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Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 20.09.2012 16:42
von bru62
Wenig überraschend hat sich die Bundesregierung in einer als Unterrichtung verbreiteten Stellungnahme zum Tätigkeitsbericht der BNetzA 2010/2011 selbst gelobt ("Der Breitbandausbau in Deutschland verläuft sehr positiv") und gegen eine Universaldienstregelung ausgesprochen (u. a.: "Die Bundesregierung hält – wie auch schon in der Stellungnahme zu dem Tätigkeitsbericht 2008/2009 ausgeführt – unabhängig hiervon einen Universaldienst im engeren Sinn derzeit nicht für zweckmäßig, da er bezüglich der aktuellen Problemlage nicht zu schnellen Lösungen führen kann, sondern bereits existierende Lösungsansätze ebenso wie positive Marktentwicklungen konterkarieren könnte."). Vielmehr verweist man die Bevölkerung auf Mobilfunklösungen ("Der Mobilfunk leistet einen erheblichen Beitrag zur Grundversorgung mit Breitband und wird auch für den Ausbau von Hochleistungsnetzen bedeutsam sein.").

Damit wird klar, wohin der Zug fährt: Schnelles und zukunftsfähiges Netz da, wo es sich für die Wirtschaft lohnt. Eingeschränktes Netz für den Rest. So sieht die Strategie der Bundesregierung aus.

Gruß

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 21.09.2012 03:29
von Haupti76
bru62 hat geschrieben:So sieht die Strategie der Bundesregierung aus.


... für die derzeitige Bundesregierung sollte es besser heißen. Denn für Schwarz/Gelb sieht es für 2013 schlecht aus. Ich hoffe dieser Trend hält an.

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 21.09.2012 08:21
von Dino75195
und du glaubst die andern machen es besser? :D

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 21.09.2012 11:27
von bru62
Einen erfreulichen Kontrapunkt setzt die SPD-Bundestagsfraktion. Aus einer Pressemitteilung vom 11.09.2012 geht hervor, dass sie ein Breitbandkonzept verabschiedet hat, in dem eine klare Forderung nach einem Universaldienst enthalten ist. "Wir wollen endlich eine flächendeckende Grundversorgung mit schnellen Internetverbindungen umsetzen und dies durch eine Universaldienstverpflichtung absichern. ", heißt es in der Mitteilung.
Deutlich wird die Absicht, sich gegen Schwarz/Gelb zu profilieren: "Mit diesem umfassenden Konzept setzen wir einen Kontrapunkt zur Bundesregierung, die zwar Breitbandziele formuliert, aber nicht einhält."

Wir werden die Genossen beim Wort nehmen.

Gruß

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 21.09.2012 14:48
von UltimateSpinDash
Dino75195 hat geschrieben:und du glaubst die andern machen es besser? :D


Hoffen kann man ja, aber ich bin mir sicher das zumindest die Piraten (falls sie 5% schaffen) sich dafür einsetzen werden.

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 21.09.2012 21:48
von governet
Also ich erinnere mich da noch an die Bundesratsgeschichte.

Wir stehen ja kurz vor der Wahl: Wer solche Lügen glaubt ist selber Schuld.

Wie war das noch:
Zitat:
"Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!!!" http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI

Bevor das falsch rüberkommt: CDU unf FDP ist für mich auch unwählbar.

Der Guido hatte schon recht, nur seine Interpretation war falsch, Spätrömische Dekadenz ist schon richtig, nur hat er da was in den Schichten verwechselt (unten und oben ist schließlich so leicht zu verwechseln)

Im übrigen tun mir die Griechen echt leid. Das gleiche werden wir hier wohl nicht erleben, es wird noch viel Schlimmer kommen. Ich erinnere da nur mal an den Anfang des letzten Jahrhunderts.

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 22.09.2012 15:22
von bru62
Da geb ich dir Recht. Aber ein bisschen Hoffnung und Optimismus sollte man sich doch erhalten. Hilft, für das Gute einzutreten.

Gruß

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 24.09.2012 08:14
von Haupti76
ja governet, hast nicht ganz unrecht. aber ich halte dagegen, daß man vielleicht doch den ud asl ein punkt für den wahlkampf machen wollte. denn dieser schritt ist ja ein enormer eingriff in den markt.

hier in kleinvoigtsberg hatte ich auch schon fast die hoffnung aufgegeben, daß wir irgendwann mal mit glasfaser versorgt werden. das unglaubliche wird nun wahr. warten wir ab wer recht behält. was anderes bleibt uns eh nicht übrig.

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 23.10.2012 10:58
von Haljam
Fakt ist , Mobilfunk (UMTS/LTE) ist kein Ersatz für kabelgebundene Lösungen, solange die Angebote auch in den nicht versorgten Gebieten volumenbegrenzt sind.

Ich zahle derzeit über 40 Euro für gerade mal 10 GB im UMTS < 1500 , weil man nicht Willens ist das Gebiet hier, obwohl alle Häuser einen Telefonanschluß haben, zumindest mit DSL 1000 geschweige denn DSL 2000 zu versorgen! Mehr Infos siehe www.IGDSL.net

Es muss endlich Schluß sein, mit den Bürgerinitiativen vor Ort - es muss endlich eine Grundversorgungspflicht und zwar eine bazahlbare her und das bundesweit!

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 23.10.2012 11:18
von Dino75195
und wie erreichen wir das?
was haben wir für einen Einfluss?
bzw. wo können wir unseren Einfluss geltend machen?

Warum engangieren sich bloß 1-2 betroffenen Bürger?
Es sind doch meiste viel mehr betroffene

Wer dann mal DSL 16000 oder VDSL mit 25/50 hat, sagt dann meisten, es reicht doch.
Ich kenn sogar Leute, die sind mit LTE zufrieden :roll:

Klar ist das schneller als DSL Light... zum Surfen reichts...

Bald sind wieder Wahlen und was wird sich danach ändern?

Unsere Froderung sollte lauten:
Mindestbandbreite Festnetz von 6 Mbit /s und mindesten 50 ms Antwortzeit (Deutschlandweite Verfügbarkeit)
Drosselung wenn vorhanden nicht unter 3 Mbit/s

Mindestbandbreite im Mobilfunk (UMTS und LTE) 3 Mbit/s
mindesten 100 ms Antwortzeit (Deutschlandweite Verfügbarkeit)
Drosselung wenn vorhanden nicht unter > 1,5 Mbit/s

Was bringt mir ein 100 Mbit LTE Verbindung, wenn man nach 10 GB auf DSL Light mit 0,380 Mbit/s gedrosselt wird....

Gruß Robert

Re: Bundesregierung weiter gegen Universaldienst

BeitragVerfasst: 23.10.2012 12:02
von Haljam
Wichtig ist auch, das dies vom Preis her ganz klar eingegrenzt wird - es kann nicht sein, dass ich Unsummen bezahlen soll, weil man LTE bereits bei 3 GB abriegelt und UMTS bei 5 GB.


Wie man das erreichen kann? Indem sich die einzelen Bürgerinitiativen zusammen tun - ich kenne die Problematik hier vor Ort - und ich weiß , das viele
nicht mitmachen, weil Sie eben das Ausmaß noch nicht erkannt haben. Die Hausbesitzer sind sich nicht darüber im Klaren, das der Wert der Immobilie sinken wird, wenn man an dem Standort eben kein Internet hat. Und auch die Vermitung wird schwieriger. Und die, die heute 2000 haben, werden in Kürze feststellen, das es eben nicht mehr aussreicht, da der Content überproportional anwächst und auch die Begehrlichkeiten zunehmen - Das was heute noch Luxus ist, wird morgen schon Normal sein (KANO-Modell) früher waren Airbags teure Sonderausstattung - heute verkauft man keinen Neuwagen mehr ohne weil es der Kunde fordert.

Glaube doch niemand, das die Telekom ihr bestehendes Netz ausbaut - siehe auch hier www.IGDSL.net - hier wäre es ein einfaches zwei Ortsteile zu versorgen - den einen mit 6000 und mehr und den unversorgten mit 2000, wenn man nur die KVZ mit Glasfaser anbinden würde um die Leitungsdämpfung zum HVT zu verrringern - Ca. 750 Haushalte könnten dadurch besser angebunden werden - Und? Die Telekom ist nicht bereit ihr Netz auszubauen.

Nach derzeitigen Stand ist es vor allem die FDP die im Bund eine Grundversorgungspflicht immer wieder blockiert.

Notfalls muss der Weg sein, der Telekom das Netz komplett zu entziehen, wenn man sich dort weigert auszubauen nur wiel man den Mitbewerber blockieren will.