BREKO: "Resale Angebote behindern Wettbewerb"

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

BREKO: "Resale Angebote behindern Wettbewerb"

Beitragvon News » 12.07.2008 08:16

PM vom 11.07.2008

Resale Angebote behindern Wettbewerb
BREKO bezieht Stellung gegen neue Vorleistungsprodukte

Bonn, den 11.07.08, Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) äußert sich kritisch zu den Überlegungen der Bundesnetzagentur (BNetzA), ob ein Bedarf an Anschluss-Resale-Angeboten durch die Deutsche Telekom AG (DTAG) besteht. Der BREKO verneint diesen Bedarf energisch. „Ein entbündeltes Anschluss-Resale-Angebot ist nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Es würde die Gefahr einer weiteren Entwertung bereits getätigter Investitionen in sich bergen und das Klima für zukünftige Investitionen in eine moderne, wettbewerbliche Breitbandinfrastruktur negativ beeinflussen“, konstatierte BREKO Geschäftsführer Rainer Lüddemann. Bereits mit der Entscheidung zum IPBitstream-Access wurde ein Vorleistungsprodukt eingeführt, das einseitig die Kostensituation der Telekommunikationsunternehmen stärkt, die nicht in den Infrastrukturaufbau investieren.
Nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) kann die BNetzA Anbieter mit beträchtlicher Marktmacht verpflichten Vorleistungsprodukte anzubieten. Für das entbündelte Anschluss-Resale war diese Verpflichtung nach dem TKG bis zum
30.06.2008 ausgesetzt. Die BNetzA hatte daraufhin abgefragt, ob nach dem Auslaufen der bestehenden Übergangsregelung Bedarf besteht an entbündelten Anschluss Resale. Die Entscheidung über die Verpflichtung zum Angebot des Vorleistungsprodukts liegt nun vollständig im Ermessen der BNetzA. Die Einführung eines entbündelten Anschluss-Resale-Angebots würde diejenigen Unternehmen benachteiligen, die in Infrastrukturmaßnahmen investieren.
Diese vertrauen darauf, dass mit zunehmender Dauer des Wettbewerbsprozesses die Abhängigkeit von Vorleistungen des Ex-Monopolisten stetig abgebaut werden. In Deutschland hat sich seit der Marktliberalisierung durch den Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) - Wettbewerb relativ schnell ein infrastrukturbasierter Wettbewerb etabliert. Nicht wenige Telekommunikationsunternehmen stehen vor dem letzten Schritt des Infrastrukturausbaus und können sich durch eigene Fibre-to-the-Building (FTTB) – Projekte vollständig unabhängig von den Vorleistungen der Telekom machen. Wie schnell und in welchem Umfang dies geschieht hängt davon ab, dass durch Regulierungsentscheidungen ein investitionsfreundliches Umfeld geschaffen wird. Die Einführung immer weiterer Vorleistungsprodukte für infrastrukturlose Anbieter wird diesen Prozess mit Sicherheit erschweren.
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