6. Breitbandgipfel 06.06.2016

6. Breitbandgipfel 06.06.2016

Beitragvon rezzler » 06.06.2016 19:15

Ich war heute auf dem Breitbandgipfel in Erfurt und möchte euch mal mit ein paar Sätzen daraus verwöhnen:

Es gab ein WLAN für die Besucher, "Twittern sie in die Welt, was wir gutes verkünden".

Kollege Tiefensee meinte:
  • Mega-Thema
  • freiwillige, aber unverzichtbare Aufgabe
  • Bund sieht es aber nicht als Mega-Thema
  • Wir sind gut, aber nicht gut genug
  • Wie können wir die Akzeptanz der Digitalisierung z.B. beim Handwerker erhöhen?
  • Wie können wir erklären, das Daten in der Thüringen-Cloud sicherer sind als auf dem lokalen Server?
  • Zusammenschluss/Kooperationen notwendig, gerne auf Landkreis-Ebene
  • BKT wurde finanziell und personell aufgestockt
  • Wettbewerb im Ausbau starten
  • Wettbewerb scheint Erfolgsgarant für Ausbau zu sein
  • (Ausbau-)Gebiete in Lose aufteilen, ohne Rosinenpickerei (also Lose mit leichten als auch schwerem Teil)

Kollege Scholland stellte den aktuellen Status (April 2016) vor:
  • 78% der Haushalte können 30 MBit/s bekommen
  • 72% können 50 MBit/s bekommen
  • 51% der Ortslagen bekommen weniger als 30 MBit/s
  • 55% der Ortslagen bekommen weniger als 50 MBit/s
  • Verbesserung im Vergleich zum letzten Jahr größtenteils auf Vectoring zurückzuführen
  • kein großer Fortschritt, da sich auch Förderbedingungen im Zeitraum geändert haben
  • Versorgung von Unternehmen mit Breitband in ähnlichem Bereich wie bei Haushalten

Breitbandbüro des Bundes stellte den Entwurf des DigiNetzGesetzes vor, was sich grad in der Mache befindet (Inkraftreten fürs letzte Quartal 2016 geplant):
  • sehen 1 MBit/s als flächendeckend verfügbar an
  • Neubaugebiete müssen mit Glasfaser versorgt werden
  • Bei Neubaustraßen bzw. Baumaßnahmen dazu gibt es eine Pflicht zur "bedarfsorientierter Verlegung von Leerrohren"
  • Die Gesetzgebungskompetenz dazu bezieht man aus 3 GG-Artikeln, unter anderem Art. 87f
  • Wenn bei Baumaßnahmen kein privater Anbieter bedarfsgerecht verlegt müssen es die Kommunen machen

Kommentar seitens BKT/A. Kaßbohm dazu:
  • Kommunen müssen schlimmstenfalls selbst den Bedarf ermitteln und planen
  • Für Planung gibts 100%-Förderung seitens des Bundes

Der Breitbandpate von Schmalkalden-Meiningen fragte nach, wie das mit der vom BMWi/Dobrindt gedachten Gigabit-Gesellschaft bis 2025 zusammenpasst, was in der Antwort (weiß leider nicht mehr, wers war) ziemlich direkt als Wahlkampfgedöhns abgetan wurde

Kurze Diskussion zwecks Vectoring zwischen Chef Thüringer Netkom / Tiefensee:
- Nahbereichsentscheidung gefährdet Eigenausbau der Netkom, würgt Ausbau ab
- Tiefensee: Vectoring gefährdet nichts, Telekom sieht sich im Wettbewerb auf Deutschlandebene, nicht mit Stadtwerken und Regionalanbietern

Der Kyfhäuser LK baut ca. 13.000 noch unterversorgte Haushalte nun selbst aus, zum Ablauf der Bürokratie gabs nen Bericht seitens der Landrätin, Ausschreibung steht noch bevor, Wirtschaftlichkeitslücke von ca. 11,4 Mio., 3 Mio davon werden vom Land gefördert (inkl. 100%-Förderung für Gemeinden in Haushaltssanierung), 8 Mio. vom Bund.

Ein Anbieter/Aussteller für Richtfunkstrecken meinte, das es für schnelleres Internet (also über 100 Mbit/s) noch keine Killer-Applikation jenseits von TV gibt und TV geht über Sat eh am besten.

Im Schlusswort meinte der Themenleiter vom Thüringer Wirtschaftsministerium das 2 MBit/s ja eh übrall in Thüringen verfügbar sind...
Reinhard Schneider
Vorstandsmitglied & Kassierer im Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- e.V.

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