Fünfter Nationaler IT Gipfel

Neuigkeiten zum Thema Telekommunikation und Breitband

Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon spokesman » 04.11.2010 20:42

Nach aktuellen Meldungen des BMWi findet der 5te nationale IT Gipfel am Di 07.12.2010 in Dresden statt, genauer im Internationalen Congress Center.

Vertreten sind natürlich die 6 Arbeitsgruppen, welche sich wie folgt zusammensetzen:
Arbeitsgruppe 1: "IKT-Standort und innovative Anwendungen für die Wirtschaft"
Arbeitsgruppe 2: "Digitale Infrastrukturen als Enabler für innovative Anwendungen"
Arbeitsgruppe 3: "Innovative IT-Angebote des Staates"
Arbeitsgruppe 4: "Vertrauen, Datenschutz und Sicherheit im Internet"
Arbeitsgruppe 5: "Verantwortung und Schutz in der vernetzten Gesellschaft "
Arbeitsgruppe 6: "Bildung und Forschung für die digitale Zukunft"

zusätzlich gibt es in diesem Jahr noch:
Arbeitsgruppe Sonderthema: "E-Health/ Gesundheitstelematik"
Arbeitsgruppe Regionalthema: "Mikroelektronik und IT Cluster Sachsen"

Für uns am interessantesten ist sicherlich die Arbeitsgruppe 2: "Digitale Infrastrukturen als Enabler für innovative Anwendungen", welche von Herrn René Obermann als Vorsitzender angeführt wird.

Weiter möchte ich im Folgenden etwas genauer auf die Arbeitsgruppe 2 eingehen
PG1: Technische Aspekte offener Zugangsnetze
Manfred Hammer (Alcatel-Lucent)

PG2: Optimierung Breitbandförderprogramme
Michael Reiss (Mlr.bwl)

PG3: Open Access
Jürgen Grützner (VATM), Dr. Stefan Albers (Brekoververband)

PG4: Zusammenarbeit in der EU
Jochen Schwarz (Alcatel-Lucent)

PG5: Infrastrukturatlas
Manfred Breul (BITKOM)

PG6: Green IT im Breitband-Ausbau
Armin Mrasek (Infineon)

PG7: Anwendungen aus Sicht der Endkunden
Olaf Reus (Telefónica O2), Christian Bach (Ericsson)

Sonderthemen:
IKT Strategie
Jens Mühlner (DTAG)

Netzneutralität
Harald Stöber (VATM)


Ich halte es weiter für wichtig auf die Finanzierung der Veranstaltung zu verweisen und dem edelen Spender Dank und Anerkennung zu zuschreiben:
dnadigital.de hat geschrieben:DTAG, CoreMedia, Alcatel Lucent, Cisco, Nokia Siemens Networks

Ziel ist es, zukünftig auch AG2 externe Unternehmen mit in die Sponsorenschaft aufzunehmen. Die Interessen der Finanziers/Sponsoren sind entsprechend in den Aktivitäten und in der Kommunikation der Initiative zu berücksichtigen. Im Detail ist die Form der Berücksichtigung in Einzelvereinbarungen zu konkretisieren. Bei Projektfinanzierung von Maßnahmen sind die Finanziers/Sponsoren zumeist als Entscheidungsträger der Maßnahmen zu werten.

Der letzte Abschnitt sagt alles oder?

Mit der Mitgliederliste habe ich versucht euch einen Überblick über den einen oder anderen Experten zu geben, sicherlich sind die meisten bekannt..
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon essig » 05.11.2010 08:49

der fünfte it-gipfel wird genauso wie die ersten vier wenig neues bringen und weitgehend an den alten unwirksamen strukturen festhalten. weltweit diskutierte fragen wie netzausgliederung, universaldienst und so weiter werden ignoriert aber vielleicht entschädigt auch wieder eine traumrede wie diese http://www.youtube.com/watch?v=JYZO3zzcdkg für das ganze tamtam.

frage mich auch warum unsere regierung den lobbyisten eine solche plattform bietet denn schließlich werden die arbeitsgruppen ganz klar von den konzernen dominiert. wieso legt man keinerlei wert auf ausgewogenheit und beteiligt stärker wissenschaftler, forschungsinstitute, verbraucherschützer, kundenvertreter und so weiter? solange man das nicht tut bleibt es ein einseitiges lobbyistentreffen
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon bru62 » 07.12.2010 17:18

Heute wurde der Gipfel eröffnet und - wie erwartet - gab es das große Eigenlob von Brüderle: "Der Breitbandausbau schreitet dynamisch voran. Das ist ein Erfolg der Breitband-Strategie. Bei der Breitbandnutzung liegt Deutschland in der EU mittlerweile an fünfter Stelle. Damit haben wir Länder wie Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich überholt. Jetzt muss es darum gehen, diese Wachstumsdynamik für den Aufbau von flächendeckenden Hochleistungsnetzen zu nutzen. Umso wichtiger ist es, Synergien zu schaffen und vorhandene Infrastrukturen besser zu nutzen. Wir brauchen letztlich einen Marktplatz, auf dem alle vorhandenen und nutzbaren Infrastrukturen nachgefragt werden können." Zum Jahresende hätten 98,5 Prozent aller Haushalte mindestens ein Megabit pro Sekunde zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung des BMWi. Und auch weiterhin will man maßgebend auf den Wettbewerb setzen, "der - wo erforderlich - durch gezielte Maßnahmen flankiert werden soll." Erforderlich wäre der gesetzlich garantierte Grundversorgungsanspruch. Aber davon findet man in der Meldung, wie auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem gesamten Gipfel nichts.

Zum Gipfel gibt es eine Extra-Seite des BMWi.

Gruß
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon News » 07.12.2010 17:26

Auch der BITKOM schwimmt auf der Welle der Euphorie und feiert sich und den Gipfel in einer Pressemitteilung:

Nationaler IT-Gipfel stärkt den Hightech-Standort


- Beim 5. IT-Gipfel stehen intelligente Infrastrukturen im Mittelpunkt
- Bildung und Netzpolitik sind die weiteren Schwerpunkte
- Ausbau im Rekordtempo: 3.000 Stationen für mobiles Super-Breitband

Dresden, 7. Dezember 2010
Der Hightech-Verband BITKOM wertet den 5. Nationalen IT-Gipfel als vollen Erfolg. „Der diesjährige IT-Gipfel bringt konkrete Ergebnisse in der Netzpolitik, beim Aufbau intelligenter Netze sowie bei der Bildung und Qualifizierung von IT-Spezialisten“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer in Dresden. Nach BITKOM-Berechnungen müssen für den Aufbau intelligenter Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und öffentliche Verwaltung Investitionen in Höhe von mehr als 130 Milliarden Euro aktiviert werden. Dem stehen Einsparpotenziale von mehr als 60 Milliarden Euro pro Jahr gegenüber. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist der weitere Breitbandausbau. In Kürze werden die so genannten weißen Flecken bei der Breitbandversorgung ländlicher Regionen geschlossen. Nach einer BITKOM-Umfrage bei den Netzbetreibern werden bis Ende 2010 rund 1.500 Sendestationen mit neuer LTE-Technik für das mobile Super-Breitband ausgestattet. Im Laufe des ersten Quartals 2011 folgen weitere 1.500. Scheer: „Viele ländlichen Regionen müssen seit Jahren auf schnelles Internet warten. Jetzt gelingt der Ausbau im Rekordtempo. Das ist primär dem IT-Gipfel zu verdanken.“

In Dresden kommen rund 1.000 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. „Beim IT-Gipfel werden die Leitlinien der Hightech-Politik diskutiert und konkrete Projekte realisiert“, sagte Scheer. Im Rahmen des diesjährigen Gipfels starten Wirtschaft und Politik eine Offensive für Bildung und Zuwanderung. Im Mittelpunkt stehen folgende Aktivitäten:

* „Software-Campus“: Ziel des Programms ist es, junge Spitzen-Informatiker zu IT-Führungskräften weiterzubilden. 100 Nachwuchskräfte pro Jahr, davon die Hälfte aus dem Ausland, können eigene Projekte an der Schnittstelle von Forschung und Praxis realisieren. Dabei unterstützten sie ein erfahrener Wissenschaftler und ein Mentor aus der Industrie. Volumen: 10 Millionen Euro, die Hälfte aus der Wirtschaft.
* „BITKOM-Management-Club“: Sein Ziel ist es, junge Führungskräfte in der ITK-Wirtschaft zu fördern. Zwei Jahre lang begleitet ein Mentor die Nachwuchsmanager. Anlässlich des 5. Nationalen IT-Gipfels beginnt der Club in seinem ersten Jahr mit 17 Mentoren und 17 Mentees.
* „Junge IT-Unternehmen starten durch“: Das Projekt wird junge Firmen, die 3 bis 5 Jahre am Markt sind, in der Wachstumsphase unterstützen. Auch hier steht ein Spitzenmanager als Mentor bereit, der nicht nur Ratschläge geben, sondern auch Kontakte vermitteln oder Finanzierungsquellen öffnen kann. Gestartet wird mit 10 Unternehmen und 10 Mentoren.
* „Work and Study in Germany“: Der BITKOM baut ein zentrales Online-Portal auf, das mehrsprachig über Arbeits- und Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert. Die Plattform wird eine Online-Jobbörse und Informationen für IT-Spezialisten aus der ganzen Welt sowie für in Deutschland tätige Unternehmen enthalten. Start des Portals wird Mitte 2011 sein.

Aus Sicht des BITKOM ist neben Angeboten zur Qualifizierung eine Reform des Zuwanderungsrechts notwendig, um den Fachkräftemangel zu lindern. Derzeit gibt es rund 28.000 unbesetzte Stellen für IT-Experten. Zu den notwendigen Änderungen gehören die Abschaffung der Vorrangprüfung, die Absenkung der Einkommensgrenze für eine Niederlassungserlaubnis auf 40.000 Euro pro Jahr (von 66.000 Euro) und mittelfristig die Einführung eines Punktesystems. Scheer: „Wir hoffen, dass in das Thema Zuwanderung jetzt wieder politisch Bewegung kommt.“

Wie bereits im Vorjahr ist der ist der Aufbau intelligenter Infrastrukturen ein zentrales Thema beim IT-Gipfel. Kernpunkte sind in die im Vorfeld des Gipfels verabschiedete IKT-Strategie der Bundesregierung „Deutschland Digital 2015“ eingeflossen. „Neue Technologien leisten einen wichtigen Beitrag für die Energieversorgung der Zukunft, den Aufbau von Elektromobilität und ein modernes, kosteneffizientes Gesundheitssystem“, sagte Scheer. So wird die elektronische Gesundheitskarte zu mehr Transparenz führen und damit den Abrechnungsbetrug massiv eindämmen. Allein das wird nach BITKOM-Schätzung Einsparungen von mehr als 10 Milliarden Euro bringen. Die Einführung von modernen Systemen der Verkehrslenkung wird Staus vermeiden, die Kosten von ebenfalls rund 10 Milliarden Euro verursachen. Zudem müssen Behörden und Schulen mit intelligenten Anwendungen, mobilen Internetzugängen und neuen Endgeräten fit für die Zukunft gemacht werden.

Eine Grundvoraussetzung ist der weitere Breitbandausbau. So sollen bis 2014 drei Viertel aller Haushalte einen Zugang mit mindestens 50 MBit/s erhalten. Dafür sind Investitionen von rund 50 Milliarden Euro erforderlich. „Wir brauchen ein stabiles rechtliches Umfeld, das den flächendeckenden Netzausbau ermöglicht. Sonst sind Investitionen in dieser Größenordnung nicht zu stemmen“, sagte Scheer. Kürzlich hatte die Bundesnetzagentur die Terminierungsentgelte der Mobilfunkbetreiber unerwartet um die Hälfte gekürzt. Das führt zu Umsatzausfällen von rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr, die jetzt für den Breitbandausbau fehlen.

Im nächsten Gipfeljahr erwartet Scheer eine intensive Diskussion des „Rote Linie“-Gesetzes zum Datenschutz im Internet. Außerdem müssten die angestoßenen Bildungsprojekte vom Papier in die Praxis gebracht werden. Zur Beschleunigung des Ausbaus intelligenter Netze will BITKOM Anfang kommenden Jahres eine umfassende Analyse vorlegen und Maßnahmen mit der Politik diskutieren. Scheer: „Die Themen gehen uns so schnell nicht aus, denn die Innovationsgeschwindigkeit in der Hightech-Branche ist enorm hoch. Solange die ITK-Branche die Welt so schnell und so tiefgreifend verändert, brauchen wir einmal jährlich einen IT-Gipfel. Das Ausland beneidet uns darum und wir sind froh, dass wir ihn haben.“

Der IT-Gipfel findet auf Initiative der Bundeskanzlerin seit dem Jahr 2006 im Jahresturnus statt. Im Rahmen des Gipfels sind wichtige Hightech-Projekte realisiert worden, darunter die Breitbandstrategie, der Aktionsplan Green-IT, die einheitliche Behördenrufnummer 115, die Initiative Deutschland sicher im Netz und mehrere Bildungsprojekte. In diesem Jahr wurden das Aktionsprogramm Cloud Computing gestartet und ein Datenschutzkodex für Geodatendienste entwickelt.
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon bru62 » 07.12.2010 17:32

Scharf kritisiert wird die Bundesregierung aus Rheinland-Pfalz. In einer Pressemitteilung der Landesregierung heißt es:

Bundesregierung bleibt Ausbaustrategie für Breitband schuldig
Der Breitbandausbau mit einer Kapazität von 50 Mbit in 75 Prozent der deutschen Haushalte bis 2014 ist das erklärte Ziel der IKT-Strategie der Bundesregierung. Der Investitionsbedarf dafür wird auf 30 bis 50 Milliarden Euro geschätzt. Woher diese kommen sollen und wie diese Investition realisiert werden soll, ist auch nach dem IKT-Gipfel in Dresden offen.

Martin Stadelmaier kritisiert die Pläne der Bundesregierung zum Breitbandausbau.

"Die Bundesregierung hat verbal hochfliegende Pläne, eine Strategie zu ihrer Realisierung hat sie nach wie vor nicht“, so Staatssekretär Martin Stadelmaier, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei.

Auch die bisherigen Vorschläge für eine Reform des Telekommunikationsgesetzes ließen nicht erkennen, wie eine Umsetzung des Vorhabens bis 2014 gelingen soll.

Stadelmaier kritisierte zudem, dass die Erschließung von Regionen außerhalb der Ballungsgebiete offensichtlich in Dresden keine Rolle gespielt hat. Er sagte: ´"Es darf nicht sein, dass beim Aufbau einer für die Kommunikation und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit so zentralen Infrastruktur ein Viertel der deutschen Bevölkerung von vornherein ausgeblendet wird.“
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon bru62 » 07.12.2010 17:41

Auch die Bundes-SPD geht mit der Regierung hart ins Gericht, wie folgende Pressemitteilung zeigt:

IT-Gipfel: Bundesregierung auf der Schmalspur

Anlässlich des heutigen IT-Gipfels in Dresden erklären Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Medienkommission, Martin Dörmann, MdB, Leiter des Gesprächskreises „Digitale Infrastruktur“ der Medienkommission und Björn Böhning, Leiter des Gesprächskreises „Netzpolitik“ der Medienkommission:

Der IT-Gipfel der Bundesregierung ist enttäuschend. Mehr Schmalspur statt Breitband. Es ist das altbekannte Muster: Die Großen der Branche kommen mit den Spitzen der Regierung zusammen, verabschieden Papiere und gehen wieder auseinander. Motto: Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

Leider ist zu befürchten, dass es dem Gipfel nicht nur an wichtigen gesellschaftlichen Gruppen und Vertretern des Mittelstandes mangelt, sondern auch an zählbaren Ergebnissen.

Dafür brauchen wir vor allem einen klaren Kompass mit einer konkreten Strategie für die Nutzung der Potenziale, die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) uns bietet. Stattdessen präsentiert die Bundesregierung eine „Strategie“, die nicht mehr als eine solide Zustandsbeschreibung darstellt.

Dabei hat die Branche eine herausragende Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie bietet erhebliche Potenziale für neue Wachstumsimpulse und Arbeitsplätze. Zugleich hat sie die gesellschaftlichen Lebensverhältnisse geprägt und verändert und kann einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung aktueller Herausforderungen leisten.

Ganz entscheidende Voraussetzung für die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte wird es aber sein, alle Menschen mit breitbandigem Internet zu versorgen und eine digitale Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden. Hier hat die Bundesregierung ihre Hausaufgaben nicht gemacht - nicht einmal die selbstgesteckten Ziele einer Breitbandversorgung von 1Mbit/s bis zum Ende des Jahres werden erreicht.

Wir benötigen darüber hinaus endlich eine klare gesetzliche Regelung zur Netzneutralität, um den Charakter des Internets als freies und offenes Medium zu bewahren und zu stärken. Der vorliegende Entwurf des Telekommunikationsgesetzes wird diesem Anspruch in keiner Weise gerecht.

Leider ist der Gipfel nur eine Schaufensterveranstaltung: Eine breitere Debatte über die Chancen der Digitalen Gesellschaft ist nicht zu erwarten. Im Übrigen kommen Themen des Verbraucherschutzes und des Datenschutzes zu kurz.

Stattdessen brauchen wir eine Politik, die sich den zentralen Herausforderungen der Branche stellt: Es bedarf einer gezielten Förderung von Innovation, die vor allem im Mittelstand stattfindet. Noch beim letzten Gipfel hat die Bundesregierung vollmundig erklärt, dass sie eine steuerliche FuE-Förderung anstrebt. Fakt ist jedoch eine Absage der Bundesregierung an dieses wichtige Instrument insbesondere zur Förderung des Mittelstandes!

Bei dem wichtigen Thema Fachkräftebedarf vertagt sich die schwarz-gelbe Koalition regelmäßig im Koalitionsausschuss - konkrete Schritte bleiben aus. So wartet z.B. ein großes Potenzial ausländischer Fachkräfte auf die Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse - vor allem die IKT-Branche muss weiter auf dieses existierende Fachkräftepotenzial verzichten.


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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon spokesman » 07.12.2010 18:47

bru62 hat geschrieben:"der - wo erforderlich - durch gezielte Maßnahmen flankiert werden soll."

selbst dieser Satz ist von Brüderle ein Eigentor, in Thüringen führte diese Maßnahmen zu einem absoluten Halt beim Ausbau und der Finanzierung. Wundern muss man sich nicht, wenn pro Jahr in einem Bundesland nur wenige 100.000€ zur Förderung zu Verfügung stehen.

Aus den letzten Beiträgen interessiert mich besonders die Pressemitteilung der SPD, welche völlig nachvollziehbar die Ansätze der Bundesregierung kritisiert, jetzt könnte man natürlich annehmen, dass sich auch dies SPD zu einem anderen Weg z.B. die Umsetzung einer Universaldienstverpflichtung durchringen könnte.

Aus der letzten großen Anfrage der SPD an die Bundesregierung geht jedoch ein anderes Bild hervor:
SPD hat geschrieben:Dieser Ausbau eines hochleistungsfähigen Breitbandnetzes in Deutschland erfordert
hohe Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe. Je nach Ausbauart ist
von rund 50 Milliarden Euro auszugehen. Diese Summe kann angesichts der
Haushaltslage weder vom Staat noch von einem Unternehmen alleine gestemmt
werden. Vielmehr müssen die Rahmenbedingungen so gesetzt werden, dass in
einem funktionierenden Wettbewerbsumfeld viele Unternehmen investieren.

weiter hält es die SPD für richtig die derzeitige Strategie weiter zu nutzen und zudem noch weitere Anstrengungen zu unternehmen. Die weiteren Anstrengungen bestehen im wesentlichen aus:
  • veränderte Regulierung für mehr Planungssicherheit
  • Kooperationen verschiedener Anbieter, besonders beim Glasfaserausbau dürfen keine Parallel-Infrastrukuren entstehen
  • Bund und Ländern sollen gesetzliche Regelungen einführen, welche den Leerrohrausbau und die Anbindung bis an die Wohneinheiten sicherstellt
  • von den 4,4Mrd. Euro Erlös aus der Frequenzversteigerung sollen Förderprogramme besonders in strukturschwachen Regionen angeschoben bzw. zielgerichteter ausgebaut werden

Da leider keine Punkte in der Anfrage auf ein Universaldienstverwandtes Thema schließen lassen halte ich für die jetzige Situation folgende Fragen für interessant:
23. Wie beurteilt die Bundesregierung Möglichkeiten und Rechte, die den
Kommunen gegenüber Grundstückseigentümern zustehen, um die Realisierung
von Glasfaser-Anschlüssen zu fördern?
Sieht die Bundesregierung insoweit noch Verbesserungsmöglichkeiten?
24. Hält die Bundesregierung es für notwendig, dass Bund und Länder die Wegerechte
für die Verlegung von Glasfaser-Anschlussnetzen zugunsten der
Netzbetreiber erweitern, damit nicht einzelne Eigentümer Verlegungen auf
ihren Grundstücken verweigern können, wenn ein Netzbetreiber den gesamten
Straßenzug ausbauen will? Sieht die Bundesregierung insoweit noch
Verbesserungsmöglichkeiten?
25. Kann der Beitrag der Infrastruktur zum Ausbau neuer Netze nach Auffassung
der Bundesregierung durch die Verbindung sämtlicher Infrastrukturen
aus dem Versorgungs- und kommunalen Bereich wie Strom, Gas, Wasser
und auch der Bahn verbessert werden?
26. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, Breitband als „kommunales
Versorgungsmodell“ einzurichten? Hält es die Bundesregierung insbesondere
für denkbar, „Versorgungsgemeinschaften“ wie z. B. interkommunale
Zweckverbände, einzurichten?
27. Hält die Bundesregierung es für möglich, die Kosten für die Erschließung
mit Breitband vergleichbar wie bei der übrigen Erschließung (z. B.Wasser)
auf Grundstückseigentümer umzulegen?
28. Welche Potenziale sieht die Bundesregierung, örtliche Tiefbauarbeiten mit
hinreichendem zeitlichen Vorlauf öffentlich bekannt zu machen, um transparent
Gelegenheit zur gleichzeitigen Glasfaserverlegung zu ermöglichen?
29. Wie schätzt die Bundesregierung Möglichkeiten ein, Tiefbaumaßnahmen,
die etwa im Rahmen von Straßenbau oder der Erneuerung von Versorgungsleitungen
vorgenommen werden, unmittelbarer mit der Verlegung von Leerrohren
bzw. dem Aufbau von Kabelanalanlagen zu verbinden?
30. Wie beurteilt die Bundesregierung die Regelungen zu den Eingriffsmöglichkeiten
der öffentlichen Hand in den Breitbandmarkt im Zusammenhang
mit der Feststellung von Marktversagen?
34. Wie beurteilt die Bundesregierung Netzzusammenschaltungen von mittelständischen
Unternehmen mit Marktführern: Sind diese mit dem Kartellrecht
in Einklang zu bringen, wenn hierbei die flächendeckende Versorgung
im Vordergrund steht?
35. Kann eine Netzzusammenschaltung regulatorisch unterstützt oder sogar
auferlegt werden, indem Entgelte für Unternehmen reguliert werden und/
oder der marktoffene Zugang für alle Anbieter verpflichtend ist?
36. Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung dem Ausbau der Next Generation
Networks (NGN) für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei?
40. Welchen Bedarf sieht die Bundesregierung perspektivisch im Hinblick auf
die Höhe der nachgefragten Datenraten?
Mit welchen Entwicklungen des Konsumentenverhaltens und der technischen
Entwicklung ist in welchen Zeiträumen zu rechnen?
49. Wie beurteilt die Bundesregierung die Voraussetzungen für ein Infrastructure-
Sharing – das Open-Access-Modell wird als Ansatz diskutiert, mit dem
man einen flächendeckenden Breitbandausbau möglicherweise am
schnellsten realisieren kann?
50. Wie beurteilt die Bundesregierung die Initiativen der EU-Kommission zum
Breitbandausbau, insbesondere im Hinblick auf das vorgestellte Maßnahmenpaket
und die Pläne der Digitalen Agenda, und welchen Änderungsbedarf
sieht sie?
51. Wie will die Bundesregierung die Transparenz des Infrastrukturatlasses insbesondere
bezüglich nutzbarer Infrastrukturen sowie im Hinblick auf die
frühzeitige Kenntnis über geplante Bauvorhaben verbessern?

Mit der aktuellen Meldung und dieser Anfrage ergeben sich für mich 2 Meinungsbilder der SPD zu diesem Thema, seht ihr das wie ich?
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Re: Fünfter Nationaler IT Gipfel

Beitragvon stanleys » 07.12.2010 22:15

Oliver Ueberholz im Gespräch mit heute.de :
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/11/ ... 63,00.html hat geschrieben:...
heute.de: Also, was erwarten Sie von dem Gipfel?

Ueberholz: Nichts. Es wird kein Ergebnis geben.

heute.de: Warum wird er dann gemacht?

Ueberholz: PR für Politiker und die Großwirtschaft.
...
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