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VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 02.04.2010 22:32
von HeinzHaraldF
Hi

Hab jetzt endlich Zeit gefunden mal die Anfrage zu schreiben. Der Pressesprecher ist leider im Urlaub, so dass ich den Brief an seine Vertretung geschickt habe.

Initiative -geteilt.de- Hessisch Oldendorf, 02.04.2010
Herr **************
********************
31840 Hessisch Oldendorf



VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V.
Herr *******************
Hausvogteiplatz 3-4
10117 Berlin


Anfrage zum kommunalen Glasfasernetz



Sehr geehrter Herr ********************,

„geteilt.de“ setzt sich für einen bezahlbaren Breitbandinternetzugang für ganz Deutschland ein. Dabei agieren wir als rein private Initiative, ohne jegliches finanzielles Interesse, mit engem Kontakt zu regionalen Initiativen und beraten und informieren Betroffene, wie auch Entscheidungsträger. Wir vertreten genau wie Sie, in Ihrer Pressemitteilung vom 23.03.2010 verlauten lassen, die Auffassung, das kommunale Glasfasernetze ein probates Mittel im Kampf gegen die weißen Flecken im ländlichen Raum sind.

Da Ihr Vorhaben für uns von sehr großem Interesse ist, würden wir über einzelne Punkte gern mehr erfahren:
1.) Wie weit sind die Pläne für ein kommunales Glasfasernetz bei Ihren Verbandsunternehmen?
2.) Gibt es außer den Projekten in Neumünster, Hamm, Lünen und Konstanz schon andere Netze die im Aufbau oder in Betrieb sind?
3.) Erfolgt der Aufbau dieser Netze direkt als FTTH / FTTB – Lösung oder wird als Zwischenschritt eine Erschließung der Kabelverzweiger (FTTN) gemacht?
4.) Werden diese Netze im „Open Access“ betrieben?
5.) Welche Kosten entstehen dem privaten Kunden?

Es wäre gut alle Kräfte die für eine Grundversorgung eintreten zu vernetzen, daher würde sich unsere Initiative auch über eine mögliche Zusammenarbeit mit Ihnen freuen.

Diesen Brief, wie auch Ihre Antwort würde ich gerne in unserem Forum veröffentlichen, wenn Sie dies nicht wünschen, genügt ein Hinweis in Ihrem Antwortschreiben.





Mit freundlichen Grüßen
*************************



Mfg
HHF

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 03.04.2010 16:25
von bru62
Sehr schön, danke dir.

Gruß

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 06.04.2010 08:51
von HeinzHaraldF
Hi

Heute habe ich eine kurze Rückmeldung erhalten die besagt, dass die Anfrage an den zuständigen Grundsatzbereich weitergeleitet wurde.

Mfg
HHF

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 06.04.2010 19:09
von spokesman
einfach super Arbeit in den letzten Wochen, weiter so ;)

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 27.04.2010 08:24
von HeinzHaraldF
Hi

Heute kam die ausführliche Antwort, aber leider ohne eine Aussage zur Zusammenarbeit mit uns. Sollten wir vielleicht noch einmal nachfragen?

VKU hat geschrieben:
Sehr geehrter Herr ************,

als Anlage erhalten Sie die Erläuterungen der von Ihnen aufgeführten einzelnen Punkte zum Thema Breitband zu Ihrer Kenntnis und weiteren Verwendung.

Für Rückfragen steht Ihnen im VKU Dr. ****************** (Tel.: 030/****************, *******@vku.de) gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. *************************



Anlage:

Fragen geteilt.de zum kommunalen Glasfasernetz


1.) Wie weit sind die Pläne für ein kommunales Glasfasernetz bei Ihren
Verbandsunternehmen?

2.) Gibt es außer den Projekten in Neumünster, Hamm, Lünen und Konstanz schon andere Netze, die im Aufbau oder in Betrieb sind?

Der Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung hat Breitband als Teil der Daseinsvorsorge benannt. Daseinsvorsorge und damit der Auf- und Ausbau von Glasfasernetzen sind daher originäre Aufgabe der VKU-Mitgliedsunternehmen, die mit über 91 Mrd. Euro Umsatz und über 10 Mrd. Investitionen einen erheblichen Wirtschaftsfaktor in Deutschland darstellen und fast 230.000 Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bieten.
Mehr als 100 Mitgliedsunternehmen des VKU sind bereits im Breitbandausbau tätig, und die Zahl der aktiven kommunalen Unternehmen wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit weiter steigen. Das zeigt eine - nicht repräsentative - Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des VKU vom März 2010. Immer mehr Unternehmen verfolgen dabei gesamtstädtische Ausbaupläne.
Glasfaser wird zunehmend zur Technologie der Wahl: Knapp 40 der 154 befragten Mitgliedsunternehmen des VKU sind im Bereich FTTB und 22 im Bereich FTTH tätig. Beispiele hierfür sind kommunale Unternehmen aus Leipzig, Emmerich, Neuwied und München. Das zeigt, dass kommunale Unternehmen in großen und kleineren Kommunen in ganz Deutschland den Glasfaserausbau vorantreiben. Zudem steigt die Anzahl der kommunalen Unternehmen, die für den kompletten Netzbetrieb verantwortlich zeichnen. Dies belegt, dass kommunale Unternehmen ihre örtliche Verantwortung als lokaler Infrastrukturdienstleister für die Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen. Belohnt wird das lokale Engagement der Kommunalwirtschaft durch hohe Vertrauenswerte. Laut einer repräsentativen Umfrage von Emnid aus dem Sommer 2009 vertrauen mehr als 80 % der Befragten ihrem örtlichen Stadtwerk, ein Wert der weit über den Raten für andere Institutionen liegt.


3.) Erfolgt der Aufbau dieser Netze direkt als FTTH / FTTB – Lösung oder wird als Zwischenschritt eine Erschließung der Kabelverzweiger (FTTN) gemacht?

In der Regel erfolgt der Ausbau direkt als FTTH/FTTB-Lösung. Einzelne kommunale Unternehmen machen sicherlich den Zwischenschritt mit FTTN, genaue Daten liegen dem VKU hierzu allerdings nicht vor.


4.) Werden diese Netze im „Open Access“ betrieben?

Open Access ist kein klar definierter Begriff, so dass hierauf keine allgemeingütige Antwort gegeben werden kann. Der VKU geht aber davon aus, dass open access die erste Wahl für kommunale Unternehmen ist. Alle Projekte, über die uns genaue Informationen vorliegen, werden im open access betrieben.


5.) Welche Kosten entstehen dem privaten Kunden?

Die Kosten für Glasfaserprojekte hängen in starkem Maße von den örtlichen Gegebenheiten wie der Anschlussdichte ab, daher variieren die Ausbaukosten stark. Die 1379 kommunalwirtschaftlichen Unternehmen, die im VKU organisiert sind, können durch die Mitverlegung von Glasfaser bei Neubauten bzw. Revisionsarbeiten die Kosten für den Ausbau um bis zu 70 % senken. Gerade im ländlicheren Raum sind viele Projekte ohne diese Synergien mit anderen Infrastrukturen wirtschaftlich nicht darstellbar. Private Kunden profitieren davon in erheblichem Maße, da erst auf diese Weise schnelles Surfen im Internet möglich wird. Da Breitband zur Daseinsvorsorge gehört und kommunale Unternehmen mit deutlich geringeren Renditen auskommen können als börsennotierte Unternehmen, können die Kunden mit fairen Preisen für die Nutzung der Breitbandinfrastruktur rechnen.


Mfg
HHF

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 27.04.2010 22:02
von essig
VKU hat geschrieben:Daseinsvorsorge und damit der Auf- und Ausbau von Glasfasernetzen sind daher originäre Aufgabe der VKU-Mitgliedsunternehmen

das ist doch schon mal was. damit sich der ausbau nicht nur auf ein paar städte beschränkt, muss man den mitgliedsunternehmen nur noch klar machen, dass man mit glasfaser richtig geld verdienen kann. noch ist der kuchen nicht angeschnitten und die vku mitglieder hätten gute chancen sich ein ordentliches stück zu sichern. man muss die mitglieder eben nur über die mit glasfaser verbundenen chancen informieren.

und danke an HeinzHaraldF für die anfrage ;)

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 27.04.2010 22:19
von HeinzHaraldF
Hi

Naja, einige der Unternehmen sind ja schon in die richtige Richtung unterwegs, 62 von 154 Mitgliedern im VKU, sind im Bereich FTTB/H aktiv. Ist noch ausbaufähig, aber immerhin. Und andere Stadtwerke, wie z.B. die Hamelner, informierten sich gerade über das Thema kommunale Glasfasernetze in Neumünster und erwägen einen Einstieg in die Technik. Die haben die ganze Aktion nach einem Tip des BKZN gestartet. Bisher setzte Hameln-Pyrmont auf piper:air (Funk) oder piper:net (via Stromkabel), da beides nicht unbedingt etwas zukunftssicheres ist, sondern eher etwas zur Überbrückung, kam jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl.
Zu den Ergebnissen wollte ich auch in nächster Zeit eine Anfrage bei unseren Stadtwerken und beim BKZN starten.

Mfg
HHF

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 27.04.2010 23:07
von essig
HeinzHaraldF hat geschrieben:Naja, einige der Unternehmen sind ja schon in die richtige Richtung unterwegs, 62 von 154 Mitgliedern im VKU, sind im Bereich FTTB/H aktiv. Ist noch ausbaufähig, aber immerhin.

es sind ja nicht 154 mitglieder sondern insgesamt 1400 und da sind die 62 gerade mal 4%. auf die 154 kommt man nur weil mein einfach nicht alle sondern vermutlich nur die in den größeren städten befragt hat und das ist schade, da auch die kleinen auf das thema aufmerksam gemacht werden müssten. ich hoffe, dass sich die kommunalen unternehmen diese chance nicht entgehen lassen aber da sind wir ja dann da um darauf aufmerksam zu machen.

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 27.04.2010 23:20
von HeinzHaraldF
Da muss ich dir Recht geben, so ist das eben, wenn man sich auf die Zahlen anderer verlässt, ohne diese zu überprüfen. Wenn man so ein kleines Wort, wie "befragten" überliest, dann muss man sich nicht wundern, dass einem dieser Verband plötzlich doch sehr überschaulich vorkommt. :o

Hier sind die richtigen Zahlen.
VKU hat geschrieben:Von rund 1.400 VKUUnternehmen haben 295 den klassischen kommunalen Querverbund mit Strom-, Gas, Wärme- und Wasserversorgung; 609 Mitgliedsunternehmen sind in der Stromversorgung, 576 in der Gasversorgung und 700 in der Wasserversorgung tätig; die Mehrzahl hat mindestens zwei oder drei Betriebszweige.


Mfg
HHF

Re: VKU - Verband kommunaler Unternehmen e. V.

BeitragVerfasst: 03.05.2010 21:05
von spokesman
Die Quote ist sicherlich noch ausbaufähig, jedoch sollte man sich auch vor Augen führen welche Projekte durch den DStGB in die Wege geleitet wurden, ich glaube die Zahlen fallen wesentlich schlechter aus. Das mögliche Potenzial, welches durch den VKU angesprochen werden könnte ist meiner Ansicht nach enorm, man muss die kommunalen Unternehmen zum "FTTH-Denken" anregen, von allein kommen nur die Wenigsten drauf.

In den letzten Wochen habe ich die Erfahrung gemacht, dass kommunale Unternehmen (Stadtwerke) durchaus auf der Suche nach weiteren Geschäftsfeldern sind, besonders wenn sie zur Daseinsvorsorge unerlässlich sind.

Da das Know How im Bereich „Breitband-Carrier-Betrieb“ fehlt und die Geschäftsführer der Stadtwerke keinerlei Vergleiche und Kenngrößen einordnen können, werden hier oftmals einfache betriebswirtschaftliche Schablonen angewendet. Derartige Schablonen führen angesichts der hohen Anfangsinvestition zu einer vorsichtigen Haltung.

Die Bereitschaft der Kunden zu einem günstigen und wesentlich leistungsfähigeren Anbieter zu wechseln, wird von Geschäftsführern des Bereichs Gas und Strom völlig unterschätzt und zu sehr auf ihr eigenes Geschäftsfeld projiziert. Weiterhin unterschätzt man die verschiedensten Möglichkeiten ein kommunales Produkt in der eigenen Region zu bewerben.

Die Vertrauensbasis der Bürger/Verbraucher ist zu einem kommunalen Unternehmen als deutlich positiver einzustufen. Ein größerer Konzern hat nicht nur im Service das nachsehen, auch im Bereich des Firmenrufs sehe ich die großen Aktiengesellschaften weit abgeschlagen, besonders wenn diese bereits mit „Mitarbeiterbeschattung, Steuerhinterziehung, Stellenstreichung, Datenklau, uvm.“ Negativ-Schlagzeilen gemacht haben.