Telekom LTE ohne LTE-Technologie

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Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon heppth » 09.06.2011 07:19

Hallo,

in unserem Dorf gibt es seit April Telekom LTE. Die Drosselung auf 3000 MBits hat mich von Anfang an stutzig gemacht. Jetzt hat sich heraus gestellt, dass der Tarif nicht über LTE sondern über einen HSDPA-Mast, der schon länger verfügbar ist, angeboten wird.

Ist das rechtens? Vor allem habe ich jetzt gelesen, dass Telekom in Großstätten wie Köln anfängt LTE (richtiges LTE) auszubauen. So viel zum Thema "Frequenzen aus der digitalen Dividende sollen zunächst weise Flecken abdecken".

Da macht es sich doch die Telekom recht einfach. Sie bietet einfach "LTE-Tarife" an, ohne LTE auszubauen um dann direkt in den Großstädten auszubauen...

Das war mal wieder sehr zielführend...

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie denkt ihr darüber?
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon satzing » 09.06.2011 08:43

Hallo, und "Herzlich Willkommen" bei geteilt.de

Tja was soll ich dazu schreiben, der Telekom Tarif heißt Call&Surf via Funk, von LTE ist da nicht die Rede.
Es gibt ja für dieses Produkt auch 2 Router (HSPA und LTE).
Der LTE Ausbau ist ja in anderen (versorgten) Orten nicht verboten, jedoch dürfen nicht die DD Frequenzen benutzt werden.
Siehe auch :
Die Telekom fährt ihr Kölner LTE-Netz auf Frequenzen von 1800 Megahertz. Das teuer ersteigerte Spektrum im Bereich um 800 Megahertz, die sogenannte digitale Dividende, dürfen die Unternehmen vorläufig nur in ländlichen Gebieten einsetzen. Erst wenn dort die weißen Flecken ohne Breitbandversorgung beseitigt sind, dürfen diese Frequenzen in den lukrativeren Ballungsräumen verwendet werden. Ausnahmen sind die bereits flächendeckend versorgten Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. So betreibt Vodafone sein Berliner LTE-Netz schon im 800-Megahertz-Bereich. Rund 20.000 Haushalte würden dort bisher erreicht, sagte ein Sprecher. In zwei weiteren Großstädten stehe Vodafone kurz vor der Ausbauentscheidung.

http://m.faz.net/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E6E5A4C54F1634DF18512874E077AB54A~ATpl~Epartner~Ssevenval~Scontent.xml

Wie ich drüber denke? Ich will kein LTE mit einer 3/5/10GB Drossel, ich will einen richtigen Anschluß!
LTE ist für mich nur eine Brückentechnologie, aber man sollte nie vergessen: "Provisorien halten am längsten!"
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon spokesman » 09.06.2011 18:50

hallo an heppth und auch von mir willkommen bei geteilt.de ;)

deine Beobachtung ist gut, griffig und schlüssig - jedoch noch für mich und andere Betroffene, die rechtliche Sicherheit der angebotenen Telekomtarife ist wie satzing bereits angesprochen hat unstrittig - da lässt sich die Telekom die Butter nicht von Brot nehmen.

In deinem Fall ist die Diskussion um die Frage was ist Internet oder ab wann ist Internet auch richtiges Internet aktuelle denn je. Für mich sind die 3GB Drosselung eine Beschränkung meiner Informationsfreiheit über das Medium Internet, fragt sich jedoch in wie weit man hier als Bürger Rechtssicherheit hat. In der gestrigen Anhörung wurde der Klageweg angesprochen, indem man gesagt hat, dass per GG (Grundgesetz) und TKG (Telekommunikationsgesetzt) jedem Bürger ein angemessener Zugang zu einem Öffentlichen Telekommunikationsnetz zusteht, ja auch ein funktioneller Internetzugang muss jedem Bürger zur Verfügung gestellt werden - ich glaube Professor Bernd Holznagel hatte ein Erfolg bei einer Klage nicht ausgeschlossen, in der Initiative hatten wir schon öfters über diesen Weg diskutiert..
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon rezzler » 09.06.2011 18:59

heppth hat geschrieben:Ist das rechtens? Vor allem habe ich jetzt gelesen, dass Telekom in Großstätten wie Köln anfängt LTE (richtiges LTE) auszubauen. So viel zum Thema "Frequenzen aus der digitalen Dividende sollen zunächst weise Flecken abdecken".

Wer sagt denn, das LTE in Köln mit Frequenzen aus der Digitalen Dividende läuft :)
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon bkt » 11.06.2011 22:38

heppth hat geschrieben:Da macht es sich doch die Telekom recht einfach. Sie bietet einfach "LTE-Tarife" an, ohne LTE auszubauen um dann direkt in den Großstädten auszubauen...
Das war mal wieder sehr zielführend...
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie denkt ihr darüber?


Das ist REGEL-KONFORM.
In den "Spielregeln" der BNetzA zur Nutzung der Digitalen Dividende steht sinngemäß, dass diese zuerst für die Versorgung der gemeldeten Gemeinden verwendet werden müssen.
UND (das ist der interessante Teil, der es möglich macht) alle anderen Technologien, die die angegebenen Gemeinden breitbandig versorgen, dürfen sich die Anbieter anrechnen lassen. Also wer das Gebiet selbst mit HSDPA "breitbandig" (im Sinne der fehlenden Definition) versorgt, ist von der LTE-Ausbauverpflichtung für dieses Gebiet befreit. Sollte irgendein anderer Anbieter dieses Gebiet zwischenzeitlich (z.B. mit WLAN) erschliessen, so ist er auch von der Auflage befreit.
Es ist also völlig "wurscht", wie das 1 Megabit/s in die Gemeinde kommt, wenn es nur kommt. Denn dieser Wert ist die unausgesprochene (und nirgends schriftlich festgelegte) Übereinkunft zwischen dem BMWi, der BNeztA und den Anbietern.
Siehe die Antworten auf unsere Anfragen zum Thema bei der BNetzA.
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon Nenunikat » 13.06.2011 13:41

bkt hat geschrieben:...
Sollte irgendein anderer Anbieter dieses Gebiet zwischenzeitlich (z.B. mit WLAN) erschliessen, so ist er auch von der Auflage befreit.
...

Wobei es eigentlich ein starkes Stück ist, WLAN-Anbieter mitzuzählen, da die WLAN-Frequenzen frei sind und es somit jeden Tag möglich ist, dass irgendjemand mit seinem privaten WLAN so dazwischenfunkt, dass das WLAN-Netz des Anbieters massiv gestört wird und somit kein vernünftiger Internet-Zugang mehr möglich ist.
Rechtlich wird man gegen den "Störer" nicht vorgehen können, weil die Frequenzen ja frei nutzbar sind und keiner einen Anspruch darauf (also auf bestimmte WLAN-Kanäle) hat.
Ein Lichtblick dürfte hier nur sein, dass Antennen mit einer entsprechenden Richtcharakteristik manche Störungen ggf. etwas minimieren werden.
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon wain » 13.06.2011 17:17

Ich kann Nenunikat nur beipflichten, aus meiner Sicht kann und darf WLAN nur als Notlösung dienen.
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon bru62 » 13.06.2011 17:23

wain hat geschrieben:aus meiner Sicht kann und darf WLAN nur als Notlösung dienen.

Im allgemeinen mag das zutreffen. Es gibt aber auch einige professionell aufgezogene Netze, die allen Ansprüchen gerecht werden. Diese Firma z.B. hat doch auf unserer Konferenz überzeugt.

Gruß
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon Nenunikat » 13.06.2011 17:46

bru62 hat geschrieben:Im allgemeinen mag das zutreffen. Es gibt aber auch einige professionell aufgezogene Netze, die allen Ansprüchen gerecht werden. Diese Firma z.B. hat doch auf unserer Konferenz überzeugt.
Gruß

Ich will keinem WLAN-Anbieter fehlende Professionalität unterstellen.
Ich frage mich aber, wie die Lage aussieht, wenn jemand mit seinem privaten WLAN-Netz stört - egal ob gewollt oder ungewollt.
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon wain » 13.06.2011 17:55

bru62 hat geschrieben:Es gibt aber auch einige professionell aufgezogene Netze, die allen Ansprüchen gerecht werden.

Da muss ich dir recht geben, wichtig ist eine zuverlässige Funktion.

Gruß
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon bkt » 13.06.2011 18:34

Nenunikat hat geschrieben:
bkt hat geschrieben:...
Sollte irgendein anderer Anbieter dieses Gebiet zwischenzeitlich (z.B. mit WLAN) erschliessen, so ist er auch von der Auflage befreit.
...

Wobei es eigentlich ein starkes Stück ist, WLAN-Anbieter mitzuzählen, da die WLAN-Frequenzen frei sind und es somit jeden Tag möglich ist, dass irgendjemand mit seinem privaten WLAN so dazwischenfunkt, dass das WLAN-Netz des Anbieters massiv gestört wird und somit kein vernünftiger Internet-Zugang mehr möglich ist.

Professionelle WLAN-Anbieter setzen auf Lizensierte Frequenzen und nicht auf "lizenzfreie Bastellösungen" aus dem Baumarkt.
Die Lizenz-freien Frequenzen dienen in allererster Linie zur Verteilung im "Home"-Netzwerk, vom Wohnzimmer zum Kinderzimmer o.ä.
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon Nenunikat » 14.06.2011 12:21

bkt hat geschrieben:Professionelle WLAN-Anbieter setzen auf Lizensierte Frequenzen und nicht auf "lizenzfreie Bastellösungen" aus dem Baumarkt.
Die Lizenz-freien Frequenzen dienen in allererster Linie zur Verteilung im "Home"-Netzwerk, vom Wohnzimmer zum Kinderzimmer o.ä.

Da diese lizensierten Frequenzen zusätzliches Geld kosten, werden sicherlich nicht wenige WLAN-Anbieter bei den freien Lizenzen bleiben.
Wenn ich mir die Antenne meines regionalen WLAN-Anbieters ansehe und dort was von 2,4 GHz draufsteht, kann ich mir den Rest denken...
...versorgt mit "frei störbaren Frequenzen"...
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon wain » 14.06.2011 14:21

Nenunikat hat geschrieben:Wenn ich mir die Antenne meines regionalen WLAN-Anbieters ansehe und dort was von 2,4 GHz draufsteht, kann ich mir den Rest denken...
...versorgt mit "frei störbaren Frequenzen"...

Genau das waren meine Gedanken, habe es nur nicht so rüber gebracht. In einem Nachbarort von uns steht genau so ein "Mast", welcher in Windeseile zusammengeschustert wurde. Allein die Kabelverlegung am Mast ist zum weglaufen.

Gruß
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon satzing » 14.06.2011 17:52

wain hat geschrieben:In einem Nachbarort von uns steht genau so ein "Mast", welcher in Windeseile zusammengeschustert wurde.


In Potůčky? Die haben bestimmt richtiges DSL! :D :D :D
Sorry, konnte es mir nicht verkneifen. Mir gehts nicht besser!
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Re: Telekom LTE ohne LTE-Technologie

Beitragvon rezzler » 14.06.2011 19:04

Nenunikat hat geschrieben:Wenn ich mir die Antenne meines regionalen WLAN-Anbieters ansehe und dort was von 2,4 GHz draufsteht, kann ich mir den Rest denken...
...versorgt mit "frei störbaren Frequenzen"...

Ich kenns so, das die "letzte Meile" per 5-GHz-WLAN überbrückt wird. Da hat man dann nicht solche Probleme :)
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