Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon rezzler » 19.07.2013 22:22

governet hat geschrieben:Im übrigen stellt es doch wieder genau das Problem der Privatisierung des Telekommunikationssektors dar: Hätte der Staat es eventuell günstiger ausbauen können?

Er bekommt vielleicht günstiger Kredite und der Spaß muss sich nicht nach 5 Jahren amortisiert haben, aber das es unterm Strich billiger kommt bezweifel ich nach Bundespost und dem momentanen Staatswesen doch etwas.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon governet » 19.07.2013 22:31

rezzler hat geschrieben:aber das es unterm Strich billiger kommt bezweifel ich nach Bundespost und dem momentanen Staatswesen doch etwas.

Also eher doch der politische Wille, als tatsächliche Infrastrukturausbaukosten?
Erinnert mich an das Treffen mit Dr. Martina Krogmann, als der Sachverständige und Frau Krogmann mir die ganze Zeit das Schmunzeln ins Gesicht trieben, als sie diese Argumente aus dem Hut zauberten, da sie ja eigentlich dies politisch kontrollieren könnten.

rezzler hat geschrieben:und der Spaß muss sich nicht nach 5 Jahren amortisiert haben

Und die Frage bleibt immer noch, muss es sich bei der Telekom?
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon rezzler » 20.07.2013 11:12

governet hat geschrieben:
rezzler hat geschrieben:aber das es unterm Strich billiger kommt bezweifel ich nach Bundespost und dem momentanen Staatswesen doch etwas.

Also eher doch der politische Wille, als tatsächliche Infrastrukturausbaukosten?

Wie meinst du das?

governet hat geschrieben:Erinnert mich an das Treffen mit Dr. Martina Krogmann, als der Sachverständige und Frau Krogmann mir die ganze Zeit das Schmunzeln ins Gesicht trieben, als sie diese Argumente aus dem Hut zauberten, da sie ja eigentlich dies politisch kontrollieren könnten.

Hab ich da was verpasst?

governet hat geschrieben:
rezzler hat geschrieben:und der Spaß muss sich nicht nach 5 Jahren amortisiert haben

Und die Frage bleibt immer noch, muss es sich bei der Telekom?

Das kann uns wohl nur die Telekom selber beantworten.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon News » 20.07.2013 12:29

Zum Vectoring-Beschluss der BNetzA gibt es auch eine Pressemitteilung des Buglas vom 11.07.2013:

Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur berücksichtigt Anregungen der Branche in Teilen

Glasfaserverband begrüßt verbesserten Bestands- und Vertrauensschutz und höhere Transparenz – Grundsätzliche Kritik an Einschränkung des Zugangs
zur letzten Meile wird aufrechterhalten

Der Bundesverband Glasfaseranschluss (BUGLAS) bewertet die von der Bundesnetzagentur überarbeitete Regulierungsverfügung, mit der der Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung am Kabelverzweiger (KVz) grundsätzlich auch künftig möglich sein soll, nach einer ersten Prüfung im Wesentlichen positiv. So wird die weitgehende Berücksichtigung der Anregungen des Verbands hinsichtlich des Schutzes getätigter Investitionen ebenso begrüßt wie die Einführung eines Registers zu Bestellungen des Zugangs zur letzten Meile (Teilnehmeranschlussleitung, TAL) am KVz unter Aufsicht des Regulierers. Kritisch sieht der BUGLAS unter anderem die vergleichsweise lange Übergangsfrist, die der Telekom bis zur Bereitstellung eines leistungsfähigen Bitstrom-Zugangsproduktes eingeräumt wird.

„Wir halten an unserer grundsätzlichen Überzeugung der Ablehnung einer Aufweichung der bewährten Zugangsregulierung zur letzten Meile am KVz fest. Die überarbeitete Regulierungsverfügung weist im Vergleich zum ersten Entwurf allerdings deutliche Verbesserungen in Bezug auf Bestands- und Rechtsschutz auf“, stellt BUGLAS-Geschäftsführer Wolfgang Heer fest. „Dass beim Vertrauensschutz nun auf die Bestellung des Zugangs am KVz abgestellt wird und nicht mehr wie im Entwurf auf die tatsächliche Erschließung des KVz, trägt den Anforderungen investitionsbereiter deutlich besser Rechnung. Denn wenn ein Carrier
einen KVz erschließt und ihm dann der Zugang verweigert wird, wird sein Ausbau zu sunk invest.“ Allerdings muss sich der Zeitpunkt des Bestandsschutzes nach Auffassung des BUGLAS auf den Abschluss eines neuen TAL-Vertrages oder zumindest die Beendigung des TAL-Standardangebotsverfahrens beziehen.

Auch den „unbedingten Bestandsschutz“ für KVz-Ausbauprojekte, die aufgrund von Wirtschaftlichkeitslücken nur mit Zuschüssen der öffentlichen Hand realisiert werden können, sieht der BUGLAS positiv: „Unternehmen, die sich an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen, müssen bereits bei der Angebotsabgabe sicher sein können, nach der Erschließung auch tatsächlich den Zugriff auf die TALs zu bekommen“, so Heer. „Zumal damit häufig
auch rechtliche Verpflichtungen gegenüber der öffentlichen Hand eingegangen werden, die sonst unverschuldet nicht erfüllt werden könnten.“

Die nun vorgesehene Einführung einer sogenannten Vectoring-Liste dürfte nach Auffassung des BUGLAS zu größerer Chancengleichheit zwischen Wettbewerbern und Telekom führen. „Der Entwurf der Regulierungsverfügung hätte zu einer großen Informationsasymmetrie bezüglich bereits vorbestellter KVz-Erschließungen geführt“, ist sich Heer sicher. „Dass das Register nach wie vor bei der Telekom geführt werden soll, ist aus unserer Sicht nicht die beste Lösung. Dass die Bundesnetzagentur aber nun vorgeben will, wie die Liste zu führen ist und diese unter ihre Aufsicht stellt, ist eine deutliche Verbesserung.“

Wenig Verständnis hat der BUGLAS dafür, dass die Telekom bis Ende 2015 nur einen Layer 3-Bitstrom statt des leistungsfähigeren und individualisierbaren Layer 2-Bitstroms als Vorleistungsprodukt anbieten muss. „Die Telekom hat die Entwicklung der entsprechenden Standards im NGA-Forum lange Zeit mitgetragen“, erläutert Heer. „Vor diesem Hintergrund ist die dem Incumbent eingeräumte vergleichsweise lange Übergangszeit nicht nachvollziehbar.“
Uneindeutig bleibe auch die Problematik, dass in den sogenannten VDSL-Städten der Telekom der Lückenschluss von Glasfasernetzen, die bis in die Gebäude reichen (Fiber to the Building FttB), durch FttC (Fiber to the Curb, Glasfaser bis zum KVz) erheblich behindert bis unmöglich würde.

Der BUGLAS vertritt seit Frühjahr 2009 die Interessen der Carrier, die in Deutschland hochleistungsfähige und zukunftssichere Glasfasernetze errichten und betreiben.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon grapevine » 22.07.2013 16:02

governet hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:Die Finanzierungsbedingungen der Telekom, einer Kommune und ggf. eines kleineren Unternehmens unterscheiden sich deutlich.

Werde konkret.


Wie konkret denn? Die Telekom hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Anleihen herausgegeben (z.B. ISIN XS0783811671). 3,625% bei einer Laufzeit von 5 Jahren. Die effektiven Kapitalkosten sind natürlich höher.

Bei kommunalen Krediten kann der Zinssatz schonmal im Bereich von 2% oder darunter liegen. Obwohl das alles öffentlich ist, finde ich auf die schnelle nur vereinzelt öffentliche Zahlen, in denen so ein Kredit bereits aufgenommen wurde. Die meisten Pressemeldungen, in denen von einem Zinssatz die Rede ist, sprechen von Vorhaben.

Dass die Telekom Projekte auf nur 5 Jahre finanziert, kann ich mir auch nicht vorstellen. Was die Wirtschaftlichkeitslücken anbetrifft, sehe ich aber keine Probleme. Ich würde erstmal davon ausgehen, dass man bei der Telekom fristenkongruent finanziert.

governet hat geschrieben:Im übrigen stellt es doch wieder genau das Problem der Privatisierung des Telekommunikationssektors dar: Hätte der Staat es eventuell günstiger ausbauen können?


Im Moment ist für mich eher die entscheidende Frage, ob er früher ausgebaut hätte.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon bru62 » 22.07.2013 20:13

grapevine hat geschrieben:Im Moment ist für mich eher die entscheidende Frage, ob er früher ausgebaut hätte.
Das ist gar nicht die primär wichtige Frage. Sondern eher, dass dann wirklich flächendeckend ausgebaut worden wäre.

Aber was soll's. Der Drops ist gelutscht. Ich glaube zwar noch dran, dass sich irgendwann die Erkenntnis durchsetzt, Daseinsvorsorge kann nicht privatwirtschaftlich, zumindest aber ohne gesellschaftliche Kontrolle funktionieren. Aber das ist wohl ein längerer Prozess.

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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon bru62 » 22.07.2013 20:17

rezzler hat geschrieben:Hab ich da was verpasst?
War noch vor deiner Zeit. Aber das waren auch gute Gespräche damals. Wer's nachvollziehen will: http://www.geteilt.de/forum/viewtopic.php?f=47&t=5350

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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon rezzler » 22.07.2013 20:35

bru62 hat geschrieben:
rezzler hat geschrieben:Hab ich da was verpasst?
War noch vor deiner Zeit.

Und ich dachte, ich wäre alt...
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon Dino75195 » 22.07.2013 20:38

Wir sollten bei Gelegenheit schauen, ob wir uns mal wieder mit den bekannten Parteien treffen könnten.
Ob wir das aber vor der Wahl noch schaffen...

War doch sehr Informativ in Berlin, nur schade das Frau Dr. Krogmann dann kurz danach eine andere Aufgabe hatte...
2008 ist wirklich lange her... ;)

Gruß Robert
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon rezzler » 22.07.2013 21:00

Dino75195 hat geschrieben:Wir sollten bei Gelegenheit schauen, ob wir uns mal wieder mit den bekannten Parteien treffen könnten.
Ob wir das aber vor der Wahl noch schaffen...

Wenn, dann muss das wohl aber von uns ausgehen. Da wir aber einen Bundestag-Direktkanidaten im Verein haben wäre das doch ne schöne Idee für nen Vortrag oder meinetwegen ne Podiumsdiskussion.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon grapevine » 26.07.2013 15:55

bru62 hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:Im Moment ist für mich eher die entscheidende Frage, ob er früher ausgebaut hätte.
Das ist gar nicht die primär wichtige Frage. Sondern eher, dass dann wirklich flächendeckend ausgebaut worden wäre.


Wenn man von Flächendeckung spricht, kann es allerdings in diesem Zusammenhang nicht schaden, darüber nachzudenken, dass der Ausbau von Infrastruktur auch in anderen Bereichen über mehrere Generationen andauert, obwohl sie vom Staat aufgebaut wurden.

Die private Nutzung weltweiter Computernetze ist seit Mitte der 90er Jahre verbreitet, das sind gerade einmal knapp 20 Jahre. Wenn man die nationalen Onlinedienste (BTX, Minitel) noch einbezieht, dann sind es 10-15 Jahre mehr. Die ersten Telefonnetze wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Gut 100 Jahre später konnte man von flächendeckender Verfügbarkeit sprechen.

Breitbandausbau ist nötig, aber es muss uns doch allen bewusst sein, dass das, was wir heute tun und erleben, nicht einmal als Fußnote im Lauf der Geschichte enden wird. Der Aufbau der nationalen Breitbandinfrastruktur über die gesamte Fläche wird eine Weile andauern, ganz gleich wer ihn betreibt. Niemand behauptet, der Breitbandausbau in Deutschland sei abgeschlossen. Es ist also müßig, über fehlende Flächendeckung zu sprechen.

Wer im Jahr 2050 die Vergangenheit betrachten wird, wird es nicht für relevant halten, ob eine Bundesregierung im Jahr 2013 einen Wunsch für das Jahr 2018 oder für das Jahr 2019 hatte. Ich bin mir aber sicher, dass flächendeckende Versorgung dann kein Thema mehr sein wird. Der Staat ist aber alles andere als ein Hoffnungsträger für den schnellen, vollständigen Aufbau von Infrastruktur.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon KorbanDallas » 26.07.2013 16:33

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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon Nenunikat » 28.07.2013 15:04

grapevine hat geschrieben:
bru62 hat geschrieben:
grapevine hat geschrieben:Im Moment ist für mich eher die entscheidende Frage, ob er früher ausgebaut hätte.
Das ist gar nicht die primär wichtige Frage. Sondern eher, dass dann wirklich flächendeckend ausgebaut worden wäre.

Wenn man von Flächendeckung spricht, kann es allerdings in diesem Zusammenhang nicht schaden, darüber nachzudenken, dass der Ausbau von Infrastruktur auch in anderen Bereichen über mehrere Generationen andauert, obwohl sie vom Staat aufgebaut wurden.
...

Dass der Ausbau dauert und ländliche Regionen nicht die Ersten beim Ausbau sind, dürfte nachvollziehbar sein und auch von genug Betroffenen nicht kritisiert werden.
Dass aber bestimmte Ausbauten gar nicht erst stattfinden oder nur noch mit entsprechenden "Lockmitteln", dies ist das große Problem, was mit der gegenwärtigen Vorgehensweise besteht.
(Wenn dann irgendwer irgendwo noch von flächendeckender Versorgung spricht oder schreibt, dann hat dies mit der Wirklichkeit überhaupt nichts mehr zu tun.)
grapevine hat geschrieben:...
Die private Nutzung weltweiter Computernetze ist seit Mitte der 90er Jahre verbreitet, das sind gerade einmal knapp 20 Jahre. Wenn man die nationalen Onlinedienste (BTX, Minitel) noch einbezieht, dann sind es 10-15 Jahre mehr. Die ersten Telefonnetze wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Gut 100 Jahre später konnte man von flächendeckender Verfügbarkeit sprechen.
...

Siehe oben: Wenn es nur etwas dauert, aber die ländlichen Regionen nicht stellenweise gleich ganz vergessen werden, wäre die Problemlage wesentlich entspannter.
grapevine hat geschrieben:...
Breitbandausbau ist nötig, aber es muss uns doch allen bewusst sein, dass das, was wir heute tun und erleben, nicht einmal als Fußnote im Lauf der Geschichte enden wird. Der Aufbau der nationalen Breitbandinfrastruktur über die gesamte Fläche wird eine Weile andauern, ganz gleich wer ihn betreibt. Niemand behauptet, der Breitbandausbau in Deutschland sei abgeschlossen. Es ist also müßig, über fehlende Flächendeckung zu sprechen.
..in den

Nein, es ist nicht müßig, da manches Vorgehen bestimmte grundlegende und wiederkehrende Probleme auftreten lässt und letztendlich zur Entvölkerung solcher betroffenen Gegenden führen kann. Wenn sich in den letzten Jahren immer wieder der Einsatz neuer Technologien auf Ballungszentren konzentriert, dann hat man immer wieder das Problem, dass diese Technologien meist nur noch mit entsprechender "Nachhilfe" irgendwann mal in den ländlichen Regionen ankommen - wenn dies überhaupt passiert.
Nicht flächendeckend bedeutet: Am falschen Ort kannst Du bestimmte Technologien wohl nie nutzen, obwohl Du nicht mal vereinzelt im Niemandsland wohnst.
Da hilft auch ein Warten weitere Jahre nichts, wenn bestimmte Gegenden einfach "abgeschrieben sind" und deshalb auch in vielen Jahren nichts passiert.
grapevine hat geschrieben:...
Wer im Jahr 2050 die Vergangenheit betrachten wird, wird es nicht für relevant halten, ob eine Bundesregierung im Jahr 2013 einen Wunsch für das Jahr 2018 oder für das Jahr 2019 hatte. Ich bin mir aber sicher, dass flächendeckende Versorgung dann kein Thema mehr sein wird. Der Staat ist aber alles andere als ein Hoffnungsträger für den schnellen, vollständigen Aufbau von Infrastruktur.

Vielleicht gibt es 2050 im bestimmten Gegenden keine Bewohner mehr, weil es auch bis dahin nicht geschafft wurde, auch dort eine zeitgemäße Breitbandversorgung aufzubauen. Ungenutzte Chancen/Möglichkeiten sind da auch im Rückblick nicht egal.
... - erleben was verhindert.
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon Dino75195 » 14.08.2013 13:37

Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob das bei uns schon irgendwo steht, AVM hat eine Stellungnahme zum Thema Vectoring abgegeben.

Dort steht das alle aktuellen Fritz Box Modelle für VDSL2 (Fritz!Box 7490, 7390, 7360,3370 und 3390) VDSL-Vectoring vollständig unterstützen.

Ich find das sehr gut, da kann man ein Gerät kaufen, was später dann auch unterstützt wird.

Gruß Robert
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Re: Telekom will 100MBit großflächig anbieten (Vectoring)

Beitragvon Meester Proper » 17.08.2013 14:06

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf wird bis 2015 flächig mit VDSL2(-Vectoring) ausgebaut. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.
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