Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung rausholen

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Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung rausholen

Beitragvon bru62 » 16.02.2014 15:44

Wie die Wirtschaftswoche am 15.02.2014 in seiner Internetausgabe meldet, kann die Telekom auch in näherer Zukunft einen FTTH-Ausbau aufschieben und statt dessen aus den Kupfer-Teilnehmeranschlussleitungen noch mehr Leistung herausholen. Freilich nur für Kunden, die nicht weit genug von einem Outdoor-DSLAM entfernt wohnen. Mit der Technologie G.fast sei es möglich, bis zu 500 Mbit/s auf herkömmlichen Kupferleitungen zu übertragen. Das Verfahren soll im nächsten Jahr marktreif sein. "G.fast wird für die Telekom ein wichtige Technologie zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit", zitiert das Blatt den Technik-Chef der Deutschen Telekom, Bruno Jacobfeuerborn.

Außerdem geht aus dem Bericht hervor, wie weit der Rückstand der Telekom gegenüber Stadtwerken und anderen alternativen Versorgern beim Glasfaserausbau ist. Nur 18.000 der 275.000 mit FTTH angeschlossenen Haushalte, die so ins Netz gehen, wurden von der Telekom versorgt. "Deutschland hinkt bei der Zukunftstechnologie Glasfaser im weltweiten Vergleich erheblich hinterher", meint deshalb mit Recht der Generaldirektor des Netzausrüster-Branchenverbands FTTH Council Europe Hartwig Tauber.

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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon News » 31.10.2014 13:47

Die im BREKO vereinigten Unternehmen wollen noch in diesem Jahr einen Praxistest zum G.fast-Einsatz starten. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 31.10.2014 hervor:

Die alternativen Netzbetreiber des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) wollen noch in diesem Jahr einen Praxistest der zum Einsatz auf Kupferdoppeladern entwickelten Technologie G.fast starten. Die im BREKO als führendem deutschen Breitband-Verband organisierten Festnetz-Wettbewerber der Deutschen Telekom beschäftigen sich bereits seit geraumer Zeit mit der neuen Technologie, die bislang allerdings noch nicht standardisiert wurde und in verschiedenen Praxisvarianten eingesetzt werden kann. Die Praxiserprobung wird von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen wissenschaftlich begleitet.

G.fast nutzt sehr hohe Frequenzbereiche und ist daher entsprechend anfällig für Störeinflüsse. Aus diesem Grund muss zusätzlich Vectoring eingesetzt werden, um den Effekt des Übersprechens zwischen den verschiedenen Adern in einem Leitungsbündel weitgehend zu eliminieren. Aufgrund der hohen Frequenzen und der dadurch starken Abschwächung des Signals eignet sich die Technologie nur für sehr kurze Strecken von maximal 250 Metern ab dem Einspeisepunkt.

Je nach Ort der Einspeisung – und damit dem Punkt des Einsatzes von G.fast – unterscheidet man zwischen der Nutzung direkt am Hausanschluss (dem sogenannten APL – dem Abschlusspunkt Linientechnik) meist im Keller eines Gebäudes und dem Einsatz an einem speziellen Einspeisepunkt (FTTdp - Fibre To The Distribution Point), der auf der Straße – in der Regel unter dem Gehweg – liegt. Daher wird diese Variante teilweise auch als FTTS (Fibre To The Street) bezeichnet. In Deutschland gibt es bislang nur sehr wenige Distribution Points; diese müssten für G.fast daher eigens errichtet werden.

Wird G.fast zur Beschleunigung der in der Regel aus Kupferleitungen bestehenden Hausverkabelung genutzt – man könnte es auch als „Tuning“ der Inhouse-Verkabelung bezeichnen – und bis zum Hausanschluss Glasfaser (FTTB) gelegt, können auf diesem Wege Bandbreiten von bis zu mehreren Hundert Megabit pro Sekunde erreicht werden. Bei der Nutzung von Einspeisepunkten – den Distribution Points – unter dem Gehweg oder der Straße (FTTdp) reduzieren sich die maximal erreichbaren Datenraten mit zunehmender Entfernung bis zum Anschluss des Kunden drastisch: Bereits ab rund 50 Metern verbleibender Leitungslänge bis zum Nutzer verringert sich die erreichbare Bandbreite signifikant. Ab etwa 250 Metern verbleibender Leitungslänge ist ein Einsatz von G.fast nicht mehr sinnvoll.

„Aus diesem Grunde kann G.fast per FTTdp technologiebedingt nur wenig zum flächendeckenden Ausbau mit schnellen Breitbandanschlüssen im ländlichen Raum beitragen“, erläutert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. „Gerade hier haben wir es in der Regel mit sehr hohen Leitungslängen zu tun, so dass es wirtschaftlich und auch für den Kunden deutlich sinnvoller erscheint, die Glasfaser als zukunftssichere Technologie nicht nur auf die Straße bis vor das Gebäude, sondern direkt bis in die Häuser (FTTB/FTTH) zu legen.“ Gegen den Einsatz von G.fast zur Erhöhung der Bandbreiten über die vorhandene Kupfer-Hausverkabelung spricht für den BREKO zumindest technologisch nichts. „Bis die Glasfaser direkt in jede Wohnung gelegt werden kann, stellt G.fast einen sinnvollen Weg dar, um Menschen und Unternehmen sehr hohe Bandbreiten zu wirtschaftlichen Konditionen zur Verfügung stellen zu können“, unterstreicht Albers.

Dieser Ansatz bekräftigt den BREKO darin, auch weiterhin auf eine Multi-Access-Strategie zu setzen: Dabei werden die Glasfasernetze schrittweise mit immer höheren Bandbreiten und auf Basis wirtschaftlich tragfähiger Geschäftsmodelle immer näher zum Kunden gebaut.

Der Verband warnt nach den gemachten Erfahrungen bei VDSL2-Vectoring unterdessen davor, einzelnen Unternehmen exklusive Nutzungsrechte – etwa der Hausinfrastruktur – zur Verwendung des kommenden Standards einzuräumen. Technologiebedingt kann G.fast durch die Koppelung mit Vectoring immer nur von einem Unternehmen zwischen Einspeisepunkt und Endkunde eingesetzt werden. BREKO-Vizepräsident und Versatel-Chef Johannes Pruchnow: „Es muss von vorne herein sichergestellt werden, dass G.fast von allen Netzbetreibern zu fairen und chancengleichen Bedingungen eingesetzt werden kann. Quasi-Monopole darf es im Jahr 15 der TK-Liberalisierung nicht mehr geben.“

Um einen wettbewerbsverträglichen Einsatz von G.fast zu gewährleisten, muss die Einführung der neuen Technik von Beginn an regulatorisch eng begleitet werden. Vor allem muss sichergestellt werden, dass bestehende Investitionen am HVt (der Vermittlungsstelle) beziehungsweise am Kabelverzweiger (KVz – der „graue Kasten“ an der Straße) durch die neue Technologie nicht beeinträchtigt werden – zum Beispiel durch eventuelle Störeinflüsse auf bestehende ADSL-Leitungen, die derzeit neben VDSL mit und ohne Vectoring unproblematisch weiterbetrieben werden können.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon bru62 » 14.12.2014 16:22

Dem Vorschuss-Jubel über G.fast haben Experten nun einen herben Dämpfer verpasst: "Der mögliche VDSL2-Nachfolgestandard G.fast lässt sich wohl im deutschen Festnetz kaum sinnvoll nutzen. 'G.fast könnte sich auch als Luftnummer erweisen'" So heißt es in einem Bericht bei golem.de vom 27.11.2014. Da G.fast im Frequenzbereich von 2,2 bis 106/212 MHz arbeitet, seien "Störungen im Frequenzbereiches von Powerline-Internet, den Funkdiensten von BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), UKW und Kurzwelle" sowie Beeinflussungen beim VDSL2+ (17/30 MHz) möglich. Warum man dann beim BREKO gerade trotzdem so darauf abfährt, erschließt sich nicht so recht.

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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon spokesman » 21.12.2014 22:50

bru62 hat geschrieben:erschließt sich nicht so recht.

man muss jetzt einfach mal sehen, dass man mit einer positiven Stimmung einfach besser durchs Leben kommt. Daher ist alles was die Unternehmen der Verbände machen grundsätzlich mal gut. Bei VDSL und besonders Vectoring wird der Nutzen für Leute auf dem Land auch nicht in jedem Fall zum Erfolg führen und doch werden diese Lösungen so beworben. Wesentlich schwerwiegender ist dieser Umstand bei LTE oder bei SAT zu finden. Besonders letzterem hat sich die Bundesregierung schon sehr oft selbst bedient, nach den Wahlergebnissen hat dies auch vollumfänglich funktioniert.

Statt eine Technik zu verfolgen, welche auch über sehr große Distanzen hohe Bandbreiten liefert scheint die Forschung auf der Kupferbasis dahin zu gehen, dass man auf immer kürzere Distanzen immer höher Bandbreiten liefert - diese dann am Ende ab doch nicht mit der hohen Bandbreite auf langen Distanzen bei der Glasfaser konkurrieren kann. Fördert man diese Sackgasse sehenden Auges sollte sich der Bundesrechnungshof mal einschalten.. obwohl diese Intervention auch unnütz ist, denn wer hört schon auf den Bundesrechungshof aka zahnloser Tiger.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon bru62 » 10.01.2015 16:37

"Der Chip-Hersteller Lantiq (ehemals Infineon) gibt Probleme bei dem Einsatz von G.fast in Deutschland zu. Schuld sei die Festnetz-Topologie der Telekom. Sinnvoll sei der Einsatz aber trotzdem, sagt ein Product Manager." So steht es in einem am 07.01.2015 veröffentlichten Beitrag bei golem.de. "Klar ist, dass Deutschland nicht der erste Zielmarkt für G.fast sein wird.", wird Hans-Peter Trost zitiert.

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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon bru62 » 02.03.2015 20:35

Die Telekom ist offenbar gewillt, auch noch das letzte Quäntchen aus dem alten Kupfernetz herauszuholen. Nach ihrem Vectoring-Start träumt man bereits von "Super-Vectoring" mit Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s. Dies soll schon um 2018 herum verfügbar sein. Das geht aus einem Bericht bei golem.de vom 02.03.2015 über einen Vortrag auf dem Kapitalmarkttag 2015 hervor. FTTH wurde zwar dort auch erwähnt, aber ohne eine Jahreszahl zu nennen.

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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon ultimo » 20.03.2015 18:44

Na dann bin ich aber mal gespannt...
Ihr seit doch alle nur neidisch, dass nur ich die Stimmen höre.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon Nenunikat » 22.03.2015 17:42

bru62 hat geschrieben:Die Telekom ist offenbar gewillt, auch noch das letzte Quäntchen aus dem alten Kupfernetz herauszuholen. Nach ihrem Vectoring-Start träumt man bereits von "Super-Vectoring" mit Bandbreiten von bis zu 500 Mbit/s.
...

Ich erlebe gerade bei mir zu Hause (also in der Gemeinde), dass die Telekom einen Eigenausbau durchführt, weil die hier vorhandene HYTAS-Technik nach dem Eigenausbau in "Rente" geschickt werden soll. Soweit sind das erst mal gute Nachrichten.
Allerdings erlebe ich hier auch, dass mehrere HYTAS-Standorte zu eine MSAN-Standort zusammengefasst werden sollen.
Es werden dafür Kupfer-DA neu verlegt.
Der Grund hiefür ist klar: Es ist kostengünstiger als der Betrieb der einzelnen Standorte nebeneinander.
Der Nachteil ist aber ebenso klar: Die dadurch erzielbaren Maximalbandbreiten werden entsprechend gleich wieder von vornherein beschränkt und Glasfaser dafür deaktiviert.
Was sagt uns das Ganze:
Wenn solche Techniken wie G.Fast mal zum Einsatz kommen sollen, dann wohl nur in lukrativen Ballungsgebieten u. ggf. noch bei Vorhandensein von Kabel-Konkurrenz.
Sollte auch außerhalb der genannten Gebiete in überschaubarer Zeit mehr Bandbeite vorgesehen sein, dann wäre das Zusammenfassen von Standorten (und damit geringere Maximalbandbreite wegen der höheren Dämpfung der längeren Cu-DA-Strecken) die aktuell falsche Vorgehensweise.
bru62 hat geschrieben:...
FTTH wurde zwar dort auch erwähnt, aber ohne eine Jahreszahl zu nennen.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon KorbanDallas » 23.03.2015 09:42

Ein HYTAS Überbau mit MSAN ist nicht so einfach wie es scheint. Wenn ein solcher Ausbau geplant wird, dann wird auch geschaut, ob man Standorte zusammenfassen kann. Die Bandbreiten werden also ermittelt für jeden Anschluss und wenn sich hier ein Standort einsparen lässt, dann ist das doch gut.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon Nenunikat » 23.03.2015 10:32

KorbanDallas hat geschrieben:Ein HYTAS Überbau mit MSAN ist nicht so einfach wie es scheint. Wenn ein solcher Ausbau geplant wird, dann wird auch geschaut, ob man Standorte zusammenfassen kann. Die Bandbreiten werden also ermittelt für jeden Anschluss und wenn sich hier ein Standort einsparen lässt, dann ist das doch gut.

HYTAS-/OPAL-FTTC-Standorte werden - wenn sie nicht zusammengefasst werden (oder ggf. außergewöhnlich lange TAL daran angeschlossen sind) - wohl einfach durch einen MSAN-Standort ersetzt.
Wenn ein Teil der Kunden nun gleich wieder nur eine eingeschränkte Versorgung bekommt, weil die Dämpfung wegen Leitungslängen usw. jeweils zu hoch ist, dann wird das offensichtlich hingenommen.
Der Grund ist ja auch klar: so ist es kostengünstiger.
Das dies für die Telekom sehr wichtig ist, dürfte klar sein.

Es werden allerdings bei solchen Zusammenfassungen Bandbreitensteigerungen für später erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Dies war der Punkt, um den es mir ging.
Und es führt für manche Kunden gleich wieder zu Einschränkungen gegenüber der Mehrheit.

FTTD zu MSAN umbauen - dies dürfte komplizierter sein. Weil die alte Leitungsführung vom KVZ92 (usw.) zu den Kunden nicht zu FTTC-Standorten mit MSAN-Technik passt.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon KorbanDallas » 24.03.2015 07:40

Ja und wieso sollte die Telekom nicht kostengünstig ausbauen. Wer sagt denn von vornherein das es Bandbreiteneinbußen gibt? Wenn die Standorte zunächst auf FTTC ausgebaut werden und dann vielleicht noch Vectoring aktiviert wird, sind mit Sicherheit die meisten der Anschlüsse mit VDSL buchbar. Vielleicht wenige die hier rausfallen.

Sollte später aufgrund von Beschaltung oder ähnlicher technischer Neuerung eine neue Planung erfolgen, dann gibts auch andere Bandbreiten. Wer sagt denn das die Standorte allzeit Bestand haben? Die HYTAS Gebiete sind auch auch gerade mal ein paar Jahre alt und haben damals DSL ermöglicht, wo bisher kein DSL ging. Jetzt baut man nach aktuellem Stand aus und nicht nach dem was eventuell in 5 oder 10 Jahren aktuell ist. Dies kann sich kein Unternehmen leisten.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon Nenunikat » 24.03.2015 17:13

KorbanDallas hat geschrieben:Ja und wieso sollte die Telekom nicht kostengünstig ausbauen.
...

Dagegen habe ich (und andere) nichts - und darum ging es auch nicht.
Das es möglichst kostengünstig sein soll, ist nachvollziehbar.
Die Fragen sind hier nur:
- Was bleibt auf der "Strecke", wenn man die Kostenoptimierung ggf. zu weit treibt - und was verbaut man sich ggf. für die Zukunft damit.
- Zeigt man mit der Vorgehensweise des Ausbaus nicht auch, wie viel Wert man auf möglichst viel verfübare Bandbreite legt - oder eben nicht.
(Wenn man in Ballungsgebieten usw. in ein paar Jahren schon mit neuer Technik noch mehr Bandbreite bieten will und in den anderen Gebieten noch nicht mal für die aktuellen Bandbreiten ausbaut.)
KorbanDallas hat geschrieben:...
Wer sagt denn von vornherein das es Bandbreiteneinbußen gibt?
Wenn die Standorte zunächst auf FTTC ausgebaut werden und dann vielleicht noch Vectoring aktiviert wird, sind mit Sicherheit die meisten der Anschlüsse mit VDSL buchbar.
Vielleicht wenige die hier rausfallen.
...

Wer eine zu lange Cu-DA bis zum MSAN hat, hat als Folge weniger verfügbare Bandbreite.
Wenn die zu lange Cu-DA daraus resultiert, dass OPAL-/HYTAS-Standorte zusammengefasst worden sind, dann hat die Kostenoptimierung zu weniger verfügbarer Bandbreite gegenüber den Anderen für die Betroffenen geführt.
Diesen Fall sehe ich beispielsweise auch bei uns (auch wenn ich selbst nicht betroffen bin), da ein paar Hundert Meter mehr Cu-DA schon zu weniger verfügbarer Bandbreite führen können.
Dass ein gewisser Anteil selbst bei einem Neuausbau mit reduzierter verfügbarer Bandbreite leben muss, wird also hingenommen, damit der Ausbau weniger kostet.
Dies zeigt dann aber auch, wo die Telekom mit entsprechenden Ausbauten und ggf. später mit G.Fast bestrebt ist, möglichst hohe Bandbreiten anzubieten und wo eher nicht.

Dass mehr Glasfaser und weniger Kupfer die Zukunft ist, dürfte klar sein.
Solche Technologien wie G.Fast setzen genau darauf.
Zusammengefasste Standorte entfernen sich von diesem Ziel.
KorbanDallas hat geschrieben:...
Sollte später aufgrund von Beschaltung oder ähnlicher technischer Neuerung eine neue Planung erfolgen, dann gibts auch andere Bandbreiten.
Wer sagt denn das die Standorte allzeit Bestand haben?
...

In den dörflichen OPAL-/HYTAS-Gebieten erfolgt der Aufbau der MSAN-Technik doch nur, damit die OPAL-/HYTAS-Technik außer Betrieb genommen werden kann.
Ohne diesen Grund würde sich in vielen OPAL-/HYTAS-Gebieten (ohne Förderung) auch noch viele, viele Jahre lang nichts ändern.
Deshalb ist auch davon auzugehen, dass ohne einen vergleichbaren Grund auch in Zukunft sich wieder viele Jahre nichts ändern wird.
Das bedeutet: Selbst wenn in Ballungsgebieten usw. die Entwicklung mehrere Schritte weiter gegangen ist, bleibt in den ehemaligen OPAL-/HYTAS-Gebieten (fast) alles bei dem Stand zum MSAN-Ausbau.
Bei dem aktuellen Ausbau ungenutzte Möglichkeiten bremsien die Betroffenen entsprechend wieder sehr viele Jahre aus.
Eine Diskussion über G.Fast usw. ist da für von weniger verfügbarer Bandbreite Betroffene noch mehr wie das Reden von einer anderen Welt.
KorbanDallas hat geschrieben:...
Die HYTAS Gebiete sind auch auch gerade mal ein paar Jahre alt und haben damals DSL ermöglicht, wo bisher kein DSL ging.
Jetzt baut man nach aktuellem Stand aus und nicht nach dem was eventuell in 5 oder 10 Jahren aktuell ist. Dies kann sich kein Unternehmen leisten.

HYTAS ist bekanntermaßen schon ein paar Jährchen älter (ca. 1995) und hat eben gerade DSL verhindert.
Es kann natürlich sein, dass manche Technik anderswo älter ist.
Bei dem stellenweisen Überbau mit EDA-Technik (bei uns 2007) hat man auch nur eine Sparvariante gewählt und überbaubare Standorte gleich ganz ausgelassen, während anderswo gleichzeitig wirklich aktuelle Technik (VDSL) aufgebaut wurde.

Der Grund hierfür ist klar:
In den Ballungsgebieten möglichst Spitzenleistungen bieten, damit die Konkurrenz auf Abstand gehalten wird, jedoch in den dörflichen Gebieten nur so viel, wie es als gerade notwendig erachtet wird.
Damals genauso wie heute wieder.

Fazit und zentrales Thema hier:
Die Kosten sind bei den Ausbauten außerhalb der Ballungsgebiete das zentrale Thema schlechthin und solche Entwicklungen wie G.Fast somit (fast) nur ein Thema für Ballungsgebiete.

Nebenbei:
Aktueller Stand wäre: vorhandene Glasfaser für mehr verfügbare Bandbreite zu nutzen.
FTTB/FTTH und möglichst nahe Standorte sind keine Technik von morgen.
Weniger verfügbare Bandbreite wegen verlängerter Cu-DA (und auch Rückbau von FTTB zu FTTC) ist dagegen ein Schritt in Richtung "Gestern".

Damit wir uns nicht falsch verstehen:
Ich bin über den Ausbau froh (nach mehr als zehn Jahren endlich mal eine vollwertige Breitbandanbindung).
Ich finde es nur schade, dass schon vorhandene Möglichkeiten (vorhandene Glasfaser) nicht genutzt werden, nur damit der Ausbau kostengünstiger wird.
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Re: Telekom: Mit G.Fast noch mehr aus der Cu-Leitung raushol

Beitragvon bru62 » 05.07.2015 10:58

Die Telekom wirbt einmal mehr für ihre Vectoring-Strategie. Wie golem.de am 01.07.2015 berichtet, will der Konzern mit der Technologie 400 Mbit/s anbieten. Dies soll in einem Umkreis von 300 m um den Verteiler möglich sein. Bis 800 m sollen noch 100 Mbit/s erreichbar sein, wie aus Laborversuchen (!) hervor geht. Angepriesen wird dies als Beitrag zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung. Wie das passen soll, weiß van Damme wohl selbst nicht. Wo im ländlichen Raum ist so eine Dichte an Outdoor-DSLAM? In der Regel wird doch gerade mal einer ins Dorf gesetzt, wenn überhaupt. Es fragt sich, wie lange das eigentlich schon tote Pferd Kupfer-TAL noch weiter geritten werden soll.

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