Seite 1 von 1

Verband fordert Bundesnetzgesellschaft

BeitragVerfasst: 29.08.2012 15:42
von bru62
Mit einer sehr sinnvollen und auch von geteilt.de seit Langem verfolgten Forderung meldet sich am 28.08.2012 der Bundesverband der Anwender geschäftlicher Telekommunikation Telecom e.V. zu Wort:

Der Telecom e.V. fordert eine Bundesnetzgesellschaft

Immer wieder ist zu lesen, dass Deutschland im internationalen Vergleich beim Ausbau von Glasfaser und damit bei der Bereitstellung schneller Internetbandbreiten zurückfällt. Länder in Nord- und Osteuropa haben zum Teil mehr ausgebaut, Schweden und die Niederlande werden hier immer wieder genannt. Oder auch Südostasien und USA dienen immer häufiger als Vorbilder. In Deutschland bieten die Kabelnetze Geschwindigkeiten von 100MBit, die DTAG bietet antiquarische 16MBit Anschlüsse und ist stolz darauf, in einigen, wenigen Städten bis zu 50MBit anzubieten. Das ist für die einst so stolze Telekom und den Standort Deutschland einfach nur beschämend und führt langfristig zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil!

Abhilfe durch die DTAG ist nicht zu erwarten. Nachdem die Bemühungen der DTAG um eine „Regulierungspause“ für Glasfaserleitungen auch durch Intervention der INTUG und des TELECOM e.V. auf europäischer Ebene verhindert werden konnte, blockiert und verzögert diese massiv den Ausbau mit moderner Infrastruktur und schaden so dem Industriestandort Deutschland. Vergessen wir nicht, wir alle (Steuerzahler) haben einst für das Netz, inklusive des Leerrohrnetzes der Telekom, bezahlt. Zudem kassiert die Telekom aus regulierten Entgelten seit 1998 jährlich über 4 Mrd. € für die Teilnehmeranschlussleitungen, die, weil die Infrastruktur bereits weitestgehend abgeschrieben ist, dafür gedacht ist, diese auf den Stand der Technik (Glasfaser) hin zu erneuern. Sie hat aber das Geld für andere Zwecke verwendet. Eine Blockade des Glasfaserausbaus ist nach Ansicht des TELECOM e.V.
daher nicht akzeptabel.

Die Alternative regionale Initiativen oder gar dritte Investoren scheiden aus unserer Sicht aus, da weder regionale Inseln akzeptabel sind, noch Investitionen im Infrastrukturbereich schnelle Profite für die Investoren versprechen.

Ein gesamtstaatlicher Ansatz, wie bei Brücken, Häfen, Kanälen und Autobahnen usw., scheint der einzige Ausweg zu sein. Finanzmittel sind z. Zt. so günstig zu beschaffen wie nie zuvor. Investitionen in Infrastruktur sind zwar langfristig angelegt, aber sehr lukrativ, so dass am Ende nicht nur der Bevölkerung, dem Standort Deutschland, sondern zusätzlich allen in Deutschland ansässigen Firmen gedient sein wird. Es ist schon heute messbar, dass in Regionen mit Glasfaserausbau das Bruttoinlandsprodukt steigt, da sich die höhere Bandbreite positiv auf Einkünfte auswirkt, bei gleichzeitiger Steigerung des Immobilienwertes. Mittelfristig ist dies auch positiv für die Umwelt, da Verkehr von der Autobahn auf die Datenautobahn verlagert werden kann.

Der TELECOM e.V. fordert deshalb eine offene Diskussion über eine neue Bundesnetzgesellschaft und den landesweiten Ausbau von Glasfasernetzen.


Dem ist nichts hinzuzufügen.

Gruß

Re: Verband fordert Bundesnetzgesellschaft

BeitragVerfasst: 04.09.2012 19:28
von spokesman
sehr sympatische PM, scheint aus der Feder eines Betroffenen zu stammen.