E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

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E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon bru62 » 27.10.2008 18:55

Wie die Welt online gestern berichtet, plant E-Plus, sein Engagement im ländlichen Raum zu verstärken (Quelle)

Geschäftsführer Thorsten Dirks möchte dazu ein einheitliches mobiles Datennetz errichten, das allen Anbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen soll. Damit spielt er auf die "digitale Dividende" an und will die Diskussion dazu vorantreiben. Allerdings betont er, dass vor 2012 nicht mit einem solchen Netz zu rechnen ist. Im Übrigen wäre Mobilfunk kein Ersatz für DSL: „Die meisten Mobilfunknutzer benötigen gar keine schnelle Datenverbindung.“ Dirks kündigt an, "dreistellige Millionenbeträge" in den Ausbau der mobilen Datennetze zu investieren. Nächstes Jahr soll auch E-Plus HSDPA anbieten, zunächst in den Universitätsstädten.

Also dort ist der ländliche Raum ... ;)

Gruß
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Diskriminierungsfreies "Breitband für alle" wird es nur geben, wenn Menschen sich dafür engagieren.
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon essig » 27.10.2008 21:31

bru62 hat geschrieben:plant E-Plus, sein Engagement im ländlichen Raum zu verstärken ... Damit spielt er auf die "digitale Dividende" an und will die Diskussion dazu vorantreiben.

nun also neben vodafone und t-mobile auch e-plus... ländlicher raum, ländlicher raum, ländlicher raum... schon klar

bru62 hat geschrieben:Geschäftsführer Thorsten Dirks möchte dazu ein einheitliches mobiles Datennetz errichten, das allen Anbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen soll.

keine schlechte idee. ein stromnetz, ein straßennetz, ein mobilfunknetz, ein glasfasernetz und beliebig viele wettbewerber die diese netze fair und gleichberechtigt nutzen können und sich entsprechend der nutzung an den kosten für erhaltung und ausbau beteiligen.

bru62 hat geschrieben:Wie die Welt online gestern berichtet

die welt ist für mich fast so schlimm wie die bild... eben alles springerpresse... hätte damals die übernahme von prosiebensat.1 geklappt dann wäre der albtraum perfekt gewesen. tut aber nichts zur sache, wollte ich nur mal loswerden. allein schon der aufmacher: Wer bringt das Breitband zu den Bauern? :evil:
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon parc » 28.10.2008 08:53

essig hat geschrieben:
bru62 hat geschrieben:plant E-Plus, sein Engagement im ländlichen Raum zu verstärken ... Damit spielt er auf die "digitale Dividende" an und will die Diskussion dazu vorantreiben.

nun also neben vodafone und t-mobile auch e-plus... ländlicher raum, ländlicher raum, ländlicher raum... schon klar


Man sollte nicht so darüber lächeln. Unterschiedliche Personengruppen definieren "ländliche Bereiche" sehr unterschiedlich. Die Telekommunikationsgruppe definiert "ländliche Bereiche" in der Groessenordnung 4000 - 15000 Einwohner. Das habe ich in einer Diskussionsrunde doch sehr schmerzlich erfahren müssen und dann versteht man auch diese Firmenvertreter.

Setzt Euch ruhig mal zu Hause hin und denkt immer an die nächste Kleinstadt und denkt dann an den ländlichen Raum und langsam kippt dann die Besinnung und das eigene Dorf ist plötzlich weg .....

Ich gehe davon aus, dass darunter in der Sichtweise der Telekommunikationsfirmen nicht mehr viel liegt. Man existiert einfach nicht in der Planung der Firmen.
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon Alb-Maulwurf » 28.10.2008 17:58

parc hat geschrieben:Man sollte nicht so darüber lächeln. Unterschiedliche Personengruppen definieren "ländliche Bereiche" sehr unterschiedlich. Die Telekommunikationsgruppe definiert "ländliche Bereiche" in der Groessenordnung 4000 - 15000 Einwohner. Das habe ich in einer Diskussionsrunde doch sehr schmerzlich erfahren müssen und dann versteht man auch diese Firmenvertreter.

Hm... da ist wohl was dran - aber es gibt (in meinem Umkreis) auch Kommunen, die sehr wohl die 4000-Einwohnergrenze überschreiten - und trotzdem unterversorgt sind.
Ich denke es ist nich nur hauptsächlich von der Einwohnerzahl abhänig, sondern auch ganz stark von der Infrastruktur.
Eine kleine Gemeinde mit 1000Einwohnern kann teilweise einfacher und rentabler erschlossen werden, als eine "Kleinstadt".
Problem ist in meinen Augen in dieser Hinsicht, dass man über die unterversorgten Gemeinden viel zu wenig Material sammelt. Es sind (wie ich in meiner Initiative selbst erfahre) teilweise Leerrohrnetzwerke verfügbar, das ist nahezu unglaublich... - aber keiner weiß es... - ganz großes Problem und großer Fehler in meinen Augen...

parc hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass darunter in der Sichtweise der Telekommunikationsfirmen nicht mehr viel liegt. Man existiert einfach nicht in der Planung der Firmen.

Wir existieren gar nicht... auf der Militärkarte der Kanadier z.B. ist die schwäbische Alb als "Unbewohntes Gebiet" eingezeichnet...
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon essig » 28.10.2008 22:53

parc hat geschrieben:Unterschiedliche Personengruppen definieren "ländliche Bereiche" sehr unterschiedlich. Die Telekommunikationsgruppe definiert "ländliche Bereiche" in der Groessenordnung 4000 - 15000 Einwohner.

da hast du schon recht aber in der diskussion um die digitale dividende nutzen die mobilfunkbetreiber und deren unterstützer den ausdruck "ländlicher raum" ganz bewusst und meinen damit bisher un- oder schlecht versorgte gebiete weil dies eben in der momentanen politischen diskussion besonders gut ankommt. innerhalb der diskussion zielen sie also schon auch auf gemeinden kleiner 4000 einwohner ab wobei da bekanntlich berechtigte zweifel bestehen aber man kann ja schlecht argumentieren indem man sagt man braucht die digitale dividende einfach nur um dort wo es sich lohnt noch mehr kohle zu machen. sehe es also wie du, dass es intern erst ab einer bestimmten größe interessant wird.

Das habe ich in einer Diskussionsrunde doch sehr schmerzlich erfahren müssen und dann versteht man auch diese Firmenvertreter.

kannst du dazu noch was genaueres sagen?

parc hat geschrieben:Man existiert einfach nicht in der Planung der Firmen.

das ist das problem. dabei braucht man doch nur den bedarf anmelden und sich informieren :lol:

natürlich will und braucht man die digitale dividende in allererster linie für die ballungsräume... trotzdem noch einige definitionen zum ländlichen raum:

Wikipedia hat geschrieben:Der Ländliche Raum ist eine Raumkategorie, welche sich nach BBR (Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) in ländliche Kreise höherer Dichte und ländliche Kreise geringerer Dichte unterteilen lässt und den verstädterten Räumen, sowie den Agglomerationsräumen gegenübersteht. Die Siedlungen des ländlichen Raums sind mit ihrem Umfeld eng funktional verknüpft, was nicht heißen soll, dass sie auch in Physiognomie und Grundriss zwingend vom Primären Sektor geprägt sein müssen.

Hierbei wird als Siedlung jeglicher menschliche Wohn- und Arbeitsplatz mitsamt all seinen Gebäuden, Infrastruktureinheiten (Straßen, Wege, Plätze), Gärten und Höfen, Erholungsflächen und Freizeitzonen, sowie Sonderwirtschaftsflächen verstanden.


Regionaler Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien hat geschrieben:Der Ländliche Raum ist der Raum außerhalb des Verdichteten Raumes. Ihm gehören überwiegend dünner besiedelte Gebiete an. ... Der Verdichtete Raum besteht aus dem Verdichtungsraum und seinen Randzonen. Abgrenzungskriterium ist insbesondere eine starke innere arbeitsräumliche Verflechtung.


Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg hat geschrieben:Raumkategorien des Landes
Die Gliederung des Landes nach Raumkategorien knüpft an die Ungleichheiten in der räumlichen Verteilung von Bevölkerung, Wohnungen und Arbeitsplätzen an. Die Raumkategorien sind gemeindescharf abgegrenzte Teilräume ähnlicher siedlungsstruktureller Situation, die jeweils größere zusammenhängende Gebiete umfassen.

Vorrangiges Ziel der räumlichen Gliederung ist es, die unterschiedlichen Gegebenheiten und Entwicklungspotenziale der einzelnen Teilräume im Rahmen der Raumordnung und Landesplanung angemessen berücksichtigen zu können. Methodisch erfolgt die Bestimmung der Raumkategorien durch das Merkmal „Verdichtung“. („Landesentwicklungsplan“ (LEP) 2002, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)


· Verdichtungsräume: Sind durch eine stark überdurchschnittliche Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte, sowie ausgeprägte Flächenengpässe und intensive innere Verflechtung gekennzeichnet.

· Randzonen: Bilden die äußeren Grenzen der Verdichtungsräume und zeichnen sich durch einen mittleren Verdichtungsgrad bei relativ starker Siedlungsdynamik aus.


Der Ländliche Raum untergliedert sich in:

· Verdichtungsbereiche im Ländlichen Raum: Stadt-Umland-Bereiche mit engen Verflechtungen und erheblichen Siedlungsverdichtungen, die jedoch nicht an Verdichtungsräume grenzen.

· Ländlicher Raum (im engeren Sinn): Dünner besiedelte Gebiete mit zumeist deutlich unterdurchschnittlichen Dichtewerten in den Bereichen Bevölkerung, Wohnungen und Arbeitsplätzen. Die Gebiete verfügen in der Regel über einen hohen Anteil an Freiraum- bzw. Landwirtschaftsflächen und zum Teil infrastrukturellen Entwicklungsbedarf.


Der Ländliche Raum umfasst gemäß der obigen Definition in Baden-Württemberg etwa 75 % der Landesfläche, 42 % der Bevölkerung und 37 % der Beschäftigten. Dem gegenüber konzentrieren sich allein in den vier Verdichtungsräumen des Landes Baden-Württemberg (Stuttgart, Rhein-Neckar, Karlsruhe und Freiburg) auf nur 10 % der Landesfläche gut 37 % der Landesbevölkerung und 46 % der Arbeitsplätze von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. („Landesentwicklungsbericht“ 1994, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)


Der Ländliche Raum ist als Lebens- und Wirtschaftsraum mit eigenständiger Bedeutung zu stärken und so weiter zu entwickeln, dass sich seine Teilräume funktional ergänzen und seine landschaftliche Vielfalt und kulturelle Eigenart bewahrt bleiben. Günstige Wohnstandort-bedingungen sollen gesichert und Ressourcen schonend genutzt sowie ausreichende und attraktive Arbeitsplatz-, Bildungs-, und Versorgungsangebote wohnortnah bereitgestellt werden. Großflächige Freiräume mit bedeutsamen, ökologischen Funktionen sind zu erhalten.

Grundlage dafür sind eine flächendeckende, leistungsfähige, ordnungsgemäß und nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaft sowie eine nachhaltig betriebene, naturnahe Forstwirtschaft.


Der Europarat hat geschrieben:Die vom Europarat verfaßte Europäische Charta des ländlichen Raums schlägt vor, unter ländlichem Raum «ein Gebiet im Landesinnern oder an der Küste, einschließlich Dörfern und Kleinstädten zu verstehen, in denen der größere Teil der Fläche für folgende Zwecke genutzt wird:

* Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Aquakultur und Fischerei;

* wirtschaftliche und kulturelle Tätigkeit der Einwohner des betreffenden Gebiets (Handwerk, produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen usw.) ;

* Herrichtung nichturbaner Gebiete für Freizeit und Erholung (oder als Naturschutzgebiete) ;

* andere Zwecke wie z.B. als Wohnraum.

Zum Schluß werden in dieser Charta ländlicher und städtischer Raum als Gegensatzpaar dargestellt: «Die landwirtschaftlichen und nichtlandwirtschaftlichen Bereiche eines ländlichen Raums sind vom städtischen Raum abzugrenzen, der sich durch eine hohe Einwohnerkonzentration und vertikale oder horizontale Strukturen auszeichnet.


NACHTRAG: habe es beim BBR noch etwas genauer gefunden:

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat geschrieben:Regionsgrundtyp 3: Ländliche Räume

Kreistyp 8: Ländliche Kreise höherer Dichte
Kreise/Kreisregionen mit einer Dichte über 100 Einwohner/km²

Kreistyp 9: Ländliche Kreise geringerer Dichte
Kreise/Kreisregionen mit einer Dichte unter 100 Einwohner/km²
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon fruli » 28.10.2008 23:00

Hi,


Alb-Maulwurf hat geschrieben:Problem ist in meinen Augen in dieser Hinsicht, dass man über die unterversorgten Gemeinden viel zu wenig Material sammelt. Es sind (wie ich in meiner Initiative selbst erfahre) teilweise Leerrohrnetzwerke verfügbar, das ist nahezu unglaublich... - aber keiner weiß es... - ganz großes Problem und großer Fehler in meinen Augen...
Genau. Es wurde nicht umsonst auch in der Regulierung in letzter Zeit der neue Ansatz entwickelt, dass alle Leerrohrnetzwerke transparent für alle Marktteilnehmer zugänglich gemacht werden sollen, während die übrige Regulierung zurückgefahren werden soll.

Leider sperren sich aber alle (echte und potentielle) Marktteilnehmer massiv gegen derartige Offenlegungspflichten - BaWü wollte diesen Ansatz weiter verfolgen und ist quasi überall abgeblitzt.

Hier hülfe wohl nur eine Gesetzesänderung auf Bundesebene.


auf der Militärkarte der Kanadier z.B. ist die schwäbische Alb als "Unbewohntes Gebiet" eingezeichnet...
Geht wohl auf den Truppenübungsplatz Münsingen zurück ;)

So long.
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Re: E-Plus startet Aktion für Breitband auf dem Land

Beitragvon parc » 29.10.2008 07:04

[quote="essig"

Das habe ich in einer Diskussionsrunde doch sehr schmerzlich erfahren müssen und dann versteht man auch diese Firmenvertreter.

kannst du dazu noch was genaueres sagen?
[/quote]

Ich war auf einer Veranstaltung in SH, wo alle Kommunen vertreten waren und hörte mir die Reden der Firmenvertreter an. Dabei fühlten sich alle auch angesprochen an ("ländlicher Raum"). Dann wurden von den Firmenvertreter immer "erfolgreiche" Beispiele der Anbindung des "ländlichen Bereiches" genannt und dann kommt man halt auf diese Groessenordnungen. Auf Nachfragen hin wurde auf wirtschaftliche Zwänge hingewiesen und das war's damit.

Arcor ist z.B. im Besitz von Eisenbahntrassen (z.B. Hamburg-Westerland), sieht aber keine wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit in dem Ausbau jenseits von Itzehoe (in Richtung Norden) - obwohl dort bereits Leerrohre liegen.
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