DSL für Glasfaserkabel

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Beitragvon vauwe » 26.03.2006 01:11

cascadac hat geschrieben:
Mr Q hat geschrieben:Meine Meinung zur Telekom:

- ein missratenes, aus Inkompetenz künstlich politisch zusammengeformtes Konzerngebilde ohne moralische und gesellschaftliche Verantwortung!


Ich entschuldige mich schon mal vorab, für meine Antwort auf so ein geschriebenen Mist!
Aber so ein Blödsinn habe ich selten gelesen!


cascadac,

ein Teil der Aussage stimmt sogar. Das Problem an der Sache ist nur, daß 1) diese Aussage dann so ziemlich auf alle möglichen (gerade größeren, vor allem Aktiengesellschaften) Unternehmen zutrifft und 2) wir nunmal in einer Zeit leben, in der die soziale Verantwortung eines Unternehmens der Verantwortung gegenüber dem Share-Holder gewichen ist.

@all: Es wäre nett, wenn der Tonfall hier etwas freundlicher wäre und solche Verunglimpfungen nicht ins Forum geprustet werden. Obwohl es zwar durchaus eine persönliche Meinung ist, müßten wir notfalls solche verbalen Ausbrüche in Beiträgen löschen.

@morgue: Ich denke nicht, daß zwei Postings eines Users hintereinander eine Rüge wert sind. Es ist nunmal einfacher, zweimal den Zitat-Button zu clicken, als per Cut-and-Paste zu basteln.
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Beitragvon barty » 26.03.2006 13:38

vauwe hat geschrieben:@all: Es wäre nett, wenn der Tonfall hier etwas freundlicher wäre und solche Verunglimpfungen nicht ins Forum geprustet werden. Obwohl es zwar durchaus eine persönliche Meinung ist, müßten wir notfalls solche verbalen Ausbrüche in Beiträgen löschen.


Vielleicht liegt die derzeitige Reizbarkeit einiger Mitglieder (mich eingeschlossen!) und die damit teils überzogenen Reaktionen einfach an der allmählichen Erkenntnis, das mit der Art und Weise, wie wir bislang an der miserablen Breitbandversorgung etwas ändern zu können glaubten, nicht erfolgreich sein werden. Jedenfalls nicht, ohne dahingehend immens mehr Zeit, Geld und Nerven zu investieren.

Irgendwie haben sich aus meiner Sicht Mechanismen in Bewegung gesetzt, auf die wir direkt und indirekt keinen Einfluss mehr haben. In den vergangenen Monaten ist das Thema Breitband immer komplexer geworden, DSL wird längst nicht mehr als das alleinige Allheilmittel für eine preiswerte und schnelle Onlinewelt gehandelt. Spätestens seit der letzten Cebit überschlagen sich die Meldungen aus Wirtschaft, Politik und Kommunen, wonach die Breitbandversorgung in Deutschland - wenn überhaupt - in den nächsten Jahren nur dann flächendeckend umzusetzen ist, wenn neben dem derzeitigen erdgebundenem DSL-Netz je nach örtlichen Beschaffen- und Besonderheiten weitere Technologien wie WLAN, Wimax, UMTS, Kabel, Satellit, etc. zum Einsatz kommen. Hier herrscht bei der EU, der Bundesregierung und den Konzernen offenbar mal ausnahmslos Einigkeit. Kein Wunder. Auf diese Art und Weise fällt die vermeintliche Verantwortung für die weitere Ausbausituation nicht mehr auf ein einzelnes Ex-Staatsunternehmen, womit auch die Betroffenen ihren Zorn und Ärger nicht mehr auf "den" einen "Schuldigen" richten können. Die Verantwortung wird vielmehr auf mehrere Schultern verteilt, wodurch die Breitbandentwicklung in unserem Land für den einzelnen Bürger kaum noch nachvollziehbar ist und teilweise sehr diffuse - weil regional sehr unterschiedlich ausgeprägt - Züge annimmt.

Inzwischen wird DSL nun auch von offizieller Seite nicht mehr als alleinige heilsbringende "Volksbreitbandtechnik" für "alle" propagiert und damit vielen Deutschen eine Breitbandhoffnung genommen. Ganz nebenbei hat man damit jenes Unternehmen elegant aus der Schusslinie genommen, das uns jahrelang durch beinahe propaganda-artige Werbung DSL als einzig seeligmachende Breitbandtechnik verkaufte.

Damit haben wir als bundesweite Interessenvereinigung, aber auch andere Breitband-Initiativen in Deutschland, lokale Bürgerinitiativen und im Grunde genommen jeder einzelne Nutzer ihre/seine liebe Not.
Für viele Bürger war und ist erdgebundenes DSL die einzige denkbare Breitbandtechnik. An dieser Denkweise sind maßgeblich jene Unternehmen schuld, die Breitbandalternativen als unrentable Spielerei abtaten, bewusst an den Rand der Lächerlichkeit drängten und aussichtsreiche Projekte zunichte machten, um das eigene DSL-Quasimonopol nicht zu gefährden.

Ein weiterer Grund für die spürbare Resignation ist die bewusst herbeigeführte Zersplitterung der Zielgruppen und Interessenslagen.
Teile deine "Feinde" und schon schwinden deren gemeinsamen Ziele.
Die derzeitige Bandbreitenjagd hat aus meiner Sicht System und lenkt vom generellen Kernproblem ab. Statt einige Milliarden in den Ausbau
wirtschaftlich weniger lukrativer Gebiete zu stecken (die nebenbei bemerkt auch kein Wettbewerber aufbringen kann), fließt das Geld in noch schnellere Techniken, die immer weniger Menschen zur Verfügung stehen werden.

Unsere Informatonsgesellschaft ist auf dem besten Wege zu einer Mehrklassengesellschaft. Und das mit staatlicher Duldung und Unterstützung! Während wir uns hier über langsame und teure Modem-/ISDN-Zugänge beklagen, fordern andere endlich DSL 6000 statt DSL 1000 zu bekommen. Inzwischen fragen sich die ersten ADSL2+ User ob sie denn je in den Genuss von VDSL kommen werden.

Da muss doch zwangsläufig Resignation aufkommen wenn man sieht, wie eine Bundeskanzlerin auf der Cebit lauthals staatl. Subventionen für den VDSL-Ausbau in einer handvoll deutscher Städte ankündigt, während ein Unternehmen dafür sogar "Exklusivrechte" zugesichert bekommen soll, das im vergangenen Jahr über 5 Mrd. Euro Gewinne einfuhr!? Hoffentlich tritt die EU unserer Regierung mal derart zwischen die Beine, dass diese mal endlich wieder ihr Hirn benutzt.

In den 70-80er Jahren war es ein Privileg in Deutschland zu leben. Damals konnten Politiker die eine derart fragwürdige Arbeit an den Tag legten wie die heutigen, auch nicht ohne weiteres über die Straße laufen.

Jetzt sollen wir alle plötzlich wieder "Deutschland" sein und einen Karren aus dem Dreck ziehen, den einige wenige Politiker über die Jahre ganz bewusst Richtung Wand haben laufen lassen? Bei milliardenschwerden Unternehmen wird immer noch gönnerhaft die leere Staatsgeldbörse für völlig überzogene Technikprojekte geöffnet, während ich hier vor Ort in irgendwelchen Fördervereinen für Krankenhäuser, Schulen, etc.
spenden soll, weil die Kassen der Kommunen leer sind?

Leute, in unserem Land läuft einiges aus dem Ruder!
Nein danke, ich bin nicht "Deutschland"!
Bürgerinitiative:
Breitband für Wertheim-Lindelbach - Ein Dorf begehrt auf!
http://www.kein-breitband.de
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