BI in Reuth

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Beitragvon umtist » 23.03.2011 19:12

Aus der FP war in dieser Woche zu erfahren, daß sich In Reuth eine BI gegründet hat, und bereits 250 Unterstützungsunterschriften vorweisen kann.
Sie hat zum Ziel, die strahlenden Masten zu verhindern und stattdessen eine Festnetzlösung einzufordern. Und dort steht - im Gegensatz zum angrenzenden Weischlitz - auch der Gemeinderat hinter seinen Bürgern. Die Reuther haben die Zeichen der Zeit erkannt! Glückwunsch.

Der Landrat hat auch schon den kommunalen Entscheidungsträgern gedroht, es scheint sich dort also was zu bewegen.

Am 19.April ist in der Reuther Turnhalle eine öffentliche Gemeindevertretersitzung angesetzt, zu der Experten der Telekom eingeladen sind, um ihr Projekt zu erläutern. (sicher beantworten sie auch, warum diese Firma zur Zeit die Bürger im Vogtland mit Anrufen nervt, in denen sie eine vermeintliche Funkflatrate verkaufen)

Auf jeden Fall werde ich mir das auch mal ansehen, der gesundheitliche Aspekt ist ja sicherlich 50km von Naila entfernt http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/redir.htm?http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/2004/naila.htm auch recht interessant.
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Re: BI in Reuth

Beitragvon spokesman » 23.03.2011 19:22

Hier noch der Link zur Meldung der Freien Presse ;)

Heute hat die Freie Presse von einem Einschalten des Landrates in dieser Sache berichtet, Landrat Tassilo Lenk (CDU) hat bereits einen offenen Brief an die vor Ort befindlichen Bürgermeister geschrieben, diese sollen mit den Bürger ins Gespräch kommen und das Projekt nicht zum stoppen kommen lassen.

Wenn "ins Gespräch kommen" heißt so weiter machen wie bisher ist das wohl nicht von ordentlichen Verhalen geprägt.

Ich glaube fast die Initiative ist auch im Energiebereich (Grüne-Energie) sehr aktiv, kann das jemand bestätigen?
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Re: BI in Reuth

Beitragvon spokesman » 13.04.2011 20:47

Die BI war bisher für eine Kabelgebundene Lösung in Reuth, so auch Rolf Bauer, Vorsitzender des Imkervereins Plauen einer Funkvariante stehen diese Partein sehr skeptisch gegenüber. So fragte Bauer bereits vor ca. 2 Jahren bei Landrat Tassilo Lenk (CDU) an, in welcher Form Mobilfunk zum Einsatz kommen soll, er empfahl dem Landrat zudem die Sichtung von verschiedenen Studien, besonders in Bezug auf das derzeitige Bienensterben. Vor 2 Jahren gab der Landrat noch zu verstehen, dass Mobilfunk wohl kaum bei der Versorgung der ländlichen Räume zum Einsatz kommen wird.

Nun, 2 Jahre später hat Tassilo Lenk (CDU) mit der Telekom eine Kooperartion geschlossen, diese sieht besonders in unwirschaftlichen Regionen des Landkreises eine Mobilfunkversorgung vor. Auch in Reuth soll Mobilfunk zum Einsatz kommen, die Bürgerinitiative Reuth läuft jetzt Sturm gegen die Funkvariante und Elektrosmog.

Die Auswirkungen auf Bienen in Bezug auf elektromagnetische Felder sind ebenfalls bei Züchtern umstritten. Marco Prause aus dem Pöhler Ortsteil Ruppertsgrün hat mit seinen Bienenvölkern die Erfahrung gemacht, dass die Bienen sich neben einer Mobilfunkzelle nicht so stark verändern wie es unter einer Strakstromleitung der Fall ist. In seinem Fall finden die Bienen zwar stehts zurück, jedoch werden sie nach agressiver und stechfreudiger, wie die Freie Presse berichtet.
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Das Letzte - oder typisch Telekom

Beitragvon umtist » 27.04.2011 15:19

Ohne Wegerecht versucht die Telekom nun Tatsachen zu schaffen. Für den 17.Mai ist ja nun der Termin Reuther Bürger mit der Telekom angesetzt. Nun versucht die Firma schnell Tatsachen zu schaffen. Offensichtlich wissen die, dass die Argumente NICHT für sie sprechen.
http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/PLAUEN/Antennenmontage-loest-in-Miszlareuth-Protest-aus-artikel7644836.php
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Re: BI in Reuth

Beitragvon spokesman » 01.05.2011 08:05

einfach unglaublich, für die Telekom aber voll normal - leider konnte ich nur lesen, dass auf ein Windrad eine Antenne montiert wurde - ohne Dienstbarkeit irgendwo zu graben kann richtig in die Hose gehen, mal sehn was hier noch passiert..
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Re: BI in Reuth

Beitragvon umtist » 01.05.2011 09:59

Ich habe in der Presse gelesen, dass - falls der Gemeinderat nicht zu einer Entscheidung kommt - die Bürger von Reuth zu der Thematik befragt werden sollen. Sie sollen entscheiden, ob man auf einer Kabellösung bestehen soll.
Die "Liberalisierung" des Telekommarktes bringt auf dem Land wirklich fast nur Nachteile. Die Telekom hat eben ein Monopol, bedingt durch die Kabel. Und alternative Anbieter sind (noch) nicht soweit. Wenn jetzt z.B. KabelDeutschland hier im Vogtland Kabel ziehen würde, wäre es um die Telekom hier geschehen. Aber ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass auch andere Anbieter kommen werden. Woanders gibts das ja schon, auch auf dem Land.
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Re: BI in Reuth

Beitragvon bru62 » 01.05.2011 17:08

umtist hat geschrieben: Aber ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass auch andere Anbieter kommen werden.

Was volkswirtschaftlich aber sinnlos wäre. Entweder, weil das Netz schon da ist (Telekom) oder weil dann ein neues Monopol entstehen würde. Dieses müsste wieder reguliert werden usw. Es gibt einfach Dinge in der Wirtschaft, die entziehen sich aufgrund ihrer Eigenschaft dem Wettbewerb. Dazu zählen neben dem Straßen- und Schienennetz auch Stromtrassen und Fernwasserleitungen, Talsperren usw. Also alles Dinge, deren Mehrfachinstallation unsinnig wäre. Man nennt das "technisches Monopol". Früher hat man solche Sachen staatlich betrieben. Aber in Zeiten, wo alles zu Geld gemacht werden muss, wurde die Parole "Privat vor Staat" ausgegeben. Die Resultate kann man besonders schön im Telekommunikationssektor bestaunen.
umtist hat geschrieben:Wenn jetzt z.B. KabelDeutschland hier im Vogtland Kabel ziehen würde

Das hat KD genauso wie Unity Media oder Kabel BW bisher nur in ganz bescheidenem Maße gemacht. Im Grunde nutzt man heute noch die von der Telekom übernommenen Koax-Netze, die durch Austausch von Hard- und Software sowie Nachnutzung frei werdender Frequenzen rückkanalfähig gemacht wurden. Wer da angeschlossen ist, hat Glück, wer nicht eben Pech.

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Re: BI in Reuth

Beitragvon Franz » 18.05.2011 11:47

Gestern war nun der hier genannte Termin der BI in Reuth. Als Nicht-Reuter war ich als Gast ohne Fragerecht dabei. Ob es sinnvoll war, Gästen kein Fragerecht einzuräumen bleibt dahingestellt, der Meinungsfindung der dortigen Bürger war es sicher nicht zuträglich, viele Informationen blieben ungenannt. So habe ich mich nach dem Termin mit einem Einwohner unterhalten, dem völlig neu war, daß nach dem knappen Limit von 3-5GB kein brauchbares Internet mehr möglich ist. Die Limitierung blieb weitgehend ungenannt.

Ich sehe es ohnehin so, daß erst nach Einführung des umts bei allen Nutzern das böse Erwachen kommt, und die Lösung als das entlarvt wird was es ist: Betrug.

Was die Bürgerinitiative betraf, so hat sie eine Alternative dargelegt (via Sat) und auf gesundheitliche Gefahren insbesondere des LTE hingewiesen. Inwieweit diese Informationen für die anwesenden potentiellen Nutzer nachvollziehbar waren, bleibt dahingestellt. Die zahlreichen Telekomvertretern sowie dem Vertreter de Chemnitzer Planungsbüros merkte man eben schon die Professionalität im Umgang mit kritischen Fragen an. Fest steht, daß es speziell dann bei LTE erhebliche Gesundheitsgefahren gibt.

Zwei Dinge waren interessant:
Mehrfach wurde darauf hingewiesen, daß es nicht das Ziel des steuerfinanzierten sei, "daß die Bürger Fernsehen über Internet haben", sondern es soll
1. der Kontakt der Bürger zu Ämtern und Behörden und
2. die Möglichkeit für Gewerbetreibende geschaffen werden, sich an Ausschreibungen im Internet zu beteiligen.
Dies ist so wahr wie erschreckend. Für mich ist dieser Umgang mit Steuergeldern skanalös.

Weiterhin wurde eine Zahl von 2000€ je Anschluß genannt, die ein Festnetzanschluß nach Überbauung des HYTAS gegenüber umts für die Telekom mehr kosten würde. Dies ist soweit interessant, daß die Verbraucher via LTE mit max. 30GB im Monat 50€ mehr als für Festnetz zahlen (70€ für LTE/ 20@ festnetzflat 20€ ) Ohne Förderung hätte sich das für die Verbraucher schon nach 3 Jahren gerechnet!!!

Auf die Frage nach technischen Möglichkeiten heute gegenüber dem Ausschreibungstermin gab die Telekom zu, daß es wohl heute finanziell eher möglich sei, Glasfaser wirtschaftlich zu verlegen, der Vertrag mit dem Landkreis sei aber Vertrag, und dies wird erfüllt - nicht mehr. (Der Quasi-Monopolist hat die Macht)
Kürzlich war in der Freien Presse zu lesen, daß die Telekom nur noch 3GB als Limit anbietet. Inwieweit dies dann dem Vertrag entspricht (5GB waren in der Ausschreibung), oder auch die geforderte Anbieteroffenheit (ebenfalls in der Ausschreibung) - dies bleibt das Geheimnis der Firma. Den Kreis scheint es nicht zu interessieren.

Es klang auch an, daß ein Ausscheren des Ortes Reuth aus dem Gesamtprojekt nicht zwingend die Nichtversorgung des Ortes bedeutet. Man müsse dann möglicherweise über andere Lösungen sprechen.

Als Ergebnis für mich: Was da im Vogtland abgeht ist ein Skandal zum wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden der Vogtländer.
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Re: BI in Reuth

Beitragvon Haupti76 » 18.05.2011 17:25

hallo franz und herzlich willkommen bei geteilt.de

danke übrigens für deine schilderungen! ist schon ne harte nummer was da abgeht. wir haben schon früher die 5 gb volumengrenze kritisiert.
aber das jetzt nach 3 gb eingeschränkt wird verschäft das ganze noch. schlimm genug das steuergelder fließen müssen für eine daseinsvorsorge.
aber dann auch noch auch diese weise ...
ich bin gespannt wie sich das in mittelsachsen abspielen wird. die vorbereitungen für die ausschreibung läuft ja bereits.

aber wo du dich jetzt durchgerungen hast hier was zu schreiben, vielleicht unterstützt du uns mit deiner mitgliedschaft in unserem verein? ;)
wäre auf jeden fall sinnvoll für den kampf für den universaldienst. den braucht jeder.
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Re: BI in Reuth

Beitragvon bru62 » 18.05.2011 17:25

Hallo und auch von mir herzlich willkommen bei geteilt.de.

Wir beobachten die Entwicklung im Vogtland sehr aufmerksam. Ich ganz besonders, weil es mein Nachbarkreis ist. Anfangs war die Euphorie schon recht groß. Das Engagement eures Landrates ist ja nicht gerade üblich. Aber alsbald haben wir erkannt, dass da auch sehr viel heiße Luft im Spiel ist. Besonders die Geschichte mit der Mobilfunkversorgung der Hytas-Gebiete ist in der Tat ein Skandal.

Ein paar Anmerkungen hätte ich noch:

Franz hat geschrieben:Ich sehe es ohnehin so, daß erst nach Einführung des umts bei allen Nutzern das böse Erwachen kommt, und die Lösung als das entlarvt wird was es ist: Betrug.
Betrug vielleicht nicht, aber eine deutliche Benachteiligung im Vergleich mit anderen Bürgern. Die digitale Spaltung bleibt, aber die Fördergelder sind weg. Mehr als ärgerlich.

Franz hat geschrieben:Was die Bürgerinitiative betraf, so hat sie eine Alternative dargelegt (via Sat) und auf gesundheitliche Gefahren insbesondere des LTE hingewiesen
Die scheinen da auch nicht sehr kompetent zu sein. Erstens ist SAT als Breitbandlösung ziemlich ungeeignet und zweitens geht LTE bei den Grenzwerten deutlich unter die von UMTS/HSPA. Ich möchte hier aber keinen Glaubenskrieg entfachen. Die einen halten Mobilfunk für schädlich, andere nicht.

Franz hat geschrieben:Kürzlich war in der Freien Presse zu lesen, daß die Telekom nur noch 3GB als Limit anbietet. Inwieweit dies dann dem Vertrag entspricht (5GB waren in der Ausschreibung)
Da wird offenbar das Telekom-Angebot für LTE mit dem für HSPA+ (das soll bei euch ausgebaut werden) verwechselt. In der Tat werden von den Förderrichtlinien explizit 5 GB verlangt. Deshalb fällt LTE der Telekom nicht in das Versorgungsraster (im Gegensatz zu Vodafone).

Franz hat geschrieben:Als Ergebnis für mich: Was da im Vogtland abgeht ist ein Skandal zum wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schaden der Vogtländer.
Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Wird sich die Presse dafür interessieren? Die Kreistags-Opposition? Ich denke schon. Ein paar Kontakte zur FP habe ich auch. Wollen wir was machen? Macht ihr mit (umtsist und du)?

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Re: BI in Reuth

Beitragvon Haupti76 » 18.05.2011 17:33

bru62 hat geschrieben:Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Wird sich die Presse dafür interessieren? Die Kreistags-Opposition? Ich denke schon. Ein paar Kontakte zur FP habe ich auch. Wollen wir was machen? Macht ihr mit (umtsist und du)?


auf das angebot würde ich jeden fall eingehen. sowas muß in die presse, denn das stärkt den druck ungemein.
wäre ja gut wenn über dieses beispiel überregional berichtet werden würde. also auch der lk mittelsachsen mitlesen könnte als abschreckende beispiel. :)
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Re: BI in Reuth

Beitragvon spokesman » 20.05.2011 17:52

@ Franz und umtist
ja mit bru62 könnt ihr keine bessere Schützenhilfe im Nachbarkreis haben, die Geschichte muss von aktiven und informierten Bürgern wie euch bearbeitet werden. Wenn die Hytas Gebiete nun noch mit LTE versorgt werden stehen sie für einen nachhaltigen Ausbau wohl nicht mehr an erster Stelle - dies Stellt nicht meine Meinung dar, könnte sich jedoch in diese Richtung entwickeln.

Ich bin gespannt wie sich die Sache entwickelt, an Unterstützung soll es nun nicht mehr mangeln..
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