Einigung auf Leistungsbeschreibung für Glasfasernetze

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Einigung auf Leistungsbeschreibung für Glasfasernetze

Beitragvon News » 20.10.2011 16:17

Wie folgender Pressemeldung der BNetzA vom 13.10.2011 entnommen werden kann, hat sich das NGA-Forum auf eine Leistungsbeschreibung für den Zugang zu Glasfasernetzen geeinigt:

NGA-Forum einigt sich auf Leistungsbeschreibung für Breitbandzugangsprodukt
Kurth: "Entscheidender Durchbruch für Zusammenarbeit bei der Nutzung neuer Glasfasernetze erzielt"


Das NGA-Forum, das sich aus Experten des Telekommunikationsbereichs zusammensetzt und vom Präsidenten der Bundesnetzagentur moderiert und geleitet wird, hat auf seiner letzten Sitzung einen entscheidenden Fortschritt für die Nutzung neuer Glasfasernetze erzielt.

"Es gibt nun ein sehr detailliertes Konzept, wie Netzbetreiber untereinander aber auch Diensteanbieter gegenüber Netzbetreibern neu errichtete Glasfasernetze nutzen können und Zugang zu fremden Netzen erhalten. Das Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe entwickelt, in der regionale und bundesweite Telekommunikationsunternehmen vertreten waren. Mit dem Ansatz der freiwilligen Kooperation wurde ein neuer Weg beschritten, der nun erfreulicherweise konkrete Früchte getragen hat", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

"Wir haben jetzt eine entscheidende Grundlage geschaffen, dass jeder Investor in neue Netze eine Richtschnur für die technischen Standards des Ausbaus erhält und somit die Planungssicherheit in zukünftige Investitionen erhöht wird. Diese Einigung ist im engeren Sinne zwar nicht rechtsverbindlich, wird aber schon im Eigeninteresse der Akteure die Kooperation befördern. Die erzielte Einigung trägt zur netzübergreifenden Realisierung von Diensten bei, da sie die Abstimmung über technische Schnittstellen und operative Prozesse ermöglicht. Ich würde mich freuen, wenn die Leistungsbeschreibung in der Art eines Mustervertrags für Kooperationsvereinbarungen herangezogen und an spezifische Bedürfnisse angepasst wird. Im Zeitalter des Internets werden die zahlreichen Teilnetze umso wertvoller, je mehr sie miteinander gekoppelt sind und je mehr Auswahlmöglichkeiten der Endnutzer hat", sagte Kurth.

"Mit diesem Schritt lassen sich die erheblichen Investitionen auf viele Schultern verteilen, die für eine flächendeckende hochbitratige Versorgung in Deutschland notwendig sind. Nur durch Anstrengungen einer Vielzahl von – zum Teil auch mittelständischen – Unternehmen kann diese Leistung erbracht werden", betonte Kurth.

Bereits im Mai 2011 hatte das NGA-Forum ein Grundsatzdokument veröffentlicht, das technische und operationelle Aspekte des Zugangs zu Glasfasernetzen und anderen NGA-Netzen betraf.

Bei der Leistungsbeschreibung für ein Breitbandzugangsprodukt, auf das sich das Forum jetzt geeinigt hat, handelt es sich um einen sog. Ebene-2-Bitstromzugang. Die Leistungsbeschreibung definiert die technischen und operationellen Schnittstellen sowie die zur Interoperation erforderlichen wesentlichen Geschäftsprozesse.

Die Leistungsbeschreibung ist neutral in Bezug auf Zugangsnetz-Architekturen und Technologien. Sie legt die grundsätzlichen Strukturen, Modelle, Protokolle, Parameter usw. für die Interoperation fest. Darüber hinaus zielt sie darauf ab, NGA-Betreibern und den Endkundenanbietern von NGA-Produkten Beschreibungen für eine einheitliche und möglichst einfache Ausgestaltung der innerhalb einer Vorleistungskooperation notwendigen Prozesse zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk liegt auf einem einheitlichen Modell für den Anbieterwechsel, um möglichst einen unterbrechungsfreien Wechsel des Endkunden durch verlässliche Koordination aller Beteiligten zu erreichen. Die Leistungsbeschreibung besteht aus einem Rahmendokument sowie aus mehreren Einzeldokumenten.

Sowohl die Leistungsbeschreibung als auch das Grundsatzdokument sind unter www.bundesnetzagentur.de zu finden.
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Re: Einigung auf Leistungsbeschreibung für Glasfasernetze

Beitragvon News » 20.10.2011 16:23

Zum Thema äußert sich am 14.10.2011 auch der BREKO:

Telekom-Branche stellt Ampel für Glasfaserkooperationen auf grün
BREKO begrüßt Einigung auf ein Bitstromzugangsmodell im NGA-Forum bei der Bundesnetzagentur


Bonn / Berlin, 14. Oktober 2011: Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) begrüßt die im NGA-Forum beschlossene Einigung auf ein Bitstromzugangsmodell für Glasfaserkooperationen. Das von der Bundesnetzagentur eingesetzte und moderierte Expertengremium, in dem auch der BREKO aktiv mitgearbeitet hat, hatte sich in seiner letzten Sitzung auf eine detaillierte Empfehlung für eine Leistungsbeschreibung sowie die notwendigen technischen Schnittstellen und Geschäftsprozesse für einen ethernetbasierten Zugang zu Glasfasernetzen geeinigt.

"Mit der Einigung auf ein detailliertes Bitstromzugangsmodell stellt die Branche die Ampel für Glasfaserkooperationen auf grün und beweist, dass der Grundsatz ´freiwillige Open-Access-Modelle statt Regulierung‘ funktioniert", sagt BREKO-Präsident Ralf Kleint, der als Mitglied des NGA-Forums an der Vereinbarung selbst entscheidend beteiligt war. "Dies ist mit Blick auf die anstehende Novellierung des Telekommunikationsgesetzes auch ein klares Signal an die politischen Entscheidungsträger". Kleint betont, dass das NGA-Forum mit seiner Empfehlung zwar die technischen und prozessualen Parameter für Glasfaserkooperationen erarbeitet hat, sich aber natürlich nicht mit Zugangspreisen oder Preismodellen befassen kann. "Hier liegt es an den jeweiligen Kooperationspartnern faire Preismodelle zu entwickeln, die das Investitionsrisiko angemessen auf Investoren und Zugangsnachfrager verteilen", so Kleint weiter. "Die korrespondierende Interessenlage zwischen den Zugangsnachfragern, die den Endkunden innovative und hochwertige Produkte über Glasfasernetze anbieten wollen und den Netzbetreibern, die an einer schnellen und guten Auslastung ihrer neuen Highspeed-Netze durch Kooperationen interessiert sind, stimmt mich diesbezüglich aber optimistisch.

Auch BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers glaubt, dass Glasfaserkooperationen durch das im NGA-Forum verabschiedete Bitstromzugangsmodell einen Schub bekommen werden. "Die Einigung auf eine Leistungsbeschreibung mit detaillierten Regelungen zu technischen Schnittstellen und Geschäftsprozessen ist essentiell für erfolgreiche Glasfasergeschäftsmodelle im deutschen Telekommunikationsmarkt. Man muss dem NGA-Forum insgesamt für seine zügige und zielführende Arbeit ein Kompliment machen." Der BREKO-Geschäftsführer erwartet aber, dass jetzt auch ein anderer wichtiger Infrastrukturanbieter nachzieht: "Nachdem die Glasfasernetzbranche gezeigt hat, wie es geht, sind wir gespannt auf die Netzzugangskonzepte der Kabelnetzbetreiber."
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Re: Einigung auf Leistungsbeschreibung für Glasfasernetze

Beitragvon News » 20.10.2011 16:24

Auch der BITKOM hat eine Meinung und sie am 19.10.2011 veröffentlicht:

BITKOM-Konzept für offenen Zugang zu Highspeed-Netzen

Der Hightech-Verband BITKOM hat ein Konzept für den offenen Zugang zu Breitband-Technologien vorgestellt. „Wir wollen sicherstellen, dass Internet-Zugangsanbieter auch die Glasfaser-Netze anderer Betreiber nutzen können“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Dieses Konzept mit dem Fachbegriff „Open Access“ soll zum schnelleren Ausbau von hochleistungsfähigen Internetzugängen beitragen. „Die Glasfaser-Netze brauchen Milliarden-Investitionen der Wirtschaft“, so Kempf. „Es ist nicht zu erwarten, dass mehrere Netzbetreiber am gleichen Ort solche Netze ausbauen. Deshalb sind Kooperationen unerlässlich.“

Auf Basis des BITKOM-Konzepts können Internet-Zugangsanbieter, die in einer Region kein eigenes Netz betreiben, ihre Produkte über das Netz eines Wettbewerbers anbieten. „Open Access ermöglicht allen Providern, Internet-Zugänge mit gesicherter Qualität und Bandbreite bundesweit anzubieten. Es sorgt für mehr Wettbewerb und für mehr Auswahl der Verbraucher“, erläutert Kempf. Das Potenzial der hohen Investitionen werde besser ausgeschöpft, und es werde marktbeherrschenden Stellungen einzelner Unternehmen vorgebeugt.

Die im BITKOM organisierten Internet-Zugangsanbieter haben sich auf das neue Konzept geeinigt. Kempf: „Das Open-Access-Konzept des BITKOM ist eine vorausschauende Alternative zu einer staatlichen Regulierung und kann damit neue politische Eingriffe in den Breitband-Markt ein Stück weit verzichtbar machen.“ Details sind einsehbar unter: www.bitkom.org/de/publikationen/66702_69860.aspx.
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