Fragen Glasfaser und Technik

Berichte, Anbieter, Erfahrungen und Fragen zu FTTx, VDSL, OPAL, HYTAS

Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon steve2604 » 16.01.2008 09:22

EDIT: Thema wurde von hier ausgegliedert.


essig hat geschrieben:
Kann mir jemand ganz kurz und vor allem leicht verständlich erklären, welches GF mit welcher Technik DSL-tauglich ist?

würde mich auch mal interessieren. vielleicht kann ja mal jemand der sich damit auskennt was dazu schreiben ;)


Also, bei uns im Krankenhaus nutzen wir für den Backbone ebenfalls LWL-Kabel (Glasfaserkabel). An diesem LWL-Backbone sind alle Kupfer-verkabelten Subnetze anhängig, die Server, PCs und Drucker "bedienen". Hierbei kommen in größeren Mengen "Media Converter" zum Einsatz, die die Signale umwandeln. Durch diese Technik ist es möglich, allen PCs im LAN Zugang zum Internet zu stellen.

Der Internetanschluss selbst läuft auch über ein LWL-Anschluss, sodass ich davon ausgehen kann, dass es generell möglich sein sollte, vorhandene Glasfaserkabel auch in unseren Gebieten für DSL-Anschlüsse zu nutzen.


Hier noch ein paar technische Details zu LWL-Kabeln:
(Auszug aus Wikipedia)

Anwendung in der Nachrichtenübertragung [Bearbeiten]

Glasfaserkabel werden in der Nachrichtentechnik zur Informationsübertragung über weite Strecken mit hoher Bandbreite verwendet. Mit Singlemode-Fasern können Strecken bis 250 km ohne Repeater (Regeneration, Zwischenverstärkung) überbrückt werden.

Als Aus- und Eingangsverstärker sowie Repeater werden mit Diodenlasern gepumpte Erbium-Faser-Verstärker (EDFA, engl. erbium doped fibre amplifier) verwendet. Die Verstärkung erfolgt wie in einem Laser durch stimulierte Emission, jedoch ohne Rückkopplung.

In Datenübertragungsnetzen kommen Glasfaserkabel heute fast bei jedem Netzwerk-Standard zum Einsatz. Ein Standard für lokale Computernetze, der auf Glasfaserkabeln aufbaut, ist zum Beispiel das Fiber Distributed Data Interface (FDDI). Im Weitverkehrsbereich sind Glasfaserkabel insbesondere in der Verwendung als interkontinentale Seekabel ein enormer Fortschritt. Die Steuerung des Datenverkehrs über Glasfaserkabel ist in den HFC-Standards definiert.

Dark Fibre (dt. „dunkle Faser“) ist eine LWL-Leitung, die unbeschaltet verkauft oder vermietet wird. Der Lichtwellenleiter ist dabei zwischen zwei Standorten Punkt zu Punkt durchgespleißt. Für die Übertragung und die Übertragungsgeräte ist der Käufer oder Mieter verantwortlich. Er bestimmt auch die Verwendung. Dieses Geschäftsmodell wird auch mit Carriers Carrier oder Wholesale Business bezeichnet. Da es sich um eine reine Infrastrukturleistung handelt, unterliegt dieser Vertrag nicht dem Telekommunikationsgesetz.

Um Erdarbeiten bei Störungen oder Erweiterungen möglichst zu umgehen, sind in den Kabeln redundante Fasern enthalten. Auch nicht genutzte Glasfaserkapazitäten bezeichnet man als Dark Fiber, da bei unbenutzten Glasfasern keine Lichtsignale übertragen werden. Die Faser ist dann dunkel. Bei Bedarf werden weitere Fasern in Betrieb genommen.

Einzelne Fasern werden auch an andere vermietet:

* an Unternehmen und Organisationen, die ein WAN oder ein GAN aufbauen wollen.
* an andere Telekommunikationsunternehmen, die damit Teilnehmer anschließen können, zu deren Räumlichkeiten sie kein eigenes Kabel liegen haben (Erschließung der „letzten Meile“).

In den letzten Jahren wird vor allem in Japan, USA, Italien und in Skandinavien der Ausbau von Glasfasernetzen im Anschlussbereich voran getrieben. So werden dort Häuser direkt mit Glasfasern angeschlossen. Diese Vorgehensweise wird unter dem Begriff Fiber To The Home (FTTH) zusammengefasst. Bei diesem Ausbau werden pro Gebäude ein bis zwei Fasern verlegt. Werden zwei Fasern verlegt, so ist eine Faser für den Download, die andere für den Upload. Wird nur eine Faser verlegt, so läuft der Download über die Wellenlänge 1310 nm, während der Upload über 1550 nm realisiert wird.

Fasern in Weitverkehrsnetzen (zum Beispiel deutschlandweite Netze, Ozeanverbindungen) werden im DWDM-Verfahren betrieben, das enorme Übertragungskapazitäten ermöglicht. Dabei werden über mehrere Laser auf verschiedenen Wellenlängen Signale eingekoppelt und gleichzeitig auf einer Faser übertragen. Man hat somit verschiedene Kanäle auf einer Faser, ähnlich wie beim Radio. Mit Hilfe der breitbandig verstärkenden EDFAs ist ein Bandbreite-mal-Länge-Produkt von mehr als 10.000 (Tbit/s)·km möglich. Diese Systeme der 4. Generation wurden verstärkt Mitte der 1990er-Jahre verbaut und sind bis heute Stand der Technik.
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aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

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Beitragvon dachscher » 16.01.2008 13:35

Danke für die Info. :D
Aber mit GF komme ich immer noch nicht klar. Kann jemand kurz und verständlich dazu was sagen? Man hört doch immer Opal, Hytas, EDA-Technik, Outdoor-DSLAM etc. Wer kann nun mit wem was? Oder welches GF kann garnicht?
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Beitragvon ThoRo » 16.01.2008 14:22

dachscher hat geschrieben:Danke für die Info. :D
Aber mit GF komme ich immer noch nicht klar. Kann jemand kurz und verständlich dazu was sagen? Man hört doch immer Opal, Hytas, EDA-Technik, Outdoor-DSLAM etc. Wer kann nun mit wem was? Oder welches GF kann garnicht?
Die Begriffe werden sicherlich in der Wikipedia erklärt.
EDA stammt von Ericsson und ermöglicht in HYTAS-Systemen einen DSL-Zugang (Telefon bleibt unverändert, DSL wird über das EDA System ermöglicht). Bei OPAL-Systemen gibt es nur das Siemens Breitband Opal (S-BB-OPAL), bei dem Telefon und DSL komplett auf Kupfer umgestellt werden und an einen Outdoor DSLAM angeschlossen werden.

Outdoor DSLAM sind quasi "Mini-Vermittlungsstellen", die in Kundennähe aufgestellt werden. Ein Outdoor DSLAM ist immer per Glasfaser angebunden.

So, hoffentlich ist es etwas klarer geworden. Falls ich etwas falsch dargestellt habe, korrigiert mich bitte....

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Beitragvon dachscher » 16.01.2008 19:01

Folgendes habe ich bei Wiki gefunden:

Hytas
HYTAS (Hybrides Teilnehmer Anschlusssystem) ist eine 1994 von KEYMILE entwickelte Technik zur Realisierung von Telefonanschlüssen auf Basis aktiver optischer Komponenten.
DSL-Versorgung
DSL ist bei der Outdoor-Variante in vielen Fällen nicht verfügbar. Seit einiger Zeit stattet die Telekom jedoch beim FTTC-Ausbau bestimmte Kabelverzweiger mit Outdoor-DSLAMs aus, sofern es für das Unternehmen wirtschaftlich erscheint.
Geringe Bandbreiten
Innerhalb des HYTAS-Netzes kommt es in vielen Anschlussbereichen zu Bandbreitenengpässen, da HYTAS technisch auf der Plesiochronen Digitalen Hierarchie (PDH) basiert.

FTTC - Fibre to the Curb (Glasfaser bis zum Kabelverzweiger)

Also kann ich jetzt sagen, wenn ich Glasfaser liegen habe, bräuchte ich "nur" ein Outdoor-DSLAM, um DSL zu bekommen? Aber war da nicht irgendwas, das nicht jede Glasfaser dafür geeignet ist?

Opal
Also wenn ich Wiki jetzt richtig verstanden habe, dann ist doch Opal auch nicht viel anders. Die letzte Meile ist aus Kupfer und davor aus GF. Den einzigsten Unterschied, den ich entdecken konnte, war, dass man hier plötzlich von passiven Glasfaserleitungen redet?
Kann mir das noch jemand erläutern? Da nach der Wende wohl massiv in den NBL auf Opal gesetzt wurde, kann ich mal davon ausgehen, dass das bei uns im Ort auch der Fall ist?
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Beitragvon ThoRo » 16.01.2008 21:38

dachscher hat geschrieben:Opal
Also wenn ich Wiki jetzt richtig verstanden habe, dann ist doch Opal auch nicht viel anders. Die letzte Meile ist aus Kupfer und davor aus GF. Den einzigsten Unterschied, den ich entdecken konnte, war, dass man hier plötzlich von passiven Glasfaserleitungen redet?

Nein, bei OPAL muß die letzte Meile nicht aus Kupfer sein. Bei mir endet die OPAL Glasfaser direkt im Keller in einer Ericsson-Raynet II ONU (= Optical Network Unit).

Passiv bedeutet, daß es keine aktive Verstärkung auf dem Signalweg gibt. Die Umsetzung an den Netzendpunkten (in den ONUs) benötigt natürlich trotzdem Strom (deshalb liegt auch eine Fremdspeiseleitung der Telekom zusätzlich zur Glasfaser in meinem Keller).

Falls bei Euch tatsächlich ein OPAL System liegt, bekommt ihr entweder eine komplett neue Kupferleitung bis zur Vermittlungsstelle gelegt oder Outdoor DSLAM mit S-BB-OPAL (die derzeit wohl "teuerste" Lösung der Telekom, bezogen auf den Preis/Anschluß - wird nur in "lohnenden Ausbaugebieten verbaut).

MfG

ThoRo
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Beitragvon dachscher » 17.01.2008 06:55

Falls bei Euch tatsächlich ein OPAL System liegt, bekommt ihr entweder eine komplett neue Kupferleitung bis zur Vermittlungsstelle gelegt oder Outdoor DSLAM mit S-BB-OPAL (die derzeit wohl "teuerste" Lösung der Telekom, bezogen auf den Preis/Anschluß - wird nur in "lohnenden Ausbaugebieten verbaut).

Ja wir haben ja ein neues Cu-Hauptkabel bekommen. Von daher ist ja mit Outdoor-DSLAM eh nichts mehr zu machen. Da wir bisher einen Mix aus GF und CU liegen hatten, wäre halt die Frage gewesen, ob man nicht das alte GF hätte verwenden können. Ich weiss, das ist eine teure Variante. Wenn ich mir aber so anschaue, was Cu kostet und dann weiss, dass wir ca. 2,7 km Cu 700x2x0,5 und ca. 1,4 km 800x2x0,8 liegen haben, dann kommen sehr viele t Cu zusammen. Alleine das Hauptkabel dürfte sich schon im sechsstelligen Bereich bewegt haben. Dann waren alleine die Techniker über 2 Monate mit dem Verlegen beschäftigt. Was ich so gesehen habe, waren es 3-4 Leute, dann noch die ganze Technik. Da ist mit Sicherheit ein nettes Sümmchen zusammengekommen. Frage wäre gewesen, wie groß der Unterschied zur GF-Variante gewesen ist?
Gut, das ist Geschichte, ändern tut es nichts mehr.
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Beitragvon shocki » 17.01.2008 17:26

Das hab ich noch auf meiner HDD gefunden:

*** BILD ENTSPRECHEND UNSERER REGELN ENTFERNT ***

Zeigt die neuen Bundesländer.
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon Nasenbaer » 24.02.2008 17:24

Bleibt nur noch die Frage woher du das hast....
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon shocki » 24.02.2008 17:46

entweder von hier oder von kein-dsl

ist aber auch ziemlich egal
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon governet » 24.02.2008 17:57

shocki hat geschrieben:entweder von hier oder von kein-dsl

Wenn ich mich recht erinner müsstest du das von hier haben. Irgendwo im Forum ist auch der Link versteckt. Ich glaub das stammte aus Unterrichtsblättern der DTAG.
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon governet » 24.02.2008 18:29

governet hat geschrieben:Ich glaub das stammte aus Unterrichtsblättern der DTAG.

Ich muss mich berichtigen, dass stammt aus einem Vorlesungsskript der TU-München. Die Datei steht aber nicht mehr zur Verfügung.

Zum Thema: Glasfasernetze in den neuen Bundesländern
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon Nasenbaer » 24.02.2008 20:58

Das sind Internas von der T-Com bzw. T-Home....
Wenn das einer mitbekommt vom Datenschutz.....
MfG Nasenbaer
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Re: Fragen Glasfaser und Technik

Beitragvon essig » 25.02.2008 12:06

bild auf grund unserer regeln (punkt 13) entfernt. vielen dank an nasenbaer für den hinweis. es ist mehr als willkommen wenn forennutzer auf regelverstöße hinweisen, wobei dies in form einer PN oder über die funktion "Diesen Beitrag melden" wesentlich angenehmer und sinnvoller wäre als öffentlich mit dem finger darauf zu zeigen.

so oder so vielen dank für den hinweis ;)
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