Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon News » 20.01.2009 17:06

PM vom 20.01.2009:

Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit
Studie wiederlegt Argumentation DTAG


Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) veröffentlicht heute eine Studie von Prof. Dr. T.J. Gerpott und Prof. Dr. P. Winzer. Die Studie leistet einen Beitrag zu der von der Deutschen Telekom (DTAG) vorangetriebenen Diskussion, ob eine zu strenge Regulierung der Vorleistungen
bei der Teilnehmeranschlussleitung zwingend zu einem weiteren Verfall und zu einer mangelnden Investitionsbereitschaft in neue Netze führen werde. Die Studie belegt das Gegenteil. Die TAL-Entgelte waren bisher nicht Auslöser der Endkundenpreissenkungen.
Erst jüngst hat der Telekom-Chef Renè Obermann im Handelsblatt auf weniger Regulierung gedrängt, damit sich Investitionen auch amortisieren können. Damit suggeriert Obermann einen Zusammenhang zwischen Endkundenpreis und TAL-Vorleistungspreisen. „Die DTAG streut der Politik damit Sand in die Augen, indem sie das wichtige Gemeinwohlziel Breitbandausbau in der Fläche für eigene Ziele instrumentalisiert“, so Rainer Lüddemann, Geschäftsführer BREKO. Die Studie lässt aber keinen Zweifel aufkommen, dass die von den BREKO Unternehmen vertretene Auffassung einer TAL-Preisabsenkung keinen zwingenden Einfluss auf den Endkundenpreis hat. Dies unterstreicht die langjährige Auffassung des BREKO, dass eine TAL-Preisabsenkung den infrastrukturbasierten Wettbewerb stärkt und nicht behindert.
Die Studie belegt eindeutig, dass von Anfang 2006 bis Ende 2008 die Endkundenpreise für Breitband-Doppelflatbündel um mehr als 30 % gesunken sind, bei zum Teil gesteigerter Angebotsqualität, während der Preis des TALVorleistungsprodukts im gleichen Zeitraum nur um 1,3 % zurückgenommen wurde. Dies zeigt zweifellos auf, dass der Verfall der Endkundenpreis nicht auf TAL-Preisabsenkungen zurückzuführen ist. Des Weiteren unterstreicht dieser Zusammenhang, dass eine TAL-Preisabsenkung nicht dafür verantwortlich ist, den Unternehmen die zum Aufbau hochleistungsfähiger Glasfasernetze benötigten liquiden Mittel zu entziehen. „Im Gegenteil wird eine TAL-Preisabsenkung die Unternehmen erst in die Lage versetzen, in neue Netze zu investieren.“, betont Lüddemann.
Die Ergebnisse der Studie unterstützen den BREKO in seiner zentralen Forderung das im März neu festzulegende Entgelt für den Zugang zur letzten Meile der Deutschen Telekom abzusenken. „Die Absenkung des TAL-Entgelts ist eine wichtige Voraussetzung, um Investitionen in die Netze der nächsten Generation zu ermöglichen. Regulierung, Wettbewerb und Breitbandausbau sind keine Gegensätze, sie bedingen einander und nur gemeinsam sind sie ein Erfolgsmodell für Deutschland“, so Rainer Lüddemann.

Die Studie ist abrufbar unter: http://www.brekoverband.de.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon Haupti76 » 20.01.2009 19:00

Das würde also bedeuten auch so würde in den Ausbau investiert :?:
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Seit 19 April 2013 sind in Kleinvoigtsberg bis zu 50 MBits/s per VDSL verfügbar.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon Viro » 20.01.2009 19:12

Haupti76 hat geschrieben:Das würde also bedeuten auch so würde in den Ausbau investiert :?:

Ja, in Ballungsgebieten.
Nein, nicht in der Fläche.
Solang es eine TAL gibt die einer mieten muss und der andere nicht um sein Endkundenprodukt anbieten zu können, ist das Ungleichgewicht nicht zu bekämpfen.
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Breko: Forderung der DTAG irrwitzig

Beitragvon News » 21.01.2009 18:25

Zur Forderung der Telekom nach einer Erhöhung der TAL-Miete legt der Breko mit einer PM nach:

Forderung der DTAG für die „letzte Meile“ irrwitzig
TAL-Preissenkung als Antwort


Die neue Forderung der Deutschen Telekom (DTAG) für die „letzte Meile“ ist völlig aus der Luft gegriffen. Für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) ist der Antrag der DTAG bei der Bundesnetzagentur weder in der Höhe der Forderung noch in der Begründung nachvollziehbar.

Schon bislang waren die Kosten der DTAG deutlich niedriger als das genehmigte Entgelt von 10,50 Euro. Für die im BREO zusammengeschlossenen Unternehmen erschließt sich nicht, mit welcher Begründung die DTAG bei der Bundesnetzagentur ein künftiges Entgelt von 12,90 Euro beantragt hat. Alleine der Tarifabschluss 2007 hat der DTAG einen beträchtlichen Kostenvorteil gebracht. „Die dadurch erzielten Kostenvorteile müssten komplett an die Wettbewerber weitergegeben werden, soweit es um Preise für deren Vorprodukte gehe. Dies ist aber nicht geschehen“, so Verbandsgeschäftsführer Rainer Lüddemann. Zudem beabsichtigt die DTAG Hauptverteiler (HVT) abzuschalten, so dass die sie auch keine weiteren Investitionen in ihre Anschlussnetze mehr vornehmen wird.

Des Weiteren belegt die jüngst vom BREKO veröffentlichte Studie, dass nicht die von der DTAG geforderte TAL-Preisanhebung sondern im Gegenteil eine TAL-Preisabsenkung den infrastrukturbasierten Wettbewerb stärkt. „Erst eine TAL-Preisabsenkung wird die Unternehmen in die Lage versetzen, in neue Netze zu investieren.“, betont Lüddemann.

Die Forderung der DTAG die erhöhten Entgelte auch noch für die nächsten 5 Jahre festzulegen zu wollen, stößt beim BREKO auf völliges Unverständnis. „Anstatt erneut das Quersubventionierungspotential des Exmonopolisten zu erhöhen, sind die Politik und die Bundesnetzagentur (BNetzA) gefordert einen wirksamen und nachhaltigenWettbewerb zu fördern“, so Lüddemann.

Der BREKO appelliert somit nachdrücklich an die BNetzA im Sinne eines infrastrukturbasierten Wettbewerbs zu entscheiden, den Antrag der DTAG abzulehnen und ein Entgelt unterhalb des heutigen Niveaus festzulegen.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon spokesman » 21.01.2009 20:22

BREKO hat geschrieben:Für den Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) ist der Antrag der DTAG bei der Bundesnetzagentur weder in der Höhe der Forderung noch in der Begründung nachvollziehbar.

Wieso nicht nachvollziehbar - der sogenannte Exmonopolist möchte sein Monopol festigen bzw. ausbauen, sollte BREKO klar sein.
BREKO möchte eine gesenkte TAL sehen und damit den Wettbewerb fördern?
Demnach müsste eine TAL von 0€ den bestmöglichen Wettbewerb ermöglichen, dies käme einer Netzausgliederung gleich.
Klar muss das Netz gewartet und verbessert werden, dies dürfte jedoch nur ein Unternehmen/Institution bewerkstelligen, welche nichts mit dem Endkunden am Hut hat...
Wäre der Staat diese Instituion, könnte (muss!) der Universaldienst aufsetzen.

BREKO hat geschrieben:sind die Politik und die Bundesnetzagentur (BNetzA) gefordert einen wirksamen und nachhaltigenWettbewerb zu fördern

Dies funktioniert ja schon Jahre nicht und besonders nicht in der TK-Branche. Daran ist besonders die Politik schuld, sich Fehler einzugestehen ist nun mal nicht vorgesehen, auch wenn diese Politiker nicht mehr im Amt sind.
BREKO setzt bei derartigen Aussagen einfach nicht früh genug an, die Telekom handelt nun mal nur im eigenen Interesse (nichtmal im Interesse ihrer Kunden, wieso dann für Wettbewerber?) und versucht alle Trümpfe auszuspielen.
Natürlich hat die DTAG bedenken gegenüber alternativen Breitbandanschüssen.
Ist ja das gleiche wie im Mittelalter, der König hält den Mob flach und sichert damit seine Position/Monopol/Macht.
Es gibt nicht mehr den einen König, sonder viele Kleinere (Politiker) - so kommt es einem zumindest vor..

Sicherlich wird die DTAG damit nicht ohne weiteres durchkommen, der Schachzug ist einfach zu plump.
Eine Senkung der TAL ist grundsätzlich zu begrüßen, jedoch wird die DTAG darauf Taten folgen lassen, ein Druckmittel wäre wie schon geschrieben:
BREKO hat geschrieben:Zudem beabsichtigt die DTAG Hauptverteiler (HVT) abzuschalten, so dass die sie auch keine weiteren Investitionen in ihre Anschlussnetze mehr vornehmen wird.

Sicherlich nicht die feine Englische Art, aber so wurde der ungleiche Wettbewerb vom Staat in Auftrag gegeben.
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Re: Wiederspruch TAL-Preissenkung fördert Netzinvestitionen

Beitragvon spartacus » 06.03.2009 16:00

Um mal das so genannte Argument des Hr. Lüddemann "Senkung der TAL-Preise fördern Infrastruktur-Investitionen" rechnerisch auseinanderzulegen: wie schon von spokesman angedeutet, im Extremfall TAL = 0,-EUR . Wer würde denn dann noch selbst in die Infrastruktur investieren (wenn es ihm nichts kostet sich fremde Leistungen für Lau zu mieten). Das würde man dann wieder unter ähnlichen Argumenten der DTAG überlassen. Denn wenn die Wettbewerber für eine Vorleistung der T-Com mal angenommen Nichts mehr oder sehr wenig zahlen müssten, dann würden sie natürlich das eingesparte Geld in die eigenen Netze investieren. Für wie ungebildet hält eigentlich dieser Mensch seine Zuhörer, das widerspricht jeglicher wirtschaftlichen wie Marktlogik. Denn nur hohe Preise fördern schon immer den Wettbewerb, deswegen heißt es auch Wettbewerb. Er besteht in der Thematik, ein gleiches Produkt zu geringeren Preisen anzubieten. Aber auch ein Produkt insgesamt und nicht nur einen Teil, dieser dann als Komponente den geringsten Aufwand / Kosten bedeutet.
In irgend einen gemieteten Kolokationsraum der T-Com-VST (natürlich in Großstädten) eine GF-Zuleitung als einzigste Eigenleistung reinzubringen (wenn es denn auch keine CFV ist u. von der TK-/Netz-Technik mal abgesehen) und den Rest wie Standfläche / Klimatisierung / Stromversorgung / ÜVT-zu-HVT-Ltng.+ TAL etc.pp. zu mieten, ist natürlich volle Investition in Netze und Technik. Und wird bei fallenden Preisen (TAL) noch weiter vorangetrieben, solch Argumente sind so was von verdreht. Doch die meisten Kunden wissen gar nicht von der Materie und vertrauen blind den Propagandasprüchen solcher Leute.
Weshalb wird denn nun schon seit mehreren Jahren keine GF-Leitung der T-Com in der Fläche gemietet um eigene Produkte ab KVZ (ONU) anzubieten? Weil sich diese so genannten TNB nur die fettesten Rosinen aus dem Kuchen picken, und das schon über Jahre. Wettbewerb sieht wahrlich anders aus, und die sehr geringen (Preis)Vorteile dieses Treibens, konnten auch nur einige Kunden in Ballungszentren nutzen. Das alles zu Lasten des Netzausbaus in der Fläche. Wieso soll dann der Eigentümer des globalen Deutschlandnetzes sich weiter die Preise diktieren lassen, von solch verkehrter Logik. Das ist ein ewiges Hase-und-Igel-Szenario, da wird nur der Anschein der Regulierung und des Gleichgewichtes versucht vorzutäuschen. Natürlich kann man niemanden zwingen, in eigene Netze zu investieren zu horrenden Summen. Aber mehrere Stadtnetzbetreiber haben den Trend schon richtig erkannt, und sind aus dem BREKO ausgetreten. Weil dessen Geschäftspolitik kontraproduktiv ist, und nichts mit Wettbewerb an sich zu tun hat. Ich würde es ganz offen Nassauerei bezeichnen, Geschäfte auf der Basis fremder Leistungen zu forcieren.
Die Konsequenz aus diesem verkehrten Wettbewerb ist die damit angepasste Investitionsphilosophie und damit zurückhaltender Netzausbau in der Fläche. Das Geld (Mietpreise TAL) die in Ballungszentren verloren gehen oder anderweitig ausgeglichen werden müssen, fehlen natürlich an anderen wichtigen Stellen. Das Ergebnis zahlen die Kunden in den weißen Flächen ohne DSL-Versorgung. Daraus ergibt sich für uns eigentlich logisch die Forderung, im Interesse der flächendeckenden Netzerschließung, eine Erhöhung der TAL-Miete zu verlangen. Der Preis müßte so hoch werden, daß es sich für die alternativen Anbieter lohnen würde, in der Fläche zu investieren. Das wäre dann realer Wettbewerb, oder sie bauen eigene Netze in den Großstädten auf, welche ihnen dann (Nach Errichtung) Nichts mehr kosten.
Sollten diese Herrschaften das doch mal vormachen, wenn sie schon von überhöhten derzeitigen Preisen reden.
Die Lösung sieht zwar ganz anders aus, jedoch hat diese wohl von den betreffenden Verbänden so noch niemand in die Wagschale gelegt. Könnte ja die Masse zum Denken anregen, das Thema ist wohl "Top Secret". So lange das bisherige Spiel für alle Beteiligten genug abwirft.
Nur eine ganze Klasse von Nutzern ist der Leidtragende aus diesem Spiel.
Und in dem Zusammenhang mal auf das VDSL-Projekt zu lenken: es gibt schon TAL-Kunden, welchen das Szenario der Herunterstufung der Anschlüsse (DSL-Vmax) sehr fragwürdig vorkommt. Passiert natürlich nur in Ballungszentren (Gr.-Städten) und unter bestimmten technischen Bedingungen. Da kann man nur der T-Com für solch strategisches Denken und Handeln gratulieren. Bei langer TAL und daraus resultierender geringer DSL-Bandbreite bleibt wohl dem ausgebremsten Kd. Nichts anderes übrig, sich dem wahren NB wieder zuzwenden. Wenn er denn qualitaive Produkte haben möchte.
Damit wird in gewissen Regionen der VDSL-Ausbau doppelt sinnvoll. Doch ob das so zu Beginn geplant wurde, wird man wohl nie erfahren. Deswegen gibt es wohl jetzt auch erste Kooperationen im VDSL-Ausbau, neben und mit der T-Com.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon essig » 06.03.2009 19:31

das liest sich wie ein flammendes plädoyer für die von uns seit langen geforderte netzausgliederung...

oder meinst du das ernst:

Daraus ergibt sich für uns eigentlich logisch die Forderung, im Interesse der flächendeckenden Netzerschließung, eine Erhöhung der TAL-Miete zu verlangen. Der Preis müßte so hoch werden, daß es sich für die alternativen Anbieter lohnen würde, in der Fläche zu investieren.

ich kann mich noch nicht richtig mit dem gedanken anfreunden, dass irgendwann 40 millionen haushalte jeweils eine TAL der telekom, telefónica, bt, versatel, qsc, colt und so weiter am haus haben. da gefällt mir der gedanke nur eine TAL zu haben schon besser nur darf diese unter keinen umständen einem der wetbewerber allein gehören. da liegt das problem und nicht in einer zu hohen oder zu niedrigen miete.

nur eine strickte trennung von netzbetreiber und diensteanbieter könnte echten wettbewerb schaffen denn hiermit hast du uneingeschränkt recht:
Das ist ein ewiges Hase-und-Igel-Szenario, da wird nur der Anschein der Regulierung und des Gleichgewichtes versucht vorzutäuschen.


Für wie ungebildet hält eigentlich dieser Mensch seine Zuhörer, das widerspricht jeglicher wirtschaftlichen wie Marktlogik. Denn nur hohe Preise fördern schon immer den Wettbewerb

im echten wettbewerb sorgen hohe preise bei vergleichbaren produkten in aller regel dafür, dass man den anderen wettbewerbern unterliegt.
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Nachtrag : Wettbewerbsregeln und BNetzA

Beitragvon spartacus » 06.03.2009 22:04

Wie kann die BNetzA Wettbewerb garantieren, wenn sie für alle TAL-Mieter einen Preis vorgibt, und diesen dem Vermieter (Netzeigentümer) dazu noch diktiert. Das kann niemals als wahrer Wettbewerb gelten, wenn teilweise Diktatur (Preisfestschreibung) praktiziert wird.
Wettbewerb ist die Aushandlung von Preisen an Hand von Angebot und Nachfrage, oder durch Masseneinkauf den Preis zu verhandeln.
Doch so wie es in den Ballungszentren derzeit und für die Zukunft aussieht, werden dort an einigen Stellen die dsl-tauglichen TAL immer weniger frei verfügbar. Da werden jetzt schon wieder technische Tricks nötig, um dem Mangel Herr zu werden. Dieser Fakt bezieht sich auf den immer weiter ansteigenden Bedarf an BB-Diensten auf den Netzen, dies läßt sich jedoch nicht unbegrenzt realisieren (techn. bedingt). Da ist es nur logisch in absehbarer Zeit und unter dem dann überflüssigen Kostenfaktor HVT, eine Netzänderung einzuführen. Das wäre dann der Krisenfall für alle TAL-Mieter, und damit ergibt sich dann die nächste Frage: was kostet dann eine GF-TAL bis zum MFG18 (KVZ), wenn es in den Bereichen keine HVT´s und damit HK´s mehr gibt?
Wie der Netzeigentümer sein Netz gestaltet, wird man ihm nicht vorschreiben können. Wenn er sämtliche Netztechnik auf die Outdoor-DSLAMs auslagert, wird eine neue techn. Herausforderung für alle anderen entstehen. Da wird dann wieder richtiger Wettbewerb entstehen, und dem Geschäftsführer der BREKO graust jetzt schon davor.
Und was versteht die BREKO denn überhaupt unter Investitionen in eigene Netze? Davon war bisher noch nichts zu erkennen, denn diejenigen, die dies nun in Stadtnetzen umsetzen, gehören nicht mehr der BREKO an.
Mit der Anbindung seiner Kolokationstechnik in vereinzelten T-Com-Standorten (HVT´s) kann ja wohl nicht die Rede von Netzausbau sein.
Es wird Zeit das Geschehen von den Ballungszentren auf die die "weißen Flecken" auszudehnen, alles andere ist Kinderkram und stellt keinerlei Problematik zum Thema dar. Das Treiben in den Großstädten hat Nichts mit dem Ausbau der Netze an sich zu tun, dort wird nur Feinschliff und Makulatur veranstaltet.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon essig » 06.03.2009 22:28

spartacus hat geschrieben:Wie kann die BNetzA Wettbewerb garantieren, wenn sie für alle TAL-Mieter einen Preis vorgibt, und diesen dem Vermieter (Netzeigentümer) dazu noch diktiert. Das kann niemals als wahrer Wettbewerb gelten, wenn teilweise Diktatur (Preisfestschreibung) praktiziert wird. Wettbewerb ist die Aushandlung von Preisen an Hand von Angebot und Nachfrage, oder durch Masseneinkauf den Preis zu verhandeln.

wie löst du das klitzekleine problem, dass die telekom bezüglich der TAL eine monopolstellung inne hat? wie entsteht in diesem angebotsmonopol die von dir beschriebene presibildung aus angebot und nachfrage wenn es nur einen anbieter gibt? wie laufen dann diese preisverhandlungen ab? 18, 20, 22, 23, weg, der nächste bitte?

aber auch die marktbeherrschende stellung in vielen anderen segmenten macht eine regulierung leider erforderlich. diese monopol und marktbeherrschende stellung hat man sich ja nicht innerhalb des wettbewerbs erarbeitet sondern man hat sie im zuge der privatisierung einfach übernommen.

erschwerend kommt hinzu, dass hier netzbetreiber und diensteanbieter nicht getrennt wurden. welches interesse sollte der netzbetreiber bei der TAL "preisverhandlung" haben wenn er selbst auch diensteanbieter ist? das wäre so als würde dem mit abstand größten spediteur auch gleich die autobahnen gehören und dann auch noch ausgerechnet dieser spediteur die preise für seine konkurrierenden spediteure festlegt/verhandelt. ist das dein ideal von marktwirtschaft und wettbewerb?
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon Viro » 06.03.2009 22:55

Kompliziert wird es aber dann, wenn der Spediteur eine Regulierungsinstanz vor die Nase gesetzt bekommt, die indirekt 25% am Spediteur hält und mitunter von dessen Dividenden lebt. Ein Schelm der Böses denkt.
Grundsetzlich ist es richtig und absolut unabdingbar, ein solches Monopol zu regulieren. Meiner Meinung nach sollte die durchführende Behörde aber unvoreingenommen sein. Aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon essig » 06.03.2009 23:04

Viro hat geschrieben:Kompliziert wird es aber dann, wenn der Spediteur eine Regulierungsinstanz vor die Nase gesetzt bekommt, die indirekt 25% am Spediteur hält und mitunter von dessen Dividenden lebt.

genau, dass macht es noch schlimmer. das alles hat schon was von planwirtschaft. telekommunikationskombinat bonn :mrgreen:
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon Soul-blade » 07.03.2009 00:55

essig man sollte aber aúch festellen das die telekom den Breitband Markt überhaupt vorran gebrach hat, in dem sie anfingen auzubauen.

Troz des quasi Monopol sollte man nicht die augen davor verschließen, das die unternehmen vor allem von der breko nicht viel geld im ausbau gelassen haben sondern lieber bei der telekom.

Demnach sind sie selber schuld, warum sollte eine Regulierung dafür sorgen das sie noch weniger grund hätten auszubauen?? ich wäre dafür die TAL auf 20 € zu erhöhen.... damit die Schmarozer firmen die eigentlich ehr wie ne stinkende fliege im Wettbewerb kleben aussterben. Ich hab diese Nase voll von firmen wie 1un1... und falls ein kunde ein problem hat "sry technik liegt nicht im unserem zuständigkeits bereich" trotz der preise sind solche Unternehmen selbst für den endkunde der letzte scheiß.

Nicht umsonst sind eine der etwas größeren Anbieter die selber investieren ausgetretten.

Sry falls ich Bitkom und Breko durcheiander werfen sollte-

P.S Vor allem das man von den Netzen der nächsten Generation redet zeigt wie dumm das gelaber ist. Denn das wäre ja wohl FTTH und bei Glasfaser müssten sehr viele neue haushalte eine neue TAL bekommen, die ja nicht zwangläufig von der Telekom sein muss sondern von jedem X Beliebigen Anbieter....
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Re: Monopolstellung und Alternativen

Beitragvon spartacus » 07.03.2009 09:43

Vor dem Hintergrund des angesprochenen "Telekommunikationskombinates Bonn" kommt aber bald noch der Diensteaspekt TripplePlay dazu, da liegen dann sämtliche Informationskanäle in einer Hand (terr. Radio / TV / Printmedien mal ausgenommen). Bei der jetzigen Bündelung so vieler Komponenten in einer Firma wäre das eigentlich ein Fall für das Kartellamt. Denn die kürzliche Rückführung von T-Online zur Muttergesellschaft war ein Rückschritt im Wettbewerb der Diensteanbieter. Obwohl in der DTAG ja auch gewissermaßen genügend Wettbewerb (Kompetenz- / Fachbereichsverteilungen) existiert, und das meist erst bei Problemen für den Kunden sichtbar wird.
Die Ursache liegt wohl beim inkosequenten Herangehen aller entscheidenden Instanzen und dem Fakt, daß der ehemalige Staatsbetrieb noch zu einem erheblichen Teil dem Bund gehört. Und dieser damit das Problem der Monopolaufspaltung ewig vor sich herschiebt.
Unter den derzeitigen Umständen wäre es schon lange angebracht, da ein für alle Mal eine Grundsatzentscheidung zu treffen.
Jedoch bündeln sich auch bei anderen Großanbietern wie VF sämtliche Kanäle in einer Firma (FN+DSL=Arcor/MobFu ....) und hinter die dortigen Kulissen hat man noch weniger Einblick.
Von daher ist der Regulierer gefragt.
Und mit dem deutschen Steuersystem, Miete wird anders (einfacher) behandelt als Eigentum, liegt die Ursache wohl auch im geringeren Kostenaufwand der Verwaltung und Buchführung für alle TAL-Mieter.
Das Ursprungsthema "Senkung TAL-Entgelt erhöht Investitionstätigkeit" ist so gesehen aber totaler Widerspruch und wird weder Investitionen in Netze noch den Ausbau der weißen Flecken fördern (siehe Austritt Netzbauer aus BREKO).
Daß an sich Investitionen erhöht werden, ist so nicht verkehrt, jedoch liegen die wohl wieder mehr im Marketing und am Drehen der Preisschraube nach unten für die Nutzer in den Ballungszentren.
Und damit wird für gewisse Netzbetreiber der Ausbau noch unwirtschaftlicher, denn der Return of Invest wird wiederum durch die Nutzungsentgelte der BB-Anschlüsse reinvestiert. Da beisst sich die Katze wieder in den eigenen Schwanz (Netzbetreiber = Diensteanbieter).
Eine Preisspirale welche uns Schmalbandsurfern für Ewigkeiten zum Verhängnis wird und eine Lösung so schnell nicht in Aussicht steht.
Man kann nur gespannt abwarten welche Zeichen die BNetzA mit ihrer Preisentscheidung damit aussendet.
Denn mit dem politischen Konjunkturpaket wird sich unter Ausnutzung sämtlicher Schlupflöcher nicht viel ändern an der Gesamtsituation.
Was wir im Wahljahr 2009 prinzipiell von der Politik zu erwarten haben, wird sicher auch jedem klar sein.
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon Viro » 07.03.2009 10:38

Hier stehen sehr viele wahre Dinge im Thread und ich finde es super, wie seriös und kompetent hier argumentiert wird. Respekt!
Es gibt viele Sichweisen und letztlich führt nichts daran vorbei, das Netz auszugliedern. Sonst ist es unfair in jeglicher Hinsicht.
Es gibt schon genug Spaltung!
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Re: Breko: Senkung des TAL-Entgelts erhöht Investitionstätigkeit

Beitragvon bru62 » 11.03.2009 18:26

In die Diskussion über die TAL-Mietenhöhe hat sich nun auch der Verband der Kabelnetzbetreiber Anga eingeklingt. Dies berichtet die Zeitschrift DigitalTV in ihrem Onlineangebot. Der Verband fordert die Bundesnetzagentur auf, ihren Kurs der Verlässlichkeit und des Infrastrukturwettbewerbs bei der Regulierung beizubehalten: ""Gerade die Höhe der TAL (Teilnehmeranschlussleitung)-Entgelte sind ein entscheidendes Signal für den Zeitpunkt und den Umfang der Investitionen in alternative Infrastrukturen".

Weiter vermutet der Verband, dass "der Aufbau und Umstieg zu glasfaserbasierten NGN durch die Absenkung der TAL-Entgelte auf Basis historischer Kosten konterkariert und verzögert würde."

Präsident Thomas Braun wird wie folgt zitiert: "Die Kabelnetzbetreiber der Anga haben in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 Prozent ihres Umsatzes in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Kabelnetze investiert. Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen bei ca. 750 Millionen Euro, für 2009 sind wieder über 700 Millionen Euro geplant. Diese Investitionen sind nur dann möglich, wenn das wett­ewerb­liche und regulatorische Umfeld nicht zum Nachteil der Kabelnetzbetreiber bzw. der bereits in Glasfaserinfrastruktur investierenden Betreiber verändert wird".

Gruß
______________
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