Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Beitragvon spokesman » 27.01.2014 15:36

Nach einer Meldung der Rheinischen Post setzt Minister Dobrindt noch vor der Cebit einen Netz-Gipfel an. Der Teilnehmerkreis soll wie so oft aus den üblichen ISPs und Verbänden bestehen. Das zentrale Thema wird hierbei der Breitbandausbau werden, genauer sollen die Voraussetzungen für einen schnellen Breitbandausbau diskutiert werden.

Vorab stemmt sich der Minister gegen zu starke Regulierung in Europa, diese würde Investitionen hemmen und somit den Ausbau verhindern. Nach den Zahlen des Ministers sollen derzeit 66% der Deutschen 50Mbit/s im Downloadbereich zur Verfügung haben, Modernisierungsstrategien seien nun gefragt um das Ziel der Bundesregierung bis 2018 zu erreichen.
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon News » 20.02.2014 17:17

Vor dem Gipfel hat sich der VATM schon mal in Stellung gebracht, wie aus folgender Pressemitteilung vom 19.02.2014 hervorgeht:

Branchenverband stellt Vorschläge zur Beschleunigung des Breitbandausbaus vor
Runder Tisch „Netzallianz“ muss konkrete Verbesserungen für investitionsbereite Unternehmen bringen


Verbands-Vizepräsident Norbert Westfal hat heute in Berlin bei der VATM-Veranstaltungsreihe „TeleTreff“ der Politik konkrete Vorschläge für einen beschleunigten flächendeckenden Breitbandausbau in Deutschland vorgestellt. „Festnetz-, Mobilfunk- und Diensteanbieter sind gemeinsam an verbesserten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen interessiert. Wir wollen das jetzt zuständige Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur unterstützen. Wir hoffen, dass unsere Vorschläge Eingang in die Beratungen des Runden Tisches `Netzallianz Digitales Deutschland´ finden und neu geprüft wird, wie Politik sinnvoll zur Problemlösung beitragen kann“, erklärte Westfal, Geschäftsführer von EWE TEL, einem der größten regionalen TK-Unternehmen in Deutschland.

So gebe es ein ganzes Bündel an Maßnahmen, mit denen die Erschließung besonders abgelegener ländlicher Gebiete vorangetrieben werden kann. Dazu zählen die Regulierung der Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) auf Basis tatsächlicher Kosten, die Erleichterung der Förderung sowie die Verlängerung der Frequenznutzung und die Nutzung vorhandener Infrastruktur. Weitere Punkte in dem siebenseitigen VATM-Papier betreffen unter anderem die Nutzung von Vectoring als Übergangstechnologie und damit die Sicherstellung ihrer Beihilfefähigkeit sowie Vorgaben zur bundesweiten Gestaltung der Mitverlegung bei Straßenbauvorhaben. In besonders entlegenen Orten gibt es teils noch oberirdisch verlegte Strom- und gar Telefonleitungen, die bis ins Dorf und dort von Haus zu Haus reichen. Diese könnten zur übergangsweisen Erschließung für Glasfaseranschlüsse mitgenutzt werden und später alle Leitungen gemeinsam preiswert in den Boden gelegt werden. Außerdem schlägt der Verband vor, die bestehenden 900-/1800-Mhz-Frequenznutzungsrechte für einen Übergangszeitraum zu verlängern, um den Ausbau breitbandiger Mobilfunknetze sicherzustellen.

Der VATM übersendet das Papier heute dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur. Der Verband begrüßt das Vorhaben von Bundesminister Alexander Dobrindt, zu einem Runden Tisch „Netzallianz Digitales Deutschland“ einzuladen. „Wichtig ist hierbei, dass eine saubere Analyse möglicher Verbesserungen im Fokus steht. Nicht neue politische Ziele helfen der Bevölkerung, sondern pragmatische Schritte und Erleichterungen für die Unternehmen, die bewiesen haben, dass sie bereit sind, auch in schwierigen Regionen das Land zu versorgen“, unterstrich VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

„Es gibt eine Vielzahl von Verbesserungsmöglichkeiten wie etwa bei der Mitnutzung von staatlicher Infrastruktur, die das Ministerium ergreifen kann“, sagte VATM-Vizepräsident Westfal: Minister Dobrindt stehe in seinem Haus vor einer Riesenaufgabe. „Allerdings muss allen Beteiligten klar sein, dass dort, wo Wirtschaftlichkeitslücken bestehen, auf Förderung nicht ganz verzichtet werden kann. Auf keinen Fall können Wirtschaftlichkeitslücken durch einen Regulierungsabbau beseitigt werden“, sagte der VATM-Vizepräsident.

Von Seiten des Branchenverbandes werden auch Vorschläge des Bundesministeriums dazu erwartet, auf welche Weise die im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen - wie etwa die Durchsetzung der Digitalen Dividende II und Finanzierungserleichterungen - umgesetzt werden sollen und welche Verbesserungen das Ministerium sich hiervon in der Praxis verspricht.

„Wir müssen jetzt Gas geben, aber die Politik darf dabei nicht Gas und Bremse verwechseln“, betonte VATM-Geschäftsführer Grützner. „Nicht die Größe der Unternehmen ist der Garant für einen schnellen und effizienten Infrastrukturausbau, sondern das Engagement und Know-how vor Ort“, so Grützner. „Nachweislich sind es in Deutschland die kleineren mittelständischen und lokalen Unternehmen, die – anders als in Europa, China oder USA – den Breitbandausbau im Festnetz treiben. Alle Maßnahmen, die den Investitionswettbewerb behindern, bremsen auch den Ausbau. Alles, was dem fairen Dienstezugang schadet, schadet der Wirtschaft und den Verbrauchern“, warnt der VATM-Geschäftsführer: „Breitbandausbau hängt von der Zahlungsbereitschaft der Kunden ab und daher wird der Wettbewerb attraktiver Dienste zusätzlich zum Infrastrukturausbau benötigt.“


Das an Dobrindt versandte Dokument kann hier heruntergeladen werden.
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon News » 06.03.2014 20:34

Der Bitkom hat in einer Pressemitteilung vom 05.03.2014 seine Forderungen öffentlich gemacht:

BITKOM zum Treffen der „Netzallianz Digitales Deutschland“

- Kempf: „Politik muss besser flankieren und Investitionen anstoßen“
- Lösungen für Gegenden nötig, wo kein wirtschaftlicher Ausbau möglich ist
- Stärkere Würdigung bereits geleisteter Investitionen

Der Bundesverband BITKOM begrüßt die Initiative des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, im Dialog mit der Wirtschaft konkrete Maßnahmen für einen schnelleren Breitbandausbau in Deutschland zu identifizieren. „Übergeordnetes Ziel der Politik sollte sein, so viel wie möglich an privaten, eigenwirtschaftlichen Investitionen in den weiteren Breitbandausbau auszulösen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf vor dem ersten Treffen der „Netzallianz Digitales Deutschland“.

Für eine bundesweite Verfügbarkeit von Netzen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde seien laut einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bis zum Jahr 2018 im Technologiemix von Glasfaser, Breitbandkabel, VDSL-Vectoring und LTE-Advanced Investitionen von rund 20 Milliarden Euro erforderlich, für eine flächendeckende Glasfaserversorgung sogar 80 Milliarden Euro. Als Wissensstandort ist Deutschland auf besonders leistungsstarke und zukunftsfähige Telekommunikations-Infrastrukturen angewiesen, die dem steigenden Datenverkehr gewachsen sind. Neben einer Steigerung des Versorgungsniveaus in der Fläche kommt insbesondere den Höchstgeschwindigkeitsnetzen in Städten, Ballungsgebieten und an Unternehmensstandorten eine besondere Bedeutung zu.

Die deutschen Infrastrukturanbieter haben in den vergangen Jahren bereits einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag investiert, um den Breitbandausbau mit kabel- und mobilfunkbasierten Lösungen voranzubringen. Gleichzeitig wurden insbesondere die Mobilfunkterminierungsentgelte regulatorisch erheblich abgesenkt. Dem Telekommunikationsmarkt wurden so Investitionsmittel dauerhaft entzogen. Allein die Umsätze mit Sprachdiensten sind in den vergangenen zehn Jahren von ehemals 30 Milliarden Euro pro Jahr auf heute nur noch 20 Milliarden Euro pro Jahr geschrumpft – bei steigenden Anforderungen an Netzausbau und -betrieb. Außerdem haben die Netzbetreiber in Summe 55 Milliarden Euro für Frequenzen der Mobilkommunikation an den Bund gezahlt. Kempf: „Nie zuvor hat eine Branche solche enormen Mittel in eine Infrastruktur investiert. Wir erwarten von der Politik, dass sie dies künftig stärker würdigt und aufmerksamer berücksichtigt. Wir brauchen für den weiteren Breitbandausbau Planungssicherheit, bedachte Regulierung und mehr unterstützende politische Flankierung.“

Die Branche erwarte laut Kempf daher vom Minister, nicht nur zusätzliche Investitionen von den Unternehmen einzufordern, sondern auch konkrete Vorschläge zu machen, wie der Staat beim Ausbau helfen kann. Dazu gehöre ein stabiler und anreizorientierter Regulierungsrahmen. Zudem seien in Regionen, in denen ein marktgetriebener weiterer Ausbau nicht realisierbar ist, zusätzlich zu den Investitionen der Wirtschaft gezielte und technologieneutrale Fördermaßnahmen erforderlich. „Wir werden die Netzallianz konstruktiv begleiten. Gleichzeitig geht unser Engagement im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels weiter, der ebenfalls entscheidende Impulse für den Breitbandausbau setzt“, so Kempf.

Weitere wichtige Punkte aus BITKOM-Sicht sind:

- Derzeit entstehen neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen auf der Grundlage von Qualitätssicherung (Quality of Service) in den Netzen. Solche Dienste können Innovation und Wachstum sowohl im TK-Sektor als auch darüber hinaus unterstützen. Es ist daher wichtig, dass der Gesetzgeber hinsichtlich Netzneutralität und dem sogenannten Traffic Management die kommerzielle Freiheit der Betreiber bewahrt, damit innovative Geschäftsmodelle zum Nutzen von Endkunden und Anbietern im Internet realisiert werden können, ohne den Wettbewerb zu beeinträchtigen.

- Um dem Markt zur Absicherung des Bestandsgeschäfts keine Mittel zu entziehen, die dringend für den Ausbau hochleistungsfähiger mobiler Breitbandnetze benötigt werden, sollte die Bundesnetzagentur zeitnah eine Verlängerung der Nutzungsrechte für 900 und 1800 MHz-Frequenzen ermöglichen.

- In Folge des steigenden Datenaufkommens wird auch der Frequenzbedarf für mobile Netze weiter steigen. Insbesondere eine rechtzeitige Vorbereitung der Zuteilung des 700-MHz-Bandes kann einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Breitbandversorgung in der Fläche leisten. Eine effiziente Nutzung von Frequenzen setzt auch voraus, dass drahtlose und leitungsgebundene Anwendungen und Dienste möglichst störungsfrei nebeneinander genutzt werden können, was bei künftigen Frequenzvergaben frühzeitig zu berücksichtigen ist.

- Etwaige staatliche Fördermaßnahmen von Bund und Ländern müssen auf unterversorgte Gebiete beschränkt sein, in denen keine der verfügbaren Technologien einen wirtschaftlichen Ausbau ermöglicht. Eine Entwertung bereits getätigter oder geplanter Investitionen darf dabei aber nicht stattfinden.
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon bru62 » 06.03.2014 20:37

Und auch geteilt.de hat seine Meinung schon veröffentlicht: http://www.geteilt.de/forum/viewtopic.php?f=58&t=12012

Gruß
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon spokesman » 06.03.2014 22:26

BITKOM, BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf hat geschrieben:„Übergeordnetes Ziel der Politik sollte sein, so viel wie möglich an privaten, eigenwirtschaftlichen Investitionen in den weiteren Breitbandausbau auszulösen“,
also wenn ich das hier schon lese, dann möchte ich gar nicht weiter lesen.. man muss den Text aber komplett lesen um diesen Schrott zur Kenntnis zu nehmen:

Der BITKOM möchte Wettbewerb beim Thema Quality of Service und Freiheiten bei der Drosselung, schön, ein weiterer Sargnagel für die Netzneutralität und etwas derartiges fordert ein Professor (genauer ein Honorarprofessor), welcher schon durch seine, ach ich werfe jetzt die Links unten, macht euch selbst ein Bild..
BITKOM, BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf hat geschrieben:- Derzeit entstehen neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen auf der Grundlage von Qualitätssicherung (Quality of Service) in den Netzen. Solche Dienste können Innovation und Wachstum sowohl im TK-Sektor als auch darüber hinaus unterstützen. Es ist daher wichtig, dass der Gesetzgeber hinsichtlich Netzneutralität und dem sogenannten Traffic Management die kommerzielle Freiheit der Betreiber bewahrt, damit innovative Geschäftsmodelle zum Nutzen von Endkunden und Anbietern im Internet realisiert werden können, ohne den Wettbewerb zu beeinträchtigen.


hiermit möchte man z.B. LTE-Versorgungsgebiete auch nur LTE-Versorgungsgebiete lassen, LTE soll als vollwertige Versorgung gelten, danke für - ja für was eigentlich?
BITKOM, BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf hat geschrieben:- Etwaige staatliche Fördermaßnahmen von Bund und Ländern müssen auf unterversorgte Gebiete beschränkt sein, in denen keine der verfügbaren Technologien einen wirtschaftlichen Ausbau ermöglicht. Eine Entwertung bereits getätigter oder geplanter Investitionen darf dabei aber nicht stattfinden.


BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf bei Wikipedia
Ein Träger des "Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" der Nacktscanner für Flughäfen in Deutschland forder:

wie schlägt man eigentlich jemand für diesen Orden vor? so:
In der Praxis machen vor allem Behörden, Institutionen, Wirtschafts- und Sportverbände Vorschläge. Anregungen aus der Bevölkerung sind dagegen selten: In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, wurden im Schnitt der letzten zehn Jahre jährlich knapp 850 Verleihungen angeregt. Von diesen nur 0,005 Prozent der Bevölkerung wurden jedoch deutlich mehr als die Hälfte tatsächlich ausgezeichnet. Die Ablehnungsquote lag in NRW im Durchschnitt der zehn Jahre von 2003 bis 2012 bei gerade einmal 42,1 Prozent (minimal 30,1 Prozent (2003); maximal 49,7 Prozent (2009)). Den wenigen zugänglichen Daten aus anderen Bundesländern nach sind die Quoten dort ähnlich.[8]
gut das es die Praxis gibt, das zeigt mir wie ich derartige Blechanhänger jetzt achten muss.
Ich frag mich ja ob der BITKOM den jetzt vorgeschlagen hat, der Bundesverband gegen digitale Spaltung geteilt.de e.V. war es nicht.

Ihr fragt euch jetzt vllt. wie man auf sooo viel Müll eigentlich kommt, wie kann jemand sooo viel Müll produzieren, das gibt es doch eigentlich nur bei, mh überlegen wir mal - den Amis, oder die Deutsche Variante der Amis MC Donalds. Warum ich auf solch abstruse Gedanken komme? Da war her Kempf einmal und hat scheinbar gelernt wie das System so funktioniert. Gut in staatlichen Bildungseinrichtungen ausgebildet schafft er es schnell auf einen guten Posten, dass sieht dann so aus:
Handelsblatt hat geschrieben:Das Büro so groß, dass er in einer freien Minute den Golfschläger auspacken und beim Einlochen entspannen könnte. An den Wänden moderne Kunst, der Schreibtisch mit dem frischen Blumenstrauß üppig, so dass drei Sachbearbeiter Platz hätten.
aso und nach MCD war er bei EY und hat MCD "geprüft", na ich will da gar nicht weiter bohren.. (das war wohl bis zur Wende)

ok, jetzt habe ich doch eine Wertung einfließen lassen -,-
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon Dino75195 » 07.03.2014 12:58

Passend zum Thema Netzausbau

Deutsche Landkreise schreien nach Breitband-Ausbau
http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... and-Ausbau

Nicht bloß wir fordern den Bund auf endlich aktiv zu werden, sondern ach die Ministerpräsidenten der Ländern werden das am 13. März 2013 in Berlin tun.
Wie wärs, schicken wir doch allen Ministerpräsidenten zu dem Thema noch unsere Meinung (z.B. die Pressemledung vom 6.3.2014), vielleicht wird ja noch einiges in den Beschlussvorschlag übernommen und wir könnten unsere Hilfe anbieten.

Wobei weniger als eine Woche echt knapp ist.

In einer Beschlussvorlage heiße es: "Sie sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass ohne ein Breitband-Förder- oder Finanzierungsprogramm des Bundes die Ziele der Breitbandstrategie des Bundes für 2014 und für 2018 nicht erreichbar sein werden."
Quelle: http://www.onlinekosten.de/news/artikel ... and-Ausbau


Na wenigsten haben das die Ministerpräsidenten schon erkannt.

Gruß Robert
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Vodafone VDSL Vectoring mit 100 Mbit/s (Danke Telekom das es so lange gedauert hat)
Intel Xeon E3-1230V2, 4x 3.30GHz 16 GB RAM 24" TFT

Initiative für
"Schnelleres DSL in Weichs und allen Ortsteilen"
http://www.dsl-weichs.de (Webseite inzwischen abgeschalten)
DSL 16000 ist in Weichs verfügbar seit 20.6.2011
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Re: EU Digitale Agende, Breitbandausbau geht zu langsam

Beitragvon bru62 » 08.03.2014 17:28

Auch der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) hat sich im Vorfeld der Sitzung zu Wort gemeldet. In einer bei portal-21.de am 06.03.2014 verbreiteten Meldung heißt es:

ANGA Netzallianz – Kabelbranche fordert politischen Rückenwind für Netzbetreiber

Anlässlich des Starts der Netzallianz Digitales Deutschland am 7. März fordert der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) Rahmenbedingungen, die sicherstellen, dass die Unternehmen auch künftig in den Netzausbau investieren können. Dazu gehört, dass Geschäftsmodelle jenseits der Vermarktung von Bandbreite nachhaltig möglich sein müssen. ANGA-Präsident Thomas Braun: „Immer neue Belastungen wie zusätzliche Auflagen im Bereich Kundenschutz und Tarifierung, medienpolitische Anreize für die Inhalteanbieter auf Kosten der Netzbetreiber oder die nach wie vor schwache Rechtsposition der Infrastrukturanbieter im geltenden Urheberrecht setzen ein falsches Signal.“

Die Kabelbranche ist in den letzten Jahren erheblich in Vorleistung gegangen: Über Breitbandkabelnetze konnten Ende 2013 mehr als 60 Prozent der deutschen Haushalte Hochgeschwindigkeitsinternet von 100 Mbit/s und mehr buchen. Dabei geht der Trend zu hohen Bandbreiten: Knapp 30 Prozent der ca. 5 Mio. aktiven Kabelinternetkunden nutzen 50 Mbit/s oder mehr; das ist gegenüber 2012 eine Steigerung von über 12 Prozentpunkten. Daher sollte die Politik neben dem Breitbandausbau in der Fläche gezielt auch die Weiterentwicklung besonders leistungsfähiger Netze vorantreiben. Die aktuellen Breitbandziele der Bundesregierung nehmen die zu erwartenden Entwicklungen im High-Speed-Segment noch nicht hinreichend in den Blick. Künftige Dienste werden voraussichtlich Bandbreiten jenseits der derzeit politisch geforderten 50 Mbit/s benötigen.

ANGA-Präsident Thomas Braun hierzu: „Flächendeckende Bandbreiten von 50 Mbit/s werden schon in wenigen Jahren allenfalls eine Grundversorgung sicherstellen. Über das Breitbandkabel können wir Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich realisieren, wenn uns die Politik genug Raum für Wertschöpfung in den Netzen lässt. Bund und Länder müssen jetzt gemeinsam die Weichen richtig stellen, damit die Netzbetreiber weiter in Hochleistungsnetze investieren können.“


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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon News » 08.03.2014 17:35

Der BREKO hat in einer Pressemitteilung am 08.03.2014 seine Sicht auf die Sitzung der "Netzallianz" kund getan:

BREKO überreicht Minister Dobrindt 9,1-Milliarden-Euro-Scheck bei erster Sitzung der „Netzallianz Deutschland“

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat am gestrigen Freitagnachmittag an der von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ins Leben gerufenen „Netzallianz Digitales Deutschland“ teilgenommen. Neben BREKO-Präsident Ralf Kleint waren auch die BREKO-Mitgliedsunternehmen EWE TEL, Telefónica und Thüringer Netkom zur ersten Sitzung der Investitions- und Innovationsplattform der Bundesregierung für den Breitbandausbau geladen.

Der führende deutsche Breitband-Verband mit mehr als 100 regional und überregional tätigen Netzbetreibern konnte bei dem Treffen deutlich machen, dass die Mitglieder des BREKO deutschlandweit einen entscheidenden Beitrag zur flächendeckenden Versorgung mit Highspeed-Glasfaseranschlüssen leisten werden, sofern entsprechende regulatorische und ordnungspolitische Rahmenbedingungen von Seiten der Bundesregierung gesetzt werden.

Dazu zählen vor allem verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten für den Breitbandausbau – zum Beispiel durch die Einführung eines zinsgünstigen KfW-Glasfaser-Förderprogramms sowie die Schaffung steuerlicher Anreize für das Legen der Glasfaser bis ins Haus. Besonderen Wert legt der BREKO darüber hinaus auf einen weiterhin ungehinderten Zugang der Telekom-Wettbewerber zur „letzten Meile“ (der Teilnehmeranschlussleitung / TAL). Diese Vorleistung ist in Deutschland entscheidend dafür, dass auch alternative Netzbetreiber ihren Kunden vollwertige Produkte zu attraktiven Preisen anbieten können.

Der BREKO hat Ende vergangenen Jahres seine Glasfaser-Offensive mit dem zentralen Motto „Wir bauen die Netze!“ gestartet. Im Rahmen der BREKO Glasfaser-Offensive wollen die Carrier des Verbands bis zum Jahr 2018 9,1 Milliarden Euro investieren – den größten Teil davon in Glasfasernetze (FTTC sowie FTTB/FTTH). Das heißt konkret: Bis 2018 wollen die BREKO-Unternehmen zusätzliche 11,2 Millionen Haushalte und Unternehmen – das sind nahezu drei Viertel der Haushalte außerhalb der Ballungsräume – mit Highspeed-Breitband-Anschlüssen versorgen.

Um diesen Anspruch zu untermauern, übergab BREKO-Präsident Ralf Kleint dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, einen symbolischen Scheck in Höhe von 9,1 Milliarden Euro.

„Für die flächendeckende Verfügbarkeit hochmoderner und leistungsfähiger Glasfaser-Anschlüsse setzen wir auf Vielfalt und Wettbewerb“, betont BREKO-Präsident Ralf Kleint. „Diese Botschaft haben wir dem Minister deutlich gemacht. Die Netzbetreiber unseres Verbandes setzen darauf, auch in Zukunft faire Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau vorzufinden, um so die Breitband-Ziele der Bundesregierung erreichen und die Menschen und Unternehmen in Deutschland an das Highspeed-Internet – und damit die digitale Welt – anschließen zu können.“

Ralf Kleint abschließend: „Minister Dobrindt will mit Deutschland in die digitale Champions-League aufsteigen. Hierbei werden wir aktiver Teil der Mannschaft auf dem Spielfeld sein – die Netzbetreiber des BREKO werden nicht auf der Ersatzbank sitzen.“
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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon bru62 » 08.03.2014 17:45

Wie von uns schon vermutet: Viel scheint ja nicht heraus gekommen zu sein. Einem Bericht von heise.de vom 07.03.2014 kann man entnehmen, dass die Telekommunikationsunternehmen die Ziele der Bundesregierung "mittragen" wollen.
heise.de hat geschrieben:Der Minister freute sich, dass bei dem mehrstündigen Gespräch alle Seiten "sehr viele Gemeinsamkeiten" hätten ausmachen können. Man sei sich einig gewesen, kooperativ das "große gesellschaftliche Projekt" eine Stufe weiter zu bringen. Die Unternehmen hätten erklärt, dafür mit Verantwortung tragen zu wollen.

Dobrindt kündigte an, die Einnahmen aus zukünftigen Frequenzversteigerungen wieder der Wirtschaft zurück geben zu wollen. Noch aber sind die Frequenzen gar nicht frei. Die Rundfunkanbieter erheben nach wie vor Anspruch darauf. Und es ist nicht ausgemacht, dass sie diesmal so leicht nachgeben, wie bei der ersten digitalen Dividende. Also alles noch ziemlich offen.

Wahrhaft ein tolles Ergebnis!

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Re: RP: Dobrindt plant Netz-Gipfel vor Cebit

Beitragvon spokesman » 08.03.2014 19:10

Wir sagen das Ziel es ist unrealistisch 50Mbit/s bis 2018 auszubauen, tausende KVz müssten überbaut werden.

Die Verbände bzw. die Unternehmen werden in 4 Jahren eine SAT-Lösung mit 50Mbit/s präsentieren und damit ist die Versorgung sichergestellt, zur Vollversorgung 2010 war das ganz ähnlich.
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Re: Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Beitragvon News » 11.03.2014 17:51

Am 07.03.2014 hat der VATM in einer Pressemitteilung kundgetan:

Netzallianz fehlen noch wichtige Mitspieler
Investitionswettbewerb ist der Schlüssel zur flächendeckenden Breitbandversorgung


Drei Stunden Runder Tisch bei Bundesminister Alexander Dobrindt haben heute deutlich gemacht, dass der richtige Weg zum Breitbandausbau auch für die neue Regierung nicht einfacher geworden ist. „Als Auftakt bewerten wir das Treffen positiv – vor allem, dass auch die vielen kleineren, im Ausbau aktiven Unternehmen zumindest über die Verbände vertreten gewesen sind. Noch sitzen aber längst nicht alle Stakeholder am Tisch. Nur, wenn die Netzallianz auch Länder und Kommunen miteinbezieht, werden wir die komplexen Probleme besser und schneller lösen können als in der Vergangenheit“, unterstrich VATM-Präsident Peer Knauer, der heute beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit am Tisch saß.

Knauer betonte insbesondere, dass in den nächsten Monaten nicht nur die Weichen für den Glasfaserausbau zum Kabelverzweiger (FTTC) in die Gemeinden gestellt würden, sondern zugleich auch die für den gesamten weiteren Ausbau bis zum Endkunden. „Der FTTC-Ausbau wird nur ein Zwischenschritt sein. Ohne die Investitionen der Wettbewerber im ländlichen Bereich werden die Ziele der Bundesregierung nicht erfüllt werden können“, so der VATM-Präsident.

Auch für den Bereich Mobilfunk war die Aussage gegenüber Bundesminister Dobrindt klar. Hier dürfen aufgrund der erforderlichen Investitionen in den Ausbau hochleistungsfähiger mobiler Breitbandnetze, dem Markt nicht unnötig Finanzmittel entzogen werden. Deutschland hat bereits heute die höchsten Frequenzkosten. Erst im Jahr 2010 wurden dem Markt mit der Versteigerung vier Milliarden Euro entzogen. Die Bundesnetzagentur sollte nun für einen Übergangszeitraum eine Verlängerung der Nutzungsrechte für die 900- und 1800-MHz-Frequenzen ermöglichen, forderte Knauer.

Bei dem Treffen wurde zudem erneut deutlich, dass weder die Telekom Deutschland noch die Wettbewerber den Glasfaserausbau in entlegenen ländlichen Gebieten, in denen wenigen Kunden hohe Kosten gegenüber stehen, ganz ohne staatliche Beihilfen stemmen können. „Aber wenn die regulatorischen und politischen Spielregeln stimmen, können wir schneller ausbauen und kommen zudem mit möglichst wenig Fördermitteln aus. Und genau das sollte unser gemeinsames Ziel sein“, sagte der VATM-Präsident.

Der VATM hat Bundesminister Dobrindt seine aktuellen Vorschläge zur Beschleunigung des Breitbandausbaus in Deutschland vorgelegt. Viele Verbesserungsmöglichkeiten müssten nun vom Ministerium aufgegriffen werden, damit die bis dato noch bestehenden erheblichen Ausbaubehinderungen abgebaut werden könnten, so Knauer: „Wir erwarten hier zügig klare Aussagen zu unseren Vorschlägen sowie zur Umsetzung der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Langfristig gesicherte bundesweite Zugangsregeln und Zugangspreise sind für die Planungssicherheit der Investoren unverzichtbar. Eine Diskussion über den regionalen Ausstieg aus der Zugangsregulierung verhindert nicht nur Breitbandinvestitionen, sondern bremst auch die Diensteanbieter aus, die für die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher unverzichtbar sind“, warnte Knauer.

„Es ist nicht die Zeit für plakative Einfachlösungen, Zahlenspiele und schnelllebige politische Erfolge. Wenn die von der Politik vorgegebenen Ziele tatsächlich erreicht werden sollen, brauchen wir als Wirtschaft eine verlässliche breite Basis, auf der Investitionen schneller und besser getätigt werden können“, fordert der Präsident des TK-Branchenverbandes.


Die Vorschläge des Verbandes sind hier downloadbar: http://www.vatm.de/fileadmin/pdf/pressemitteilungen/07-03-2014.pdf
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Re: Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Beitragvon News » 11.03.2014 18:02

Und auch der BUGLAS meldet sich mit einer Pressemitteilung am 10.03.2014 zu Wort:

Netzallianz – Buglas: Breitbandausbau kommt ohne Wettbewerb nicht weiter voran

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) gehörte zu den Teilnehmern der Auftaktveranstaltung der vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, initiierten Netzallianz Digitales Deutschland, die am vergangenen Freitag in Berlin stattgefunden hatte. BUGLAS-Präsident Jens Prautzsch war ebenso zur ersten Sitzung geladen wie Theo Weirich, BUGLAS-Vizepräsident und Geschäftsführer von wilhelm.tel, sowie Netcologne-Geschäftsführer Jost Hermanns. Weirich wies bei der Veranstaltung darauf hin, dass zukunftsfähige Glasfasernetze, die bis in die Gebäude beziehungsweise Haushalte reichen und damit dauerhaft den stetig steigenden Bandbreitenbedarf befriedigen können, in Deutschland fast ausschließlich von kleineren, regional tätigen Unternehmen errichtet werden. Der Großteil dieser Unternehmen ist im BUGLAS organisiert.

“Bereits mittelfristig führt an Fiber to the Building und Fiber to the Home kein Weg vorbei”, sagte Weirich. “Die BUGLAS-Unternehmen haben dies schon vor vielen Jahren erkannt und bereits mit der Errichtung moderner Glasfasernetze begonnen, als andere Marktteilnehmer ADSL noch für das Maß der Dinge hielten.” Die im Glasfaserverband organisierten Unternehmen haben bis Ende 2013 bereits über 1,2 Millionen Haushalte direkt mit Glasfaser ans schnelle Internet angeschlossen und haben vor, auch in diesem und im kommenden Jahr weitere Haushalte in höherer sechsstelliger Größenordnung mit Fiber to the Building/Home (FttB/H) anzubinden. “Gemessen an ihren Umsätzen weisen gerade die FttB/H-Carrier in Deutschland eine enorme Investitionstätigkeit auf”, erläuterte der BUGLAS-Vizepräsident.

“Bei aller Begeisterung für die Tatsache, dass man aus technischer Sicht mittels Vectoring unter bestimmten Bedingungen mehr Bandbreite aus den bestehenden Kupferleitungen herausholen kann, sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass die Datenübertragung per Glasfaser die Zukunft ist”, so Weirich. “Und zwar überall dort, wo heute schon wirtschaftlich möglich direkt bis zum Verbraucher, dort, wo es sich heute noch nicht rechnet, mindestens bis zum Kabelverzweiger.” Dies gelte insbesondere für die ländlichen Gebiete, die Glasfaser benötigten, da Vectoring dort keine Wirkung erziele. Dafür, dass Netzinvestitionen auch künftig erfolgreich getätigt werden können, müssten Politik und Regulierung die richtigen Rahmenbedingungen setzen.

Dazu gehöre insbesondere, weiterhin auf die Vielfalt des Wettbewerbs zu setzen. “Es wäre ein Irrglaube anzunehmen, dass nur größere Unternehmen in der Lage sind, schnelles Internet flächendeckend auszurollen”, führte der wilhelm.tel-Geschäftsführer aus. “Vielmehr kommt ein beträchtlicher Teil der Innovationsdynamik in diesem Bereich von kleineren, regional aktiven Carriern. Wenn wir den Breitbandausbau in Deutschland wirklich weiter befördern wollen, müssen wir hierzulande auch in den kommenden Jahren auf den Mix der Anschlusstechnologien setzen. Nur so werden wir Endverbrauchern und Unternehmen immer schnellere Internetverbindungen liefern können.” Beim Bestehen von Wirtschaftlichkeitslücken müsse die öffentliche Hand über entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten nachdenken. Ernsthaft zu diskutieren sei auch der unter anderem vom BUGLAS eingebrachte Vorschlag, die Kosten für den Glasfaserhausanschluss steuerlich absetzbar zu machen, so der BUGLAS-Vizepräsident abschließend.
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Re: Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Beitragvon bru62 » 16.03.2014 12:51

Die lokalen Kabelnetzbeteiber wurden offenbar bei der Netzallianz vergessen. Das wird von ihrem Dachverband, dem Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) kritisiert. In einer bei portal-21.de am 10.03.2014 verbreiteten Pressemitteilung heißt es:

FRK: GroKo unterschätzt Bedeutung der unabhängigen Breitbandnetzbetreiber

„Über 30 Prozent aller deutschen Haushalte werden von mittelständischen unabhängigen Kabelnetzbetreibern (uKNB) aus Handwerk und Mittelstand und auch von Kommunalunternehmen betreut. Dennoch fehlten ihre Verbände und maßgebliche Vertreter beim Treffen zum Start der Digitalen Netzallianz. Offenbar wollen die große Koalition und der „Minister für Mobilität und Modernität“ einseitig auf die große Koalition mit den Großunternehmen und deren Lobbyisten setzen. Das finden wir sehr bedauerlich“, kommentierte der Vorsitzende des Fachverbands Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK), Heinz-Peter Labonte, die Ergebnisse des ersten Treffens der „Netzallianz Digitales Deutschland“ der Bundesregierung.

Die uKNB hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich große Teile ihrer Kupferkoaxialkabel-Infrastrukturen auf Bandbreiten jenseits der 50 MBit/s aufgerüstet. Allein die im FRK zusammengeschlossenen Unternehmen versorgten über 3 Mio. Haushalte in Deutschland mit Breitbandzugängen. Davon befände sich ein Großteil in den 30 Prozent unterversorgten ländlichen Regionen Deutschlands.

Die rd. 12 Mio. von uKNB und kommunalen Unternehmen angeschlossenen TV-Haushalte würden in den nächsten Jahren auch ans Internet angeschlossen, erklärte der FRK-Sprecher. Der Prozess laufe bereits seit Jahren. Bei einer Investition von durchschnittlich 400 Euro pro TV-Haushalt für den Anschluss mit Docsis 3.0 oder FttB/FttH ergäbe diese eine Investitionssumme von 4,8 Mrd. Euro.

„Schade, dass der Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur die Erfahrungen der Mittelständler und kommunal ansässigen Unternehmen nicht in die „Digitale Netzallianz Deutschland“ einbezieht. Aber wir uKNB sind es schließlich gewohnt, dass die Politik sich ihre subjektive Bedeutung lieber von Großunternehmen und ihren Lobbyisten bestätigen lässt, als die Vielzahl der mittelständischen Aktivitäten in ihrer gesellschaftlichen und infrastrukturellen Bedeutung anzuerkennen“, erklärte Labonte abschließend.


Gruß
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Re: Netz-Gipfel vor Cebit (Netzallianz)

Beitragvon bru62 » 23.03.2014 11:59

Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) wurde nicht eingeladen und beklagt dies in einer bei portal-21.de am 17.03.2014 veröffentlichten Pressemitteilung:

Kommunale Unternehmen treiben Breitbandausbau voran

Berlin, 17.03.2014 – Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt hat zum Auftaktgespräch der „Netzallianz digitales Deutschland“ eingeladen. Ziel ist es, den Breitbandausbau bis 2018 flächendeckend voranzutreiben. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU): „Eine wachsende Zahl kommunaler Unternehmen fördert den Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in Deutschland, da der Aufbau netzgebundener Infrastrukturen zu den Kernkompetenzen kommunaler Unternehmen gehört. Deshalb ist es verwunderlich, dass der VKU als Spitzenverband der kommunalen Wirtschaft in diese Gespräche nicht eingebunden wird.“

Die Verfügbarkeit von schnellen Internetzugängen ist ein entscheidender Standortfaktor für Bürger und Unternehmen, denn das wirtschaftliche und private Leben wird immer stärker von globalem Austausch und elektronischen Dienstleistungen bestimmt. Kommunale Unternehmen sind zum Großteil in unterversorgten ländlichen und halbstädtischen Gebieten aktiv. Bis 2011 haben 150 kommunale Unternehmen bereits in 10.000 Kilometer Glasfasernetz investiert. Bis 2015 könnte dies auf knapp 35.000 Kilometer erweitert werden. Der Breitbandausbau ist allerdings mit immensen Kosten verbunden, die die kommunalen Unternehmen häufig nicht alleine stemmen können. Reck: „Um den Breitbandausbau weiterhin zu gewährleisten, brauchen wir leichteren Zugang zu Fördermitteln und -programmen. Zudem müssen interkommunale Kooperationen gestärkt werden.“

Langfristig sind vor allem Glasfasernetze in der Lage, die stetig steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Breitbandnetzen zu gewährleisten. Reck: „Der Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in Deutschland bedarf erheblicher Anstrengungen, die ohne das Engagement der Kommunalwirtschaft kaum noch zu leisten sind. Aus unserer Sicht müssen insbesondere die Beiträge der kommunalen Unternehmen zum Breitbandausbau auf der politischen Bühne stärker Beachtung finden.“


Gruß
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