Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 11.03.2009 17:49

Haupti76 hat geschrieben:Bin aber auch der Meinung, daß TK-Unternehmen verplichtet werden sollten einen gewissen Teil ihres Gewinnes in die Fläche zu investieren.


Da sind sich sicher hier alle einig. Die Frage ist 1) gehört es in die Stellungnahme? und 2) wie soll sowas durchgesetzt werden?

Ich denke zu 1) haben wir Konsens. Da gehört es allenfalls am Rande (sozusagen als Nebenkriegsschauplatz) hinein.

Zu 2) könnten wir gern eine Diskussion anfangen. Wenn es noch eine Wortmeldung gibt, spalte ich das Thema auf.

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon essig » 11.03.2009 18:49

bru62 hat geschrieben:Ja, ich eigentlich auch nicht. Aber der UD kann nicht mit einem Umlageverfahren eingeführt werden, weil dem EU-Recht entgegen steht. D.h., kein Unternehmen kann gezwungen werden, zu investieren. Wenn du aber Breitband als Grundrecht haben willst, musst du den Staat als Geldgeber akzeptieren.

ja im moment wäre es anders nicht möglich aber es ist ja dennoch nicht in stein gemeißelt und bei entsprechenden politischen willen wäre auf nationaler und europäischer ebene fast alles denkbar bis hin zu einem öffentlichen europanetz. beim nötigen kurzfristigen realismus und pragmatismus sollten wir vielleicht trotzdem nicht darauf verzichten beim thema finanzierung unsere meinung, vorschläge, ideen und visionen deutlich zu machen. vielleicht könnte der satz:
Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie hat geschrieben:Es ist also zu begrüßen, dass der Staat regulierend eingreift und über Gemeinschaftsaufgaben finanzielle Unterstützung bereit stellt.

beim einen oder anderen leser einen falschen eindruck erwecken und über unsere eigentlichen vorstellungen zum thema finanzierung hinwegtäuschen. ich hoffe das ist nicht zu viel des guten und wir können es auch wirklich gern so lassen und stattdessen die frage nach der finanzierung ausgliedern oder gleich ein neues frisches thema starten.

ich denke eine klare deutliche positionierung zum thema finanzierung, subventionen, förderung des breitbandausbaus würde uns nicht schaden und ich denke viele hier aktive haben da ähnliche vorstellungen. aber das sollte natürlich nicht in diesem thema passieren, sorry.
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon spokesman » 11.03.2009 20:07

Haupti76 hat geschrieben:daß bei jeder Straßenbaumaßnahme Leerohre verlegt werden sofern dies nötig ist. Damit würde man weitere Investitionen erleichtern und Kosten sparen.

Ein guter Gedanke, die Kanzlerin hatte dies ja mal beführwortet, leider ist in diese Richtung noch nichts passiert..
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 11.03.2009 20:17

essig hat geschrieben:sollten wir vielleicht trotzdem nicht darauf verzichten beim thema finanzierung unsere meinung, vorschläge, ideen und visionen deutlich zu machen


Das wäre wohl eher ein Thema für ein neues Positionspapier?

Hier geht es doch um die Stellungnahme zur Strategie. So richtig und wichtig ich auch dein Anliegen finde: Es ist im Moment politisch nicht durchsetzbar. Wie sollen wir als Gesprächspartner da stehen und Leute überzeugen, wenn wir immer nur mit Maximalforderungen auftreten? Da müssten wir bestimmt aufpassen, nicht bald ganz in der Ecke der Fundis zu verschwinden. Ich glaube, der geneigte Leser wird schon wissen, wofür wir prinzipiell stehen. Aber Politik ist nicht mit der Methode "Kopf durch die Wand" zu verwechseln.

essig hat geschrieben:ich hoffe das ist nicht zu viel des guten und wir können es auch wirklich gern so lassen und stattdessen die frage nach der finanzierung ausgliedern oder gleich ein neues frisches thema starten.


Das wäre sinnvoll. Wobei: Unser Standpunkt ist ja eigentlich klar, nur halt im Moment nicht durchsetzbar.

essig hat geschrieben:bei entsprechenden politischen willen wäre auf nationaler und europäischer ebene fast alles denkbar bis hin zu einem öffentlichen europanetz.

Denkbar ist vieles und ein regionaler Großunternehmer (und Präsident eines Fußballklubs) hat es zum Motto: "Alles Denkbare ist machbar." Aber ob wir als Initiative dazu die Kraft haben? Sollten wir uns nicht lieber auf die kleinen Schritte konzentrieren?

Haupti76 hat geschrieben:Es sollte auch gesetzlich festgemacht werden, daß bei jeder Straßenbaumaßnahme Leerohre verlegt werden


Dazu siehe hier:
Breitbandstrategie hat geschrieben:Ist etwa absehbar, dass die Verlegung von Leerrohren oder die Schaffung geeigneter Zugänge (Schächte etc.) im Rahmen von Baumaßnahmen die spätere Breitbanderschließung einzelner Kommunen oder Ortsteile spürbar erleichtern würde, so sollten entsprechende Maßnahmen auch dann vorgenommen werden, wenn zumZeitpunkt der Baumaßnahme kein Anbieter vor Ort ist, der hierfür die Kosten trägt. Den Kommunen muss dafür die Möglichkeit gegebenwerden, die Kosten über geeignete Förderprogramme aufzubringen.


Nur scheut man halt (ein roter Faden in der Strategie) die Konsequenz einer gesetzlichen Regelung.

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon essig » 12.03.2009 13:37

bru62 hat geschrieben:Das wäre wohl eher ein Thema für ein neues Positionspapier?

ja absolut. sowohl für das finanzierungsmodell als auch für die netzausgliederung müssten wir uns irgendwann noch positionspapiere erarbeiten.

bru62 hat geschrieben:Hier geht es doch um die Stellungnahme zur Strategie. So richtig und wichtig ich auch dein Anliegen finde: Es ist im Moment politisch nicht durchsetzbar.

in der breitbandstrategie ging es an keiner stelle um den universaldienst und trotzdem gehst du (völlig zu recht) in unserer stellungnahme mehrfach darauf ein. umgekehrt ist das thema finanzielle fördermaßnahmen eine von vier säulen der strategie also ein überaus wichtiger bestandteil und nur deshalb machte ich den vorschlag ob man nicht in eins zwei sätzen unsere meinung dazu deutlich machen könnte. der kern der vierten säule ist doch, dass die konzerne nur dort investieren brauchen wo sie schnell hohe gewinne abgreifen und sich der staat oder besser der steuerzahler um den rest kümmert. wenn wir gegen die subventionierung eines marktes sind der jährlich milliardengewinne realisiert dann könnte man das am rande auch anbringen. momentan begrüßen wir in punkt "3.3. Finanzielle Förderung" die staatliche finanzielle unterstützung und obwohl ich da anderer meinung bin akzeptiere ich dies voll und ganz.

bru62 hat geschrieben:Wie sollen wir als Gesprächspartner da stehen und Leute überzeugen, wenn wir immer nur mit Maximalforderungen auftreten? Da müssten wir bestimmt aufpassen, nicht bald ganz in der Ecke der Fundis zu verschwinden. Ich glaube, der geneigte Leser wird schon wissen, wofür wir prinzipiell stehen. Aber Politik ist nicht mit der Methode "Kopf durch die Wand" zu verwechseln.

das stimmt, zwischen den politischen akteuren ist das wohl so. man muss permanent kompromisse eingehen und sich am ende mit minimallösungen zufrieden geben. politik auf kleinsten gemeinsamen nenner. wir sind aber in diesem sinne kein politischer akteur sondern lediglich die interessenvertretung der betroffenen die versucht einfluss auf diese politische akteure zu nehmen und da sind klare, kurze, deutliche, unmissverständliche, visionäre positionen nicht von nachteil. unsere aufgabe ist es ja nicht das problem zu lösen oder kompromisse auszuhandeln sondern mit aller kraft auf die interessen der betroffenen hinzuweisen und unsere positionen klar zu machen. für alles andere ist dann die politik zuständig. für uns als freizeitinitiative besteht stets die gefahr, dass wir uns an details abarbeiten während wir den blick für das große und ganze aus den augen verlieren und somit auch für die breite masse an betroffenen uninteressant und zu kompliziert werden.

unsere gegenseite macht es doch seit 10 jahren genauso. da werden politische entscheidungsträger mit einfachsten mitteln solange instruiert bis sie sich sicher sind, dass der universaldienst teufelszeug ist oder wimax / digitale dividende der heilsbringer wäre. oder bei den banken, da haben die interessenvertreter jahrelang auf einfachste art argumentiert, dass jede regel eine zu viel sei und dem globalen wachstum schaden würde und so weiter. oder das androhen von arbeitsplatzverlust durch wieder andere interessenvertretungen. es ist ja nicht so, dass sich interessenvertretungen sachlich und argumentativ mit den entscheidungsträgern oder den interessenvertretungen der gegenseite auseinandersetzen. stattdessen werden interessen auf niederster ebene durchgesetzt indem man dafür bezahlt, ängste schürt, hoffnungen weckt, lügt, diffamiert, manipuliert und so weiter.

es wurde ja schon oft genug gesagt, dass deine positionspapiere und stellungnahmen absolut perfekt sind und denen die sich für das problem interessieren genügend stoff bieten aber den normalen betroffenen der mal eben zwischen abendbrot und tagesschau reinschaut erreichen wir damit vermutlich nicht. dafür ist die thematik vermutlich zu komplex. für die positionspapiere und stellungnahmen sehe ich keine alternative aber trotzdem sollten wir an anderer stelle darüber nachdenken wie wir die breite masse der betroffenen wieder interessieren und aktivieren können. dazu brauchen wir eben klare kante und klare aussagen egal wie unwahrscheinlich eine kurzfristige umsetzung ist. z.b. netzausgliederung -> universaldienst -> ftth für jeden haushalt und die betroffenen wissen immerhin wofür sie sich einsetzen bzw. uns unterstützen sollen.

bru62 hat geschrieben:Denkbar ist vieles und ein regionaler Großunternehmer (und Präsident eines Fußballklubs) hat es zum Motto: "Alles Denkbare ist machbar." Aber ob wir als Initiative dazu die Kraft haben? Sollten wir uns nicht lieber auf die kleinen Schritte konzentrieren?

eine große vision zu haben, zu verfolgen und zu vertreten ist doch weit weniger aufwändig als sich in tausenden kleinen schritten am politischen tagesgeschäft aufzureiben. sicher ist das auch nötig aber ich frage mich eher ob wir die kraft zu diesen vielen kleinen schritten haben? hier gehen 3-4 leute diese kleinen schritte in ihrer freizeit während uns hundertschaften entgegenstehen die sich in vollzeit mit der thematik beschäftigen. die befürchtung ist begründet, dass sich einzelne aktive mitstreiter an der thematik verbrauchen könnten oder bereits verbraucht haben. da du derjenige bist der sich seit monaten am stärksten einbringt kann man nur hoffen, dass du nicht müde wirst.

ich wollte mit meinem hinweis das ganze nicht unnötig verkomplizieren und schon gar nicht aufhalten. also schluss jetzt und raus mit der stellungnahme so wie sie ist. alles andere können wir in neuen themen oder beim nächsten treffen besprechen ;)
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 12.03.2009 17:43

essig hat geschrieben:sowohl für das finanzierungsmodell als auch für die netzausgliederung müssten wir uns irgendwann noch positionspapiere erarbeiten.


Zur Netzausgliederung (bzw. wie es allgemein heißt: zur funktionalen Trennung) melde ich mich schon mal an. Habe ich schon länger auf der Agenda.

Das Finanzierungsmodell ist doch eigentlich klar. Wenn Breitband durch die EU in die UDR als Universaldienst eingearbeitet wird, findet ein Umlageverfahren, wie in §§ 78 ff TKG statt. Wenn die BRD den UD eigenständig einführt, kann kein Umlageverfahren durchgeführt werden. Da auch kein Unternehmen zur Investition gezwungen werden kann, muss der Staat die Kosten übernehmen. Es tut mir ja auch leid, aber so ist es nun mal.

essig hat geschrieben:in der breitbandstrategie ging es an keiner stelle um den universaldienst und trotzdem gehst du (völlig zu recht) in unserer stellungnahme mehrfach darauf ein

Weil das einfach der Schlüssel für die flächendeckende Versorgung ist (wie ich ausführlich geschrieben habe). Und weil der UD ohne weiteres eingeführt werden könnte. Es bedarf nur einer einfachen Gesetzesänderung. Geld steht ja offenbar zur Verfügung. Es fällt mir kein Hinderungsgrund ein, außer ideologischer Beschränkung (oder dem vermutlich fehlenden Willen, die digitale Kluft tatsächlich zu schließen).

essig hat geschrieben:ob man nicht in eins zwei sätzen unsere meinung dazu deutlich machen könnte.

Wie ist den unsere Meinung? Es würde mir nicht schwer fallen, hinzuschreiben: "Wir lehnen die Finanzierung des Breitbandausbaus aus öffentlichen Geldern ab. Vielmehr sollen die Konzerne einen Teil ihrer Gewinne in Investitionen in wirtschaftlich weniger interessanten Gebieten einsetzen." Kein Problem. Aber dann wird die ganze Stellungnahme hinfällig. Denn, wie schon mehrmals geschrieben, wie soll die Finanzierung sonst gehen? Ich versuche immer, über die "klare, kurze, deutliche, unmissverständliche, visionäre Position" hinaus zu denken. Wie soll die Forderung umgesetzt werden? Damit müssen wir uns auch beschäftigen, wenn wir als Gesprächspartner ernst genommen werden wollen. Ich kann nicht dem Bundestagsabgeordneten der CDU sagen: Enteigne doch zum Teil die Telekom-Aktionäre. Das heißt, ich könnte schon. Aber das Ergebnis wäre ein verständnisloses Schulterzucken.

essig hat geschrieben:für alles andere ist dann die politik zuständig.

Was wir machen, ist Politik. Oder Interessenvertretung. Das ist ein mühsames Geschäft. Forderungen stellen ist recht einfach. Mehrheiten zu finden und Forderungen durchsetzen, ist komplizierter. Da muss man manchmal auch einen Schritt vor den anderen gehen, und darf vor revolutionärer Ungeduld nicht losspringen (auch wenn es schwer fällt - mir auch oft genug, glaub mir).

essig hat geschrieben:den normalen betroffenen der mal eben zwischen abendbrot und tagesschau reinschaut erreichen wir damit vermutlich nicht. dafür ist die thematik vermutlich zu komplex.

Jetzt wird es prinzipiell. Offenbar müssen wir uns überlegen, wie unser weiterer Weg sein soll. Wollen wir auf Populismus machen, um den durchschnittlich gebildeten Nutzer anzusprechen oder wollen wir als Initiative etwas bewegen? Wenn wir mit plakativen Sprüchen allein zum Ziel kommen können, dann bitte. Doch wen willst du damit ansprechen? Den, der willens ist, die digitale Spaltung aufzuheben oder den, der hierher kommt, um sein Mütchen zu kühlen? Unsere Ziele (da steht auch viel Maximum drin) sind doch klar definiert. Dass sie nicht jeder auf Anhieb findet, ist ein anderes Problem (du weißt, was ich meine). Ich gehe aber jeden Weg mit, schon weil deine Visionen auch die meinen sind. Allerdings wäre mir der sachliche, etwas ruhigere und überlegtere lieber (liegt vielleicht am Alter ;) ).

Ich hoffe nur, es hat sich von unserem Disput niemand abschrecken lassen, seine Meinung zur Stellungnahme kund zu tun. Wäre schade. Wenn also noch jemand eine neue Version zur Kita-Geschichte hätte: Noch ist Zeit. Am Sonntag sollte die Sache aber zu Ende kommen.

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon governet » 12.03.2009 19:46

bru62 hat geschrieben:Es fällt mir kein Hinderungsgrund ein, außer ideologischer Beschränkung (oder dem vermutlich fehlenden Willen, die digitale Kluft tatsächlich zu schließen).

Mir schon. Würde man die UD einführen, würde man vermutlich keine EU-Gelder mehr für den Breitbandausbau in Anspruch nehmen können.

So wird also Geld der EU, des Bundes, des TK-Unternehmens sowie der Gemeinde locker gemacht. Ist zwar clever, nur hat das Schwächste Glied (die Gemeinde) teilweise kein Geld für den Breitbandausbau oder die Gemeindevertreter interessieren sich nicht für das Problem, oder, oder, oder ...
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 12.03.2009 19:56

Auf was führst du den Gedanken zurück?

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon governet » 12.03.2009 20:03

bru62 hat geschrieben:Auf was führst du den Gedanken zurück?

Gruß

Wie gesagt, ist das eine Vermutung. Hab oben noch einiges ergänzt.
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 12.03.2009 20:52

governet hat geschrieben:ur hat das Schwächste Glied (die Gemeinde) teilweise kein Geld für den Breitbandausbau oder die Gemeindevertreter interessieren sich nicht für das Problem, oder, oder, oder ...


Genau das ist das Problem.

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon essig » 12.03.2009 22:11

bru62 hat geschrieben:Zur Netzausgliederung (bzw. wie es allgemein heißt: zur funktionalen Trennung) melde ich mich schon mal an. Habe ich schon länger auf der Agenda.

ich freu mich schon darauf :mrgreen:

bru62 hat geschrieben:Das Finanzierungsmodell ist doch eigentlich klar. Wenn Breitband durch die EU in die UDR als Universaldienst eingearbeitet wird, findet ein Umlageverfahren, wie in §§ 78 ff TKG statt. Wenn die BRD den UD eigenständig einführt, kann kein Umlageverfahren durchgeführt werden. Da auch kein Unternehmen zur Investition gezwungen werden kann, muss der Staat die Kosten übernehmen. Es tut mir ja auch leid, aber so ist es nun mal.

deshalb muss zuvor das netz ausgegliedert werden und zwar möglichst in öffentliche hand. dann gestaltet sich die umsetzung und finanzierung des universaldienstes fast von allein.

bru62 hat geschrieben:Weil das einfach der Schlüssel für die flächendeckende Versorgung ist (wie ich ausführlich geschrieben habe). Und weil der UD ohne weiteres eingeführt werden könnte. Es bedarf nur einer einfachen Gesetzesänderung. Geld steht ja offenbar zur Verfügung. Es fällt mir kein Hinderungsgrund ein, außer ideologischer Beschränkung (oder dem vermutlich fehlenden Willen, die digitale Kluft tatsächlich zu schließen).

da sind wir uns einig.

bru62 hat geschrieben:Wie ist den unsere Meinung? Es würde mir nicht schwer fallen, hinzuschreiben: "Wir lehnen die Finanzierung des Breitbandausbaus aus öffentlichen Geldern ab. Vielmehr sollen die Konzerne einen Teil ihrer Gewinne in Investitionen in wirtschaftlich weniger interessanten Gebieten einsetzen." Kein Problem.

das ist doch langfristig trotzdem richtig nur eben noch nicht umsetzbar.
Es ist also zu begrüßen, dass der Staat regulierend eingreift und über Gemeinschaftsaufgaben finanzielle Unterstützung bereit stellt.

und das ist nicht das was wir uns wünschen aber im moment besser als nichts. vielleicht hätte man das einfach so formulieren können, dass wir die subventionen neutral bewerten und gleichzeitig darauf hinweisen, dass das verstaatlichen der verluste/probleme/risiken und privatisieren der gewinne nicht die lösung der probleme darstellen kann.

bru62 hat geschrieben:Ich kann nicht dem Bundestagsabgeordneten der CDU sagen: Enteigne doch zum Teil die Telekom-Aktionäre. Das heißt, ich könnte schon. Aber das Ergebnis wäre ein verständnisloses Schulterzucken.

man muss einfach nur die mit dem netz zusammenhängenden pflichten erhöhen und eine netzausgliederung wird von den aktionären selbst eingeleitet. siehe british telecom oder die stromkonzerne. die 30 % die der bund an der telekom hält sind hierbei sicher hilfreich.

bru62 hat geschrieben:Was wir machen, ist Politik. Oder Interessenvertretung. Das ist ein mühsames Geschäft. Forderungen stellen ist recht einfach. Mehrheiten zu finden und Forderungen durchsetzen, ist komplizierter. Da muss man manchmal auch einen Schritt vor den anderen gehen, und darf vor revolutionärer Ungeduld nicht losspringen (auch wenn es schwer fällt - mir auch oft genug, glaub mir).

das wäre ein endloses thema da es unzählige teils sich widersprechende definition von politik gibt. ich für mich sehe es eher so, dass wir die politiker auf die problematik aufmerksam machen (schreiben) und lösungsansätze anbieten (positionspapiere) aber eben auch jedem einzelnen betroffenen hilfe anbieten und informieren. ob man die summe all unserer aktivitäten als politik bezeichnen kann weiß ich nicht. vielleicht auch aber nicht nur.

bru62 hat geschrieben:Jetzt wird es prinzipiell. Offenbar müssen wir uns überlegen, wie unser weiterer Weg sein soll. Wollen wir auf Populismus machen, um den durchschnittlich gebildeten Nutzer anzusprechen oder wollen wir als Initiative etwas bewegen? Wenn wir mit plakativen Sprüchen allein zum Ziel kommen können, dann bitte. Doch wen willst du damit ansprechen? Den, der willens ist, die digitale Spaltung aufzuheben oder den, der hierher kommt, um sein Mütchen zu kühlen? Unsere Ziele (da steht auch viel Maximum drin) sind doch klar definiert. Dass sie nicht jeder auf Anhieb findet, ist ein anderes Problem (du weißt, was ich meine). Ich gehe aber jeden Weg mit, schon weil deine Visionen auch die meinen sind. Allerdings wäre mir der sachliche, etwas ruhigere und überlegtere lieber (liegt vielleicht am Alter ;) ).

einen solche einseitigen eindruck wollte ich nicht vermitteln. das ist doch keine frage entweder oder sondern sowohl als auch. allein dir ist es zu verdanken, dass wir erstmals seit es uns gibt in den bereichen positionspapiere, stellungnahmen, pressemitteilungen sehr gut aufgestellt sind. das betone ich auch gern und auch im letzten beitrag habe ich geschrieben, dass es zu dieser arbeit keine alternative gibt.

worum es mir ging war mein eindruck, dass wir als initiative immer weniger mitstreiter erreichen. das zeigt sich in besucherzahlen, beiträgen, neuanmeldungen, beteiligung an aktionen, diskussionen und so weiter. wenn man heute drei bestimmt mitstreiter aus dem forum nimmt dann ist die initiative in zwei wochen tot. wie oft wurde von uns in die runde gefragt wer diese oder jene aufgabe übernehmen möchte und wie selten wurde darauf reagiert. aber auch im engeren team lässt die mitarbeit abgesehen von wenigen ausnahmen sehr zu wünschen übrig. deshalb die frage ob wir unsere ziele, positionen, strategien vielleicht nicht immer verständlich und einfach genug darstellen? es gibt allgemeine themen da wird von relativ vielen relativ breit diskustiert aber bei unseren kernthemen begrenzt es sich meist auf die gleichen wenigen leute. vielleicht ist manchen der findungsprozess zu mühsam? zu kompliziert? zu uninteressant?

vielleicht sollten wir unser ziel der gegenwärtigen entwicklung anpassen und nicht mehr nur breitband für alle sondern glasfaser (ftth) für alle fordern? vielleicht sollten wir viel öfter ins spiel bringen, dass eine netzausgliederung die unbedingte voraussetzung für die erweiterung des universaldienstes ist.

vielleicht brauchen wir aber auch einfach nur die öffentlichkeit früher und häufiger einbinden. vielleicht kann man das positionspapier auch mal so erarbeiten, dass man nicht erst das positionspapier hat und dann diskutiert sondern das man bei null anfängt und jeder seine meinung einbringt, man herzhaft und kontrovers diskutiert und du am ende ein positionspapier daraus schmiedest. natürlich können da auch nicht alle meinungen und sichtweisen berücksichtigt werden und einfließen aber dafür hat sicher jeder verständnis.

genug für heute ;)
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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon bru62 » 13.03.2009 16:13

essig hat geschrieben:deshalb muss zuvor das netz ausgegliedert werden


Was, wenn wir in Zukunft nicht die Ausgliederung primär thematisieren, aber strikt darauf pochen, dass jede neue (noch dazu, wenn ganz oder teilweise öffentlich finanziert) Infrastruktur unter öffentliche Kontrolle gehört?

essig hat geschrieben:und das ist nicht das was wir uns wünschen

Deshalb habe ich die entsprechende Passage abgeändert. Was meinen die andren? Ist es so verständlicher?

essig hat geschrieben:mein eindruck, dass wir als initiative immer weniger mitstreiter erreichen.

Meinst du, dass liegt an meiner Ausdrucksweise? Oder daran, dass die Materie zu komplex wird. Glaube ich nicht. Ich denke eher daran, dass viele rührige Mitstreiter inzwischen am Ziel sind. Andere haben offenbar nach langjährigem Kampf resigniert. Wieder andere glauben der Regierung und warten einfach ab. Eine Menge Leute haben ganz andere Probleme. All die Müdigkeit erkennst du ja übrigens nicht nur bei uns, sondern auch "nebenan". Und erst recht in Lebensbereichen, wo tatsächlich Existenzen bedroht sind. Ich wundere mich jeden Tag, dass nicht dauernd tausende ALG II-Empänger vor den Rathäusern ihr Recht einfordern. Offenbar ist der deutsche Michel so gestrickt, dass er zufrieden ist, wenn er bei einer Flasche Bier die tägliche Verdummungsshow im Fernsehen sehen kann. Betroffene, bitte nicht übel nehmen. Ich übertreibe bewusst, um den Sachverhalt zu verdeutlichen. Aber es kommen andere Zeiten, verlass dich drauf.

Aber genug des abschweifenden Geredes. Bitte sagt eure Meinung zur Stellungnahme, wie sie jetzt ist. Damit sie am Sonntag veröffentlicht werden kann.

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Re: Entwurf Stellungnahme zur Breitbandstrategie

Beitragvon essig » 07.04.2009 11:37

bru62 hat geschrieben:Was, wenn wir in Zukunft nicht die Ausgliederung primär thematisieren, aber strikt darauf pochen, dass jede neue (noch dazu, wenn ganz oder teilweise öffentlich finanziert) Infrastruktur unter öffentliche Kontrolle gehört?

wenn man davon ausgehen könnte, dass dieser "umweg" nicht noch schwieriger umzusetzen wäre und das problem nicht noch weiter verkomplizieren würde dann ja. vielleicht kann man dies auch als zwischenziel auf dem weg zu einem öffentlichen europanetz formulieren. in 10, 20 oder 30 jahren wird es ein öffentliches euronet geben und wieso sollten wir auch hier nicht die ersten sein die dieses fordern. der illusion, dass dies kurzfristig umzusetzten sei unterliegt niemand aber wir sind ja noch relativ jung ;)

und wenn wir es mit unseren letzten zittrigen mausklick erleben ;)

bru62 hat geschrieben:Meinst du, dass liegt an meiner Ausdrucksweise?

nein ganz und gar nicht. sowohl deine kompetenz, mitarbeit, engagement aber auch deine ausdrucksweise sind von unschätzbaren wert für die initiative. ohne dich wären wir längst nicht so weit wie heute. ich habe es im verlauf der diskussion schon mal geschrieben: dein beitrag ist unverzichtbar und von unschätzbar großen wert für die initiative und nicht "stattdessen" sondern "zusätzlich" müssen wir darauf achten auch den normalen betroffenen anzusprechen und einzubinden und wenn es nur für seine regionalen interessen ist. das mag sicher auch ein strukturelles problem sein aber auch ein inhaltliches. wollte nicht, dass es da missverständnisse gab.

alles wird gut ;)
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