BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon News » 16.06.2009 16:22

PM vom 15.06.2009

Bundesnetzagentur legt Entgelte für den Zugang zum Schaltverteiler fest

Kurth: "Weiterer Mosaikstein zur Breitbandinitiative"

Die Bundesnetzagentur hat in einer heute bekanntgegebenen Entscheidung die Entgelte festgelegt, welche die Deutsche Telekom AG (DT AG) Wettbewerbern für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an einem sog. Schaltverteiler in Rechnung stellen darf.

In einer vorangegangenen Entscheidung von Anfang März 2009 ist die DT AG verpflichtet worden, den Wettbewerbern den Zugriff auf die TAL auch an einem neu zu errichtenden Schaltverteiler zu gewähren. Damit soll eine einfachere Erschließung bisher nicht oder nur unzureichend versorgter ländlicher Gebiete, sog. "weißer Flecken", mit schnellen Internetanschlüssen ermöglicht werden.

In der heutigen Entscheidung wurde zum einen das monatliche Überlassungsentgelt festgelegt, das je nach Länge der TAL bis zum Schaltverteiler variiert. Zum anderen bestimmt die Entscheidung feste Obergrenzen für die Entgelte der wesentlichen Komponenten bei der Errichtung eines Schaltverteilers.

"Mit dieser Entgeltgenehmigung liegen nunmehr alle Voraussetzungen vor, um den Breitbandausbau auch in bisher nicht oder nur unzureichend versorgten ländlichen Gebieten voranzutreiben. Insofern stellt die heutige Entscheidung zum TAL-Zugang am Schaltverteiler einen weiteren wichtigen Mosaikstein bei der Umsetzung der Breitbandinitiative der Bundesregierung dar. Nachdem nun auch die ökonomischen Bedingungen feststehen, appelliere ich noch einmal an die Wettbewerber, von dieser Möglichkeit des TAL-Zugangs Gebrauch zu machen. Die Deutsche Telekom fordere ich auf, ihrerseits durch zügige Zugangsgewährung den von allen gewünschten Breitbandausbau zu unterstützen", erklärte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, anlässlich der Bekanntgabe der Entscheidung.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon Haupti76 » 16.06.2009 16:27

Könnte das den Ausbau weiter voran bringen? Ich bin da skeptisch.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon bru62 » 16.06.2009 16:47

Die Sache wurde hier schon mal diskutiert.

Die genauen Entgelte sind übrigens hier einsehbar.

Gruß
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Schaltverteiler Telekom klagt

Beitragvon Soul-blade » 29.06.2009 14:03

http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... etzagentur

Einerseits verständlich wenn man durch sowas - macht anderer seids mal wieder auf den Rücken der Leute die vergebens auf DSL warten.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon Odde23 » 29.06.2009 14:05

Die Telekom hat inzwischen gegen die festgesetzten Entgelte Klage eingereicht, da sie diese für zu niedrig hält. Die Regulierungsbeschluss tritt somit vorerst nicht in Kraft. Ein weiterer Rückschlag für den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten also.

http://www.heise.de/newsticker/Telekom- ... ung/141260
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon steinplatz » 29.06.2009 20:23

Rückschlag? , na erstmal sehen, die Telekom hat schon genug solcher Prozessklagen verloren.
Lustig nur, wie sich der VATM dazu wieder aufbläst. Wieviel DSL-Anschlüsse auf dem Land, haben deren Verbandsmitglieder auf dem Lande aufgebaut?
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon Hohndorfer » 30.06.2009 09:26

Odde23 hat geschrieben:Die Telekom hat inzwischen gegen die festgesetzten Entgelte Klage eingereicht, da sie diese für zu niedrig hält. Die Regulierungsbeschluss tritt somit vorerst nicht in Kraft. Ein weiterer Rückschlag für den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten also.


Ich persönlich sehe darin auch keinen Rückschlag für den ländlichen Raum!
Ganz im Gegenteil, vielleicht besinnt sich ja die Behörde darauf, welche Auswirkung es haben wird, wenn die DTAG wie bereits schon geschehen den Ausbau stoppt. Zur Zeit laufen nur die Programme, welche 2008 bewilligt wurden und wo die Gemeinde als Investor auftritt.
Da ich bisher von den Wettbewerbern noch nichts gesehen, gelesen, gehört habe-wo sie denn nun im ländlichen ausbauen/gebaut haben, stelle ich mir es als einen viel größeren Rückschlag vor, wenn die Klage abgewiesen wird, denn dann haben wir auf unbestimmte Zeit das was jetzt stattfindet-Bausstop!
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon Odde23 » 30.06.2009 10:09

Naja, es gibt schon einige BREKO-Mitglieder, die einen Outdoor-Ausbau auf dem Land vorantreiben. Leider sind diese immer nur sehr regional bezogen aktiv.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon essig » 30.06.2009 10:10

Hohndorfer hat geschrieben:Ganz im Gegenteil, vielleicht besinnt sich ja die Behörde darauf, welche Auswirkung es haben wird, wenn die DTAG wie bereits schon geschehen den Ausbau stoppt.

genau. der behörde muss man mal wieder zeigen welche macht man als privatisiertes staatsunternehmen doch hat. drohen, blockieren, hinhalten, klagen, verschleppen, ignorieren - so ist's richtig. die behörde wird schon sehen wer am längeren hebel sitzt.

Hohndorfer hat geschrieben:Zur Zeit laufen nur die Programme, welche 2008 bewilligt wurden und wo die Gemeinde als Investor auftritt.

wo treten denn gemeinden als telekom investor auf? die gemeinden bezahlen notgedrungen den ausbau, das ist was anderes. oder werden die gemeinden am unternehmen und den gewinnausschüttungen beteilgt? die gemeinden investieren vielleicht in ihr überleben aber nicht in die telekom. die wird einfach nur mit steuergeld bezahlt um kosten und risiko auf null zu drücken. da macht das gewinne machen erst richtig spass und der aktionär ist zufrieden. dieses geld fehlt dann natürlich wieder an anderer stelle.

Hohndorfer hat geschrieben:Da ich bisher von den Wettbewerbern noch nichts gesehen, gelesen, gehört habe-wo sie denn nun im ländlichen ausbauen/gebaut haben

ja welche wettbewerber denn? die sind doch ganz offensichtlich nicht gewillt aber auch nicht gewollt. soll ich m-net einen vorwurf machen, dass sie polzow in vorpommern nicht versorgen? im ländlichen raum gibt es keinen wettbewerb, das ist doch seit jahren unser problem. bei strom und wasser hätte es in den ländlichen räumen auch keinen wettbewerb (und keinen anschluss) gegeben und genau für solche sachen braucht man einen staat. der kümmert sich aber lieber um anderen quatsch. dort wo er gefragt ist und gebraucht wird hält er sich konsequent raus und dort wo er nicht gebraucht und nicht gefragt wird mischt er sich exzessiv ein.

Hohndorfer hat geschrieben:denn dann haben wir auf unbestimmte Zeit das was jetzt stattfindet-Bausstop

baustopp? in den allermeisten gemeinden hat der ausbau nie angefangen, was soll da gestoppt werden. jetzt mal im ernst findest du das agieren der telekom tatsächlich in ordnung? wo ist die alternative? weitere 10 jahre telekom monopol im ländlichen raum mit all den katastrophalen folgen? was hältst du im allgemeinen von einer netzausgliederung?
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon Hohndorfer » 30.06.2009 11:22

baustopp? in den allermeisten gemeinden hat der ausbau nie angefangen, was soll da gestoppt werden. jetzt mal im ernst findest du das agieren der telekom tatsächlich in ordnung? wo ist die alternative? weitere 10 jahre telekom monopol im ländlichen raum mit all den katastrophalen folgen? was hältst du im allgemeinen von einer netzausgliederung?


Deine Ansichten teile ich zu 95%.
Was nützt es aber immer vom privatisierten Staatsunternehmen zu sprechen, egal ob das nun welche für gut oder schlecht heißen, wenn jene die einzigen sind welche ausbauen.
Ob andere nicht gewollt sind oder auch kein gesteigertes Interesse am Ausbau haben, ist alles richtig, nur was nützt es?
Solange die Situation so ist wie sie ist, steht fest, dass es bisher vom Wettbewerber kaum Initiativen gab, als solche wie sie der private Monopolist vorlebt, dort auszubauen wo der geringste Aufwand ist-in den Ballungszentren.
Uns wäre ein heutiger Ausbau unsere Gemeinde auch lieber als morgen, da wir aber mit den Gegebenheiten leben müssen, sind die Alternativen nun mal begrenzt.
Solange der Monopolist das sagen hat, solange muß man sich mit diesem arrangieren wenn man für seine Region etwas erreichen will. Leider ist das nicht nur in diesem Bereich so, sondern setzt sich im gesamten Alltag fort. Es ist nun mal leider so, dass ein Ernährer immer am längeren Hebel sitzt.
Ich persönlich stehe auch für einen gesetzlich festgesetzten Internetzugang ein, was bringt es aber wenn dieser auf z.B. 3000 oder 6000kbit/s festgelegt wird und hingegen in den Ballungszentren die Giga-Bereiche Anvisiert werden-somit werden die ländlichen Gebiete immer und ewig im Hintertreffen sein-und das auch bei einem Universaldienst.
Eine Vereinheitlichung und übergreifende Gleichstellung aller Bürger kann nur ein Staatsbetrieb wie es in der DDR war realisieren, hier waren die Preise, Wartezeiten, und Produkte von Nord bis Süd gleich.
Man sollte aber nicht alles auf der DTAG abladen, wer hat es denn zu dem gemacht und gefördert, was wir hier fast täglich debatieren?-Der Staat und der ist faul wie eine überlagerte Kartoffel.
Eine Ausgliederung des Netzes stelle ich mir sehr schwierig vor, da eine Abfindung für erbrachte Leistungen nach der privatisierung in utopische Höhen gehen würde.

Es wird sich in Zukunft nicht viel ändern, wenn der Staat nicht zahlt wird keine Änderung eintreten, wenn die DTAG nicht ausbaut tut es auch kein anderer.

Es ist auch völlig egal aus welchen Topf die Gelder für Ausbauaßnahmen kommen und vom wem sie letztlich erbracht werden, es werden immer Steuergelder sein.
In unserem Ort haben wir auch einen Monopolisten, den Kabelanbieter welcher mit km3 zusammen arbeitet, entweder man nimmt von ihm DSL oder man hat keins-so einfach ist das. Und solange dieser mehr wie 1000kbit/s anbietet gibts keinen einzigen Taler vom Staat. Und wer glaubt, dass diese regionalen Anbieter nur von ihren Kunden-Einnahmen leben, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Viel schlimmer ist aber, wenn eine gesetzliche Mindestdatenrate feststeht- dann würde sich damit auch nichts verbessern, oder sehe ich das falsch? Und das wäre in vielen Regionen so-z.B. überall da wo km3 seinen Dienst anbietet.

Die perfekte Lösung gibt es nicht, es wird immer die Verlierer geben, leider!
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon essig » 30.06.2009 12:25

Hohndorfer hat geschrieben:Eine Vereinheitlichung und übergreifende Gleichstellung aller Bürger kann nur ein Staatsbetrieb wie es in der DDR war realisieren, hier waren die Preise, Wartezeiten, und Produkte von Nord bis Süd gleich.

oder in staatsunternehmen wie es sie fast 50 jahre (also länger als in der ddr) in der brd gegeben hat. bundespost, bundesbahn, bundesdruckerei und und und... dort war auch nicht alles gut aber immerhin waren "Preise, Wartezeiten, und Produkte von Nord bis Süd gleich" und der soziale friede trotz aller nachteile gewährleistet. heute alles privatisiert und nicht in jedem fall mit den gewüschten effekten. da werden extremste unterschiede zugunsten der rendide gern in kauf genommen.

Hohndorfer hat geschrieben:Man sollte aber nicht alles auf der DTAG abladen, wer hat es denn zu dem gemacht und gefördert, was wir hier fast täglich debatieren?-Der Staat und der ist faul wie eine überlagerte Kartoffel.

so ist es und dann versucht der staat (besser die bnetza) etwas zu verändert um wettbewerb im ländlichen raum zu schaffen und das gefällt dir dann auch wieder nicht. wo ist denn abgesehen von einer netzausgliederung die alternative? weiter wie bisher?

Hohndorfer hat geschrieben:Es ist auch völlig egal aus welchen Topf die Gelder für Ausbauaßnahmen kommen und vom wem sie letztlich erbracht werden, es werden immer Steuergelder sein.

während die tk-konzerne allein in deutschland jährlich mehrere milliarden gewinn machen. die gewinne hat der arme aktionär zu schuldern und die kosten und das risiko der steuerzahler? soziale marktwirtschaft mal ganz anders ;)

Hohndorfer hat geschrieben:Eine Ausgliederung des Netzes stelle ich mir sehr schwierig vor, da eine Abfindung für erbrachte Leistungen nach der privatisierung in utopische Höhen gehen würde.

man muss diese option nur schmackhaft genug machen. z.b. wie in österreich wo man das netz ausgliedern möchte und die telekom austria im gegenzug ihre beamten mit enormen pensionsansprüchen los wird. oder die regulierung zieht die zügel so straff und senkt die einnahmen die man durch das netz hat und steigert die verpflichtungen und über nacht will man das netz freiwillig loswerden. die 30 % die der bund an der telekom hält könnte ebenfalls hilfreich sein. wenn das netz mehr kostet als es einbringt wird man es abstoßen. ohne diesen schritt besteht für alle weiteren schritte stolpergefahr.

lass uns mal zehn jahre machen und dann noch mal schauen ;)
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon essig » 30.06.2009 13:35

hier noch eine meldung der firma eifel-net:

Deutsche Telekom AG behindert weiterhin günstigeren DSL-Ausbau auf dem Land

Am 3.3.2009 konnte eifel-net endlich verkünden einen weiteren Etappensieg im Verfahren gegen die Deutsche Telekom AG (DTAG) gemäß § 25 TKG zum Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) mittels sogenannter Schalterverteiler errungen zu haben. Mittels dieser Schaltverteiler können beim DSL-Ausbau im ländlichen Raum erhebliche Tiefbaukosten vermieden werden. Pressesprecher Philipp Blank der Deutschen Telekom AG teilte seinerzeits nach der Entscheidung mit, generell begrüße die Deutsche Telekom AG die Entscheidung der Bundesnetzagentur, denn "Wir sehen die Entscheidung als Auftrag an die Wettbewerber, sich an den Infrastruktur-Investitionen im ländlichen Raum zu beteiligen".

Leider müssen die Aussagen der Deutschen Telekom AG, nachdem nun auch die Entgeltregulierung der Bundesnetzagentur für die Errichtung von Schaltverteilern vorliegt, als unglaubwürdig betrachtet werden, denn die Deutsche Telekom AG hat entgegen ihrer zuvor geäußerten Haltung gegen die vorliegende Gesamtentscheidung zur Errichtung von Schaltverteilern Klage erhoben.

In der Folge ist damit alternativen Carriern die Möglichkeit zur Errichtung von Schaltverteilern faktisch unmöglich. Dieses wiederum führt zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung am Markt, da alle alternativen Carrier weiterhin gezwungen sind bei der Erschließung in ländlichen Regionen jeden Kabelverzweiger mit erheblichem Tiefbauaufwand einzeln zu erschliessen, während die Deutsche Telekom AG dort kostengünstige Schaltverteiler errichten kann.

Es ist bedauerlich, dass durch diese Vorgehensweise des Ex-Monopolisten der DSL-Ausbau auf dem Land, insbesondere durch die vielen investitionswilligen, alternativen Carrier erneut erheblich behindert und erschwert wird. Das Ziel eines schnellen flächendeckenden DSL-Ausbaus auf dem Land wird so erheblich schwerer zu erreichen sein.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon News » 30.06.2009 15:43

Und hier noch eine PM des Breko:

Telekom konterkariert Breitbandinitiative der Bundesregierung
BREKO Mitglieder durch Telekom im Ausbau in der Fläche behindert

Bonn, den 30.06.09, Der Bundesverband für Breitbandkommunikation (BREKO) befürchtet, dass die Klage der Deutschen Telekom AG (DTAG), gegen die Anordnung der BNetzA für den Zugang zu den Schaltverteilern, den Breitbandausbau in ländlichen Gegenden blockieren wird. „Mit der Klageeinreichung behindert die Deutsche Telekom AG den Breitbandausbau in der Fläche. Nicht nur dass die DTAG sich selbst immer weiter aus dem Breitbandausbau auf dem Land zurückzieht, sondern jetzt behindert sie mit diesem Schritt auch noch die Wettbewerber beim Breitbandausbau im ländlichen Raum“, so Rainer Lüddemann, Geschäftsführer des BREKO.

Am 18. März 2009 entschied die Bundesnetzagentur (BNetzA) zu Gunsten der Eifelnet und ordnete für diese den Zugang zu den Schaltverteilern an. Diese Entscheidung hat auch Signalwirkung für andere Unternehmen, die Breitband in der Fläche ausbauen wollen. Entgegen ihrer eigenen Ankündigung verweigerte die DTAG einen allgemeinen Zugang zu den Schaltverteilern und reichte Klage gegen die Anordnung ein. „Mit der Klage behindert die Telekom massiv den Breitbandausbau in der Fläche und konterkariert sogar die Breitbandinitiative der Bundesregierung. Den Unternehmen, die in der Fläche investieren wollen, wird die Planungssicherheit genommen“, kritisierte Lüddemann. Durch den Zugang zu den Schaltverteilern können zum einen die Verkehre gebündelt und zum anderen die Kabellängen zum Endkunden verkürzt werden, wodurch auch Kunden in ländlichen Gegenden höhere Bandbreiten zur Verfügung gestellt werden könnten.

„Die DTAG versucht die Politik massiv unter Druck zu setzen, um Regulierungsentscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen oder einen Abbau der Regulierung zu erreichen“, kritisierte Lüddemann. Bereits nach der Entscheidung zur Teilnehmeranschlussleitung zog sich die DTAG immer weiter vom Breitbandausbau in der Fläche zurück und drohte mit geringeren Investitionen in der Fläche. Die Weigerung der DTAG aber, den Wettbewerbern den Zugang zu den Schaltverteilern zu gewähren, erschwert auch den Wettbewerbern die Erschließung der „weißen Flecken“. „Solange keine Rechtssicherheit besteht, kann auch kein Netz-roll-out geplant werden“, so Lüddemann.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon News » 30.06.2009 15:43

Und auch der VATM hat sich gemeldet:

Zentraler Baustein der Breitbandinitiative in Gefahr

Telekom verweigert Wettbewerbern neue Zugangsmöglichkeiten auf dem Land Erst im März hatte die Bundesnetzagentur die Telekom dazu verpflichtet, den Wettbewerbern so genannte Schaltverteiler – einem neuen Zugangspunkt zum Hauptkabel zwischen Hauptverteiler und Kabelverzweiger – zur Verfügung zu stellen. Doch die Deutsche Telekom AG verweigert nun interessierten Unternehmen einen Vertragsabschluss. Begründung: Sie wolle die Entscheidung der Bundesnetzagentur gerichtlich prüfen lassen. „Damit gerät ein wichtiger Bestandteil der Breitbandinitiative in Gefahr“, warnt der Präsident des VATM, Gerd Eickers. Die Regulierungsbehörde hatte ihre Entscheidung im Frühjahr insbesondere damit begründet, dass mit diesen neuen Zugangspunkten zum Netz auf dem Land eine einfachere Erschließung bisher nicht oder nur unzureichend versorgter ländlicher Gebiete mit schnellen Internetanschlüssen ermöglicht werde. Die DTAG hatte diese Entscheidung zunächst grundsätzlich begrüßt und sogar als wichtige Investitionsmöglichkeit für die Wettbewerber gelobt.

„Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass wir – die Wettbewerber und die DTAG – in einem gemeinsamen Kraftakt die weißen Flecken in Deutschland schließen. Doch zurzeit scheint sich die DTAG beim Breitband auf dem Land in eine Art Verweigerungshaltung zu begeben, mit der sie – wie vor der letzten Bundestagswahl – Druck auf die Politik ausüben will. Nicht nur, dass sie Gespräche mit Vertretern von Kommunen absagt und angeblich ihr Investitionsvolumen im ländlichen Raum kürzt, sie verweigert derzeit auch Vertragsabschlüsse mit den Wettbewerbern zu Schaltverteilern“, sagt VATM-Präsident Gerd Eickers.

„Die alternativen Anbieter – ob DSL, Funk, Satellit, TV-Kabel oder Powerline – engagieren sich weiterhin stark auf dem Land und werden auch in Zukunft dort investieren“, so Eickers. Bis heute seien weit mehr als 1.800 Gemeinden bzw. Ortsteile im ländlichen Raum durch die Wettbewerber an das schnelle Netz angeschlossen worden. Mehrere hundert werden in diesem Jahr noch dazukommen. „Die Verweigerung der DTAG, endlich die dringend benötigten Zugänge zu Schaltverteilern zu ermöglichen, verhindert aber gerade den vor allem von Bürgermeistern häufig bevorzugten Aufbau von Festnetzanschlüssen,“ betont der VATM-Präsident.
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Re: BNetzA legt Entgelte für Schaltverteiler fest

Beitragvon bru62 » 30.06.2009 16:02

Soviel Lamento der Lobbyisten muss verdächtig erscheinen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wird hier offenbar das Einschlagen auf die Telekom als Instrument der eigenen Profilierung angesehen.

VATM hat geschrieben:„Die alternativen Anbieter – ob DSL, Funk, Satellit, TV-Kabel oder Powerline – engagieren sich weiterhin stark auf dem Land und werden auch in Zukunft dort investieren“,

Das ich nicht lache. :lol: Vor allem auf Powerline bin ich echt gespannt.

Breko hat geschrieben:„Die DTAG versucht die Politik massiv unter Druck zu setzen, um Regulierungsentscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen oder einen Abbau der Regulierung zu erreichen“

Wo sie Recht haben, haben sie recht. Das haben wir auch schon vor langer Zeit festgestellt. Leider ist die Regierung offenbar völlig beratungsresistent, solange die Dividende stimmt.

essig hat geschrieben:Hohndorfer hat geschrieben:Eine Ausgliederung des Netzes stelle ich mir sehr schwierig vor, da eine Abfindung für erbrachte Leistungen nach der privatisierung in utopische Höhen gehen würde.

Ich denke, eine Ausgliederung der Netze aus dem Konzern muss es gar nicht unbedingt geben, Was Not tut, ist die Schaffung neuer Netzbetreiber auf kommunaler Ebene. Im Zuge des Ausbaus der neuen Netze wäre die einmalig Chance, hier von Monopolen wegzukommen. Und diese neuen Netzbetreiber müssen einer öffentlichen Kontrolle unterliegen. Wie bei allen anderen Bestandteilen der Daseinsvorsorge muss eine öffentliche Planung und Koordination sicherstellen, dass nicht nach Wirtschaftlichkeit, sondern nach Bedarf ausgebaut wird. Alles andere ist offenbar untauglich.

Gruß
______________
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