Recht harsche Worte musste sich CSU-Bundestagsabgeordneter Dr. Georg Nüßlein auf einer Veranstaltung im Landratsamt von den Bürgermeistern der Gemeinden des Kreises anhören. Das berichtet heute die Augsburger Allgemeine. Nüßlein benannte die Breitbandversorgung als "zentrales Thema der Daseinsvorsorge" und stellte Weiterentwicklungen der bundespolitischen Ansätze in Aussicht.
Die bayerische Förderung reicht den Bürgermeistern nicht. "Wir kommen mit dem staatlichen Fördersatz nicht aus", meint zum Beispiel der Kammeltaler Bürgermeister Christian-Konrad Wiesner. Und Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig benennt das Kernproblem beim Namen: "Die Kommunen sind mehr oder weniger pleite." Warum diese überhaupt zuständig sein sollen, war die immer wieder gestellte Frage.
Richtig stellte Marcus Isermann von der Deutschen Telekom fest: "Der Wettbewerb richtet nicht alles - nicht dort, wo es nicht wirtschaftlich ist." Ich weiß nicht, ob er es ernst gemeint hat: Jedenfalls soll er sich so geäußert haben, dass der Konzern nicht auf Gewinn aus sei, es ginge vielmehr darum, "auf Null zu kommen", also kein Geld zu verlieren. Die Telekom als Samariter? Die Bürgermeister fanden wohl auch das eine oder andere harte Wort in Richtung des Unternehmens.
Es war auch ein Vertreter des BMWi (Dr. Peter Knauth) da, der offenbar die dort auswendig gelernten Floskeln vom Technologiemix her sagte. Auch das hat den Bürgermeistern vermutlich nicht so gefallen. Auf die Frage, ob nun Funk oder Kabel die Lösung sei, sagte Knauth: "Nehmen Sie am besten beides". Fürwahr, auf diese Antwort scheinen die Lokalpolitiker gewartet zu haben.
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