Über eine schöne Provinzposse, die eigentlich eher nach Schildau gepasst hätte, berichtet heute die Neue Presse Coburg. Mitten durch Effelter verläuft die Hauptleitung von Wilhelmsthal nach Teuschnitz und Tettau. Vom Feuerwehrgerätehaus zum nächsten Telekom-Verteiler sind es nur wenige Meter. Einem kostengünstigen Anschluss des Ortes hätte nichts entgegen gestanden, zumal die Gemeinde vorsorglich bereits ein Leerrohr verlegt hatte. Lediglich 16.000 Euro hätte die Telekom benötigt, um außer Effelter auch gleich noch Lahm versorgen zu können. Aber da dies keine unternehmens- und technologieneutrale Ausschreibung war, blockierte die BNetzA das Vorhaben. Es wurde bemängelt, dass auf die Weise nur die Telekom als Anbieter in Frage käme. Also wurde ausgeschrieben und ein Funkanbieter kam zusätzlich ins Spiel. Dessen Lösung war aber technisch nicht machbar. Nun wird für 75.000 Euro von Wilhelmsthal ein neues, mehrere Kilometer langes Kabel hochgezogen, wodurch sich die verfügbaren Fördermittel für die Gemeinde selbst reduzieren. Für den Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Glauber ist dies typisch: "Die Staatsregierung hat es verschlafen, eine zentrale Leitungsfunktion zu übernehmen und stattdessen die Verantwortung hierfür den einzelnen Kommunen zugeschoben. Diese finden sich dann in teils nervenaufreibenden Verhandlungen mit großen Unternehmen, der Auseinandersetzung mit hoch technischen Details und dem Gezerre um juristische Feinheiten des Wettbewerbsrechts wieder", wird er zitiert. Über "die unprofessionelle und fehlerhafte Konstruktion des Breitbandprogramms durch die Staatsregierung" könne man nur den Kopf schütteln.
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