine hat geschrieben:...
Es gibt mehrere eigenständig betriebene NGN-Netze, die erstmal nichts miteinander zu tun haben. Dann gibt es das Internet, also die Wolke, die aus ca. 45.000 autonomen Netzwerken ("Autonome Systeme") gebildet wird, die (fast) alle auf irgendeine Weise zusammengeschaltet sind, z.B. am DE-CIX. Ein Teil dieser 45.000 Autonomen Systeme ist heute über NGN realisiert, aber bei weitem nicht alle. Es gibt Überschneidungen, aber keine Teilmengenbeziehung.
...

Ich meinte das mit dem NGN auf den Netzanbieter bezogen. Dass die Netze der Netzanbieter entsprechend zusammengeschaltet sein müssen, damit beispielsweise ein Internet daraus wird, ist mir bekannt. (Vergleichbar sicherlich das Telefonnetz.)
Ebenso ist mir bekannt, dass es Verbindungen bei einem Netzanbieter und sicherlich auch zwischen verschiedenen Netzanbietern gibt, die zum Datenaustausch genutzt werden, aber nichts mit dem Internet zu tun haben (Stichwort: "Standleitung").
Ein Netzanbieter wird wohl aber nicht eine Vielzahl verschiedner NGN-Netze nebeneinander haben, die nicht viel miteinander zu tun haben, oder?
grapevine hat geschrieben:...
Das ist technisch möglich, ja. Künstliche Verknappung (ich meine nicht die Drosselung) wäre an dieser Stelle volkswirtschaftlich fatal, aber davon abgesehen ergibt das ja nur Sinn, wenn man mit den freigehaltenen Netzkapazitäten gleichzeitig etwas besseres tun kann.
...

Zum Beispiel die Managed Services bedienen...
(Oder den Ausbau / das Vorhalten von Kapazitäten auf längere Sicht entsprechend "kleiner" betreiben.)
grapevine hat geschrieben:Man kann QoS als "Verwaltung eines Mangels" verstehen, aber das ist nicht der einzige Grund. Best-Effort bedeutet: Statistisches Multiplexen (ggf. bei Wikipedia nachlesen) von verschiedenen Datenströmen. Netzneutralität bedeutet: Jedes Paket, egal aus welchem Datenstrom, wird gleich behandelt.
...
Für manche Dienste braucht man also auch ohne Überlast schon QoS.

Ja eben, QoS wird interessant, sobald es zu eng für das ungestörte, ungehinderte Funktionieren wird.
"Verwaltung eines Mangels" ist ja auch mein Gedanke - und Managed Services will ja auch: Mangelfreie Versorgung.
Natürlich ist QoS nicht die einzige Möglichkeit, ein bestimmte Qualität (und auch Quantität) bei der Datenübertragung zu erreichen.
Eine weitere ist doch sicherlich, Daten auf separaten, ungestörten Wegen zu übertragen (ggf. auch nur virtuell) und erst wieder in Kundennähe mit dem "Rest" zu verbinden?
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Dino75195 » 13.06.2013 07:54

Guten Morgen,

auch die EU möchte die Netzneutralität festschreiben.
Bin gespannt, was da festgeschrieben wird.


Brüssel will Vorschlag für Telecom-Binnenmarkt im Herbst vorlegen
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 87461.html

Edit:
Viele Onlinemedien, Zeitungen berichten zum Thema Netzneutraltität
z.B.

Die Telekom lenkt doch nur ab!
http://www.stern.de/digital/online/abge ... 24051.html



Gruß Robert
Zuletzt geändert von Dino75195 am 13.06.2013 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon grapevine » 13.06.2013 11:33

Nenunikat hat geschrieben:Vielleicht hast Du mich auch falsch verstanden:
Mir geht es nicht darum, dass sich der Netzbetreiber darum kümmern muß, dass die Anbindung des Inhalteanbieters durch beispielsweise verschiedene lokale "Einspeisungen" zu verbessern ist. Dies ist Angelegenheit des Inhalteanbieters.
Es geht mir darum, dass der Anbieter gesetzlich gezwungen wird, seinen Dienst nicht dadurch pushen zu können, dass die Konkurrenz-Dienste künstlich ausgebremst werden bzw. die Internet-Netzanbindung vergleichsweise künstlich schlecht ist - und somit der Netzanbieter-eigene Dienst einen (zusätzlichen) Vorteil hat.


Dann habe ich dich wirklich falsch verstanden. Die Diskriminierung von fremden, bzw. die Bevorzugung von eigenen Diensten ist nach meinem Eindruck aber hauptsächlich eine wettbewerbsrechtliche Angelegenheit, die über Netzneutralität etwas hinaus geht. Wie ich schon sagte, gibt es dafür ja schon Gesetze, die ggf. noch überarbeitet werden müssten.

Nenunikat hat geschrieben:Ein Netzanbieter wird wohl aber nicht eine Vielzahl verschiedner NGN-Netze nebeneinander haben, die nicht viel miteinander zu tun haben, oder?


Das widerspricht im Grunde der Idee hinter NGN, aber möglich ist es, und aus manchen Gründen (Sicherheit, Robustheit) kann das auch sinnvoll sein. Auch als Endergebnis von Fusionen wird man das in der Praxis antreffen.

Nenunikat hat geschrieben:Natürlich ist QoS nicht die einzige Möglichkeit, ein bestimmte Qualität (und auch Quantität) bei der Datenübertragung zu erreichen. Eine weitere ist doch sicherlich, Daten auf separaten, ungestörten Wegen zu übertragen (ggf. auch nur virtuell) und erst wieder in Kundennähe mit dem "Rest" zu verbinden?


Ein "separater, ungestörter Weg" in der virtuellen Welt bedeutet: Ressourcen werden reserviert, damit sie sicher bereitstehen, falls sie gebraucht werden. Mit Reservierung ist normalerweise ein Effizienzverlust verbunden. An meinem Beispiel von gestern: Ich weiß nach 18 ms, dass ein Telefonpaket zu übertragen ist und warte noch 2 ms. Wenn das Paket kommt, kann es übertragen werden. Wenn es nicht kommt, habe ich 2 ms verschenkt.

Egal wie, es verstößt gegen die Netzneutralität.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Dino75195 » 14.06.2013 07:04

Guten Morgen

Ein sehr guter Kommentar auf onlinekosten.de zum Thema Netzneutralität, und wie es die Telekom wohl gerne die Drosselung eingeführt hätte...

Kommentar: Telekom drosselt weniger, Netzneutralität weiter in Gefahr
http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... -in-Gefahr

Gruß Robert
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Dino75195 » 17.06.2013 09:27

Hallo zusammen,

auch die FDP also Herr Rösler möchte was beim Thema Netzneutralität unternehmen.

Rösler will gleiches Internet für alle
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 89330.html

Es wird aber "nur" eine Verordnung.

Also kein Gesetz, wie verbindlich ist eine Verordnung?

Zumindest dürfen laut Herr Rösler die netzbetreibern eigene und fremde Inhalte grundsätzlich nicht bevorzugt übermitteln.
Was ist dann aber mit IP-Telefonie?

Die Infos stehen auch bei unserem Bündnispartner
https://netzpolitik.org/2013/wird-das-w ... e-stoppen/

Genaue Infos liegen auch denen noch nicht vor.

Das Thema bleibt spannend.

Gruß Robert
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon grapevine » 24.06.2013 16:03

Also zunächst: Was ihre praktische Bedeutung anbetrifft, ist eine Verordnung genauso verbindlich, wie ein Gesetz, bzw. sie ist in dieser Hinsicht ein Gesetz. Man muss sich also dran halten, und wenn man das nicht tut, dann hat das die üblichen zivil- oder strafrechtlichen Folgen. Die StVO und der zugehörige Bußgeldkatalog dürfte den meisten bekannt sein, das sind auch "nur" Verordnungen.

Es ist allgemein üblich, dass der Bundestag in einem Gesetz nur allgemeine Grundsätze beschließt, die dann in einer nachgelagerten Verordnung konkret ausgestaltet werden. Die Ausgestaltung übernimmt dann nicht mehr der Bundestag, sondern ermächtigt dazu die zuständigen Ministerien, hier federführend das Wirtschaftsministerium. Das kann schneller beschlossen und verändert werden. Die Grundlage dafür ist hier der § 41a des TKG.

Man kann den Entwurf hier finden:

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/V ... b=true.pdf

Es stehen im Kern die Dinge drin, die ich erwartet hatte. IP-basiertes "klassisches" Fernsehen wäre nach diesen Regelungen unproblematisch. Die Ausnahme eines Dienstes wie Spotify wäre nach diesem Text vermutlich verboten, aber man könnte den Wortlaut auch so zurechtbiegen, dass es noch passen könnte.

Gleichzeitig ist die Formulierung auch in die andere Richtung so unklar, dass man nun vermuten könnte, eine Kooperation mit CDNs wäre verboten ("Betreiber dürfen keine entgeltlichen Vereinbarungen mit Inhalteanbietern abschließen, die darauf abzielen, Endnutzern einen bevorzugten Zugang zu deren Inhalten und Anwendungen zu ermöglichen."). Das kann so nicht gewollt sein. Man sieht daran sehr schön, dass es nicht leicht ist, Regeln allgemein so zu formulieren, dass sie das unerwünschte verbieten, aber das gewünschte erlaubt lassen. Auch dieser Entwurf drückt sich ein wenig darum, festzulegen, wo das Internet beginnt und wo es aufhört.

Und, Robert, das von Dir erwünschte Verbot des Routerzwangs steht auch drin.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon Dino75195 » 25.06.2013 14:01

Vielen Dank für die Info


Ich hab mir die Sitzung angeschaut

Petent will Netzneutralität gesetzlich festschreiben
http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... index.html

Wie immer wurde von der Bundesregierung um den heißen Brei geredet...
(Meine Meinung)

Zumindest ist das Thema auch bei den Tagesthemen und Heute-Jornal und damit ein wenig in der Öffentlichkeit angekommen, mehr Informationen unter:
http://tagesthemen.de/multimedia/video/ ... 15360.html
https://netzpolitik.org/2013/netzneutra ... te-journal


Gruß Robert
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon News » 30.06.2013 11:01

Zum Verordnungsentwurf des BMWi äußert sich der BITKOM am 28.06.2013 in einer Pressemitteilung:

BITKOM kritisiert Verordnungsentwurf zur Netzneutralität

- Massiver und kontraproduktiver Eingriff in den Wettbewerb
- Regulatorischer Schnellschuss bedroht den Breitbandausbau

Der Hightech-Verband BITKOM kritisiert den Verordnungsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zur so genannten Netzneutralität. „Der Entwurf des BMWi ist ein regulatorischer Schnellschuss und wird der komplexen Thematik nicht gerecht. Er konterkariert die Breitbandstrategie der Bundesregierung, in dem er genau jenen Unternehmen massiv schadet, die in den Breitbandausbau investieren“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Aufgrund der sehr allgemeinen und weitreichenden Regelungen im Entwurf könnte es Netzbetreibern auf der einen sowie Dienste- und Inhalteanbietern auf der anderen Seite künftig generell verboten sein, Produkte und Dienste nach Preis und Qualität zu differenzieren. Gesicherte Qualitätsklassen sind jedoch notwendig, um die Güte bestehender Internet-Dienste zu garantieren und innovative Services und Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Auch der europäische Rechtsrahmen sieht ausdrücklich die Möglichkeit solcher Differenzierungen vor. „Die Verordnung des BMWi in ihrer jetzigen Fassung ist ein massiver, unnötiger und kontraproduktiver Eingriff in den Wettbewerb“, so Rohleder. Er appellierte an die Politik, sich mit der Verordnung intensiv und umfassend zu befassen und sie nicht im Hauruck-Verfahren durchzusetzen.

Das BMWi stützt sich in seinem Entwurf auf § 41a Telekommunikationsgesetz (TKG). Jedoch sind regulatorische Maßnahmen auf Grundlage dieses Paragrafen nur als ultima ratio im Falle einer umfassenden und dauerhaften Verschlechterung bei der Datenübertragung im Internet vorgesehen. Bei der geplanten Verordnung handele es sich hingegen um eine rein präventive Regulierung.

„Die TK-Branche bekennt sich nachdrücklich zum so genannten ,Best Effort‘-Prinzip bei der Übermittlung von Daten“, sagt Rohleder. Daten und Dienste werden schnellstmöglich und im Rahmen der verfügbaren Ressourcen nach besten Möglichkeiten übertragen. Inhalteanbieter und Endkunden müssen aber die Möglichkeit bekommen, eine höherwertige, über „Best Effort“ liegende Qualität einzukaufen, um die reibungslose Abrufbarkeit von bestimmten Diensten sicherzustellen. Innovative neue Dienste können sich damit sowohl unter „Best Effort“ als auch in einem qualitätsgesicherten Umfeld entwickeln. Anwendungen wie Videos profitieren von garantierten Bandbreiten. Online-Gamer von geringen Reaktionszeiten, Videotelefonie von absolut stabilen Verbindungen. Bei E-Mails dagegen komme es nicht auf eine Sekunde mehr oder weniger an. „Wir sind gegen Diskriminierung von Diensten und Daten, aber sehr wohl für Differenzierung“, so Rohleder.

Die Branche war und ist sich einig, dass das Gebot eines offenen Internets essentieller Bestandteil eines freiheitlich demokratischen Gemeinwesens ist, in dem jedermann Anbieter und Dienste frei wählen kann. Das strenge deutsche Wettbewerbs- und Kartellrecht bietet aus BITKOM-Sicht einen verlässlichen Rechtsrahmen für unternehmerisches Handeln, Rechts- und Planungssicherheit. So müssten Netzbetreiber ihre Angebote allen Interessenten zu kommerziellen und transparenten Bedingungen zugänglich machen. Eine wettbewerbswidrige Diskriminierung gleichwertiger Dienste sei verboten. „In einem offenen, diskriminierungsfreien und wettbewerbsintensiven Breitbandmarkt bedarf es keiner präventiven Regulierung“, sagt Rohleder. „Letztlich entscheiden allein die Nutzer über Erfolg oder Misserfolg neuer Produkte und Geschäftsmodelle.“
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Die EU-Kommission tritt ‪‎Netzneutralität‬ mit Füßen

Beitragvon Dino75195 » 15.07.2013 19:16

Die EU-Kommission tritt ‪‎Netzneutralität‬ mit Füßen

EU-Kommission will Zwei-Klassen-Internet erlauben
http://www.golem.de/news/netzneutralita ... 00385.html

Vielleicht möchte ein noch eine Zusammenfassung schreiben...
Es war ja nicht anders zu erwarten von der EU...

Gruß Robert
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon bru62 » 20.07.2013 12:33

zum Verordnungsentwurf gibt es eine Pressemitteilung des IfKom . e. V. vom 15.07.2013:

IfKom e.V. kritisiert BMWi-Verordnungsentwurf zur Netzneutralität

Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) halten den vom Bundeswirtschaftsministerium erstellten Verordnungsentwurf zur Netzneutralität für handwerklich überhastet formuliert, inhaltlich ungenau, zum Teil sogar widersprüchlich und damit für nicht zielführend.

Wie der Verband am Montag mitteilte, sehen die ITK-Ingenieure in dem Entwurf die Gefahr eines Schnellschusses, der weder dem Anliegen der Verbraucher noch den Erfordernissen der Wirtschaft und auch nicht der Förderung des Wettbewerbs gerecht wird.

Netzneutralität, also der diskriminierungsfreie Transport von Internet-Paketen unabhängig von ihrem Inhalt, ihrem Absender oder Empfänger, sei ein hohes Gut, das die Informationsfreiheit und Teilhabe aller Bürger an Internet-Diensten sicherstellen, den Wettbewerb fördern und dem wirtschaftlichen Nutzen nicht entgegen stehen soll. Dem werde der jetzige Verordnungsentwurf nur bedingt gerecht, heißt es. Er wolle alle Netzbetreiber verpflichten, eigene Angebote nicht bevorzugt zu behandeln. Außerdem sehe das Papier eine Stärkung des Best-Effort-Prinzips vor, lasse auf der anderen Seite aber auch technisch erforderliche Qualitätsdienstklassen zu, solange dem Endnutzer Wahlmöglichkeiten erhalten bleiben.

"Das ist zumindest interpretationsfähig", sagt der IfKom. Das Best-Effort-Prinzip funktioniere nur bei ausreichenden Übertragungskapazitäten. Aus technischer Sicht weisen die IfKom unter anderem auf die Grenzen der verfügbaren Netz-Ressourcen hin. Spätestens, wenn synchrone Dienste wie Sprachkommunikation in hohem Umfang und in Echtzeit übertragen werden sollten, müsste die Kapazitäten des Netzes auch zur Verfügung stehen, dann helfe kein Best-Effort-Prinzip.

Es besteht nach Meinung der IfKom keine Eilbedürftigkeit für eine Rechtsverordnung. Der konkrete Regelungsbedarf sollte zunächst intensiver diskutiert werden. Auch verlangt das Telekommunikationsgesetz die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat zu dieser Verordnung, so dass eine Verabschiedung noch in dieser Legislaturperiode unwahrscheinlich ist. Dieser Vorgang ist aber ein weiteres Argument für eine notwendige Bündelung der Kompetenzen von IT, TK und Neuen Medien in einem eigenständigen Ministerium. So lassen sich nach Auffassung der IfKom solche wenig ausgereiften Verordnungsentwürfe oder scheinbar unterschiedliche Breitbandstrategien, wie sie derzeit zwischen den Zielen der Bundesregierung und der EU bestehen, vermeiden.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon bru62 » 30.07.2013 14:58

Der Verordnungsentwurf des BMWi wird aller Voraussicht nach in dieser Legislaturperiode nicht mehr beraten. Das geht aus einer Meldung bei heise.de vom 30.07.2013 hervor. Damit haben sich offenbar die Lobbyisten der Branche wieder einmal erfolgreich durchgesetzt.

Gruß
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon grapevine » 30.07.2013 15:19

In dieser Legislaturperiode wäre sowieso nichts passiert. Ein Entwurf von Mitte Juni, dann Sommerpause, dann Wahlen... das war nicht realistisch.

Aber die "Lobbyisten der Branche"? Mein Eindruck ist, dass keiner diesen Entwurf besonders gelungen fand. Oder willst Du damit sagen, dass Du den Vorschlag aus dem FDP-geführten Ministerium gut fandest?

Ein alternativer Entwurf ist auch weiterhin nicht in Sicht, also was soll man beraten? Selbst die Arbeiten der Piratenpartei (http://netzneutralitaetsverordnung.de/s ... =revisions) sind nach der spontanten Erregung eingeschlafen. Der Vorschlag, den man dort finden kann, ist noch vager, als der des BMWi.
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Re: Netzneutralität als wichtiges Thema

Beitragvon bru62 » 31.07.2013 05:55

grapevine hat geschrieben:Oder willst Du damit sagen, dass Du den Vorschlag aus dem FDP-geführten Ministerium gut fandest?
Eine Verordnung ist besser, als gar keine Regelung. Insofern hätte ich einige Passagen als zu weich und ungenau kritisiert. Aber nun droht alles ganz eínzuschlafen. Und das ist deutlich schlimmer.

Ja, es gab von allen Seiten Kritik. Aber so, wie der BITKOM den Untergang des Abendlandes prophezeit hat, wurde tatsächlich der Einfluss der Branchen-Lobby deutlich. Das war aus meiner Sicht auch der entscheidende Punkt dafür, dass das Projekt (vorerst) nicht weiter verfolgt wird. Und bei den nun bekannt gewordenen Vorstellungen aus der EU-Kommission fürchte ich inzwischen das Schlimmste. Wir dürfen uns wohl langsam von dem uns bisher bekannten Internet verabschieden. Irgendwann werden alle wach werden und sich verwundert fragen, was da eigentlich passiert ist. Dann ist es vermutlich zu spät. Hoffe, es kommt nicht so.

Gruß
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