Die 10 größten politischen Fehler der Breitbandpolitik (DE)
Die 10 größten politischen Fehler der deutschen Breitbandpolitik seit 1980
Die Probleme beim Glasfaserausbau in Deutschland sind kein Zufall. Sie lassen sich im Kern auf drei grundlegende politische Fehlentscheidungen zurückführen.
Erstens wurde das bestehende Kupfernetz über Jahrzehnte immer weiter technisch aufgerüstet, anstatt frühzeitig auf eine vollständige Glasfaserinfrastruktur umzusteigen.
Zweitens wurde der Netzausbau nach der Privatisierung der staatlichen Telekommunikationsinfrastruktur weitgehend dem Markt überlassen, ohne eine langfristige staatliche Infrastrukturstrategie.
Drittens wurde der Übergang vom Kupfernetz zu Glasfaser nie politisch organisiert. Bis heute existiert weder eine klare Migrationsstrategie noch ein vergleichbarer gesetzlicher Anspruch auf einen Glasfaseranschluss.
Aus diesen drei strukturellen Entscheidungen ergeben sich viele der Probleme, die den Glasfaserausbau in Deutschland bis heute bremsen.
Fehler 1
Abbruch der Glasfaserstrategie der Bundespost (1981–1989)
In den 1980er-Jahren plante die Deutsche Bundespost den Aufbau einer breit angelegten Glasfaserinfrastruktur (z. B. BIGFON und OPAL). Mit der politischen Wende und der späteren Marktliberalisierung wurde diese Strategie weitgehend aufgegeben und stattdessen auf die Weiterentwicklung der bestehenden Kupferinfrastruktur gesetzt.
Fehler 2
Privatisierung der Telekommunikationsinfrastruktur ohne klare Infrastrukturstrategie (1994–1996)
Mit der Privatisierung der staatlichen Telekommunikationsnetze wurde der Netzausbau weitgehend Marktentscheidungen überlassen. Gleichzeitig blieb die Netzinfrastruktur in der Hand vertikal integrierter Telekommunikationsunternehmen, ohne eine klare strukturelle Trennung zwischen Netzbetrieb und Diensten.
Fehler 3
Drei Jahrzehnte Festhalten am Kupfernetz
Statt frühzeitig auf Glasfaser zu setzen, wurde das bestehende Telefonnetz über Jahrzehnte immer weiter technisch aufgerüstet.
Fehler 4
Politische Förderung von Vectoring (ab 2013)
Regulatorische Entscheidungen ermöglichten den großflächigen Ausbau von Vectoring und später Supervectoring und stärkten damit erneut kupferbasierte Technologien statt eines konsequenten Glasfaserausbaus.
Fehler 5
FTTC statt FTTH als dominanter Ausbaupfad
Glasfaser wurde überwiegend nur bis zum Straßenverteiler gebaut (FTTC), während die letzte Strecke weiterhin über Kupferleitungen realisiert wurde.
Fehler 6
Vertrauen auf den Markt statt Infrastrukturpolitik
Über viele Jahre wurde darauf vertraut, dass der Markt den Ausbau leistungsfähiger Netze eigenständig organisiert. Eine langfristige staatliche Infrastrukturstrategie für Glasfaser wurde dagegen nur begrenzt verfolgt.
Fehler 7
Fragmentierte Förderpolitik statt nationaler Ausbauplanung
Breitbandförderung wurde über zahlreiche kommunale Programme organisiert. Planung, Genehmigungen und Umsetzung wurden dadurch stark fragmentiert.
Fehler 8
Keine konsequente Leerrohrstrategie beim Straßenbau
Über Jahrzehnte wurden bei Straßenbauprojekten keine flächendeckenden Leerrohre für zukünftige Glasfasernetze vorgesehen.
Fehler 9
Fehlende Strategie zur Abschaltung des Kupfernetzes
Bis heute existiert kein klarer politischer Plan für die Migration vom Kupfernetz zu einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur.
Fehler 10
Kein Universaldienstanspruch auf Glasfaser
Während früher jeder Haushalt einen Anspruch auf einen leitungsgebundenen Telefonanschluss hatte, existiert bis heute kein vergleichbarer Universaldienstanspruch auf einen Glasfaseranschluss.
Die Probleme beim Glasfaserausbau in Deutschland sind kein Zufall. Sie lassen sich im Kern auf drei grundlegende politische Fehlentscheidungen zurückführen.
Erstens wurde das bestehende Kupfernetz über Jahrzehnte immer weiter technisch aufgerüstet, anstatt frühzeitig auf eine vollständige Glasfaserinfrastruktur umzusteigen.
Zweitens wurde der Netzausbau nach der Privatisierung der staatlichen Telekommunikationsinfrastruktur weitgehend dem Markt überlassen, ohne eine langfristige staatliche Infrastrukturstrategie.
Drittens wurde der Übergang vom Kupfernetz zu Glasfaser nie politisch organisiert. Bis heute existiert weder eine klare Migrationsstrategie noch ein vergleichbarer gesetzlicher Anspruch auf einen Glasfaseranschluss.
Aus diesen drei strukturellen Entscheidungen ergeben sich viele der Probleme, die den Glasfaserausbau in Deutschland bis heute bremsen.
Fehler 1
Abbruch der Glasfaserstrategie der Bundespost (1981–1989)
In den 1980er-Jahren plante die Deutsche Bundespost den Aufbau einer breit angelegten Glasfaserinfrastruktur (z. B. BIGFON und OPAL). Mit der politischen Wende und der späteren Marktliberalisierung wurde diese Strategie weitgehend aufgegeben und stattdessen auf die Weiterentwicklung der bestehenden Kupferinfrastruktur gesetzt.
Fehler 2
Privatisierung der Telekommunikationsinfrastruktur ohne klare Infrastrukturstrategie (1994–1996)
Mit der Privatisierung der staatlichen Telekommunikationsnetze wurde der Netzausbau weitgehend Marktentscheidungen überlassen. Gleichzeitig blieb die Netzinfrastruktur in der Hand vertikal integrierter Telekommunikationsunternehmen, ohne eine klare strukturelle Trennung zwischen Netzbetrieb und Diensten.
Fehler 3
Drei Jahrzehnte Festhalten am Kupfernetz
Statt frühzeitig auf Glasfaser zu setzen, wurde das bestehende Telefonnetz über Jahrzehnte immer weiter technisch aufgerüstet.
Fehler 4
Politische Förderung von Vectoring (ab 2013)
Regulatorische Entscheidungen ermöglichten den großflächigen Ausbau von Vectoring und später Supervectoring und stärkten damit erneut kupferbasierte Technologien statt eines konsequenten Glasfaserausbaus.
Fehler 5
FTTC statt FTTH als dominanter Ausbaupfad
Glasfaser wurde überwiegend nur bis zum Straßenverteiler gebaut (FTTC), während die letzte Strecke weiterhin über Kupferleitungen realisiert wurde.
Fehler 6
Vertrauen auf den Markt statt Infrastrukturpolitik
Über viele Jahre wurde darauf vertraut, dass der Markt den Ausbau leistungsfähiger Netze eigenständig organisiert. Eine langfristige staatliche Infrastrukturstrategie für Glasfaser wurde dagegen nur begrenzt verfolgt.
Fehler 7
Fragmentierte Förderpolitik statt nationaler Ausbauplanung
Breitbandförderung wurde über zahlreiche kommunale Programme organisiert. Planung, Genehmigungen und Umsetzung wurden dadurch stark fragmentiert.
Fehler 8
Keine konsequente Leerrohrstrategie beim Straßenbau
Über Jahrzehnte wurden bei Straßenbauprojekten keine flächendeckenden Leerrohre für zukünftige Glasfasernetze vorgesehen.
Fehler 9
Fehlende Strategie zur Abschaltung des Kupfernetzes
Bis heute existiert kein klarer politischer Plan für die Migration vom Kupfernetz zu einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur.
Fehler 10
Kein Universaldienstanspruch auf Glasfaser
Während früher jeder Haushalt einen Anspruch auf einen leitungsgebundenen Telefonanschluss hatte, existiert bis heute kein vergleichbarer Universaldienstanspruch auf einen Glasfaseranschluss.